18.03.2013 Nun ist die Wolle runter

 

In diesem Jahr hat sich der Schafscherer sehr früh angemeldet. Es ist in unserer Gegend viel zu tun und da es im letzten Jahr gerade noch so vor dem Lamming geklappt hatte, kamen wir mit unseren Schafen in diesem Jahr auf einen der vorderen Plätze der „to do“ Liste von Sven.

 

Aber es war wie in jedem Jahr. Trotz Verabredung mit Datum und Uhrzeit, kam es anders als geplant. Er kam mal wieder Stunden später.

 

Dieses Mal aber gab es keine Verzögerung aus irgend einem banalem Grund. Sven hat einen eigenen Bauernhof, wo ca. 130 Schafe und eine Reihe von Kühen stehen. Ein Kälbchen kam zur Welt und hatte dabei ein paar Probleme.

 

Das „Entkleiden“ unserer Schafe ging schnell. Inzwischen haben nicht nur wir, sondern auch unsere Schafe mit dieser Prozedur Routine. Ruck zuck wanderte die Wolle vom Schaf in die Papiersäcke und nach 2 Stunden war alles vorüber.

 

Unsere Schafe sehen kurz geschoren alle gesund aus und die Damen, welche im Dezember Herrenbesuch hatten, sind alle schwanger. Wir haben wahrscheinlich die besten und liebsten Schafböcke weit und breit. Die Schwangerschaftsrate liegt in jedem Jahr bei 100%, obwohl wir keine Insemination (künstliche Befruchtung) einsetzten. Bei uns im Schafstall regiert die natürliche Auslese und wie es aussieht, ist das für unsere Schafe die optimale Methode.

Rein rechnerisch kommen unsere ersten Lämmchen ab dem 25. April, +/- 5 Tage.

 

Im letzten Jahr war Emma die erste Mamma im Stall und gebar ihre Kinder 2 Tage nach dem errechneten Termin. 2011 wurde Flecki mit 4 Tagen vor dem Termin die erste Mamma im Schafstall. Wir sind sehr gespannt, wie es in diesem Jahr läuft. Wir haben uns den Urlaub in der Lammzeit so eingeteilt, dass immer einer von uns zu Hause ist.

 

Nach Ostern kommt noch der Tierarzt zum Impfen und dann kann es los gehen.

 

Natürlich bekommt jedes der Neugeborenen wieder seinen Namen.

Alle Besucher unsere HP sind aufgerufen, um bei der Namensfindung zu helfen. Schreibt eure Ideen ins Gästebuch und wir werden sehen welcher Name zu welchem Lämmchen passt.

 

Selbstverständlich gibt es wieder Berichte und reichlich Bilder von jeder Geburt.

 

 

 

03.03. 2013  Ist Schafe füttern  eine Kunst?


In 7-8 Wochen erwarten wir die ersten Lämmer. 

Unsere Schafdamen sehen alle wohlgenährt aus. Wir haben 3 Schafe weniger im Stall, als sonst in den Jahren zuvor und füttern im Grunde die gleiche Menge an Rau- und Kraftfutter.


Rein rechnerisch bekommt demnach jedes unserer Schafe eine klitzekleine Menge mehr, als in den zurückliegenden Jahren. Das sieht man ihnen sofort an! Sie sind dick und rund, was sicher nichts mit der Trächtigkeit zu tun hat, sondern eher mit dem reichlichen Futterangebot.

  

Da alle so wohlgenährt aussehen, werden wir die Futtermenge im letzten Drittel der Trächtigkeit nicht erhöhen. Es gab nämlich in den vergangenen Jahren zum "Schlußspurt" (letzten 6 Wochen der Trächtigkeit) täglich  200g Kraftfutter extra. In diesem Jahr sehen wir dafür keine Notwendigkeit.


Sack mit Kraftfutter
Sack mit Kraftfutter

Die Lämmer sollen normalgewichtig auf die Welt kommen und dürfen nicht zu schwer sein um Komplikationen unter der Geburt aufgrund zu schwerer Lämmer  zu vermeiden .

