25.04.2016

 

Merle bekommt zwei süße Mädchen

 

 

 

Wir haben noch zwei Schafdamen, die auf ihre Lämmer warten. Eine davon ist Merle. Es ist ihre zweite Trächtigkeit. Ihren beiden Lämmern vom letzten Jahr war sie eine gute Mutter.

 

Heute Morgen war Merle nicht am Frühstück interessiert. Sie stand teilnahmslos an der Seite und hatte den Kopf gesenkt. Beide Flanken waren etwas eingefallen und damit war für uns klar, dass Merle sich auf dem Weg der Geburt befindet.

Also kam sie in den Kreißsaal. Hier verhielt sie sich relativ ruhig. Ab und zu mal gescharrt, aber nicht sehr intensiv. Auch das Hinlegen und Aufstehen, was wir eigentlich von fast allen Schafen kennen, die sich unter der Geburt befinden, sah man bei ihr nicht.

 

Na, gut, also wird es noch eine Weile dauern, dachten wir und machten uns auf den morgendlichen Sparziergang mit Thyra und Neele hoch zur Hütte. Wir brauchen dafür ca. eine halbe Stunde. Anschließend war ein gemeinsamer Einkaufstour nach Evje geplant.

Wieder zurück von der Hütte schauten wir schnell noch mal im Schafstall. Und da stand Merle mit einem Blasensprung und war gerade dabei das Fruchtwasser vom Stroh zu lecken. Es war gerade 10:15 Uhr.

Nun gut, also kein gemeinsamer Ausflug nach Evje, einer von uns musste da bleiben. So machten sich Ralf, Neele und Thyra auf, um das Notwendigste einzukaufen. Liane übernahm den Schafstall und damit Merle mit ihren Lämmern.

 

Um 11:30 Uhr hatte Merle die ersten Presswehen und 10 Minuten später sah man am Scheidenausgang ein Füßchen und die kleine Schnute des ersten Lämmchens. Doch es ging trotz guter Wehen nicht weiter. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass nur ein Beinchen neben dem Kopf lag, das andere war nach hinten unter den Bauch geschlagen. So war es natürlich sehr schwer und fast unmöglich für Merle mit eigener Kraft ihr erstes Lamm auf die Welt zu bringen. Also zog Liane am rechten Beinchen, streckten dieses um mehr Platz zu gewinnen. Bei der nächsten Wehe zog sie gleichzeitig am Bein und Kopf und halfen damit Merle bei dieser schwierigen Geburt.

 

Um 11:55 Uhr kam ein kleines Mädchen auf die Welt. Bis auf ein weißes Dreieck auf dem Kopf und einen halben weißen Schwanz ist sie völlig schwarz. Die Traktur hatte ihr nichts ausgemacht und nach intensivem Lecken durch Merle und dem typischen „Knoddern“ der Mamma, versuchte sie schnell auf ihre Beinchen zu kommen. Mit dem Anlegen an Mamas Milchbar klappte es anfänglich nicht. Die Kleine stellt sich „tot“ sobald wir ihr die Zitze in den Mund schoben. Sie hatte eine regelrechte „Lämmchenstarre“, was wir hin und wieder beobachten bei neugeborenen Lämmern. O.k., dann wird eben erst angelegt, wenn Merle liegt und sich auf die Geburt ihres zweiten Lamms konzentriert. Aber mit dem Hinlegen war nichts. Keine Wehen, kein auf und nieder. Merle war so auf ihre erstgeborene Tochter konzentriert, dass sie ständig hinter der Kleinen herlief um den Kontakt zu ihr zu halten.

 

Nach einer Stunde hatte Merle immer noch keine wehen. Tja, sollte wohl wieder etwas besonderes mit der Lage das Lamms sein.

Wir verließen den Stall für 10 Minuten um uns auf das „Besondere“ vor zu bereiten. Als wir wieder zurück kehrten, stand Merle in der Box und das Köpfchen des zweiten Lamms war bereits geboren. Doch wo waren die Beinchen ? Schnell Handschuhe angezogen und getastet. Dabei fand sich der rechte Fuß hinter dem rechten Ohr platziert. Es wirkte so, als wenn das Lamm sich gegen die Scheidenwand stützte um nur nicht auf diese Welt zu müssen. Dem Eigensinn hat Liane dann doch im Interesse von Merle und uns Einhalt geboten und das Beinchen hervor gezogen. Nun zog sie kräftig am Bein und Kopf und damit das zweite Lamm von Merle heraus. Das andere Bein war wie bei seiner Schwester nach hinten geschlagen unter den Bauch.

 

Auf unsere Welt kam ebenfalls ein Mädchen, geboren um 13:10 Uhr. Sie hat wie ihre Schwester ein weißes Dreieck auf dem Kopf und hat zusätzlich ein kleines weißes Dreieck oberhalb der Nasenspitze. Das Schwänzchen ist zu 2/3 weiß.

Sie war durch die Geburt doch etwas beeinträchtigt und selbst das intensive Lecken ihrer Mutter konnte sie nicht zu übermäßiger Aktivität anregen. Merle bemühte sich wirklich intensiv um die Kleine, doch sie wollte einfach nicht aufstehen. Erst nach ein paar Minuten hob sie endlich das Köpfchen und gab die ersten Laute von sich. Allerdings wollte sie nichts von Mama Milchbar wissen. Die Zitze in das Mäulchen gesteckt, ...und ... „Lämmerstarre“, wie ihre Schwester. Es gibt eben auch Lämmer , die von Anfang an stur sind und sich nichts sagen lassen.

 

Kurz nach der Geburt des zweiten Lamms löste sich der Mutterkuchen.

 

Inzwischen haben beide Lämmchen versucht auf eigenen vier Beinen an die Milchbar zu kommen. Jetzt durften wir helfen und die kleine Schnute in die richtige Richtung lenken um an die ersten Schlucke von Mamas Milch zu kommen.

 

Jetzt ist Ruhe in der Box eingekehrt und alle Drei wirken zufrieden mit dem Tag.

Wir wünschen Merle und ihren beiden Mädels eine schöne Zeit hier auf Espetveit.  

 

 

22.04.2016

 

Stine bekommt ein Zwillingspärchen

 

 

 

 

Heute Morgen war noch alles ruhig und am Nachmittag hatte Stine bereits ihr erstes Lamm geboren.

 

Still und heimlich hat sie ihre Wehen für sich behalten und uns um 15:15 Uhr am Nachmittag mit der Geburt das ersten Lämmchens aus vollkommener hinterer reinen Fußlage überrascht.

Es ist ein kleines Mädchen mit einer auf dem Nasenrücken unterbrochenen weißen Blesse. Bis auf das Schwänzchen, welches zur Hälfte weiß ist, trägt sie schwarz. Sie ist eine muntere kleine Maus und nach der ersten Unterstützung beim Trinken, stand sie zügig auf ihren Beinchen. Stine wollte gar nicht mehr von ihr lassen und das ständige Lecken ihrer Mutter hat die Kleine immer wieder umgeschubst.

