Die Lammzeit hat in diesem Jahr etwas früher als geplant begonnen. Am 23.04.2014 gebar Grethe ein Zwillingspärchen völlig unkompliziert.

 

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30.04. 2014 Totenstarre

 

Im Zusammenhang mit den Geschehnissen rund um Annas Geburt, haben wir uns belesen.

Sicher wissen wir Einiges aufgrund unserer berufliche Erfahrung als Arzt. Aber in unserer Arzttätigkeit beschäftigen wir uns lieber mehr mit dem Leben. Der Tod ist etwas, was wir vermeiden wollen. Es ist schwer, auch für uns, ihn einfach so zu akzeptieren.

 

Es war uns wichtig eine Erklärung für das Geschehene zu finden.

Waren wir vielleicht durch unser zurückhaltendes Handels Schuld am Tod des zweiten Zwillings?

 

Wir haben recherchiert und wissen etwas mehr.

 

Als Totenstarre (med.-lat. rigor mortis ‚“Leichenstarre“) bezeichnet man die schrittweise Erstarrung des Körpers nach dem Eintritt des Todes (post mortem) . Sie gehört zu den sogenannten sicheren Todeszeichen.

 

Um die Muskeln zu entspannen, wird ATP (Adenosintriphosphat), ein universeller Energieträger in lebenden Organismen, benötigt. Es sorgt dafür, dass sich die kontraktilen Muskelproteine Myosin und Aktin voneinander lösen. Durch den Stopp der Stoffwechselvorgänge nach dem Tod kommt es zum Zerfall des ATP. Dadurch entsteht eine irreversible Verbindung zwischen Aktin und Myosin. Die Totenstarre löst sich zeitabhängig erst wieder durch die Autolyse der Muskelzellen.

 

Die Ausprägung der Totenstarre erlaubt Rückschlüsse auf den ungefähren Todeszeitpunkt und ist daher ein wichtiges Orientierungskriterium.

Beim Menschen tritt die Totenstarre bei Raumtemperatur an den Augenlidern nach 1-2 Stunden, am Kiefergelenk bzw. den Kaumuskeln nach 2-4 h ein und eine vollständige Leichenstarre hat man nach 6-12 h.

Allerdings kann der Zeitablauf im Einzelfall deutlich von den oben angegebenen Intervallen abweichen. Er ist unter anderem abhängig von der Umgebungstemperatur und von der körperlichen Aktivität vor dem Todeseintritt. Wärmere Umgebungstemperatur und eine hohe Aktivität lässt die Muskeln schneller erstarren als bei niedrigen Temperaturen und Ruhe.

 

Nach 2-4 Tagen löst sich die Totenstarre wieder.

 

Alfas zweite Tochter hatte zum Zeitpunkt der Geburt bereits eine komplette Totenstarre. Wir hätten wahrscheinlich den Tod des Lämmchens nicht verhindern können. Wahrscheinlich, .... etwas Ungewissheit bleibt.

 

Wir sind sensibilisiert und werden nun den Rest der Lammzeit nicht wieder so leichtsinnig sein. Wir sollten mehr Vertrauen in unser Wissen und unsere Erfahrungen setzen.

 

26.04. 2014 

Die ersten Schafe verlassen den Stall

 

So, die Zäune sind gerichtet, es ist schönes Wetter und wir werden unseren Plan umsetzten. 

 

Die ersten Schafe verlassen heute den Stall.

 

Unsere Böcke Torben und Holger werden die Herrenweide besetzten. Die Jungschafe, Merete, Merle, Fenja, Kathrin und Karla kommen ins Ylva Tal.

 

Man sollte doch glauben, dass ein jede Schaf „hurra" schreit, wenn es nach draußen geht, aber denkste. Unsere Schafe wollen nicht raus. Es war ein Geschiebe und Geziehe bei den nicht trächtigen jungen Damen, dass wir ins Schwitzen gekommen sind. Es ging wie immer hinten raus über die Rampe. Merle war die Erste und stand draußen. Das Rufen der anderen Schafe im Stall machte sie so unsicher, dass sie mit einem Sprung aus dem Stand wieder vor dem Tor stand und das Bestreben hatte, den Stall wieder zu okkupieren. Nur gut, dass Liane sie zu packen bekam, und schnurstracks wieder auf die andere Seite beförderte. Dann kamen einzeln die restlichen Vier hinzu und das „Jungdamenteam" hatte die Natur für sich entdeckt und zog ruhig und besonnen in Richtung grün schimmernde Wiese.

