31.03. 2014 Nun geht es in die letzte Runde

 

Seit 1 Woche haben wir die Kraftfutterration für unsere Schafe erhöht. Es gibt zusätzlich zur Nachtmahlzeit mit dem Heu eine kleine Schaufel extra Pellets. Außerdem füttern wir auch zusätzlich Mineralpellets.

Wir, .... nein, natürlich unsere Schafdamen.... , befinden in der letzten Phase der Trächtigkeit. Die letzten 6 Wochen sind entscheidend für das Wachstum der Lämmer im Mutterleib. Empfohlen ist eigentlich entsprechend der zu erwartenden Anzahl von Lämmern, die Mutterschafe mit mehr oder weniger Kraftfutter in dieser Zeit zu versorgen. Deshalb führen die professionellen Schafzüchter an jedem trächtigen Schaf eine Ultraschalluntersuchung durch, um so die werdenden Mütter entsprechend ihrer zu erwartenden Lämmerzahl zuzuordnen und dann gezielt Kraftfutter zuzufüttern. Die mit Zwillingen, Drillingen oder auch Vierlingen bekommen damit eine höhere Ration an Kraftfutter zu geteilt als die Mütter , die nur ein Lamm erwarten. Damit versucht man untergewichtigen Lämmern vorzubeugen oder will verhindern , dass die Lämmer zu schwer werden und es eventuell zu Komplikationen unter der Geburt kommt. Nun gut das ist die Theorie, ob es in der Praxis auch immer so stimmt können wir nicht beurteilen. Wir sind keine Profis, sonder nur Hobbyzüchter (...deshalb haben wir auch Holger , einen Bock mit nur einem Hoden ). Bislang haben noch kein Lamm unter der Geburt verloren und kein Lamm war zu klein, um nicht zu überleben. 

 

Wir lassen uns auch wie in all den anderen zurück liegenden Jahren überraschen, wie viele Lämmer es bei jedem einzelnen Mutterschaf werden.

Optimal sind natürlich Zwillinge. Bei einem Einling kann es Schwierigkeiten mit dem Euter geben, da jedes Lamm eigentlich "seine" Zitze hat und bei einem Einling natürlich auch eine "Lieblingszitze" existiert. Wird das Euter aber nicht regelmäßig über beide Zitzen geleert, kann es zum Milchstau kommen und damit zu einer Euterentzündung. Bei Drillingen hat meist der kleiner Drilling das Nachsehen. Er kommt fast immer zuletzt ans Euter und fasst immer nur die Restmilch ab. Das kann dazu führen, dass es einfach zu wenig ist und das Lämmchen in seinem Wachstum zurück bleibt. Viele Schafzüchter lassen deshalb bei Drillingen oder Vierlingen nur zwei Lämmer bei der Mutter und die „Überschüssigen“ werden mit der Flasche oder mit dem Milchselbsttränker aufgezogen.

Haben wir ein Mutterschaf mit Drillingen,... wir hatten Gott sei Dank noch keine Vierlinge...., die kommen auch hauptsächlich bei künstlicher Besamung vor....., so beobachten wir die kleine Familie in den ersten Tagen sehr intensiv. Wir füttern ggf. das ein oder andere Mal etwas Flaschenmilch hinzu, bis alle Lämmchen stabil und kräftig genug sind um sich den Platz am Euter zu erkämpfen. Das geht natürlich nur, solange die Herde im Stall ist. Später müssen wir einfach darauf vertrauen, das es gut geht.

 

Gestern war auch der Tierarzt da und hat alle Schafdamen mit der jährlichen Pflichtimpfung belästigt. Der Tierarzt arbeitet mit einer Infektionspumpe, wo die Impfdosis voreingestellt ist, die Ampulle aufgeschraubt wird und alle Schafe mit der gleichen Injektionsnadel geimpft werden. Das ist eine andere Form von Hygiene und Sterilität wie wir sie kennen und praktizieren. Aber gut, es scheint ja im Tierreich zu funktionieren. Jedes Schaf bekam auch prophylaktisch Selen mit Vit E als Injektion.

 

So nun warten wir nur noch auf den Schafscherer, der allen Schafen ein neues Gewandt verpasst. Dann kann es endlich losgehen mit der Lammzeit.

 

Wir werden so langsam unruhig, denn die Lammzeit ist doch wie in jedem Jahr gut für Überraschungen. Sie birgt  negativen und überwiegend doch positiven Erlebnissen in sich. 

 

Es ist viel Arbeit für uns, doch auch eine glückliche Zeit, die uns so richtig gut tut.