 

Tja, und dann warteten wir auf das , was da kommt. Stine musste wenigstens 2 Lämmer haben, denn sie hatte kräftig ausgeladen.Vielleicht könnte sich auch noch ein drittes Lamm im Bauch von Stine versteckt halten. Es vergingen 1 ½ Stunden und keine einzige Wehe war in sich. Stines Mädchen hatte inzwischen mehrmals getrunken und dementsprechend die Ausschüttung des Oxytocins provoziert. Nichts war da, nicht das kleinste Wehchen. Uns war klar, da stimmte was nicht.

 

Also Handschuhe angezogen und untersucht. Und da war es das zweite Lamm . In Hockstellung mit dem Po voran saß es gemütlich bei Mamma im Bauch und machte keine Anstalten diesen zu verlassen. Somit streckten wir zunächst das eine Hinterbein und dann das zweite Hinterbein. Langsam durch kontinuierlichen Zug beförderten wir Stines Sohn ans Tageslicht. Der kleine Mann war so gut wie nicht beeinträchtigt durch unsere Traktur. Er hat ein großes weißes Dreieck auf dem Kopf und ein kleines weißes Dreieck oberhalb der Nasenspitze. An den Hinterläufen trägt er weiße Schuh und die Schwanzspitze ist ebenfalls weiß.

Genau wie seine Schwester hat er nicht lange gebraucht um sicher auf eigenen Beinen zu stehen. Bereits nach einer halben Stunde wackelte er zu Mama und bediente sich selbst an der Milchbar.

 

Eine halbe Stunde später begann der Mutterkuchen sich zu lösen. Stine hatte also kein drittes Lamm. Gut so, wir waren zufrieden.

Stine ist eine sehr geduldige Mutter.

Wir drücken nun die Daumen dass sie mit ihrem Zwillingspärchen gut durch die Sommermonate kommt. 

 

20.04. 2016

 

Flame macht das souverän

 

Flame stellten wir bereits vor 2 Tagen in den Kreißsaal.

 

 

Sie fraß nicht richtig und man sah ihr an, dass sie Wehen hatte. Gestern Abend war sie auffallend ruhig und lag sehr viel. Das typische Scharren vermissten wir.

 

Beim Kontrollgang dann um 0:15 Uhr sah man bei ihr Nasenflügeln und die Atmung war deutlich in ihrer Frequenz erhöht. Doch wir konnten nicht wirklich auch nur das leiseste Zeichen erkenne, dass es mit der Geburt voran ging.

 

Um 02:45 Uhr kam es endlich zum Blasensprung mit Abgang von klarem Fruchtwasser. Endlich machte sich ihr erstes Lamm auf den Weg. Nach einer halben Stunde Presswehen gebar Flame um 04:15 Uhr einen „bunten“ Jungen aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage völlig unkompliziert. Der kleine Mann ist eine Mixtur aus weißer und schwarzer Farbe, die die Natur einfach über ihn ausgekippt hat. Er ist einerseits seltsam , aber dann auch wieder sehr lustig anzusehen. Jedenfalls ist das Böckchen fit und mit Hilfestellung gab es die ersten Schlucke an Mamas Milchbar.

 

Ca. 20 Minuten später setzten erneut Presswehen ein. Zu Flames Erstgeborenen gesellte sich ein ein weiterer Sohn um 04:55 Uhr. Flames Zweitgeborener hat eine ausgeprägte weiße Zeichnung am gesamten Kopf. Sogar die beiden Ohren sind überwiegend weiß. An den Hinterläufen trägt er weiße Stiefelette und das kleine Schwänzchen ist ebenfalls weiß. Er ist wie sein Bruder ein munteres Kerlchen und hatte es sehr eilig ans Euter gelegt zu werden. Beide Jungen kamen schnell auf ihre eigenen Beinchen zu stehen und Stiefeletten anfänglich noch ganz schön wacklig durch die Ablammbox.

 

 

Flame hat die Geburt wirklich toll gemeistert. So ruhig und ausgeglichen sie während der gesamten Geburtsdauer war, so sicher und und souverän zeigt sie sich jetzt auch mit ihren Kindern. Wir hätten nie gedacht, dass Flame, die ansonsten ein quirliges „Spring ins Feld“ ist, so eine Geburt hinlegt. Auch der ruhige Umgang mit ihren Kindern erstaunt uns sehr. Sie hat beide Söhne sehr liebevoll angenommen. Sie ist sehr aufmerksam und hält durch ihr „Knoddern“ ständig Kontakt mit den Beiden. Sie erinnert uns in ihrem Verhalten an ihre Mutter Fips. 

Nun wünschen wir Flame und ihren beiden Söhnen

alles Gute für die kommenden Monate

auf den Wiesen von Espetveit. 

 

 

17.04.2016 

 

Kira birgt eine Überraschung in sich

 

 

 

 

Seit gut 10 Tagen mäkelt Kira mit dem Futter. Mal frisst sie, mal frisst sie nicht und oft liegt abseits von ihren Mitbewohnern in der Box. Wir hatten sie bereits vor einer Woche in der Ablammbox, aber es war falscher Alarm.

 

Gestern Abend lag sie fast apathisch in der Box und ihre Mitbewohner, Lämmer vom letzten Jahr, kletterten auf ihr herum. Da tat sie uns doch leid und da das Euter zunehmend rot wurde, sollte die Geburt eigentlich bald bevor stehen. Also kam sie in die Ablammbox. Und das war richtig so. Sie hatte jetzt Wehen.

Kira scharte zwar kaum aber die Atmung wurde deutlich schneller und sie lag sehr viel. Die Nacht ging vorüber ohne dass sich etwas tat. Der Kontrollgang um 4:00 Uhr zeigte Schleimabgang, so dass zumindest ein Fortschreiten zu erkennen war. Auch am Morgen beim Füttern lag sie in ihrer Box, atmete mit hoher Frequenz, aber Blasensprung oder kräftige Wehen zeigten sich nicht.

 

Endlich gegen 12:00 Uhr begann Kira zu Pressen und am Scheidenausgang zeigte sich eine Fruchtblase. Mehrere Pressversuche und nun sah man in der Fruchtblase zwei Füßchen und eine kleine Schnute, die sich allmählich voran schieben.

Um 12:55 Uhr gebar Kira ein großes Mädchen aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage in erhaltener Fruchtblase, die wir erst eröffnen mussten. Die Kleine wurde von Kira liebevoll angenommen, mit einem "Knoddern" begrüßt und dann intensiv trocken geleckt.

Das Mädel hat ein weißes Dreieck auf dem Kopf welches in einem schmalen Strich über den gesamten Nasenrücken läuft und am Kinn endet. Sie trägt hinten rechts eine weiße Gamasche und das Schwänzchen ist zu ¾ weiß. Ganz schnell machte sie sich auf die suche nach etwas trinkbaren und wir legten sie an Mamas Milchbar. Doch viel Ruhe hatte Kira nicht.

