23.05. 2014 

 

Endlich, Lilo hat geboren

 

Lilo ist das letzte Schaf im Stall.

 


Die Herde ist mit Pauken und Trompeten vor 1 Woche ausgezogen. Da Lilo im letzten Jahr eine schwere Geburt und ihre Kinder nicht angenommen hatte, entschlossen wir uns sie so lange im Stall zu behalten bis die Kinder da sind und es zwischen Mama und den Lämmern klappt.

 

Bereits gestern Morgen verweigerte Lilo das Futter. Man sah ihr an, dass etwas im Busch war. Schnelles atmen und eine merkwürdige Ruhe machten uns aufmerksam auf die anstehende Geburt.

Am Nachmittag kam es zum Schleimpfropfabgang und Lilo begann hin und wieder zu scharren.


Bei der letzten Stallrunde um 23:00 Uhr stellten wir Lilo in den Kreißsaal. Vier Stunden später war keine Befundveränderung zu sehen. Um 06.00 Uhr ging es wieder raus in den Stall und da sah man ein Köpfchen aus der Scheide hängen. Es war jedoch kein Beinchen in Sicht. Wie lange das Lämmchen bereits in dieser Position war, wussten wir nicht. Doch eines war klar, wir mussten Lilo und ihrem Lamm helfen.

Schnell sterile Handschuhe angezogen und das Köpfchen in den Geburtskanal zurückgeschoben. Beim vorsichtigen Tasten kam man mit den Fingerspitzen an die kleine Schnute des zweiten Lammes. Es lag mit seinem Kopf in Höhe der Schulter des führenden Lammes und verhinderte dass die Beinchen sich nach vorn holen ließen. Also auch das Köpfchen des zweiten Lammes zurückgeschoben . Jetzt vorsichtig das rechte Vorderbein hervor luxiert und das kleine Füßchen aus der Scheide gezogen. Die Prozedur war nicht einfach und dauerte einige Minuten. Ohne eine Wehe abzuwarten zogen wir das Lamm am rechten Vorderbein und Kopf heraus. Endlich, es war ein großer Junge der da um 06:20 Uhr auf die Welt kam. Er hat ein weißes Dreieck auf der Stirn und auf der Nasenspitze . Das kleine Schwänzchen ist zu ¾ weiß. Sichtlich mitgenommen, brauchte der kleine Kerl eine ganze Weile um seinen Atemrhythmus zu finden. Lilo leckte eifrig sein Fell. Aufstehen konnte Lilo nicht, zu anstrengend war die Geburt ihres ersten Lammes. Bereits 20 Minuten später erneuter Blasensprung. Lilo hatte wieder Presswehen und im Laufe der Zeit, zeigte sich am Scheidenausgang wiederum nur der Kopf. Also die ganze Prozedur noch mal. Allerdings war dieses mal kein weiteres Lamm im Weg. Das rechte Vorderbein hervorgeholt und an Kopf und Bein haben wir das zweiten Lamm ebenfalls heraus gezogen. Es ist ein zweiter Sohn, der wesentlich kleiner als sein älterer Bruder ist. Die Zeichnung ist fast identisch. Allerdings trägt er noch einen weißen kurzen schmalen Latz. Lilo kümmerte sich intensiv auch um ihren zweiten Sohn. Wir waren sehr froh, dass sie beide direkt annahm. Damit sind jedenfalls gute Voraussetzungen geschaffen, dass sie ihre Kinder akzeptiert. Wir werden es sehen. Beide Kinder haben wir inzwischen an die Zitzen gelegt und somit mit Kolostrum versorgt.

Lilo lag noch eine ganze Stunde nach der Geburt des zweiten Lammes. Erst dann trank sie reichlich Wasser, allerdings hat sie bisher kein Heu und Kraftfutter zu sich genommen.

 

Wir drücken den drei Wollknäulen ganz fest die Daumen, dass es eine glückliche Sommerzeit wird. 

 

 

 

 

 

 

10.05. 2014 

Maila unser Mauerblümchen


Maila ist unser Mauerblümchen in der Herde.

 

Sie ist die Tochter von Störste und wurde 2012 geboren. Aufgrund ihres hübschen Aussehens und weil sie eines unserer Kindergartenlämmer 2012 war, blieb sie in unserer Herde.

