10.05. 2013

 

Mona schließt den Reigen

 

 

Heute ging es früh zum Füttern in den Schafstall.

Mona stand in ihrem Kreißsaal und ließ den Kopf hängen. Ihr war absolut nicht nach fressen. Sie stand wir angewurzelt in der hinteren Ecken und hechelte so vor sich hin.

Beim näheren Betrachten sah man, dass die Fruchtblase bereits gesprungen war. Mona wartete völlig ruhig auf die Ankunft ihres ersten Lämmchens.

Und es machte sich mit seiner eigenen Art die Welt zu betrachten auf den Weg.

 

Um 07:45 gebar Mona im Stehen aus vollkommener hinteren Fußlage ein kleines Mädchen spontan. Die Kleine hat eine weiße Blesse auf der Stirn, die auf der Nase unterbrochen ist. Erst unmittelbar auf ihrer Stupsnase hat sie eine kleinen weißen Ring. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß.

Mona hat sich zwar um sie gekümmert, aber besonders aktiv war sie beim Trockenlecken nicht. So halfen wir mit trockenem Stroh und rieben die kleine mit trocken.

 

Unmittelbar nach der Geburt des ersten Zwillings setzten wieder Wehen ein und um 08:30 Uhr gebar sie aus unvollkommener Fuß- Kopf- Lage einen Sohn. Der junge Mann hat eine typische weiße Blesse , die auf der Nase schmaler wird und sich über das gesamte Schnütchen zeiht. Er trägt vorn links einen weißen Schuh und sein Schwänzchen ist zur Hälfte weiß. Mona rief ihn zwar laut, aber zum trocken lecken hatte sie auch hier keine besonderem Ambitionen. Hier und da mal geschleckt, aber man kann nicht von einem intensiven Lecken sprechen. Nun gut, wir halfen wieder.

 

Die Geschwister kamen schnell auf die Beine und es ging sofort in Richtung Euter. Mona hat schnütchengerechte Zitzen, so dass es für die Beiden nicht schwierig war diese zu finden und die ersten Schlucke gierig zu trinken.

Der Mutterkuchen löste sich relativ spät und Mona begann danach zu bluten, so dass sie 10 IE Oxytocin (Kontraktionsmittel ) i.m. gespritzt bekam.

 

Nun liegen die Drei in ihrer Extrastube und ruhen sich aus.

Mona geht sehr vorsichtig mit ihren beiden Kindern um. Dass sie sie nicht so intensiv trocken leckte, hat wohl nicht so viel zu sagen.

Wir wünschen Mona mit ihren Lämmchen alles Gute und einen tollen Sommer auf unserer Wiese. 

 

 

 

 

09.05. 2013

Lilly hat`s mal wieder schwer


 

Im letzten Jahr hatte Lilly eine schwere Geburt. 

 

Beide Lämmchen hatten sich in Querlage eingestellt und nach stundenlangen Wehen , konnten wir beide Mädchen gesund und munter, in der Gebärmutter wenden und extrahieren. Ihren beiden Töchtern war Lilly eine tolle liebe umsorgende Mutter.

So hofften wir für dieses Jahr, das alles ganz normal laufen wird.

Aber es geht eben nicht immer nach Wunsch.

 

Lilly hatte wie auch im letzten Jahr in den letzten 14 Tagen ihrer Trächtigkeit ein Wahnsinnsödem im Dammbereich ausgebildet. Es sah grotesk aus. Und das Euter war so monströs, dass es nur wenige cm über dem Boden hing. Schlimm, was Mutter Natur sich da einfallen ließ. Dementsprechend hatte Lilly es schwer sich zu bewegen, hinzulegen und wieder aufstehen waren eine Tortour.

Jeden falls war sie bereits seit ein paar Tagen im Kreißsaal, damit sie einen Extraplatz und vor allem Ruhe für sich hatte.

 

Gestern Nachmittag begann sie mit Wehen. Sie war ruhig und mied es sich hinzulegen. Nach mehreren Stunden intensiver Wehen kam es zum Blasensprung und von da an schrie Lilly in jeder Wehe. Man konnte es nicht ertragen so durchdringend waren diese Schreie.