 

Bereits nach 10 Minuten erneut Presswehen und so gesellte sich rasch ein weiteres Mädchen um 13:10 Uhr hinzu. Sie war nicht ganz so fit wie ihre Schwester. Auch Mamas Milchbar interessierte sie anfänglich nicht. Immer wenn wir versucht haben sie anzulegen, kniff sie regelrecht ihre kleine Schnute zu und wehrte sich gegen den Haltegriff als wenn es um ihr Leben ging. Die zweite Tochter von Kira hat eine unterbrochene weiße Blesse, zwei Stiefeletten an den Hinterläufen und einen Schwanz, der zur Hälfte weiß ist. Sie ähnelt in ihrer Zeichnung sehr ihrer Mama.

So, Zwillinge, alles gut gelaufen, braucht nur noch der Mutterkuchen kommen.

 

Doch dieser kam nicht. Kira fraß nicht und da war uns klar, dass sie ein weiteres Lamm trägt. Ab und zu scharrte sie , aber Wehen waren nicht zu erkennen. In der Scheide tastete man keine vorangehenden Teile. Nun gut, ohne Wehen kann es nicht voran gehen. Sie bekam 5 IE Oxytocin i.m. gespritz und wir warteten ab. Weitere 20 Minuten vergingen und nichts geschah. Also entschlossen wir uns zu untersuchen.

 

Und ganz tief unten fand sich ein weiteres Lamm, welches sich in der Gebärmutter gemütlich gemacht hatte. Es lag regelrecht zusammengerollt, wie eine kleine Katze auf dem Sofa, drinnen.

Beine Hinterläufe gesucht und versucht ein Beinchen hervor zu ziehen. Das war nicht so einfach, da das Lamm das Bein immer wieder zu sich zog und man es aufgrund dass es so glitschig war, schlecht festhalten konnte. Letztendlich haben wir gesiegt und ein weitere Lamm extrahiert. Es ist ein kleiner Junge mit einer typische schmalen weißen Blesse und das kleine Schwänzchen ist ebenfalls zur Hälfte weiß. Der kleine Mann war anfänglich etwas deprimiert doch Mamas „Leckereien“ weckten ihn auf und blitzschnell wollte plötzlich ans Euter. Die ersten Schlucke trank er gierig.

 

Nach der Geburt des dritten Drillings bekam Kira nochmals ein Wehenmittel (10 IE Oxytocin) gespritzt, damit wir keine Probleme mit der Nachgeburt bekommen. Diese kam dann auch eine halbe Stunde später vollständig.

 

Die ganze Geburt über einschließlich unserer Manipulation war Kira so was von ruhig und kooperativ, wie man es nicht häufig findet. Sie ist aber auch ein sehr zutrauliches Schaf und holt sich fast jeden Tag ihre Streicheleinheiten von uns ab. Dieser Kontakt hat es sicher ermögliche so mit Kira zu arbeiten.

 

Inzwischen ist es ruhig in der Kira Box. Mutter und Kinder liegen auf frischem Haferstroh unter einer Wärmelampe. 

 

Kiras zweite Tochter macht uns etwas Sorgen. Das  Sie hat eine ungewöhnlich schnelle und schwere Atmung. Außerdem ist sie nicht wirklich interessiert zu trinken. Wir gaben ihr mit der Sonde Muttermilch. Wir hoffen sehr, dass es leichte Anpassungsstörungen sind und nicht mehr.  

Wir wünschen Kira und ihren Lämmern alles Gute

für die kommenden Monate hier auf Espetveit. 

15.04. 2016 Ein Tag mit reichlich Lämmersegen

 

 

  

Dina macht es prima

 

 

Dina war den ganzen Tag schon etwas ruhig.

 

 

 

Kraftfutter hier und da ein Körnchen und Heu hier und da ein Hälmchen. Außerdem nervten sie die Lämmer der bereits entbundenen Mitbewohnerinnen in ihrer Box, welche sie immer wieder kräftig weg schubste. Die Atmung war abgeflacht und mit hoher Frequenz. Es sah aus als wenn Wehen in Anmarsch waren. Damit ging es für dina ab in den Kreißsaal.

 

Hier stand sie nun herum und wusste mit sich nichts anzufangen. Das typische Scharren betrieb sie nicht und auch hinlegen und aufstehen war nicht ihr Ding. So einfach da stehend mit hängenden Ohren bekam sie endlich um 19:45 Uhr einen Blasensprung.

 

Nach fast einer Stunde Presswehen gebar sie aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage einen großen Sohn um 21:15 Uhr.

Dinas erstes Lamm hat ein größeres weißes Dreieck auf dem Kopf und ein kleines Dreieck über der Nasenspitze. Der Schwanz ist ebenfalls bis zur Hälfte weiß. Da Dina durch die lange Pressperiode doch beeinträchtigt war, legten wir den kleinen Mann ihr vor den Kopf, so dass sie lecken und rufen konnte. Dinas Sohn hatte die lange Pressperiode nichts ausgemacht. Er kam relativ schnell auf die Beine, hatte Lust zum Milch trinken und war relativ quirlig, so dass Dina ihr Mühe mit ihm hatte.

 

Wir waren uns sicher, dass Dina zwei Lämmer in sich trägt und warteten gespannt auf erneute Wehen.

 

Ca. 1 Stunde später setzten wieder kräftige Wehen ein. Dina hatte sich die ganze Zeit nicht erhoben und wir harrten der Dinge, die sich da einstellen.

Um 23:30 Uhr war immer noch kein zweites Lamm in Sicht, so dass wir untersuchten. Und da war es klar. Das zweite Lamm befand sich in hinterer Hockstellung mit angezogenen Knien und Popo in Richtung Scheide. Ja das ist nicht die richtige Einstellung um auf die Welt zukommen.

 

Mit dieser Lage inzwischen gut vertraut, streckten wir zunächst das rechte Hinterbein und anschließend das linke Beinchen. In den folgenden zwei Presswehen entwickelten wir ein weiteres Lamm. Es war ebenfalls ein Junge und durch die Geburt etwas mitgenommen. Wieder bekam Dina das Lamm an den Kopf gelegt da sie nach wie vor nicht zu animieren, aufzustehen.

 

Dinas Zweitgeborener erholte sich jedoch relativ schnell und auch der erste Anlegeversuch klappte gleich. Der kleine Mann hat eine typische weiße Blesse , die über dem Nasenrücken sich verjüngt. Ansonsten trägt er einen weißen Stiefel am linken Hinterlauf und einen weißen Schuh am linken Fuß. Er schmückt sich mit einer weißen Halskette und sein Schwänzchen ist völlig weiß. Er ist hübsch anzusehen.

Anfänglich etwas starrsinnig an Mamas Milchbar hat er dann doch schnell begriffen, dass er hier etwas Gute gibt.

 

Dina erhob sich endlich nach dem wir ihr die Kinder weg von der Nase in eine entfernte Ecke setzten. Der Mutterinstinkt hat dann doch gesiegt und die Folgen der Geburt einfach weg gepustet.

Die Plazenta kam innerhalb der nächsten 2 Stunden.