 

Bei der Morgenfütterung so gegen 07:00 Uhr stellte sich Maila abseits und schaute uns mit traurigen Augen an. Sie hatte bereits einen Blasensprung und so bekam sie ihren Platz im Kreißsaal. Dort begann sie intensiv zu scharren und gegen 07:45 Uhr begannen die Presswehen.

 

Völlig unkompliziert gebar sie eine gar nicht kleine Tochter, die ein Ebenbild ihrer Mama ist. Sie hat ein weißes Dreieck auf der Stirn und eine weiße Schwanzspitze. Es ist ein sehr hübsches wohlproportioniertes Lamm, eine echte Schönheit unter den Minis. Sie war munter und schon nach 10 Minuten stand sie auf ihren Beinen. Den Weg zur Milchbar fand sie ganz allein und die kleine Schnute wusste gleich welches Teil man sich angeln muss, um an die gute Milch zu kommen.

 

Doch Maila hörte nicht auf zu scharren. Sie hatte nach wie vor Wehen und lief unruhig hin und her. Nach 2 Stunden untersuchten wir, da mit zu rechnen war, dass das zweite Lamm in einer falschen Geburtslage sich befindet. Aber, da war kein zweites Lamm. Maila hatte kräftige Nachwehen und die Plazenta kam nur wenige Minuten nach unserer Untersuchung.

 

Maila ist eine sehr liebevolle Mama. Wenn ihre Tochter trinkt, steht sie ganz still um der Kleinen ausreichend Zeit zu geben.

 

Sie liegen jetzt eng aneinander gekuschelt auf frischem Stroh und wirken beide sehr zufrieden.

Wir wünschen Mutter und Tochter alles Gute für die Zukunft.

 

 

 

 

 

10.05. 2014

 

Hesti , „... allein schwanger? ...nein ohne mich“!

 

 

 

Allein weiter trächtig sein wollte Hesti wahrscheinlich nicht in ihrer Wohngemeinschaft.

 

Störste stand im Kreißsaal neben ihrer Box und hatte am Abend zuvor Drillinge geboren. Und so entschloss Hesti sich kurzfristig die Geburt in Gang zu setzen. 

 

Am Morgen beim ersten Rundgang im Stall, war sie gerade dabei ihr erstes Lamm trocken zu lecken. Schnell etwas Stroh in die Ecke gelegt, so dass Hesti mit ihrer kleinen Tochter eine gemütliche Ecke hatte um sich abzulegen in Erwartung des zweiten Lamms.

 

Eine Stunde nichts geschah. Hesti Tochter stand inzwischen sicher auf ihren Beinen und durchforstete die Wohngemeinschaftsbox. Dabei traf sie ab und zu auf Schaftanten, die sie mit einem Schubs durch die Gegend schoben, was Hesti überhaupt nicht gut fand. Außerdem waren die anderen Lämmer so neugierig und schnupperten an Hesti dass sie sich sichtbar genervt zeigte. Wir dachten sie bekommt ganz schnell ihr zweites Lamm, aber es war nicht an dem.

 

So bugsierten wir Hesti mit ihrer Tochter in einen anderen Kreißsaal, dem ehemaligem zu Hause von Holger. Inzwischen war es 10 :00 Uhr und nichts geschah. Also mussten wir untersuchen um Gewissheit zu bekommen. Ganz tief im Uterus kam man an zwei Füßchen, die noch in der Fruchtblase steckten. Hesti hatte einfach keine Wehen um das Lamm Richtung Ausgang zu schieben.

Um 10.05 Uhr bekam sie 3 IE Oxytocin i.m. Gespritzt. Eine weiter Stunde ging ins Land und es zeigten sich unregelmäßige Kontraktionen. Doch kein Lämmchen war in Sicht. Wieder die sterilen Handschuhe angezogen und bei der Untersuchung zeigte sich, dass das Lämmchen zwar weiter voran gekommen war, sich aber in einer Fehlstellung befand, was die Geburt unmöglich machte. Der kleine "Wurm" saß in hinterer Hockstellung im Geburtskanal und konnte so den Beckenausgang aufgrund des großen Durchmessers nicht passieren. Wir mussten aktiv werden. Erst ein Bein hervorgezogen, dann das zweite Bein hervorgezogen und nun das Lamm an den Hinterbeinen extrahiert.