Nach fast 2 ½ Stunden gebar Lilly mit unserer Hilfe durch Zug am Bein und Kopf einen Jungen aus unvollkommener Fuß-Kopf-Lage. Sie nahm ihn aufgeregt entgegen und schleckte und schleckte und schleckte. Durch Ruflaute fand sie zusätzlich Kontakt und wenn der Kleine sich bewegte und versuchte auf die Beine zu kommen, schubste sie ihn durch ihre Leckerei immer wieder um. Endlich nach 45 Minuten legte Lilly sich ab und ihr Sohn hatte die Chance zu trinken.

 

Doch was war mit dem zweiten Lamm. Wir waren und sicher, dass sie 2 Lämmer bekommen wird. Nach 1 ½ Stunden leichte Wehen, aber kein Pressdrang. Wir warteten unser 2 Stundenlimit ab und untersuchten Lilly. In der Scheide war nichts zu tasten. Erst weit oben in der Gebärmutter tastete man eine schlaffe Fruchblase mit einem in Hockstellung befindlichen Lämmchen darin. Das kleine hatte die Beine unter den Po gezogenen und man konnte die Fersen und das Schwänzchen deutlich taste. Uns war klar, dass dieses Lämmchen allein nicht den Weg nach draußen findet. So haben wir die Fruchtblase eröffnen, die Füße gegriffen, was dem Lamm nicht gefiel. Es fühlte sich scheinbar pudelwohl da drinnen und versuchte die Beine wegzuziehen. Aber es hat nicht mit einem erfahrenen Geburtshelfer gerechnet. Also Füßchen gefasst, die Beine lang gezogen und den Insassen Richtung Geburtskanal bewegt. Es war nicht so einfach. Man hatte ständig das Gefühl. Als ob er sich festhält. Jedenfalls konnten wir das Kerlchen überrumpeln und Lilly gebar einen zweiten Sohn durch Extraktion. Der kleine Mann war sichtlich bedeppert, denn er brauchte eine ganze Weile um zu sich zu kommen. Nun gut, Lilly nahm ihren Sohn aufgeregt entgegen und begann ihn genau so intensiv wie ihren Erstgeborenen trocken zu lecken und zu rufen. An die Milchbar ging es mit Hilfe.

 

Die beiden Burschen haben sehr unterschiedliche Zeichnung.

Der Erstgeborenen hat eine breite weiße Blesse, an den Hinterläufen jeweils einen weißen Stiefel und vorn zwei weiße Schuh. Die Ohren sind weiß gestreift. Er hat einen breiten weißen Latz und das Schwänzchen ist fast völlig weiß.

Der Zweitgeborenen hat eine typische weiße Blesse, die auf der Nase schmaler wird. Hinten trägt er zwei weiße Stiefel und vorn links einen weißen Schuh. Die Ohren sind weiß gescheckt und der Schwanz ist zur Hälfte weiß.

 

Nun hoffen wir für Lilly und ihre Söhne, dass das Komplizierte für die kleine Familie mit dem Abschluss der Geburt sein Ende findet.

Doppelt Daumen drücken ist angesagt. Hier in Norwegen kreuzt man die Finger, wenn man Jemandem gutes Gelingen wünscht. Wir werden Beides tun. Unsere Lilly und ihre Söhne haben es allemal verdient.


 


 

09.05. 2013


Hanna wird

das fünfte Mal

Mutter von Zwillingen 

 

 

 

Bereits gestern spät am Abend kam Hanna in den Kreißsaal. Sie fraß nur mäßig und begann „zu schleimen“. Man sieht am Scheidenausgang etwas Schleim, was im Grunde genommen mit dem Schleimpropfabgang beim Menschen identisch ist.