  

Unsere beiden Herren wurden chauffeurt. Im kleinen Hänger mit Aufsatz und hinter den Holder gespannt, ging es in Richtung Herrendomizil. 

 


Allerdings waren auch unsere Böcke Torben und Holger nicht sonderlich begeistert den Damentrupp verlasen zu müssen. Auch unsere beiden Herren mussten wir schieben und zeihen um sie auf den Anhänger zu bekommen.

Nun gut, an der Herrenweide angekommen, endlich wieder auf festem Boden, gab es zunächst erst mal Rangkämpfe. Na klar muss ausgefochten werden, wer denn nun das Sagen unter den beiden Herren über den Sommer hat. Es war nicht zu sehen, zu welchem Resultat die beiden sich durchgerungen haben. Jedenfalls sind wir richtig stolz auf unsere Herrenexemplare wie sie so da auf unserer Weide stehen und ein tolles Bild abgeben. Sie sind zwei hübsche stramme Bengel, die uns hoffentlich viele gesunde Lämmer geschenkt haben.

 

In die „heiligen vier Wände" geht es nun erst wieder Mitte Oktober. Dann zieht die Natur sich zurück und es gibt nichts mehr zu holen auf der Weidefläche. Aber bis dahin ist es eine lange Zeit mit hoffentlich schönen Sommermonaten.

  

 

05.04. 2014

 

Der Pelz muss runter,

 

Sommer ist befohlen

 

  

Schön wäre es, wenn das Wetter sich daran hält, aber heute hat es wieder geschneit. Wir haben 0° C und es weht ein eisiger Wind . Nicht unbedingt das richtige Wetter um mit dem Sommerkleid herum zulaufen. Doch es ist zu spät. Unsere Schafe haben gestern ihre Winterklamotten abgenommen bekommen. Der Schafscherer war da.

 

Eigentlich warteten wir seit 14 Tagen auf seinen Anruf, aber es tat sich nichts. Also hatten wir selbst Kontakt aufgenommen und wir verabredetetn uns für den Freitag so gegen 18.00 Uhr.

 

Im Krankenhaus mit der Arbeit fertig und ab mit dem Auto nach Hause.

 

Die Schafe begrüßten uns mit lautem Geblöke, aber Futter konnten wir keines geben. Vor dem Scheren sollten sie wenigsten 4 Stunden kein Futter zu sich genommen haben, damit die Verdauung der letzten Mahlzeit einmal durch ist und beim Scheren durch das ständige „Kunkeln“ die Wolle nicht verunreinigt wird.

 

Doch es war wie in jedem Jahr, der Schafscherer kam mit einer Stunde Verspätung bei uns an. Wir hatten alles vorbereitet, so dass er unmittelbar mit den ersten Schafen beginnen konnte. Alles war unkompliziert. Die älteren Damen zeigten sich routiniert und unsere 5 Jugendlichen zeigten wie kräftig sie über den Winter geworden sind und dass man sie nicht so einfach „ausziehen“ kann. Gegen 22:00 uhr reichten wir dann endlich die abendmahlzeit. Es war fast 5 Stunden über der normalen Fütterungszeit und wir hörten im Stall keinen Muks nur genüßliches Kauen.

 

Für uns war es auch ein langer Tag. Um 22.30 Uhr saßen wir endlich und völlig geschafft auf dem Sofa. Mit einem Glas Rotwein „ließen alle Viere gerade sein“.

 

Heute nutzten wir das winterliche Wetter mit Schneefall und einem eisigen Nordwind um die Schafe prophylaktisch zu entwurmen. Es war noch mal ein kleiner Kampf, jedes einzelne Schaf zu fangen und in die Position zu bekommen, dass sich auch der Applikator mit dem Wurmmittel (Valbazen vet.) zwischen die Zähne schieben lässt. Das war dann nun wirklich das Letzte, was vor der Lammzeit wichtig war.

 

Die Kreißsäle stellen wir Osterwochenende, denn ab 25. 04. können die ersten Lämmchen kommen.

 

Wir sind gespannt, wer von den schwangeren Damen die Lammzeit eröffnen. Wir tippen auf Klara , denn sie ist zur Zeit die „Rundeste“ unter den Damen.