 

Alles ging gut. Es war ebenfalls ein Mädchen und von der langen Geburt sichtlich geschafft. Aber es lebte und das war das Wichtigste. Allmählich kam es zu sich und Hesti leckte und rief es. Durch die lang dauernde Geburt war auch Hesti mitgenommen und erst nach einer Stunde konnte sie sich erheben. 

 

Beine Mädels haben eine typische weiße Blesse und hat den kleinen Schwanz zu ¾ weiß. Die zweite Tochter, endlich um 11:20, fast 5 Stunden nach ihrer Schwester geboren, trägt hinten noch 2 weiße Stiefel. Inzwischen waren beide an Mamas Milchbar und haben sich gestärkt.

Hesti liegt nun mit ihren beiden Töchtern in der Box und ruht sich von der anstrengenden Geburt aus.

Wir hoffen für die Drei, dass die Zukunft leichter wird und sie schöne Sommermonate auf unseren Wiesen verleben werden.

 

 

 

 

 

09.05. 2014

Største, oder Drei auf einen Streich

 

Störste ist ein sehr ausgeglichenes Schaf und nichts kann sie so schnell aus der Ruhe bringen.

 

Sie wurde als erster Drilling 2009 geboren. Sie war allerdings die Einzigste von den Geschwistern, die überlebte. Ihr Schwester und ihr Bruder starben aufgrund von Selenmangel. Die Symptome waren eindeutig, aber wir wussten damals nicht ausreichend um dieses Krankheitsbild. Der damalige Besitzer ließ der Natur ihren lauf und tat nichts um die beiden Lämmer zu retten.

Nun aber zurück zur aktuellen Situation.

 

Bei Største hatten sich in den letzten 2 Tagen die Flanken deutlich gesenkt. Sie fraß jedoch ganz normal und auch sonst zeigte sich keine Auffälligkeiten.

Da wir alle Kreißsäle leer hatten und Største mit Hesti die beiden letzten trächtigen Schafe in der Wohngemeinschaft waren, stellten wir sie in den Kreißsaal. Hesti hatte sich in ihrer Kontur nicht verändert und so glaubten wir, dass Største zuerst Mama wird.

Und so war es auch.

 

Noch bei der Abendmahl hat sie sich so richtig den Bauch voll gehauen. Ab 18.00 Uhr begannen die Wehen. Wir sahen das typische Bild mit dem Scharren, Hinlegen und wieder Aufstehen. Die Atemfrequenz hatte sich erhöht und Største wirkte etwas unruhiger .

 

Ab 20.00 Uhr hatte Største Presswehen und um 20:25 gebar sie ein kleines Mädchen aus Fuß-Schädellage mit etwas Hilfe von uns. Wir zogen in der Wehe am Köpfchen und an dem einen vorliegenden Fuß, da das zweite Bein angewinkelt neben dem Kopf lag und die Geburt behinderte. Es ist ein zierliches kleines Mädchen mit einer typischen weißen Blesse. Hinten trägt sie 2 weiße Stiefel und vorn zwei weiße Schuhe. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß und außerdem ziert sie ein breiter weißer Latz.

 

Største leckte die Kleine intensiv und schon nach wenigen Minuten stand ihre Tochter auf eigenen Beinen. Doch so viel Zeit hatten die zwei nicht miteinander. Um 21.00 Uhr setzten wieder Preßwehen ein und 20 Minuten später gebar Største völlig unkompliziert einen kleinen Sohn aus vollkommener Fuß-Schädellage. Er unterscheidet sich von der Zeichnung nur wenig von seiner Schwester. Es fehlt nur der breite weiße Latz und auf der Nasenspitze ist er schwarz. Ansonsten sieht er seiner Schwester zum verwechseln ähnlich. Er ist deutlich zierlicher als seine Schwester aber genau so fidel und munter.