 

Heute Morgen gegen 08:00 Uhr hatte sie kräftige Wehen und scharte im Stroh. Allerdings stand sie die ganze Zeit und machte keine Anstalten sich zu legen, was darauf hin weist, dass es wohl noch etwas dauern würde. Dann gegen 12:00 Uhr der Blasensprung . Nun wurde Hanna aktiver. Hinlegen , aufstehen, scharren,... es ging auf und nieder. In nur 4 Presswehen gebar sie um 13:30 Uhr eine großen Jungen aus regelrechter Kopf-Fuß-Lage. Der kleine Mann hat sehr lange Beine und wenn wir es nicht genau wüssten, dass Hänschen der Vater ist, könnte man ihm gut Dreizehn unterschieben. Auch die Zeichnung hat nichts mit Hänschen oder seiner Mutter zu tun. Hannas Sohn hat eine weiße Blesse, die auf der Nase schmaler wird. An beiden Hinterläufen hat er weiße Stiefel und an den Vorderläufen trägt er weiße Stiefeletten. Der Schwanz ist vollkommen weiß, am Hals trägt er ein weißes Tuch und beide Ohransätze sind mit weißen Kringel verziehrt. An Mamas Milchbar ging es mit Hilfe, doch Hanna wollte einfach nicht still stehen.

 

Einfache Erklärung für Hannas Unruhe waren die Wehen, die inzwischen wieder einsetzten. So musste er sich etwas gedulden. Wir dachten es läuft sicher wie in all den anderen Jahren. Hanna wird das fünfte Mal Mutter und da sollte es nur so flutschen mit den Lämmchen.

 

Aber, denkst`e !!! Es verging eine Stunde, … es vergingen 2 Stunden und dann endlich der Blasensprung. Doch auch nach einer weiteren Stunde war kein vorangehendes Teil am Scheidenausgang zu sehen.

Na, ja inzwischen haben wir ja Routine im Umgang mit solcher Art von Besonderheiten. Also untersuchen um festzustellen woran es hakt.

Es zeigte sich eine unvollkommene hintere Fußlage. Das Lämmchen hatte sich nicht geburtsgerecht eingestellt. So holten wir das hintere linke Beinchen in Höhe des rechten hinteren Beinchens und zogen bis der Steiß mit Schwätzchen entwickelt waren. Nun ging es wehensynchron weiter und gemeinsam entwickelten wir einen zweiten großen Jungen um 17:30 Uhr. Nach wenigem Pusten ins Gesicht und Lecken seiner Mama, kam das Lämmchen schnell zur Besinnung und bereits nach wenigen Minuten suchte die kleine scheute nach etwas trinkbarem. Hannas zweiter Sohn hat eine typische weiße Blesse und das kleine Schwätzchen ist zur Hälfte weiß. Er trägt keine Schuhe und keine Stiefel und ist auch nicht mit anderem zierenden Weiß bedacht.

 

Mit unserer Hilfe bekamen beide Lämmchen die ersten schlucke an Mamas Milchbar. Und schon nach kurzer Zeit standen beide sicher auf ihren langen Beinchen. Der Mutterkuchen kam relativ schnell hinterher.

 

So, nun hoffen wir, dass die Fehllage des zweiten Zwillings die einzige Besonderheit im zukünftigen Leben der kleinen Familie bleibt. Mehr Überraschungen brauchen wir nicht. 

Alles Gute dem Dreierteam. 

 

 

 

 

  08.05. 2013


Grete, unsere Kleinste

in der Runde

 

Grete ist unsere kleinste werdende Mutter in der Schafherde.



Papa Hänschen und Mama Martha sind ebenfalls nicht besonders groß und so kommt Grete ganz nach ihren Eltern.

 

Grete wurde das erste Mal gedeckt. Vater ihrer Kinder ist Dreizehn.

 

Bereits seit 2-3 Tagen verhielt sich Grete sehr ruhig. Sie legte sich viel ab und zog sich vorzeitig vom Futter zurück. Das Euter wurde zunehmend rot und sie begann zu schleimen.

 

Heute Morgen stand sie scharrend in der Box. Schnell in den Kreißsaal mit ihr. Um 08:00 Uhr kam es zum, Blasensprung und bereits um 09:15 Uhr gebar sie völlig unkompliziert einen Jungen mit langen Beinchen. Hier sieht man sofort wer der Vater ist.