 

 

Mama Dina und ihre Söhne liegen zufrieden auf frischem Stroh unter einer Wärmelampe im Kreißsaal. Nun ist Ausruhen für alle angesagt. 

Wir wünschen der kleinen Familie

alles Gute für die kommenden Monate. 

 

Molly macht kein Theater

 

 

Es ist Frühstückszeit und Molly steht mit hängenden Ohren in der Box.

 

Die Flanken sind deutlich eingefallen und die Geburt steht ganz sicher bevor. Der Kreißsaal ist bereits gerichtet und Molly bezieht ihr Einzelapartment.

 

Kaum drinnen beginnt sie mit dem Scharren und ordnet das Stroh mal nach ihren Vorstellungen Um 14:00 Uhr beginnen die Presswehen und ca. 30 Minuten später springt die Fruchtblase. Bereits um 14:40 gebärt sie völlig unkompliziert einen Jungen aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage. Sind ruft nach ihm mit dem typischen „Knoddern“ und beginnt sofort mit dem trocken lecken.

 

Mollys Sohn ist ein munteres, lustig aussehendes Kerlchen. Er trägt sehr viel weiß am Kopf und auch der Körper ist mit weißen Sprenkeln versehen, so als ob eine Maler seinen Pinsel ausgeschwenkt hat. Er hat einen komplett weißen lockigen Schwanz und auch alle 4 Beinchen sind überwiegend weiß. Schnell kam er auf die eigenen Füße und versuchte Mamas Milchbar zu finden.

 

Ja und nach dieser Geburt war bei Molly erst mal Ruhe angesagt. Sie trank Wasser und fraß etwas Heu, so dass wir den Eindruck hatten, sie bekomme nur ein Lamm. Aber Molly rührte das ihr vorgelegte Kraftfutter nicht an. Doch ein zweites Lamm?

 

Ja, nach mehr als 2 Stunden setzten erneut Wehen ein und nach einigen intensiven Presswehen gebar sie ihren zweiten Sohn.

Der kleine Mann sieht ganz anders aus als sein Bruder. Das Schwarz überwiegt. Er hat ein weißes Dreieck auf dem Kopf und einen weißen Fleck über dem rechten Nasenloch. Er trägt hinten weiße Stiefeletten und das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß.

Obwohl zwischen den beiden Geburten doch mehr als 2 Stunden lagen, war er durch die lange Geburtsdauer nicht beeinträchtigt. Schnell an die Milchbar und die ersten Schlucke von Mamas Milch getrunken und dann stiefelte er zwar etwas wacklig, aber neugierig durch die Box.

 

Molly war während der gesamten Geburt völlig ruhig und auch im Umgang mit ihren beiden Neugeborenen sehr souverän. Man könnte meinen sie hätte bereits mehrere Geburten hinter sich. Aber nein, es waren ihre ersten Lämmchen.

 

 

Inzwischen sind beide Lämmer satt und liegen zusammen mit ihrer Mama auf frischen Stroh in der Ablammbox. 

Wir wünschen den Dreien

alles Gute für die kommenden Monate. 

 

 

Karo hat es nicht einfach

 

Karo stellten wir gestern Abend in den Kreißsaal. 

Sie hatte Wehen und scharrte ständig.

 

Im Kreißsaal übertrieb sie es so, dass das ganze Stroh zu beiden Seiten verschwunden war und die Bewohner der seitlichen Boxen es sich damit gemütlich machten.

 

Aber das Scharren, sich hinlegen und wieder aufstehen brachte die Geburt bis auf Abgang von Fruchtwasser nicht sichtbar in gang. So gegen 06:00 Uhr beschlossen wir Karo zu untersuchen. Gerade als wir alle Vorbereitungen abgeschlossen hatten und wir vor ihrer Box standen, stellte sich erneut eine Fruchtblase, die sich prall am Scheidenausgang präsentierte. Das Fruchtwasser was dann abging war leicht grünlich. Wir zogen uns mit unseren Utensilien zurück, da wir davon ausgingen, dass der Blasensprung in der Nacht so gegen 03:00 Uhr nur die Vorblase war.

Schnell einen Morgenkaffee getrunken und etwas Frühstücksbrot gegessen und zurück in den Schafstall.

 

Karo lag in ihrer Box und presste. Am Scheidenausgang sah man zwei Füßchen mit der Fußsohle nach oben. Es war keine normale Lage, sondern eine vollkommene hintere Fußlage.

 

Nach mehrmaligem Pressen und keinem Geburtsfortschritt, entschlossen wir uns einzugreifen. Beide Hinterläufe lagen mit angezogenen Knien im Geburtskanal. Da dadurch der Durchmesser vergrößert war, bekam Karo ihr Lamm nicht heraus gepresst. Somit streckten wir erst das eine Bein dann das andere Bein und zogen das Lämmchen vorsichtig heraus. Es war ein kleines Mädchen mit einem weißen länglichem Dreieck auf dem Kopf und über die Stirn ziehend. Das Schwänzchen war zu 1/3 weiß. Trotz unserer Manipulation war sie recht fit und prustete und schüttelte das kleine Köpfchen. Karo nahm sofort Kontakt zu ihr auf und leckte und schubste die Kleine. Das auf die Beine kommen war anfänglich noch eine wacklige Angelegenheit, aber nach einer guten halben Stunde stand Karos Tochter sicher auf ihren vier Beinen. Innerhalb dieser halben Stunde hatte wir das Mädel auch angelegt, so dass sie zu ihrer frühen Ration von Kolostrum kam.

 

So gegen 08:30 Uhr sah man erneut kräftige regelmäßige Wehen bei Karo. Eine halbe Stunde später gebar sie aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage einen Sohn. Der kleine Mann hat ebenfalls ein weißes Dreieck auf dem Kopf und zusätzlich einen weißen Klecks rechts von der Nasenspitze. Er trägt zusätzlich 2 weiße Schuhe hinten und der Schwanz ist zur Hälfte weiß.

Er ist viel schmächtiger als seine Schwester aber nicht minder agil. Durch seine langen Beinchen und den schmale Körper sieht es richtig staksig aus, wenn er durch die Box läuft. Jetzt fehlen nur eine paar Tage ausreichend Muttermilch und er wird den ersten „Speck“ auf die Rippen und den Pobacken bekommen.

 

 

Beide Lämmer wirken gesund und munter. Karo hat sich ihre Ruhe nach so einem langen Geburtsverlauf mehr als verdient. 

Wir hoffen, dass Mama Karo mit ihrer Tochter Karoline und Söhnchen Konrad eine ruhigen Zeit hier auf den Weiden von Espetveit verbringen dürfen.

 

 

 

Das war nicht Randis Glückstag. 

 

Am gestrigen Nachmittag zeigte Randi deutliche Zeichen der anstehenden Geburt.