Doch nun kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Schaute doch bereits 10 Minuten später eine weiter kleine Schnute mit schwarzer Nasenspitze aus der Scheide. Allerdings hatte Største keine Wehen und um die Geburt schnell voran zu treiben zogen wir am Kopf und an einem neben dem Kopf liegenden Beinchen. Der dritte Drilling fand schnell seinen Weg nach draußen, denn die beiden Lämmer zuvor hatten die Geburtswege entsprechend „präpariert“. Es war wieder ein Mädchen und noch zierlicher als Lamm Nummer zwei. Sie hat am Kopf wie ihre Geschwistern die typische weiße Blesse. Das Schwänzchen ist fast vollkommen weiß und sie ist vorn und hinten barfuß unterwegs.

 

Tja, da hatte unsere Største mal schnell drei Lämmchen auf die Welt gebracht, die zwar klein aber fidel und munter auf ihren 4 Beinchen stehen.  Alle drei waren eifrig dabei die Milchstation zu finden und mit Hilfe bekamen sie die ersten Schlucke innerhalb der ersten Stunde nach ihrer Geburt. Største nahm die Drei gelassen entgegen und verteilte ihre „Streicheleinheiten “gerecht auf alle drei Lämmer.

 

Nun liegen sie zusammen im Stroh unter der Wärmelampe und harren gelassen der Dinge, die da kommen. Da alle drei Lämmer sehr klein sind, werden wir besonders acht auf sie und ggf. etwas Milch dazu füttern in den ersten 3 Tagen.

 

Wir wünschen Største viel Glück mit ihren Kindern . Mögen sie alle Drei gut gedeihen und groß und stark werden.

Wir wünschen Største viel Glück mit ihren Kindern . Mögen sie alle Drei gut gedeihen und groß und stark werden.

 

 

 

 

09.05. 2014 

Flecki bekommt einen großen Jungen

 

Flecki hatten wir bereits gestern Abend in den Kreißsaal gestellt, da sie sich auffällig ruhig verhielt.

 

Heute morgen beim Füttern wollte sie nicht fressen und lag fast apathisch auf dem Stroh. Sie war wohl mehr mit ihrem Innersten beschäftigt und hatte die Wahrnehmung für Dinge von außen abgestellt.

 

Um 12:30 Uhr begann sie mit Wehen und gegen 14.00 Uhr kam es zum Blasensprung. Es dauerte nicht lange und sie begann zu pressen. Das ging über eine Stunde und endlich sah man eine kleine Schnute und einen Fuß am Scheidenausgang. Aber so sehr sich Flecki auch bemühte, es ging nicht weiter .

Also mussten wir nachschauen, was da los war.

 

Der linke Vorderfuß lag neben dem Gesicht und das rechte Vorderbein war nach wie vor angewinkelt und nicht in Streckstellung wie erforderlich. Tja, da blieb uns nichts anders übrig als zu helfen. Zuerst das recht Bein hervorgezogen und anschließend den neben dem Gesicht liegenden linken Vorderfuß hervor luxiert und das Bein ebenfalls in Streckstellung gebracht. Jetzt konnten wir wehensyncron an beiden Beinchen und am Kopf ziehen. Und wir waren nicht schlecht erstaunt, was da für ein großes Lamm geboren wurde. Der Kopf war richtig deformiert aufgrund der Fehlstellung beider Beine. Die linke Gesichtshälfte wirkte richtig aufgeblasen. Aber der kleine Bursche hatte es geschafft und war nun auf unserer Welt. Flecki nahm ihn liebevoll an und begann zu lecken. Allerdings konnte sie nicht aufstehen, zu schwer war die Entbindung auch für sie gewesen. Flecki lag eine ganze Stunde ohne sich auch nur im Geringsten ihre Position zu verändern. Sie hatte keine Wehen und für uns stand es fest , dass da kein zweites Lamm kommt.

 

Beim ersten Trinkversuch von Fleckis Sohn mussten wir helfen. Der kleine Mann war zwar auf der Suche, hatte aber wohl die Orientierung noch nicht gefunden. Nun gut, mit so einem Ödem am Kopf ist es vielleicht auch nicht leicht diesen anzustrengen.

 

Fleckis Sohn hat eine asymmetrische weiße Blesse, die auf der linken Gesichtshälfte ausläuft um dann wieder auf der Nase einzutreffen. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß und hinten trägt das kleine Böckchen weiße Stiefel und vorn weiße Schuhe.

