Nach 5 Tagen Geburtenpause gebärt Coilli am 05.05.14 zwei prächtige Jungen. Die kleinen Böckchen sind wohlauf und Mama Colli umsorgt sie rührend. Aber die Geburt der Zwillinge war nicht einfach.

 

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Die Geburten des Monats April sind hier zu finden.

 

17.05. 2014 Mit Pauken und Trompeten

 

Wir haben in den letzten Tagen schwer gearbeitet um die Zäune Instand zu setzten. Nun ist es endlich so weit und alles ist fertig. Das Wetter meint es gut mit der Natur und so geht es endlich für die Schafe nach draußen.

 

Alle Lämmer bekamen vorher noch eine kleine Injektion von 0,5 ml Selen mit Vit E vorbeugend gegen Selenmangel. Wir sind mit dieser Prophylaxe sehr gut gefahren in den letzten Jahren und wir haben beschlossen es auch in diesem Jahr anzuwenden.

 

Wie in jedem Jahr sollten die Schafe den Stall über die Rampe am hinteren Ausgang verlassen. Und wie in jedem Jahr ging es mit großem Theater, mit Pauken und Trompeten nach draussen.

Erst die Mütter aus den einzelnen Boxen an die frische Luft gesetzt und dann die Lämmchen entsprechend geschnappt und die Rampe runter gebracht. Aber wir waren wie in jedem Jahr nicht schnell genug. Die Schafmamas kamen gerade die Rampe wieder hinauf um nach ihren Kindern zu suchen. Also alles wieder von vorn und mit Geduld. Schieben, ziehen, mehrere Lämmer gleichzeitig in den Armen, versuchten wir dem Chaos ein Ende zu bereiten.

Na, ja letztendlich hatten wir nach intensiver Arbeit mit unseren vierbeinigen Wollknäueln die gesamte Herde draußen. Dann wurde gerufen und geschrien um, sich zu finden.

Jeder Familie brauchte mehr oder weniger lange um dem Chaos ein Ende zu bereiten. Fips war relativ schnell mit ihren Drillingen wieder in geordneten Bahnen. Die größeren Lämmer waren übermütig und liefen einfach mal so los, ohne zu schauen ob Mama überhaupt hinterher kommt. Als sie dann endlich merkten, dass ihre Mama nicht direkt an ihrer Seite war, ging das große Gesuche los. Nach anfänglichem Durcheinander, steht die Herde nun wieder beieinander und erkundet gemeinsam die frische Wiese. hoffen wir, dass es immer so harmonisch ist wie es im Augenblick wirkt.

Unsere Kindergartenlämmer bekamen ebenfalls ihr Territorium zu gewiesen. Die Lammhäuser sind generalüberholt und mit frischem Stroh ausgelegt. Der Milcheimer hängt an seinem Platz und der Futterautomat ist mit Lammpellets gefüllt. Ein kleiner Trog mit Wassert steht bereit und ein kleiner Leckstein hat ebenfalls einen Platz gefunden. Etwas komisch schauten Lupo, Marit, Mattis und Mads schon drein, als sie getrennt von den anderen standen. Aber Sichtkontakt ist vorhanden und miteinander sprechen kann man auch. Jetzt sind wir gespannt, wann die Lammhäuser erkundet werden und das Terrain erforscht wird.

 

Lilo ist noch im Stall. Das passt ihr überhaupt nicht. Doch wir haben keine andere Chance. Sie muss bis zur Geburt ihrer Kinder drinnen bleiben, damit wir Kontrolle über sie haben. Wenn alles geschafft ist, darf sie auch raus.

 

Jetzt wird die Zeit für uns einfacher. Draußen können alle nach Bedarf fressen. Der Milcheimer wird regelmäßig aufgefüllt, so dass die vier Kindergartenlämmer immer Zugang zur Milch haben. Wir werden 1x wöchentlich nach Lila schauen, um den Stützverband am linken Vorderlauf wechseln zu können.

Allen anderen Lämmern und Müttern geht es gut und wir hoffen, dass es den Sommer über so bleibt.

 

 

15.05.14 Die Lammzeit ist fast vorüber

 

Unsere ersten Lämmer wurden am 23.04. geboren. Jetzt warten wir darauf, dass Lilo ihre Kinder bekommt. Sie ist bereits seit Tagen in einer Extrabox , aber macht nicht den geringsten Eindruck , dass die Geburt ansteht. Wir haben bei Lilo zwei Deckdaten, so dass es wahrscheinlich mit dem zweiten Datum am 30.12. 13 stimmt. Sie wird runder und träger und genießt ihr „Eigenheim“. Wir werden sehen was da kommt.