Die meisten Schafbauern hier in Norwegen lassen von allen Schafen , die gedeckt wurden in der ersten Hälfte der Schwangerschaft einen Ultraschall machen. So wissen sie wer trächtig ist und wie viele Lämmer pro Schaf zu erwarten sind. 

 

Dementsprechend werden die trächtigen Schafe sortiert und  gefüttert. Schafdamen, die nur ein Lämmchen erwarten bekommen weniger Futter, als die Schafmütter mit Zwillingen, Drillingen oder eventuell Vierlingen. 


Man ist eben der Meinung, dass die Futtermenge mit Anzahl der Lämmer erhöht werden muss. Zum anderen will man ein Überfüttern der Schafe vermeiden, welche nur ein Lämmchen erwarten. Empfehlungen zur Futteranpassung findet man auf den verschiedenen Internetseiten.

 

Wir sind dem gegenüber etwas skeptisch. Wenn wir es einmal von der „menschlichen“ Seite betrachten, dann müssen schwangere Frauen, die Zwillinge oder Drillinge erwarten auch nicht das Doppelte oder Dreifache essen, damit ihre Kinder normal gedeihen.


Nun gut, wir müssen vielleicht nicht alles mit unserer ärztlichen Sichtweise und Logik betrachten, zu mal wir ja nur Hobbyschafzüchter sind und „die Produktion“ von Lämmern für uns im Hintergrund steht. Es macht uns Spaß und den Tieren soll es gut gehen,.... das ist uns wichtig.

 

Jedenfalls haben wir keinen Ultraschall machen lassen. Es bleibt eine Überraschung, welches Schaf (norwegisch: Sau), wie viele Lämmchen bekommen wird. Es ist auch ein Resultat echter "Tierliebe" ohne den Eingriff des Menschen. Von Insemination halten wir nichts. Bei uns entscheidet die Natur.


Rundballen ohne Zusatzstoffe
Rundballen ohne Zusatzstoffe

 

Wir füttern 2x täglich Kraftfutter und 3 x Raufutter. Jedes Schaf bekommt insgesamt 500 g Kraftfutter/Tag und dazu knapp 2kg Raufutter/Tag, Unser Raufutter ist Heu, was in Rundballen gelagert wird.

 

Dieses Heu ist 80% getrocknet. Ihm wird beim Pressen kein Siliermittel beigemischt. Es ist damit keiner Milch- oder Ameisensäuregärung zur Konservierung ausgesetzt. Eigentlich ist es das perfekte Pferdefutter und viel zu teuer für die Schafe. Im Gegensatz zur Silage, die wir früher natürlich ausprobiert hatten, gibt es absolut keinen Abfall und im Frühjahr zur Lammzeit viel weniger Fliegen im Stall.

Die kleinen  40 kg Rundballen mit Trockengras lassen sich auch viel besser handhaben, als große Silageballen.

Die großen Rundballen mit Silagefutter wiegen mehr als eine halbe Tonne. Sie können nur mit dem Traktor beweget werden. Oft sind sie von Mäusen angefressen gewesen, waren dadurch schimmelig oder ein bedeutender Anteil wurde uns bei der kleinen Herde schlecht. 

Heuboden
Heuboden

Spät am Abend, zwischen 22.00 und 23:00 Uhr, gibt es noch eine Nachtmahlzeit  vom selbst geernteten Heu, was wir lose auf dem Heuboden zu liegen haben. 

 

 

Das ist eine willkommene Mahlzeit von etwa einem halben Pfund für jedes Tier. Sie lieben das herrlich duftende „handmade“ Heu. Man hört dann nur noch Kaugeräusche bis auch der letzte Halm verspeist ist. Das ist jedes Mal beeindruckend und ein schöner Lohn für unsere schweißtreibende Arbeit im Sommer.

Sack mit Mineralpellets
Sack mit Mineralpellets

 



In den letzten 8 Wochen der Trächtigkeit erhält jedes Schaf zusätzlich Pellets, die Mineralien, Spurenelemente und Vitamine als Konzentrat enthalten. Rein rechnerisch sollte jedes Schaf ca. 30 g erhalten.