 

Flecki haben wir Wasser und Kraftfutter im Liegen angeboten, was sie auch annahm. Es brauchte fast 2 Stunden bis sie wieder auf eigenen Beinen stand.

 

Hoffen wir, dass die beiden nun einer problemlosen Zeit entgegen gehen.

Wir wünschen es ihnen sehr.

 

 

 

 


09.05. 2014

Lene, … still und leise und völlig unkompliziert

 

 

Gestern haben wir die Kreissaale geräumt und gesäubert. Es sind nur noch 6 trächtige Damen im Stall. Lene, hatte gestern Abend ein sehr rotes Euter und da die Kreißsäle leer und geputzt zu Verfügung standen, kam Lene in einen von ihnen.

Und das war gut so. Beim Rundgang in der Nacht zwischen 3:00 und 04.00 Uhr scharrte sie bereits und wir rechneten  mit einer baldigen Geburt ihrer Lämmer.

Um 06.00 Uhr waren wir wieder im Schafstall und da stand Lene mit 2 frisch geborenen noch völlig nassen Lämmern in ihrem Kreißsaal. Sie war eifrig damit beschäftig, die beiden Lämmchen trocken zu lecken. Das war allerdings nicht so einfach. Die kleinen Wollknäule waren quietsch fidel und suchten intensiv nach dem Euter der Mutter. Entsprechend mobil musste Lene sein um bei dem ganzen "Herumgewirbel" ab und zu ihre Zunge aufs Fell der Kleinen zu bekommen. Es war lustig mit anzusehen, welches rege Treiben da in dem Kreißsaal war. Wir freuten uns natürlich, dass scheinbar alles so unkompliziert und ohne unser Zutun gelaufen war. Tja, es gibt eben auch ganz normale Geburten bei uns im Stall.

Lene hat zwei niedliche Mädchen geboren, die sich im Aussehen sehr ähneln. Bei den Beiden überwiegt das Weiß am Kopf. Das eine Mädel hat zusätzlich zwei fast weiße Ohren, trägt hinten zwei weiße Stiefeletten und der Schwanz ist zur Hälfte weiß. Ihre Schwester hat nur ein weißes linkes Ohr zu der Zeichnung am Kopf. Hinten sieht man ebenfalls 2 weiße Stiefeletten und das Schwänzchen ist zu einem Drittel weiß. Beide haben einen breiten weißen Latz.

Damit das wirre Hin- und Hergelaufe in der Kreißsaalbox aufhört, haben wir jedes einzelne Mädchen an die Zitzen von Mama gelegt. Ein paar kräftige Schlucke und es trat Ruhe ein. Das Stroh in der Box haben wir frisch aufgefüllt und von oben kommt kuschelige Wärme aus dem Rotlichstrahler. Jetzt können die Drei sich ausruhen.

Lene, Luna und Lotte wünschen wir eine schöne Zeit hier bei uns auf Espetveit.

 

 

 

   

07.05. 2014

 

Mona macht es wie Marie

 

 

Mona stellten wir nach der Aktion mit Marie ihrem Lamm am Abend in den Kreißsaal.

 

 

Die Flanken hatten sich bereits gesenkt und nachdem sie Marie ihre Tochter fast adoptiert hat, glaubten wir fest daran, dass die Geburt ihrer eigenen Kinder nicht mehr lang dauern würde.

 

Um Mitternacht lag sie ruhig auf trockenem Stroh und machte keine Anstalten über die Entbindung nach zu denken. Nun gut, dann eben nicht.

 

Am Morgen jedoch war die Überraschung perfekt. Da stand nämlich Mona mit ihrem eigenen Lamm zufrieden im Kreißsaal und war gerade intensiv mit dem trocken lecken beschäftigt. Die kleine Tochter machte einen recht munteren Eindruck. Das kleine Schnäuzchen suchte bereits nach etwas essbarem und die ersten Aufstehversuche waren auch nicht so schlecht. Mona hatte also wie Marie auch ihr erstes Lamm ohne uns bekommen. Es ist ein schlankes Mädchen mit langen Beinen. Der Schwanz ist fast völlig weiß. Hinten zieren 2 lange weiße Stiefel die Hinterläufe und vorn rechts trägt sie eine weiße Stiefelette. Sie hat außerdem eine typische weiße Blesse, die auf dem Nasenrücken schmal verläuft. Es dauerte nicht lange und die kleine Moni stand auf ihren 4 Beinchen. Der Weg zur Milchstation war noch etwas wackelig , aber sie wusste genau wohin sie gehen musste.