Sagenhaft wie Grete das meisterte. Der kleine große Mann hat hinten zwei weiße Stiefel und zwei weiße Schuhchen an den Vorderläufen. Im Gesicht ist er mit einer breiten weißen Blesse gezeichnet und an den Ohransätzen befinden sich weiße Kringel. Es ist ein munteres Kerlchen und Grete bemühte sich eifrig ihn trocken zu bekommen. Viel Zeit blieb ihr nicht.

 

Bereits nach 15 Minuten wieder Presswehen und um 09:35 Uhr gesellte sich ein Bruder hinzu. Gretes zweiter Sohn trägt hinten an den Beinen weiße Stiefeletten und ist am rechten Vorderlauf weiß besohlt. Zusätzlich trägt er ein weißes Sumpfband am rechten Vorderbein. Er hat die typische Blesse der Scharzbless-Schafe und seine Ohren sind schwarz-weiß gescheckt. ¾ des Schwanzes sind weiß.

 

Grete hat ihren zweiten Sohn „getrocknet“ und gerufen und der kleine Mann antwortete mit lautem „bääääähh“. An die Zitzen zu kommen war kein Problem für die Zwei und nun liegen alle Drei entspannt im Einzelzimmer und machen Pläne für die Zukunft. 

Wir drücken die Daumen, dass die folgende Zeit genau so toll wird wie der Start ins Leben.

 


 

07.05. 2013

Klara trägt ihre Kinder

wie ein Packesel

 

In den letzten 14 Tagen glich Klara mehr einem Packesel als einem Schaf.

 

 

Sie schaukelte regelrecht ihr Kinder durch die Zeit. Wir hatten bedenken, dass es wieder Drillinge gibt, so dick wie sie war .

 

Aber Klara wusste es besser. Am Morgen beim Füttern stand sie abseits der anderen Damen und zeigte kein Interesse am Futter. Beim genaueren Betrachten, sah man dass Klara bereits einen Blasensprung hatte. Somit ging es in den Kreißsaal.

 

Nur eine halbe Stunde nach ihrem Umzug gebar sie ein Mädchen aus unvollkommener Fuß-Kopf-Lage. Es ging völlig ohne Hilfe.

Klaras Tochter hat die typische weiße Blesse, ein breitet weißes Lätzchen, einen weißen Schuh am linken Hinterlauf und das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß. Sie ist ein munteres „Spring ins Feld“. Schnell stand sie auf ihren vier Beinen. Um die ersten Schlucke von Mamas Milch zu bekommen, brauchte sie etwas Hilfe. Aber an der Milchbar angedockt, trank sie gierig. Klara nahm die kleine liebevoll an. Durch trocken lecken und Verständigung mit leisen Brummen begann der erste Mutter- Kind Kontakt.

Nach ½ Stunde setzten wieder Wehen ein. Dann ging es rasant schnell. Nach dem Blasensprung schob sich eine kleiner Po mit weißem Schwänzchen in Richtung Scheidenausgang. Es war eine Beckenendlage. Vorsichtig die beiden Hinterbeine hervor gewischt und der zweite Zwilling lag nun in regelrechter Lage.

Schwups, mit 3 Presswehen gebar Klara ein zweites Mädchen. Die kleine hat eine breite weiße Blesse und die kleinen Ohren sind weiß-schwarz gestreift. Sie trägt hinten rechts einen weißen Schuh und das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß. Sie war fit wie ein Turnschuh und schon nach wenigen Minuten ging es auf wackligen Beinen auf die Suche nach Mamas Milch.

 

So nun liegen alle Drei entspannt in ihrer „Lounge“ und ruhen sich aus.

Klara ist eine erfahrenen Mutter, so dass die Zukunft sicher ohne große Überraschungen bleibt.


Wir wünschen dem Damenteam einen schönen Sommer hier auf Espetveit.