 

So kam sie in den Kreißsaal der Box II. Es waren deutlich regelmäßige Kontraktionen erkennbar, welche Randi mit Ruhe ertrug. Gegen 21:00 Uhr dann endlich der Blasensprung. Ab 22:00 Uhr presste Randi ab und zu in der Wehe mit doch es waren noch keine deutlichen Presswehen. Ab 23:00 Uhr sah man in der Wehe am Scheidenausgang dass zwei Füßchen führten. Nun gut, Randi als Erstgebärende, brauchte Zeit um das Lamm vorwärts zu treiben. Als jedoch 1 Stunde später immer noch kein deutlicher Geburtsfortschritt zu erkennen war, entschlossen wir uns zu untersuchen. Hierbei konnten wir ein Lamm in Hockstellung ertasten, welches die beiden Hinterbeine angezogen hatte. Der Popo zeigte in Richtung Scheidenausgang. Da diese Position nicht spontan gebärfähig ist, mussten wir handeln. Erst das eine Hinterbein und dann das andere Hinterbein hervor gezogen ... und nun vorsichtig gezogen. Es war eine schwere Tortour, da es sich um ein großes Lamm handelte. Endlich heraus, rüttelten und schüttelten wir den großen Jungen. Aber er wollte nicht atmen. Der Herzschlag war zu tasten doch es kam keine regelmäßige Atmung zu Stande. So mussten wir den kleinen Kerl ziehen lassen. Wenige Minuten später stellten sich die Herzaktionen ein. Randi leckte und leckte, versuchte ihren Sohn auf dieser Welt zu behalten, Doch es war alles umsonst. Der kleine Mann ging in den Schafhimmel kaum dass der vom Mutterleib getrennt war. Das war um 00:30 Uhr und der schlechteste Beginn für den heutigen Tag.

 

Randi begann wieder zu scharren und nach nur 15 Minuten gebar sie ein vitales Mädchen aus Kopf-Fuß-Lage. Man war Randi eifrig beim trocken lecken. Sie war durch die Extraktion des ersten Lamms und die lange Wehentätigkeit sichtlich geschafft. Aufstehen konnte sie nicht, so dass wir die kleine zur Mutter legten. Randis Tochter hat eine breite weiße Blesse, die sich bis unter das Kinn schiebt. Eine schmalen weißen Schlips trägt sie auch. Das Schwänzchen ist zur hälfte weiß.

 

Gott sei dank, dass sie so lebendig vor uns steht. So hat Randi wenigstens ein Lämmchen, was sie umsorgen kann. Es war kein Problem für die Kleine auf die Beine zu kommen und schnell ging es auf die Suche zur Milchbar.

 

Hätten wir etwas anders machen können? Wir haben aufgrund unserer Erfahrungen in den letzten Jahren mit dem Ablammen Handlungsabläufe entwickelt an denen wir uns bei jeder Geburt orientieren. So ist es z. B. Bei einem 2 stündigen Geburtsstillstand so, dass wir untersuchen da man mit rechnen muss, dass eine Fehllage vorliegt. Es sei denn, es sind nicht ausreichend Wehen zu registrieren.

Randi war Erstgebärende und seit Beginn der Presswehen waren 2 Stunden vergangen bis wir die Indikation zur Untersuchung stellten. Es war ein riesiges Lamm und vielleicht hätten wir bereits eine halbe Stunde vorher die Entscheidung treffen sollen? Tja hätten,... vielleicht!!!

Wie meist im Leben, … ist man hinterher meist schlauer! Oder hätten wir es nicht verhindern können?

Wir wissen es nicht!!! Aber wir sind sehr traurig. 

 

Für Randi bedeutet das 5 Monate Tragezeit, durch eine Geburt hindurch mit dem Resultat eines toten Lamms endet. Gut, wir schließen es ab und legen es zu unseren Erfahrungen. Nicht alles passt in einen bestimmten Rahmen.

 

Wir wünschen Randi und ihrer Tochter Rosamunde einen phantastischen Sommer hier auf Espetveit. Mögen die Zwei miteinander gut über die Zeit kommen.

 

Wenn Rosamunde sich gut entwickelt wird sie in der Schafherde bleiben und so wie ihre Mama Randi für den Lammnachwuchs sorgen.

 

 

 

 

14.04.2016

Lene, oh, Lene

 

Lene ist unser ältestes Schaf in der Herde und soll in diesem Jahr das letzte Mal Lämmer bekommen.

 

 

Sie war ein Kindergartenlamm 2011 da ihre Mutter Susi kein Interesse an ihren Kindern zeigte. Lene selbst war in den letzten Jahren immer eine gute Mutter für ihre Lämmer. In letzten Jahr hatte sie zwei Jungen und einer von ihnen war ein weißes Lamm.

 

Seit einigen Tagen hat Lene Schwierigkeiten mit dem Laufen. Ob es eine Beckenlösung oder eine Form von Ischalgie ist, wissen wir nicht. Sie bekommt Schmerzmedikamente.

 

Seit 3-4 Tagen schart Lene fast ununterbrochen und wir glaubten schon vor 4 Tagen, dass sie ihre Lämmer bekommt. So war sie bereits in einem der Kreißsäle untergebracht. Doch Lene genoss ihr Apartment und dachte nicht daran ihre Kinder endlich los zu werden.

 

In ihrer Box steht gleichzeitig Randi, die heute am Nachmittag deutliche Zeichen der anstehenden Geburt zeigte. So wollten wir Lene aus der Lammbox nehmen, damit Randi hinein kann.

Aber meist kommt es anders als geplant. Lene wollte absolut nicht aufstehen und als wir versuchten sie anzuheben, sahen wir was los war. Lene hatte einen Blasensprung .

Somit haben wir den plan Lene und Randi auszuwechseln verworfen.

Randi kam in die Lammbox der Wohngemeinschaft II. Auch gut für alle.

 

Ja, und dann ging es rasant im Sauseschritt. Um 16:40 gebar Lene zu unserem Erstaunen abermals ein weißes Böckchen. Der Sonderling unter den Blesseschafen ist sehr schmal aber hoch und fit wie ein Turnschuh. Die Zeit ihn bei seiner Mutter anzulegen, hatten wir nicht, denn bereits 10 Minuten später folgte ein kleines Mädchen.

 

Die Kleine hat ein weiß gezeichnetes linkes Ohr und auch sonst am Kopf trägt sie neben der typischen Blesse viel weiß. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß und an allen 4 Füßen trägt sie weiße Schuh. Sie stand schnell auf ihren eigenen vier Beinen und versuchte das Euter zu finden.

 

Lene, die inzwischen weiter scharrte, legte sich erneut wieder ab und begann abermals zu pressen. Es gesellte sich ein drittes Lamm hinzu. Es ist ein Junge mit ebenfalls viel weiß am Kopf. Der Schwanz ist zu ¾ weiß und an den Hinterläufen trägt er weiße Stiefel und vorne links einen weißen Schuh.

Er steht seinen Geschwistern mit seiner Aktivität in nichts nach. Schwups auf seine vier Beinchen gestellt und auf zur Suche nach Mamas Milchbar.