 

Tja, nun waren wir gespannt auf das, was da weiter kommt. Aber es kam nichts mehr. Mona hatte über 4 Stunden keine einzige Wehe. Die Plazenta saß nach wie vor fest. Es war für uns an der Zeit etwas zu unternehmen. Kommt noch ein Lamm oder gibt es Probleme mit der Nachgeburt. Im letzten Jahr nach der Geburt ihrer Zwillinge hatte sie eine starke Nachblutung, die wir nur mit der Injektion eines Kontraktionsmittels stoppen konnten. Wir wollten das Risiko der Nachblutung nicht eingehen und schritten zur Tat. Die Untersuchung zeigte, dass Mona kein weiteres Lamm erwartete. Jetzt bekam sie eine Injektion mit Oxytocin (Wehenmittel) und innerhalb einer halben Stunde löste sich die Nachgeburt. Zu einer stärkeren Blutung kam es Gott sei dank nicht.

 

Nun liegen Mona und Moni im Kreißsaal und genießen die Ruhe auf frischem Stroh und unter der Wärmelampe. Moni war inzwischen mehrmals allein an Mamas Milchbar und hat den ersten Hunger gestillt.

 

Moni werden wir wahrscheinlich im Herbst behalten. Ihre Mama Mona hatte in diesem Jahr ihre sechste Trächtigkeit und aufgrund der nicht ganz normalen Nachgeburtsperioden bei den letzten 2 Geburten werden wir uns von ihr trennen. Sie geht wie Marie in den Schafhimmel.

 

Wir wünschen den beiden Damen eine sorglose Sommerzeit auf den Wiesen von Espetveit.

 

 

 

 

 

06.05. 2014

Die Natur hat ein Nachsehen mit Marie 

Marie ist eines unserer Schafe mit dem wir unsere Herde 2008 aufbauten.


Entsprechend war sie in diesem Jahr das 6. Mal trächtig. In den beiden letzten Jahren, also 2012 und 2013 , gebar sie jeweils Drillinge. In diesem Jahr war sie nicht so rund und wir hofften, dass es nicht mehr als 2 Lämmer werden.

Die letzten 2 Tage war Marie sehr ruhig. Sie fraß nur mäßig, besonders das Kraftfutter. Oft fanden wir sie liegend in der Box , aber ohne dass wir wirklich Geburtsbestrebungen erkennen konnten. Sie scharrte nicht, die Scheide war unauffällig und auch das Euter erschien nicht rot und gespannt. Bei der Fütterung am Abend kaute sie hin und wieder ein paar Stängel heu, war aber nicht besonders aufmerksam bei der Sache. Sie war in sich gekehrt und wir überlegten, sie in den Kreißsaal zu stellen.  In der Annahme, dass sicher auch noch Zeit dafür ist bei unserer Spätfuetterung , verließen wir gegen 19:15 Uhr den Schafstall.

 

