20.05. 2017 Wir sind durch mit der Lammzeit

Heute kamen alle Schafe nach draußen. Es ist spät in diesem Jahr doch das schlechte Wetter mit einstelligen Temperaturen und starkem Regen, haben den Auszug der Schafmütter mit ihren Lämmchen vorher nicht zu gelassen.

Alles in allem können wir in diesem Jahr mit der Lammzeit zufrieden sein. Am 18.04. 17 wurden die ersten Lämmer geboren und innerhalb von 10Tagen waren alle Geburten abgeschlossen.

 

 

Dennoch gibt es auch von traurigen Ereignissen zu berichten.

Leider verloren wir auch in diesem Jahr Lämmer innerhalb der Ablammzeit.

 

Camilla ihr zweitgeborener Zwilling, ein kleines Mädchen verstarb nur 2 Stunden nach der Geburt. Warum, wissen wir nicht. Die Kleine hatte einfach aufgehört zu atmen.

 

Auch Dalisa musste einen ihrer Böckchen her geben. Den kleinen Mann fanden wir am 4. Lebenstag ohne Lebenszeichen mitten in der Box liegend. Äußerlich war nichts zu erkennen.

 

Für Karo endete die Geburt ebenfalls nicht glücklich. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes zogen wir nach 4 Stunden ein zweites Lamm heraus. Es war groß und hatte weißes Fell. Allerdings war es ohne Herzschlag oder sonstiger Lebenszeichen. 

 

 

In diesem Jahr wurden 4 Mal Drillinge geboren, die sich alle sehr gut bei ihren Müttern Anna, Kira und Hermine entwickelten. 

Nur Maja, die Drittgeborenen von Molly wurde ein Flaschenlamm.

Die Kleine hat nie versucht wirklich am Euter ihrer Mama zu trinken.

 

 

In den ersten zwei Tagen ist sie zwar hin gewatschelt, aber hat nie selbständig ihre kleine Schnute um die Zitze geschlossen und gesaugt. Molly hat wohl sehr schnell mitbekommen, dass mit ihrer kleinen Tochter etwas nicht stimmt. Ab dritten Tag schob sie Maja weg, wenn die Kleine sich näherte. Es ging zwar sehr behutsam, aber bestimmend, so dass wir uns entschlossen Maja die Flasche zu geben. Ein wenig auffällig ist Maja auch für uns. Sie kommt zwar eifrig gelaufen, wenn wir den Stall betreten doch auch mit dem Sauger der Nuckelflaschen hat sie so ihre Probleme. Sie hat bislang nicht kapiert, dass sie die Schnute öffnet muss um an die Milch zu kommen. Wir helfen ihr weiterhin ein wenig und öffnen mit den Fingern vorsichtig das kleine Schnäuzchen damit sie den Sauger aufnimmt und trinken kann. Heu frisst sie inzwischen allein und auch sonst ist sie putzmunter. Sie springt und hoppelt mit ihren Spielkameraden durch die Box. Für uns etwas eigenartig ist, dass sie sich immer bei ihren Geschwistern zum Schlafen ablegt. Nun hoffen wir natürlich, dass sie Bruder und Schwester auch draußen auf der Weide findet und sie nicht ganz allein da draussen steht. 

Eine Überraschung hatte Gretel für uns . Sie war bereits mit allen anderen nicht trächtigen Damen Mitte April nach draußen verfrachtet worden. Tja, aber wir hatten uns bei Gretel geirrt. Sie war trächtig und gebar ihre Tochter bei 30 cm Neuschnee draußen im Ylva-Tal. Nur zufällig entdeckten wir ca. 2 Tage später Mutter und Kind an der Heuraufe ruhend. Glück gehabt kann man da nur sagen.

 

 

Hermines größter Drillingstochter mußten wir eine Bandage am hinteren rechten Bein verpassen. Das große Mädchen hatte sich das Bein gebrochen,so dass eine Stabilisierung über 14 Tage notwendig war. Die Bandage haben wir regelmäßig gewechselt und so dem Wachstum des Beinchens angepasst. Jetzt springt sie wieder durch die Box und von dem zurückliegenden Beinbruch ist nichts mehr zu sehen oder zu merken. 

 