 

Und Lene tat so, als wenn Drillinge kriegen, das normalste von der Welt ist. Während der ganzen Zeit der Geburt gab es keine Hektik oder Unruhe. Diese Gelassenheit scheint sich auch auf die Lämmchen übertragen zu haben. Sie sind sehr quirlig, aber es gibt keine Gedränge an Mamas Milchbar und auch in der Nähe von Mama findet sich für jeden der Drei ein Kuschelplatz.

 

 

Lene liegt mit ihren Kindern nun in der Lammbox auf trockenem Haferstroh und unter einer mollig warmen Rotlichtlampe.  

Es wird Lenes letzter Sommer auf Espetveit werden.

Wir wünschen ihr und ihren drei Lämmern schöne Monate auf unseren Weiden. 

 

 

14.04. 2016

 

Marit

hat es sehr schwer

 

 

 

 

Wir hatten bereits berichtet, dass wir Sorgen mit Marit haben. Seit ca. 14 Tagen zeigt sie eine Lahmheit auf beiden Hinterläufen, die es ihr fast unmöglich machen, sich zu erheben. Sie liegt fast den ganzen Tag und mit Hilfe kommt sie zum Fressen auf die Beine.

Das ist natürlich keine gute Ausgangssituation für eine Geburt.

So sahen wir mit Bangen dem Tag entgegen, wo Marit Wehen bekommt.

 

Gestern Abend war es so weit und Marit kam in den Kreißsaal. Ab ca. 21:30 Uhr hatte sie regelmäßige Kontraktionen, doch man konnte keinen Geburtsfortschritt erkennen. Die ganze Nacht sind wir aus lauter Sorge um die Geburt, um Marit herum gesprungen. Endlich heute um 06:30 Uhr dann der Blasensprung. Tja, aber nichts mit Wehen danach, die bleiben einfach weg. 3 Stunden ließen wir ihr Zeit und dann applizierten wir 5 IE Oxytocin i.m. Kurz danach begannen die Kontraktionen in regelmäßigem Abstand . 10:30 Uhr kamen Presswehen und kurz danach konnte man zwei riesige Füße und eine große Schnute am Scheidenausgang erkennen. Marit mühte sich wirklich , aber das Lamm wollte einfach nicht „schlüpfen“. So halfen wir ihr in der Wehe durch Zug an den Beinen und gleichzeitig am Köpfchen. So gebar sie einen großen vitalen Jungen. Obwohl Marit sichtlich erschöpft war von der langen Geburtsdauer, kam sie ihren Mutterpflichten nach. Eifrig leckte und rief sie ihren Sohn. Der kleine Mann hat ein großes weißes Dreieck auf dem Kopf und ein kleines weißes Dreieck über der Nasenspitze. Sein linkes Ohr ist außen weiß bemalt. Der kleine Schwanz ist zur Hälfte weiß. Er bekommt den Namen Miro. Miro ist ein quirliges Kerlchen und er suchte sofort nach Mama Milchbar. Hier bekam er die ersten Schlucke der wertvollen Vormilch.

 

Marit war keineswegs unruhig oder ängstlich. Sie war eines unserer Kindergartenlämmer von 2014 und ist im Umgang mit Menschen in der Nähe, vertraut.

 

Tja, nachdem das erste Lämmchen geboren war, warteten wir auf das Einsetzten neuer Wehen. Marit war sehr ausladend, so dass da noch ein Lamm sein musste. Aber die Wehen kamen nicht. Hier mal etwas schneller geatmet oder ein wenig „gehustet“, aber Wehen konnte man das nicht nennen. Wir liebäugelten mit einer weiteren Dosis Oxytocin um die Wehentätigkeit zu stimulieren. Doch zunächst wollten wir uns orientieren wie das Lamm im Geburtskanal liegt, um nicht eine Situation zu provozieren, die alles nur noch schlimmer machte. Ja, und da war uns klar, warum es nicht weiter ging und die Natur sich gegen Kontraktionen bei dieser Lammlage entschieden hatte. Das Lämmchen saß in einer Hockposition mit dem kleinen Po Richtung Scheidenausgang. So entschlossen wir uns gegen Oxytocin und für eine Extraktion des Lämmchen.

 

Zunächst das rechte Hinterbein gestreckt und dann auch das linke Hinterbein hervorgezogen. Durch gleichmäßigen Zug an beiden Hinterläufen konnten wir Marita zweites Lamm auf diese Welt holen. Es ist ebenfalls ein großer Junge und war zunächst etwas deprimiert. Mama stimulierte durch ihr Lecken den kleinen Mann und so kamen Atmung und Aktivität schnell in Gang.

Marits Zweitgeborener, Maiko soll er heißen, hat fast die gleiche Zeichnung wie sein Bruder im Gesicht. Allerdings fehlt das weiße Ohr und das Dreieck über der Nasenspitze ist viel kleiner. Sie könnten fast als eineiige Zwillinge durchgehen.

 

Marit war bei allem, was wir mit ihr anstellen mußten , sehr geduldig. Es war sicher eine Tortour für sie die beiden Lämmer zu gebären. Es war wirklich von Vorteil, dass sie den engen Kontakt zu uns gewohnt war.

 

Beide Jungs haben ausreichend bei der Mama getrunken und liegen nun zusammen mit Marit in der Box und ruhen sich aus von der strapaziösen Geburt. 

 

Wir drücken die Daumen, dass die kommenden Monate hier auf Espetveit für die Drei weniger beschwerlich werden. 

 

 

13.04.2016

 

Dora gebärt ein Zwillingspärchen

 

 

 

 

 

 

Dora fraß zwar ihr Kraftfutter am Abend, aber am Heu war sie nicht interessiert.

Sie stellte sich abseits und es fiel ein hochrotes Euter auf.

So kam Dora in den Kreißsaal in der Annahme, dass sie unter Geburt geht. Und so war es auch. Sie begann regelmäßig zu scharren, legte sich hin, stand auf und wirkte sehr unruhig.

 

Um 22:15 begann sie zu pressen und lange zeigte sich nichts am Scheidenausgang. Dann endlich sah man Füßchen und die kleine Schnute in der Wehe . Um 22:40 gebar Dora unkompliziert ein Mädchen, was von der langen Preßperiode deutlich beeinträchtigt war. Das übliche trocken lecken und rufen der Mama, ließ die Lebensgeister bei der kleinen aktiv werden. Allerdings brauchte sie eine ganze Weile bis sie endlich versuchte aufzustehen.

Die Kleine anzulegen war nicht möglich da Dora ein sehr scheues und ängstliches Schaf ist, die Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe nicht akzeptiert. Endlich um 23:30 Uhr legte sie sich erneut ab. Sie hatte wieder Preßwehen. Wir nutzten die Chance dem ersten Lamm die lebenswichtige Vormilch zukommen zu lassen. Gierig trank die Kleine die ersten Schlucke Muttermilch.

 

Um 23:45 Uhr gesellte sich ein kleiner kräftiger Junge hinzu. Auch diese Geburt meisterte Dora ganz allein und wie seine Schwester kam er aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage. Er war wesentlich agiler als seine Schwester und nicht lang dauerte und er versuchte auf alle vier Beinchen zu stehen. Auch ihn legten wir an als Dora sich gelegt hatte.