Als wir 2 Stunden später wieder im Stall waren, lag ein frisch geborenes Lamm in der Boxenecke und Marie und auch Mona leckten das kleine Wesen intensiv.  Erst waren wir ein wenig irritiert, welche von den beiden denn nun die Mama war. Aber das war schnell geklärt. Bei Marie sahen wir Eihäute aus der Scheide hängen und damit war sie, die Mama dieses Lammes. Schnell das kleine Mädchen in den Kreißsaal gelegt und Marie mit hinein geschoben. Nun hatte sie Zeit, sich ihrer Tochter zu widmen, ohne dass eine andere Schafdame Anspruch darauf erhebt. Die Kleine hat eine typisch weiße Blesse, welche schmal auf dem Nasenrücken verläuft. Hinten trägt sie zwei weiße Stiefel und an den Vorderbeinen weiße Stiefeletten. Das Schwänzchen fast ganz weiß. Die kleine Dame war trotz intensiven Leckens ihrer Mama und der stetigen Aufforderung sich zu erheben, nicht besonders aktiv. Das kleine Köpfchen war in erhobener Position, aber die Kleine wollte nicht auf die Beine kommen. Sie machte überhaupt keine Anstalten sich zu erheben. Erst nach 2 Stunden mit Unterstützung von uns stand sie immer noch wacklig, doch endlich auf ihren 4 Beinchen. Auch das Interesse endlich an die Muttermilch zu gelangen, war nicht besonders ausgeprägt. Wir mussten einige Male den Saugreflex provozieren (Finger in das Mäulchen gesteckt und am Gaumen manipuliert) bis sie endlich die kleine Schnute öffnete und sich die Zitze  reinschieben ließ. Endlich gemerkt, dass da was Gutes raus kommt, begann sie eifrig zu trinken. 

Wir erwarteten eigentlich ein zweites Lamm, aber die Natur hatte ein Nachsehen mit Marie. Zwei Mal Drillinge in den letzten 2 Jahren war wohl genug Belastung für die Drillingsmama gewesen. Marie hatte nach der Geburt ihrer Tochter keine einzige Wehe mehr und die Plazenta kam knapp 4 Stunden später.

Inzwischen kommt Maries Tochter selbstständig auf die Beine und sucht eifrig nach Mamas Milchstation. Maries Tochter Molly ist wahrscheinlich eines von den Lämmern, die wir im Herbst behalten werden um unsere Herde „zu verjüngen“. Einige ältere Damen, zu denen zählt auch Marie, werden uns im Herbst verlassen.

Wir wünschen den beiden nun eine ruhige Zeit und einen schönen Sommer.

 

 

 

 

05.05. 2014

Colli,

… nun geht`s endlich weiter

 

Unsere letzten Lämmer waren am 30.04.  geboren und seit dem war Sendepause.Beim Kontrollgang in der Nacht, fanden wir Colli mit hängenden Ohren abseits stehend.  Außerdem hatte sich der Schleimpfropf gelöst, so dass wir sie in den Kreißsaal bugsierten.

Am Morgen bei der Fütterung rührte sie das Dargebotene nicht an. Seitlich waren die Flanken eingefallen und sie schaute uns mit großen Augen an. Nun gut, sie hatte wohl Wehen. Das Scharren hielt sich in Grenzen und so gingen wir unserer Arbeit nach. 

Die Wiesen mussten gekalkt werden bevor der angekündigte Regen kommt.  8 Säcke mit a 25 kg Kalkgranulat liegen nun auf der Fläche wo wir unser Heu ernten. Danach schnell die Klamotten getauscht und geduscht und wieder ab in den Schafstall.

Es war bereits 12:00 Uhr und Colli hatte inzwischen einen Blasensprung. Nur 10 Minuten nach unserem Eintreffen im Stall begann sie mit dem Pressen. Am Scheidenausgang zeigte sich eine kleine Schnute und beim genaueren Hinsehen auch nicht mehr. Verdammt, es war mal wieder eine abnorme Geburtslage. Die Beinchen waren nicht zu sehen. Also mussten wir wieder untersuchen. Dabei ertasteten wir, dass die Beinchen gestreckt an der Bauchseite lagen. Das war natürlich eine schwierige Situation. Man konnte nicht einfach ein Beinchen „raus wischen“, praktisch in die Kniekehle fassen und den Unterschenkel hervor luxieren. Gut nachgedacht was hier angebracht war. Colli legte sich wieder ab und begann erneut zu pressen. Vorsichtig mit der einen Hand den Kopf etwas zurück geschoben und mit der anderen Hand versucht den Oberschenkel des linken Vorderbeins vor den Thorax (Brustkorb) zu ziehen. Langsam, ganz vorsichtig um nicht das Lämmchen zu verletzten. Ein Knochenbruch bei dieser Form von Eingriff ist nicht selten, da man erhebliche Kraft aufwenden muss, um das Bein, was ja fest an den Bauch gepresst liegt, zu lösen.  Tja, es gelang nicht gleich. Sicher bedingt durch die Angst, hierbei etwas kaputt zu machen. In der nächsten Wehe kamen wir dann zum Ziel. Das linke Vorderbein bekamen wir in Höhe des Brustkorbes zu liegen. Nun noch den Unterschenkel in die Scheide „gewischt“ und zwar schön vorsichtig, damit der Fuß keine Verletzung in der Scheide setzt. Es war vollbracht und Colli hat die ganze Prozedur völlig ruhig über sich ergehen lassen. In der nächsten Wehe zogen wir dann am linken Vorderbein und gleichzeitig am Kopf und Colli gebar einen großen Jungen um 12:45 Uhr. Der kleine große Mann war sichtlich beeinträchtigt von der Art wie er ins Leben trat. Wir mussten ihn rütteln und anpusten, damit die Lebensgeister aktiv wurden. Colli half uns dabei durch ihr intensives Lecken und Rufen. Aufstehen konnte sie nicht. Auch ihr hatte diese Geburt zu schaffen gemacht. Das kleine Böckchen war noch schlaff, aber die Atmung und der Herzschlag wurden regelmäßig und stabilisierten sich. 