 


 

06.05. 2013


Biggi wird zum


geburtshilflicher


Notfall   

 

 

Unsere Biggi ist ein kräftiges Schaf. Sie selbst ist ein Drilling von Lisa und hatte in ihrer Lammzeit schon einige aufregende Erlebnisse. Das Einschneidendste war der Madenbefall, dem sie als kleines Lamm ausgesetzt war. Aber durch intensive Pflege ist Biggi mit dem Leben davon gekommen und da sie uns ans Herz gewachsen war, behielten wir sie in der Herde.

 

Biggi war das zweite Mal trächtig. Im letzten Jahr gebar sie Drillinge. die Geburt war nicht unkompliziert und leider nahm sie ihre Kinder nicht an. Aber jeder bekommt eine zweite Chance bei uns und so auch Biggi.

 

In der Box vier hatten alle bereits geboren und so war Biggi die letzte Schwangere in dieser Runde. Wir stellten sie vorab in den Kreißsaal, falls die Geburt in der Nacht beginnt, sollte sie Ruhe vor all den anderen Mitbewohnern haben.

 

Am Abend fraß sie nur mäßig und legte sich viel hin. Wehen waren um 17:00 Uhr noch nicht auszumachen .

Als wir um 22.00 Uhr wieder in den Schafstall kamen hatte Biggi bereits ihr erstes Lämmchen geboren und war dabei es trocken zu lecken.

Na, Klasse, alles scheinbar unkompliziert und sie kümmert sich auch um ihre Tochter. Die Kleine hat vier weiße Stiefel eine breite weiße Blesse, die sich über den Kopf hinaus zieht. Die Ohren sind weiß-schwarz gescheckt und der kleine Schwanz ist zur Hälfte weiß. Zusätzlich ziert sie ein breiter weißer Latz. Alles schien normal und friedlich zu sein.

Liane, die am kommenden Tag wieder zur Arbeit musste, verließ den Schafstall in der Annahme, dass jetzt auch das zweite Lamm seinen Weg findet. Ralf und Ina blieben bei Biggi.

 

Um 22:30 Uhr dann wieder Presswehen und am Scheidenausgang zeigte sich eine kleine weiße Schnute. Trotz guter Wehen ging es nicht weiter. Das Köpfchen kam nicht weiter voran und beim vorsichtigen untersuchen erkannte Ralf das Problem. Es handelte sich um eine reine Schädellage. Die Beinchen lagen zurück geschlagen am Bauch des Lämmchens.

So wie es empfohlen wird, hat Ralf den Kopf zurück in den Geburtskanal geschoben um die Beinchen hervor zu bekommen. Doch leider hatte Ralf den Kopf beim Zurückschieben nicht gesichert. Er bekam zwar die Beinchen hervor aber vom Kopf war nichts mehr zu sehen.

Liane also wieder raus aus dem Bett und zum Notfall in den Schafstall.

Erst entstand der Eindruck, dass sich das Lamm vollkommen gedreht hatte und nun mit den Hinterfüßen in Richtung Geburtskanal lag. Doch es war kein Popo und kein Schwänzchen zu tasten.

Das Lamm hatte sich beim hervorziehen der Beine in der Gebärmutter gedreht und völlig verkeilt. Es lag nun mit der eigenen Bauchseite zum Rücken der Mutter und der Kopf war in Deklinationslage und lag seitlich vom rechten Schulterblatt. Manuelle Handgriffe hin und her, Liane bekam das Lamm nicht frei.

 

Was nun ? Aus dieser Lage kann kein Lamm geboren werden! Kaiserschnitt?

Tja, beim Menschen fährt man dann einfach in den OP und macht einen Kaiserschnitt. Doch bei einem Schaf sieht das ganz anders aus. Eine Ausstattung zur Durchführung dieser OP haben wir zwar, aber es mangelt an Narkotika. Warten bis der Tierarzt kommt, bedeutet hier in Norwegen 2 Stunden Wartezeit, falls er nicht gerade bei einer anderen Geburt in einem anderen Schafstall beschäftigt ist. Bis dahin ist unser Lamm tot!

