06.05.2018

 

Merle schließt den Reigen

 

In dieser Lammsaison waren 24 Schafe trächtig. Merle unser ältestes Schaf in der Herde ließ allen anderen Damen den Vortritt.

 

Gestern endlich zeigten sich Zeichen der anstehenden Geburt. Die Flanken hatten sich leicht gesenkt und Merle begann „ in sich rein zu horchen“.

 

Doch es ging sehr schleppend voran. Der Rundgang um 0:45 Uhr ließ immer noch keinen sichtbaren Geburtsfortschritt verzeichnen. Merle wirkte zwar etwas unruhiger, aber weder Schleimabgang noch ein Blasensprung waren zu erkennen.

 

Eigentlich sollte der nächste Kontrollgang gegen 01:45 Uhr sein. Doch da wir nicht schlafen konnten, waren wir bereits nach einer halben Stunde wieder im stall. Und das war gut so.

 

Merle hatte bereits das Köpfchen geboren , aber beide Vorderläufe steckte noch in der Scheide. Beim Untersuchen fand sich das rechte Vorderbein angezogen neben dem Hals. Das linke Beinchen war nicht zu tasten. So entschlossen wir uns das rechte Vorderbein zu strecken und zusammen mit dem Kopf am Lamm zu ziehen. Das Lämmchen steckte ganz schön fest. Doch vorsichtig und mit kontinuierlichem Zug gebar Merle endlich einen großen Jungen mit unserer Hilfe.

 

Anfänglich etwas schlapp und mit zögerlicher Atmung, stabilisierte der kleine Mann sich schnell. Die ersten Laute wurden von sich gegeben und Merle „knodderte“ ihrem Sohn entgegen.

 

Der Sohn von Merle hat eine typische weiße Blesse, die auf dem Nasenrücken schmal verläuft. Sie streckt sich bis über das Kinn. Ein weißer schmaler Latz und ein völlig weißer Schwanz zieren ihn. Hinten trägt er 2 weiße Stiefel und vorn zwei weiße Schuh.

 

Eifrig suchte er nach der Milchbar mit Erfolg. Nun wackelt er durch die Box und Mama Merle hat ihr tun mit dem Trockenlecken.

 

 

Wir dachten eigentlich, dass Merle Zwillinge bekommt, aber es blieb bei dem einen Böckchen. 

Wir wünschen Merle und ihrem Sohn einen schönen Sommer hier auf Espetveit.

 

 

 

01.05. 2018

 

Fine

 

Fine ist das erste Mal trächtig.

Bereits am Morgen kam sie in die Ablammbox. Sie war auffallend ruhig doch mehr gab sie nicht zuerkennen.

 

 

Am späten Nachmittag fing sie an ihre Box „aufzuräumen“. Aufstehen, hinlegen, scharren!

 

Gegen 16:00 kam es zum Blasensprung und kurz vor 17:00 Uhr setzten die Presswehen ein. Eine lange Stunde verging bis sich endlich zwei Fußspitzen am Scheideneingang zeigten. Das kam uns nicht geheuer vor und so tasteten wir vorsichtig und fanden ein Lämmchen was die Füßchen neben dem Kopf zu liegen hatte. So konnte es nicht weiter gehen. Wir halfen Fine indem wir beide Beinchen streckten.

 

Fine gebar spontan um 17:55 Uhr ein Mädchen , was anfänglich von der langen Austreibungsperiode beeinträchtigt war. Kräftiges Rubbeln an der Wirbelsäule und kurze Kompression am Thorax führten endlich zu einem kräftigen Herzschlag und zum Beginn der Atmung. Wir hatten schon Angst, das Lämmchen wieder zu verlieren.

 

Fine war anfänglich zurück haltend mit der Kontaktaufnahme. Doch nachdem wir uns aus der Box zurück gezogen hatten, kam sie ihrem mütterlichen Instinkt nach. Sie leckte ihre Tochter und rief sie mit den typischen „Knodderlauten“. Und die Kleinen antwortete ihrer Mama.

 

Nach einer Stunde fing Fine erneut an zu scharren, sie hechelte , stand auf und legte sich nieder. Wir warteten auf das zweite Lämmchen.

Nach zwei Stunden war immer noch kein Lamm in Sicht. Also untersuchten wir und es zeigte sich, dass Fine nur einen Tochter haben sollte.

 

 

Inzwischen war die kleinen an Mamas Milchbar und hat die ersten Schlucke genommen. 

 

Beide liegen in der Ablammbox auf frisch eingestreutem Haferstroh und ruhen sich unter der Wärmelampe aus.

 

Wir wünschen dem Damenteam alles gute für die Zukunft