Doch Colli hatte keine große Pause. Bereits nach 15 Minuten der zweite Blasensprung und unregelmäßige Kontraktionen. Um 13: 15 Uhr sahen wir das zweite Lamm sich vorwärtsschieben. Aber, nein das konnte doch nicht sein, wieder eine Fehllage ? Die beiden Geschwister hatten sich wohl im Mutterleib abgesprochen, dass es etwas Besonderes werden sollte wie sie in unsere Welt kommen. In haargenau derselben falschen Position  wollte auch das zweite Lamm auf die Welt. Also nochmals der gleiche geburtshilfliche Handgriff und Colli konnte mit unserer Hilfe ihren zweiten Sohn gebären. Der Zwillingsbruder war um einiges leichter und kleiner als sein großer Bruder, aber deutlich agiler. Das kleine Köpfchen kam sofort hoch und suchte Kontakt mit der Mama. Colli, die neben beiden Lämmern lag, konnte gar nicht so viel und so schnell lecken, um beiden gerecht zu werden. Aber sie machte es prima.

Der erstgeborene Sohn versuchte nun an die Milchbar zu gelangen und mit unserer Hilfe bekam er die ersten Schlucke. Sohn Nummer zwei kam schnell auf seinen  4 Beinchen und suchte selbst nach dem richtigen Weg um an die kostbare Milch zu kommen. Wir wollten ihm behilflich sein, allerding lehnte er diese strikt ab. Sobald wir ihm die Zitze in das kleine Mäulchen geschoben hatten, stellte er sich tot. Kein Saugreflex, er ließ sich einfach fallen. Sobald wir die Hände weg nahem, begann er aufs Neue zu suchen. Colli hatte da einen kleinen Dickschädel geboren, der absolut seinen eigenen Kopf durchsetzten wollte. Na, gut, soll er eben,… und er machte es auch so. An  Mamas Milchbar kam er stehenden Fußes wirklich von allein. Nach einer halben Stunde erhob auch Colli sich, schüttelte sich kräftig, nahm reichlich Wasser und Nahrung zu sich. Das war es  wohl. Das Schlimmste war überstanden und nun begann der Alltag als Mutter. 

Der größere erstgeborene Sohn hat eine ähnliche Zeichnung wie seine Mama. Eine unterbrochene weiße Blesse mit einem schwarzen Kringel rund um die Nase. Hinten trägt er weiße Stiefeletten und an den Vorderbeinen sind die Fußsohlen weiß. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß gefärbt. Sein kleinerer agiler dickköpfiger Bruder hat eine weiniger ausgeprägte weiße Blesse mit einem nur kleinen weißen Dreieck auf der Stirn und über der Nase. Bis auf eine weiße Schwanzspitze ist er schwarz, wie die Nacht. 

Inzwischen liegen die Drei in der Box mit frischem Stroh unter der Wärmelampe. Sie sehen zufrieden aus und erholen sich wohl von den Strapazen der Geburt.

Wir wünschen Colli und ihren „Männern“ alles Gute für die kommenden Monate und eine erlebnisreiche  schöne Zeit auf der Sommerweide.