 

Nach unendlich langer Zeit , vor- und zurückschieben, konnten wir das Lamm, in der Gebärmutter drehen, den Kopf von der Lage neben dem rechten Schulterblatt hochschieben und mit zwei Fingern in Richtung Scheide fixieren. Mit Zug an den beiden Beinen und den Kopf unter Fingerführung geschient kamen wir langsam voran. Nach fast 2 Stunden des geburtshilflichen Managements gebar Biggi ihre zweite Tochter um 01:15 Uhr des 7.Mai. Regelmäßiger langsamer Herzschlag war vorhanden und so rubbelten wir die Kleine und pusteten ins Gesicht um die Lebensgeister zu wecken. Endlich ein paar tiefe Atemzüge und ganz langsam zeigte sich eigene Reflexe.

Biggi konnte sich nicht erheben, sie war völlig geschafft.

 

Aber nicht nur Biggi und ihre zweite Tochter Bjella waren das.

Wir alle hatten Schwerstarbeit geleistet und waren an unsere Grenzen gekommen.

Biggis zweite Geburt war bisher die schwierigste Handlung die wir im Zusammenhang mit einer falschen Geburtslage hatten. Das brauchen wir nicht noch mal.

Wir haben gelernt aus dem Fehler, den wir gemacht haben. Nie den Kopf zurück schieben, ohne ihn gesichert zu haben. Er muss in der Längslage bleiben und zugänglich sein. Aber es ist wie immer. Das wichtigste im Leben lernt man aus seinen Fehlern.

 

Biggis zweite Tochter hat hinten zwei weiße Stiefel und an den Vorderbeinen zwei weiße Stiefeletten. Sie trägt eine breite weiße Blesse, die sich bis über den Kopf zieht. Das Schwänzchen ist vollkommen weiß.

 

Nun gut, Biggi hat ihre zweite Tochter so gut wie es ging geleckt. Und die kleine hat an Mamas Euter getrunken. Sie brauchte natürlich viel länger um auf den eigenen vier Beinen zu steh, als ihre Schwester.

Biggi haben wir prophylaktisch mit Penizillin behandelt. Wir werden diese Antibiotikaprophylaxe über 3 Tage fortzusetzen.

 

Das Wichtigste ist für uns im Augenblick, dass Biggi überlebt und sich von dieser Prozedur gut erholt.

Wir drücken mehr als nur die Daumen. Sie hat ihre Töchter angenommen und wir wünschen den Dreien, dass sie zusammen einen schönen Sommer auf unserer Weide verbringen können. 

 

 

 

04.05. 2013


Die Leichtigkeit

des Lene-Seins

 

Lene ist die Tochter von Susi und wurde im April 2011 geboren. 

 

Leider nahm sich Susi ihrer Tochter nicht an, so dass Lene zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Ole und noch einigen anderen Lämmern im Kindergarten auf Espetveit aufwuchs.

 

Gedeckt wurde Lene von dreizehn unserem großen kräftigen Bock aus dem Lämmerkindergarten 2010.

Als wir heute Morgen in den Schafstall zum füttern kamen, stand Lene abseits und hechelte.

Ab mit ihr in den Kreißsaal dachten wir und das war völlig richtig.

 

Um 07:30 Uhr bekam sie einen Blasensprung und ca. ½ Stunde später begannen die Presswehen.

Doch, oh weh, am Scheidenausgang zeigten sich lediglich zwei kleine Füßchen und zwar mit der Sohle nach oben.... eine hintere vollkommene Fußlage. Aber Lehen blieb cool.