Die Plazenta kam ca. 3 Stunden später.

 

Doras Tochter hat ein großes weißes Dreieck auf dem Kopf was mit seiner spitze Richtung Nase zieht. Direkt über der Nase ist ein kleiner weißer Klecks. Sie trägt zwei lange weiße Stiefel an den Hinterläufen und einen weißen Stiefel am rechten Vorderlauf. Der linke Vorderlauf hat einen weißen Schuh. Das kleine Schwänzchen ist zur Hälfte weiß.

 

Doras Sohn hat eine durchgehende weiße Blesse, die auf dem Nasenrücken schmaler wird und dann wieder breiter ausläuft. Auch er hat 2 lange weiße Stiefel an den Hinterläufen und vorne trägt er weiße Schuh. Das Schwänzchen ist ebenfalls zur Hälfte weiß.

Doras Tochter bekommt den Namen Dana und ihr Sohn wird Dante heißen.

Wir hoffen auf eine gute Zeit für die kommenden Monate.

 

12.04.2016

 

Karla , … die erste Troika für dieses Jahr ist angekommen

 

Heute Morgen,... 06:30 Uhr … , Frühstückszeit..., ... aber nicht für Karla.

 

Sie hatte keinen Appetit und so wie es aussah mächtig Bauchweh !!!

 

Schnell Suse mit ihren Zwillingen raus aus dem Kreißsaal, das alte Einstreu raus, matten ausgeschüttelt und frisches Haferstroh rein. So , nun konnte Karla in den Kreißsaal.

 

Sie verhielt sich völlig ruhig, ein wenig gescharrt , ab und zu mal hingelegt, aber keinerlei Zeichen von Aufgeregtheit.

 

Und dann begann sie um 08:50 Uhr zu pressen. Langsam zeigte sich im Scheidenausgang die Fruchtblase. Pressen und pressen und pressen, die Fruchtblase sprangt nicht. Dafür aber schob sie gleichzeitig das Köpfchen und beide Vorderfüße in der Fruchtblase voran. Noch ein letztes Mal und Karla gebar um 09:10 Uhr in der erhaltenden Fruchtblase ihr erstes Lämmchen. Die Eihäute mussten wir eröffnen, denn Karla konnte nicht aufstehen. Wenn wir nicht dabei gewesen wären, hätte das Lamm keine Chance gehabt, den ersten Atemzug zu machen und wäre wahrscheinlich in der erhaltenen Fruchtblase erstickt. Aber alles ging gut. Karla nahm ihre kleine Tochter liebevoll an, leckte und rief sie intensiv. Die Kleine wollte schnell auf ihre eigenen vier Beine kommen und die kleine Schnute suchte sofort etwas zu trinken.

Sie hat eine auf der Nase schmaler werdende typische Blesse, einen schmalen weißen Latz und trägt bis auf den linken Hinterlauf vier weiße Stiefel. Das Schwänzchen ist zu 3/4 weiß.

 

Alles Weitere ging genauso so rucki zucki , wie die erste Geburt. Auch das zweite Lämmchen wurde in der erhaltenden Fruchtblase nach nur wenigen Presswehen um 09:50 Uhr geboren. Die Blesse des zweiten Lämmchen ist auf dem Nasenrücken unterbrochen, so dass es wie zwei weiße Dreiecke aussieht. Das größere Dreieck sitzt auf dem Kopf und ein kleineres ziert die Nase. Außerdem ist der Schwanz zur Hälfte weiß und es trägt am linken Hinterlauf einen weißen Schuh. Sie ist zierlicher als ihre Schwester, aber nicht minder agil.

 

Tja, und dann zeigte Karla keine Anstalten zu fressen oder Wasser aufzunehmen, was die Mütter normalerweise tun, wenn die Geburten vorüber sind. Das hieß, Karla hat noch ein weiteres Lamm im Bauch.

 

Um 10:40 Uhr legte sie sich erneut ab um zu pressen. Auch wieder in erhaltener Fruchtblase kam um 10:45 Uhr ein Mädchen aus reiner Steißlage hinzu. Sie ist ein quirliges Mädel und war gleich bemüht auf ihre Beine zu kommen. Die Kleine hat eine weiße Blesse, die auf dem Nasenrücken als kaum sichtbarer Strich weiter läuft um dann wie ein Halbmond über der Nase abzuschließen. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß und am linken Hinterlauf trägt sie eine weiße Stulpe. 

 

Alle drei Töchter wurden intensiv von Karla trocken geleckt. Immer wieder das „Brummen oder Knoddern“ von der Mama und das „Quietschen“ von den Lämmern waren wie ein Konzert die ganze Zeit dabei.

 

Alle drei Lämmer haben inzwischen bei der Mama getrunken. Die Plazenta ist auch problemlos gekommen.

 

 

Alles ist gut . Nun müssen wir gut aufpassen , dass alle drei Mädel ausreichend und regelmäßig bei ihrer Mama trinken. Besonders die ersten 3-5 Tage entscheiden über das Wohlbefinden und die Entwicklung von Drillingen. Es ist eine Herausforderung von Mutter Natur an die Drillingsmama und auch an uns. 

Wir drücken ganz fest die Daumen, dass Karla mit ihren drei Töchtern Karin, Kora und Kim einen guten Sommer hier auf Espetveit verlebt.  

 

 

11.04. 2016

 

Moni macht es einfach so

 

 

Viele Rundgänge im Schafstall und alles ist ruhig. So dachten wir.

 

Als wir beim X-ten Mal an diesem Tag in den Stall kamen, leckte Moni gerade ihr frisch geborenes Lamm trocken. Wir kamen aus dem Staunen nicht raus. Ausgetrickst hat sie uns.

 

Schnell die frisch gewordenen Mama und ihre Tochter in den Kreißsaal verfrachtet. Hier stand Moni völlig ruhig und leckte und rief nach ihrer Tochter. Die Kleine bemühte sich eifrig auf die Beine zu kommen, was allerdings ein wackliges Unterfangen war.

Moni war ganz ruhig, ob sie Wehen hatte, konnte man nicht sehen. Doch wir rechneten mit einem zweiten Lamm.

 

Nach ca. 40 Minuten legte sie sich wieder ab und begann zu pressen. 3-4 Mal und schwups kam ein zweites Mädchen in regelrechter Kopf-Fuß-Lage auf die Welt. Die Kleine hat fast die selbe weiße Zeichnung im Gesicht wie ihre Mama. Das kleine Schwänzchen ist zu ¾ weiß. Hinten hat sie rechts einen weißen Hacken ansonsten sind die Beinchen völlig schwarz.

Monis Tochter ist wie ihre Schwester sehr agil und kaum auf die Beine gekommen, ging es auf die Suche nach dem Euter. Ein wenig Wegweiser mussten wir schon spielen. Inzwischen sind beide Mädels jedoch sicher im aufsuchen der Milchbar.