Am kommenden Wochenende wollen wir eigentlich die Herde nach draußen lassen, doch Lilo wird bleiben, wenn die Lämmer nicht bis dahin geboren sind. Sie hatte im letzten Jahr eine komplizierte Geburt und ihre Kinder nicht angenommen. Deshalb muss sie im Schafstall bleiben, bis alles vorüber ist.

 

Am 11.05.14 kamen die bislang letzten Lämmer und allen geht es gut.

 

Wir mussten leider den kleinen Sohn von Størstes Drillingen am 2. Lebenstag gehen lassen. Der Kleine lag am Vormittag bei seiner Mutter regungslos in der Box. Trotz intensiven Bemühens konnte wir ihn nicht am Leben erhalten. Er hatte eine Körpertemperatur von 35,2 Grad, die wir nicht beeinflussen konnten. Auch die Gabe von Sondennahrung und das setzten von einem subkutanen Flüssigkeitsdepot half da nicht. Nun liegt er an der Seite von Alfas zweitgeborener toten Tochter unter der Birke im Wald. Beide Lämmer bekamen bewusst keinen Namen, damit sie frei von irgendwelcher Bindung in den Schafhimmel gehen konnten.

 

Wir haben in diesem Jahr auch ein paar Lämmer, die Extrapflege erhalten. Dem drittgeborenen Lamm von Største gaben wir über die ersten 4 Tage zusätzlich Milch über die Babyflasche. Es ist ein kleines zierliches Mädchen, was einfach etwas Unterstützung in den ersten Tagen brauchte um kräftig genug zu werden um ausdauernd bei ihrer Mama zu trinken. Wir hätten es bei ihrem Bruder wahrscheinlich auch von Beginn an machen sollen, vielleicht hätten wir dann den Tod des kleinen Kerls verhindern können. Ja, ja wenn, wenn…! Hinterher ist man meist schlauer!

 

Die Tochter von Laila hat eine Gelenkschwäche am rechten Vorderlauf. Sie hat seit ihrer Geburt einen Stützverband, den wir regelmäßig wechseln und dem Wachstum des Beines anpassen. Sie ist aber trotzdem ein ganz munteres, inzwischen ziemlich runden Mädchen. Dadurch, dass sie in ihrer Aktivität eingeschränkt ist, hat Lila mächtig Speck auf den Rippen bekommen. Man hat nicht den Eindruck, dass sie den anderen Lämmern nachsteht. Sie ist eben nicht so flink auf den Beinen.

Lailas Sohn Lupo wird eines unserer Kindergartenlämmer werden. Laila will ihn nicht haben. Er ist ein aufgewecktes Kerlchen und weiß seine Bedürfnisse laut mitzuteilen. Neben der Milch fordert er regelmäßig seine Streicheleinheiten ein.

 

Die Drillinge von Maxi, werden ebenfalls im Kindergarten stehen. Maxi zeigt kein Interesse an ihren Drillingen. Inzwischen haben alle Drei gelernt vom Milcheimer zu trinken. Mads, Mattis und Marit geben ein recht niedliches Geschwistergespann ab.

 

Die Tochter von Mona hat eine Verletzung am Schwänzchen. Wahrscheinlich hat eine der Schafdamen drauf getreten und nun ist er etwas kürzer. Wir haben ein paar Tage die Wunde gesäubert und desinfiziert. Unser Verband hat allerdings nicht lange gehalten. So ein Lämmchen ist sehr aktiv und wenn da was am Schwanz hängt wird so lange herum gewedelt, bis es verschwunden ist.

 

Leider hat Dala vor 3 Tagen eine Mastitis entwickelt. War geben ihr nun täglich eine Spritze mit einem Antibiotikum, damit sie die Chance hat, den Sommer bei ihren Lämmern zu bleiben. Die Injektion ist für Dala sehr schmerzhaft. Heute haben wir auf Tabletten umgestelt. Das Euter sieht besser aus und ihre Kinder trinken an beiden Seiten.

 

Auch Hanna hat Probleme mit dem „Stillen". Die rechte Zitze ist geschwollen und an der Oberfläche etwas wund. Damit lässt sie ihre Lämmer an dieser Seite nicht trinken. Also melken wir jeden Tag mehrmals, so dass sie keinen Milchstau bekommt, welcher die beste Voraussetzung für eine Euterentzündung ist.

 

Tja, die Lammzeit ist nicht nur schön , sondern auch voller Überraschungen und vor allem sehr anstrengend. Wir sind recht froh, wenn die gesamte Herde am kommenden Sonnabend ausziehen kann.

 

Was mit Lilo wird werden wir sehen. Auch unsere Pflegemaßnahmen können wir auf der Wiese nicht so intensiv betreiben wie im Stall. Da müssen wir uns auf Mutter Natur verlassen und hoffen, dass sie alles zum Guten wendet.