In nur wenigen Pressversuchen gebar sie ein kleines Mädchen, welches völlig unbeeinflusst von der Geburt war. Es ist eine wirklich sehr kleine Maus, aber quietsch fidel. Sie hat eine kleine auf der Nase unterbrochene Blesse, sieht aus wie ein Dreieck auf dem Kopf und ein Dreieck über der Nase. Hinten rechts trägt sie einen weißen Stiefel und am linken Hinterlauf hat sie einen weißen Schuh. Der Schwanz ist zur Hälfte weiß. Sie versuchte schnell auf die Beinchen zu kommen. Lene leckte sie intensiv und rief nach ihr. Doch Lene hatte nicht viel Zeit ihre kleine Tochter trocken zu bekommen. Nur 10 Minuten später flutschte ein kleines Böckchen auf die Welt. Er kam aus regelrechter vollkommener Fuß-Kopf-Lage, völlig unkompliziert. Der kleine Mann hat wie seine Schwester eine unterbrochene weiße Blesse, die etwas größer ausfällt als bei seiner Schwester. Das kleine Schwänzchen ist zu 1/3 weiß, ansonsten trägt er ein völlig schwarzes Fell. Auch Lenes Sohn kam schnell auf die Beine und gemeinsam mit seiner Schwester machte er sich auf den Weg zur Milchstation. Lene stand ganz still und mit nur wenig Hilfe von uns genossen beide die ersten Schlucke von Mama Milch.

Lene hat sich mit Ruhe und Geduld um ihre Zwillinge gekümmert. Wir sind froh, dass sie die beiden so akzeptiert und umsorgt da Lene selbst nie eine liebende Mama erlebt hat.


Wir wünschen Lene und ihren Lämmchen

alles Gute für die nächsten Monate. 

 


02.05. 2013

Fips macht ihre Sache gut

 

Das Deckdatum von unserer Fips war der 5. Dezember 2012.


Rein rechnerisch müsste sie am 1. Mai gebären. Na, ja rechnet man die Variable von +/- 5 Tagen mit ein, so liegt sie noch in der Norm.

Und Fips hält sich an den Termin. Heute Morgen beim Füttern zeigt sie bereits Wehen und ab geht es mit ihr in den Kreißsaal.

Leider müssen wir dadurch Tria mit ihren Drillingen vorzeitig rausnehmen, aber da beide in einer Box stehen, ist es anders nicht möglich. Ansonsten hätten wir ein großes Durcheinander, wenn wir anfangen die Schafen von einer Box in die andere zu setzten. Das bedeutet Stress für Mensch und Tier, das brauchen wir nicht noch zusätzlich.

Aber Fips geht die Geburt ganz locker an. Ohne viel Theater kommt es um 08:30 Uhr zum Blasensprung und nur wenige Minuten später befördert sie ein quietsch fideles Lämmchen auf unsere Welt. Es ist ein Mädchen mit einer breiten weißen Blesse, zwei Stiefeln an den Hinterläufen, zwei weißen Schuhchen an den Vorderläufen, einem weißen linkem Ohr, und einem völlig weißen Schwänzchen.

Sie hatte kaum Zeit sich um ihre Tochter zu kümmern und schon springt die zweite Fruchtblase. Nur 25 Minuten nach ihrer Tochter, kommt ein kleines Böckchen hinzu. Er hat ebenfalls eine breite weiße Blesse, die in einer weißen Halskette sich fortsetzt und weiter am Hals Richtung Brust und Bauch ausläuft. Der kleine Mann hat jeweils einen weißen Stiefel (links) und einen weißen Schuh (rechts) hinten. Vorn links trägt er einen weißen Schuh. Der Schwanz ist zu 2/3 weiß und am Schwanzansatz ziert ein weißer Kringel den kleinen Mann.

Wie seine Schwester hat er keine Schwierigkeiten auf die Beine zu kommen und die ersten wohltuende Schlucke Milch zu ergattern.

Aber es ist kein Wunder. Fips ist eine ruhige, ausgeglichene, erfahrene liebevolle Mutter. Da muss sich einfach ein Lämmchen wohl fühlen bei der Anleitung für den Start ins Leben.

Wir sind sehr froh, dass Fipsi mal wieder souverän die Schwangerschaft und Geburt hinter sich gebracht hat. Sie wurde das 5 Mal Mutter.

Alle Achtung diesem Schaf gegenüber. 

Nun hoffen wir, dass die Drei einen schönen Sommer miteinander verleben werden.