Dieses Mineralkonzentrat ist nicht mit zusätzlichem Eiweiß angereichert, sondern dient als Zusatz zum herkömmlichen Kraftfutter, um den erhöhten Mineralbedarf in der Zeit der Trächtigkeit besonders den Mehrbedarf zum Ende hin, zu decken.

 

Wir leben in einem Selenmangelgebiet und so ist es wichtig, unter anderem dieses Spurenelement in Verbindung mit Vitamin E ausreichend zur Verfügung zu stellen. Neben Kalzium und Phosphor für den Knochenbau, Kupfer fürs Fell und die Haut, Magnesium für den Muskelaufbau sind auch alle anderen Mineralien und Vitamine in ausreichender Konzentration enthalten.

Schon vor 2 Jahren haben wir die Salzsteine, die die Schafe in ihren Boxen haben, auf eine andere Sorte umgestellt, die einen höheren Seelenanteil hat.Man bekommt hier in Norwegen 2 verschiedene sorten von Lecksteinen. Diese sind weiß oder rot und beinhalten die gleiche Zusammensetzung mit Mineralien. Der einzigste Unterschied ist, dass der rote Stein zusätzlich Kupfer enthält.

Die Lecksteine sind wie folgt deklariert:

Roter Stein::Natrium 38,0 %, Kupfer 300 mg/kg, Selen 30mg/kg, Kobalt 20mg/kg, Zink 120 mg/kg, Mangan 150 mg/kg, Jod 50 mg/kg.

Weißer Stein:: Natrium 37,5 %, Kupfer: 0,0 mg, Selen 30 mg/kg, Kobalt 20 mg/kg, Zink 120 mg/kg, Mangan 150 mg/kg, Jod 50 mg/kg. mg 


Hier sind die Bestandteile unseres Kraftfutters und des Vitamin- und Mineralfutters aufgeführt.


 PLUSS SAU  heißen die Mineral- und Vitaminpellets hier in Norwegen.

Die empfohlende Tagesmenge für erwachsene Schafe: 30-50 g und für Lämmer: 10-40 g.

 

 

Zusammensetzung:

Luzerne 16 %, Weizenspreu 46 %, Monokalziumsulfat 10 %, Salz 6%,

Magnesiumoxid 5 %, Melasse 5 %, Kalkfett 2 %

 

analytische Bestandteile:

Rohasche 31,2 %, Kalzium 5,0 %, Phosphor 2,5 %, Magnesium 3,0 %,

Natrium 2,5 %

 

Zusatzstoffe:

Mangan 1.500 mg/kg, Zink 2.000 mg/kg, Kobalt 30 mg/kg, Jod 75 mg/kg,

Selen 12,5 mg/kg (Natriumselenit), Vitamin A 200 IE/g, Vitamin D3 60 IE/g,

Vitamin E 1.000 mg/kg (Alfa-Tokopherylacetat)


Eimer mit Kraftfutter
Eimer mit Kraftfutter

  

FORMEL SAU ist der Handelsname hier in Norwegen für die Kraftfutterpellets, die wir verfüttern.

 

 

 

Nahrungsbestandteile:

Protein 16,8 %, Fett 4,5 %, Rohfaser 6,8 %, Pottasche 7,0 %,

Eisen/100kg 96 Fe, Kalzium 0,80%, Phosphor 0,55 %, Magnesium 0,30 %,

Natrium 0,50%

 

Rohware: Gerste, Soyamehl, Melasse, Raps (extrahiert), Hafer, Maisgluten, pflanzliche Fette, Kalk, Haferschalen, Natriumklorid, Urea, Monokalziumphosphat, Magnesiumoxid, „Betepulp“,

 

Zusatzstoffe:

Vitamin A 7500 I/U, Vitamin D3 3000I/U, Vitamin E 200 mg (Alfa -tokopherol), Mangan 5mg (Mangansulfat), Zink 65 mg (Zinksulfat), Jod 2,0 mg (Kalziumjodat), Kobolt 0,22 mg (Koboltsulfat), Kupfer 5,0 mg (Kupfersulfat), Selen 0,36 mg (Natriumselenit)