Der Mutterkuchen kam ca. 3 Stunden nach der letzten Geburt. Moni hat sich inzwischen gestärkt und nun liegen Mona, Minna und Magda zufrieden in der Box. 

 

Es war alles in allem eine völlig unauffällige, normale Geburt. So etwas soll es auch geben !!!

 

Wir wünschen dem Damenteam

alles Gute für die kommenden Monate.

 

 

10.04.2016

 

Anna hat es geschafft

 

Anna hatte heute keine Lust auf Frühstück.

 

Da sie bereits gestern Abend mit dem Futter herum mäkelte und sich immer wieder abseits ihrer Mitbewohner stellt, war für uns klar, Anna bekommt ihren Nachwuchs.

 

Also kam sie so gegen 08:00 Uhr in den Kreißsaal. Ja und da war zunächst nichts. Anna lag in ihrem Kreißsaal , schaute in die Runde und ließ alle Viere gerade sein.

 

Erst gegen 16:00 Uhr begann sie zu scharren. Um 16:20 Uhr dann der Blasensprung. Aber Anna sah nicht wirklich nach Wehen haben aus. Nun gut, abwarten, denn es sollten die ersten Lämmchen werden. Ab 18:30 hatte sie dann Presswehen und völlig unspektakulär gebar sie ihr erstes Lamm um 18:50 aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage. Zuerst wirkte sie völlig erschrocken, dass da noch jemand in ihrer Box war. Und dann kamen wohl doch plötzlich die Mutterinstinkte und Anna begann ihr Lämmchen eifrig zu lecken.

 

Das Kleine hat eine breite durchgehende Blesse, die sich bis auf den Unterkiefer zieht. Es trägt auch eine kleine weiße Fliege. Am rechten Hinterlauf ist ein weißer Stiefel und am rechten Vorderlauf ein weißer Schuh. Das Schwänzchen ist zu 2/3 weiß. Das Lämmchen war nach kurzer Lebenszeit schon bemüht auf die wackligen Beinchen zu kommen. Doch nach nur ein paar Minuten auf der Welt war es wohl vorerst ein nicht so vom Erfolg gekröntes Vorhaben.

 

Wir haben Anna sehr bewusst mit ihren Erstgeborenen allein hantieren lassen. Sie ist ein sehr ängstliches und scheues Schaf und wir wollten zu beginn das Mutter-Kind-Verhältnis nicht durch unsere Anwesenheit in der Box stören.

 

Na ja,  und als wir dann 30 Minuten später wieder zu ihr in den Stall sind, war sie gerade dabei ihr zweites Lämmchen aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage zu gebären. Das Lamm hat die gleiche Zeichnung wie Mama Anna und Papa Torben. Ein weißes Dreieck auf der Stirn und das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß. Erst schien es so als ob sie von ihrem Zweitgeborenen nichts wissen wollte, doch dann begann sie doch zu lecken und zu rufen.

 

Beide Lämmchen haben inzwischen getrunken. Nummer zwei, stellt sich noch etwas dumm an. Wenn man das Kleine an die Zitze legt, kneift es regelrecht seine kleine Schnute zu. Tja, es gibt immer mal wieder auch starrsinnige Lämmchen. 

 

Anna Kinder sind beides Jungs und heißen Aris und Amon.

Wir wünschen den Dreien eine phantastischen Sommer auf den Weiden von Espetveit.  

 

 

07.04.2016

 

Suse, liebe Suse 

 

 

Unsere ersten zwei Lämmer sind da.

 

 

 

Suse hat die Lammzeit für dieses Jahr eröffnet und am Abend zwei süße Lämmer geboren.

 

Um 16.00 Uhr zur Fütterung stand sie bereits abseits der anderen Mitbewohner und rief laut in die Runde. Die Fruchblase war bereits gesprungen und Appetit auf die Abendmahlzeit hatte sie absolut nicht.

Somit gab es einen Boxenwechsel.

Marit, die inzwischen aufgrund ihrer Beschwerden ein Einzel Apartment bezogen hatte, musste nun der anstehenden Geburt von Suses Lämmern, weichen. Also Marit raus aus dem Kreißsaal, schnell sauber gemacht und Suse rein.

 

Ab 18:00 Uhr begann Suse zu pressen und nach 1 Stunde konnte man in der Wehe die Füßchen am Scheidenausgang erkennen. Es dauerte noch eine halbe Stunde und um 19:25 gebar Suse ihre erster Tochter unkompliziert aus regelrechter Lage. Die Kleine hat eine unterbrochene weiße Blesse, die über dem Nasenrücken verschwindet um dann neben dem rechten Nasenloch als kleines weißes Dreieck wieder aufzutauchen. Vier weiße Füßchen und ein halber weißer Schwanz sind außerdem ihre Merkmale. Die Kleine hatte guten Appetit und so halfen wir ihr um an Mamas Milchbar zu kommen.

 

Suse hatte fast eine Stunde keine Wehen. Wir waren uns sicher, dass sie noch ein zweites Lamm trägt. Dann so gegen 20:45 kamen kurz anhaltende Presswehen, doch ohne dass wir den Eindruck hatten, dass es weiter geht. Die Wehen kamen einfach in zu großen Abständen und zu kurz um wirklich produktiv zu sein. Als dann fast 2 Stunden nach der ersten Lammgeburt sich nichts tat, entschlossen wir uns zu untersuchen. Wir rechneten mit einer Fehlstellung des zweiten Lammes... und so war es dann auch. Das Lamm hatte sich in Hockstellung positioniert mit dem Popo in Richtung Scheidenausgang. In Hockposition kann kein Lamm die Welt erblicken, wenn die Wehen der Mutter so bescheiden sind, wie sie es bei Suse waren. Also streckten wir zunächst das eine Bein in Richtung Scheide und dann auch das andere. Danach zogen wir an beiden und Suse brachte ein zweites Mädchen auf die Welt. Die Kleine war anfänglich etwas deprimiert, erholte sich aber zügig. Sie hat am Kopf fast die gleiche Zeichnung wie ihre Schwester. Die weiße Blesse ist unterbrochen und setzt sich rund um die Nase als kleines weißes Dreieck fort. Bis auf den rechten Vorderlauf, trägt sie weiße Gamaschen an den restlichen drei Beinen. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß.

Schnell wurde Suses zweite Tochter an Mamas Millibar gelegt und sie trank erst noch etwas zögerlich ein paar Schlucke von der wertvollen Vormilch getrunken.

 

Der Mutterkuchen kam nur wenige Minuten nach der Geburt des zweiten Lammes. 

 

Inzwischen klappt es sehr gut mit der Milchbarselbstbedienung. Suse ist eine geduldige Mamma und die beiden Töchter bekommen ausreichend Zeit um den „Schnuller“ zu finden. 

Wir drücken den drei Vorreitern der Lammzeit 2016 die Daumen für eine ruhige und entspannte Zukunft auf den Weiden von Espetveit.

 

 

Suses Töchter erhalten die Namen Sara und Siri.