02.01.2018 Extraarbeit im Schafstall

 

Seit mehreren Wochen beobachten wir schon breiigen Stuhlgang bei unseren Schafen. Teilweise weist der Stuhl schleimig-blutige Auflagerungen vor. Ab und zu finden wir aber auch normal geformten und normal gefärbten Stuhl. In den Boxen sieht es also „kunterbunt“ aus auf dem Streckmetall.

 

Unsere Schafe selbst wirken jedoch unbeeinträchtigt. Keine Zeichen von Fieber, Kolik oder neurologische Auffälligkeiten, wie Apathie oder ähnliches. . Sie scheinen sich trotz des breiigen Stuhls wohl zu fühlen.

 

Bei Schafen spricht man nicht erst dann von Durchfall-Kot, wenn dieser flüssig ist, sondern Durchfall besteht bereits bei breiigem Kot. Tritt bei älteren erwachsenden Tieren Durchfall auf, muss in erster Linie zuerst an Parasiten gedacht werden.

 

Durchfälle können vielerlei Ursachen haben. Gesunder Kot von Schafen ist gekennzeichnet durch eine schwarzgrüne bis dunkelbraune Farbe, hat die Form von kleinen Kügelchen, den sogenannten Skybala, und glänzt beim Kotabsatz.

Beim Durchfall muss grundsätzlich unterschieden werden, zwischen einer Verdauungsstörung aufgrund von Fehlern in der Futterration handelt, die einen sogenannten diätetischen Durchfall hervorruft (z.B. zu schneller Futterwechsel, verpilztes Futter, zuviel Salz etc.) und einem infektiösen Geschehen (z.B. Bakterien, Viren, Parasiten).

 

Bei reinen fütterungsbedingten Durchfällen haben die Tiere keine erhöhte Temperatur, bei infektiösen Durchfällen ist häufig auch Fieber mit im Spiel.

 

Fieber ist aber meist nur eine Begleiterscheinung bei infektiösen Durchfällen (z.B. durch Viren oder Bakterien). Vor allem bei viralen und bakteriellen Durchfällen wird die Schleimhaut des Darms schwer geschädigt, so dass es Wochen, oft sogar Monate dauert, bis sich der Darm wieder vollständig erholt hat. Durchfall, der z.B. bei Kokzidiose (einzellige Parasiten) auftritt, beginnt anfangs eher wässrig, weil hier die Darmwände zunächst nur leicht beschädigt werden. Da der Darm aber durch die Parasiten immer mehr angegriffen wird, entzündet sich die Darmwand stark, beginnt zu bluten, was sich im Durchfallkot nach einigen Tagen auch zeigt: Der Kot wird blutig. Die gesamte Schleimhautoberfläche im Darm wird von den Kokzidien innerhalb kurzer Zeit zerstört, wenn nicht möglichst rasch gegen den Erreger behandelt wird.

 

Wir dachten zunächst an einen Kokzidien- Befall, aber wie wir inzwischen wissen, haben Schafe eine hohe Durchseuchungsrate von mehr als 90 % und erlangen im Laufe ihres Lebens eine mehr oder weniger stark ausgeprägte eine Immunität.

 

Nur Lämmer müssen zu Beginn ihres Lebens entsprechend behandelt werden mit z. b. Baycox um bereits vorhandene Infektionen in ihrer Symptomatik zu bremsen und die Anzahl der Parasiten zu reduzieren. Dann setzt sich das Immunsystem damit auseinander und es kommt zur Immunität, bevor die Erreger dauerhaften Schaden anrichten können.

Doch ab und zu kommt die Behandlung zu spät und die Kleinen zeigen typische Smyptome und gedeihen einfach nicht. 

 

Wir haben mit unserem Tierarzt telefoniert und er meinte, dass es sich am wahrscheinlichsten um einen Wurmbefall handelt auch wenn die Würmer im Stuhl nicht sichtbar sind.

 

Man könnte eine Stuhlprobe entnehmen und diese mit dem Mikroskop untersuchen. Kostet viel Geld und führt zum selben Resultat, nämlich eine Wurmkur durch zu führen.

 

Durchfall hervorgerufen durch Kokzidien findet sich nicht bei erwachsenden Schafen.

 

Also nahmen wir das Wurmmittel, was wir auch bei den vorbeugenden Wurmkuren im Laufe des jeweiligen Schafjahres benutzen und entwurmten alle unsere Schafe am Abend nachdem wir den Klinik-Alltag bewältigt hatten und endlich zu Hause waren.  

 

Auch Leopold und Simon, die ja sehr lieb und zutraulich sind. Allerdings bekam Liane die scharfe Zahnleiste von Simon am linken Zeigefinger zu spüren als sie versuchte das Maul etwas zu öffnen, so dass Ralf den Applikator gut platzieren konnte.

 

Natürlich hatte sie keine Handschuhe an und das Resultat war ein blutender Fingernagel mit entsprechendem Bluterguss im Nagelbett, was mächtig weh tat.

 

Man sollte eben nicht immer und überall die Finger hinein stecken.