Martinas Michael wurde am 3. Lebenstag auffällig. Er stand immer mit krummen Rücken und eingeklemmten Schwänzchen in der Ecke. Man meinte, der Kleine hätte Schmerzen. Er watschelte zwar zur Mama aber trank nicht bei ihr. Hinzu kamen ein dünner Stuhlgang, so dass wir von einer Darminfektion ausgingen. Wir behandelten den kleinen Mann mit 5 mg Baycox und reichlich Magen-Darm-Tee über die Sonde und viele kleine Milchmahlzeiten ebenfalls über die Sonde. Er kam in ein „Extra-Bettchen“ , welches wir auch in den vergangenen Jahren benutzen, wenn eine Sonderbehandlung eines Lämmchens notwendig war. Das Bettchen hatten wir mit warmen Handtüchern und Decken ausstaffiert. Zusätzlich haben wir ein wärmendes Kirschkernkissen unter die Handtücher gewickelt. Ein Lammpullover, welcher uns eine Freundin extra gestrickt hatte, zogen wir ihm ebenfalls über. Das Bettchen haben wir mit in die normale Box gestellt und am Gitter befestigt. So konnte die Mama , wenn sie es wollte, Kontakt zu ihrem Lamm halten und andererseits ist da Lamm geschützt und behütet auf seinem „Krankenlager“. Den kleinen Michael haben wir regelmäßig (nach 2-3 Stunden) immer mal wieder aus dem „ISO“ genommen, damit er selbst Kontakt zu seiner Mama suchen kann. Das ganze Programm hat gut funktioniert. Michael ging es nach 2 Tagen Intensivbehandlung sehr gut konnte dann aus seinem ISO heraus und wieder mit Mama durch die Box stiefeln. Inzwischen trinkt er wieder normal am Euter und Mama Martina passt gut auf auf ihre beiden Lämmchen. 

Marits Tochter hatte am linken Vorderfuß Probleme mit der Drüse, die verantwortlich ist, dass die Klaue geschmeidigt bleibt. Der Ausführungsgang war verstopft und es zeigte sich in dem Bereich eine Abszedierung . Nachdem wir den Abszess eröffnet hatten und der Eiter abfließen konnte, ging es der Kleinen Margit schnell besser. Nach ein paar Tage Intensivfußpflege ist inzwischen der Befund völlig verschwunden und Margit kann wieder ganz normal auftreten.  

 

Leider hatten wir in diesem Jahr wieder mit Entzündungen am Euter zu kämpfen. 

 

Stine bekam eine linksseitige Entzündung ca. 14 Tage nach der Geburt ihrer Zwillinge. Wir haben sie mit Penizillin 2x täglich 10 ml über 3 Tage behandelt. Zusätzlich kam lokal in den Milchgang gespritzt ebenfalls ein Antibiotikum als Salbe in Kombination mit einem Lokalanästhetikum. Anfänglich war es schwer Stine zu melken, denn das Euter war prall mit Milch gefüllt. Sie ließ ihre Lämmer an der linken Seite nicht mehr trinken, so dass es da einen Milchstau gab. Nun gut, die Entzündung ist vollständig zurück gegangen und das Euter weich und die Zitze durchgängig.

Dennoch ist es klar, das Stine im Herbst zur Schlachterei gehen muss. 

 

Eine beginnende Euterentzündung linksseitig hatten wir auch bei Martina. Allerdings war die Zitze nie zu und das Euter trotz Rötung relativ weich und immer melkbar. Sie bekam ebenfalls ein Antibiotikum i.m. über drei Tage gespritzt und da die Zitze wund gebissen war auch lokales Penizillin in den Milchgang und Patte-Salbe (desinfizierend und pflegend) außen verpasst. Also ein „Rundumpaket von Euterpflege“. Allerdings wollen wir Martina behalten. Hoffentlich ist es richtig und wir stehen in der nächsten Lammsaison nicht vor einem Problem, dass eventuell die Milchgänge auf der linken Euterseite nicht durchgängig sind. 

 

Die dritte Mama im Bunde ist unsere Dalisa. Sie hatte ebenfalls eine wund gebissene linksseitige Zitze, die so ödematös war, dass sie wie aufgeblasen wirkte. Natürlich ließ sie ihren Sohn an der Seite nicht trinken und wir mussten sie regelmäßig auf dieser Seite melken, damit es nicht zu einem Milchstau kommt, welches die Gefahr einer fortschreitenden Entzündung bedeutet hätte. Sie erhielt ebenfalls über 3 Tage Penizillin und und eine „Intensiv-Euterpflege“.

 

So, nun sind alle wolligen Vierbeiner an der frischen Luft. Es gab wie in jedem Jahr großes Theater beim Verlassen des Schafstalls. Erst wollen die Mütter und Lämmer nicht raus, und wenn dann draußen angekommen , gibt es ein großes Suchen und Finden. Manche Mütter erwecken aber auch den Eindruck, dass das Gras augenblicklich wichtiger ist als ein schreiendes Lämmchen, welches verzweifelt nach seiner Mama in der großen weiten Welt von Espetveit sucht. 

Wir sind froh , dass wieder alle draußen sind und haben alles getan, damit sie einen guten Start auf den jetzt endlich grünen Wiesen hier auf Espetveit haben.

 

Drücken wir uns allen die Daumen, dass es ohne größere Probleme in den kommenden Monaten weiter geht. Kleine Probleme stellen sich sicher ein. Das kennen wir aus den vergangenen Jahren und die haben wir bislang alle ganz gut gemeistert.

 

In den kommenden Tagen wird der Dung aus dem Schafstall gefahren. Anschließend gibt es Grundreinigung mit dem Kärcher.

 

Es wartet also noch viel Arbeit auf uns bis der Stall wieder in Ordnung und klar für die nächste Saison ist.

Es wird vielleicht unsere letzte Lammzeit werden !!!