 



01.05. 2013


Colli erkämpft sich


ihre Zwillinge


 

Seit 3 Tagen steht Colli etwas träumerisch an der Seite ihrer Wohngemeinschaftsdamen. Seit heute frisst sie nicht mehr. Also kommt sie in den Kreißsaal mit dem frisch eingestreuten Stroh. Ab 13:00 Uhr hat sie regelmäßige kräftige Wehen und läuft unruhig in der Box umher. Auch nach mehreren Stunden intensiver Wehentätigkeit, sieht man äußerlich keinen Geburtsfortschritt. Wir befürchten schon das Schlimmste. Wahrscheinlich liegen beide Kinder in gleicher Höhe im Geburtskanal und keines lässt das andere den Vortritt. Colli wirkt sichtlich erschöpft und legt sich inzwischen völlig flach auf den Boden um ein wenig auszuruhen. Doch die Wehen lassen ihr keine Zeit.

Endlich um 21:40 Uhr ein Blasensprung mit klarem Fruchtwasser. Kurz danach beginnt sie zu pressen ohne dass man etwas am Scheidenausgang erkennen kann. Um 22:00 Uhr sieht man eine weiße Schnute, die sich langsam in der Wehe vor schiebt, allerdings in der Wehenpause wieder verschwindet. Es geht nicht vorwärts, trotz kräftigen Pressens. Colli schaut uns mit großen Augen an, als ob sie uns um Hilfe anfleht. Und das tun wir auch. Bei der Untersuchung findet sich das Köpfchen in führender Position und der rechte Fuß liegt am rechten Ohransatz. Also mal wieder eine unkorrekte Lage. Wir lösen vorsichtig den Fuß und strecken ihn neben dem Köpfchen aus. Gemeinsam mit Colli wird in den Presswehen gearbeitet und wir können um 22:15 ein kräftiges Mädchen entwickeln. Das Lämmchen hat eine breite weiße Blesse, einen breiten weißen Schlips, zwei Stiefel an den Hinterläufen und weiß gesohlte Füße vorn. die augen sind von einer großen schwarzen Brille umrandet und sie ein weißes und ein schwarzes Ohr. Der Schwanz ist vollkommen weiß. Die Kleine sieht richtig putzig aus und die Geburt hat sie einfach so weggesteckt. Schnell versuchte sie auf die Beine zu kommen und an die Milchstation zu gelangen. Trotz anstrengender Geburt kümmerte sich Colli intensiv um ihre Tochter. Man merkte ihr richtig an wie erleichter sie war es endlich geschafft zu haben.

Nur eine halbe Stunde später wieder kräftige Wehen und ein Blasensprung um 23:00 Uhr. Doch dann sollte es noch 55 Minuten dauern bis Colli ihr zweites Lämmchen gebärt. Es war ebenfalls eine Wahnsinnsarbeit für die Schafmutter. Ende gut alles gut, sie gebar einen kleinen Jungen aus unvollkommener Kopf-Fuß-Lage. Dieses Mal ging der linke Fuß neben dem Kopf und der rechte war zurückgeschlagen. Der kleine Mann trägt eine breite weiße Blesse, zwei weiße Stiefel hinten und das Schwänzchen ist zu 2/3 weiß. Colli`s Sohn war fit und mit Hilfe fand er das Euter seiner Mutter schnell. Gierig nahm er die ersten Milliliter zu sich. Inzwischen steht er sicher wie seine Schwester auf allen vier Beinen und lässt sich von Mama Colli liebkosen.

Wenn es die Zeit zulässt, werden die Drei etwas länger im Kreißsaal verweilen. Colli braucht Zeit, sich von den Strapazen der langen Geburt zu erholen. Auf den ersten Blick ist sie eine liebe Mama und ihre Zwillinge scheinen sich geborgen und wohl bei ihr zu fühlen. 

Wir wünschen dem Dreierteam alles Gute für die Zukunft.

 

 


01.05. 2013


„Alles was Du kannst,


das kann ich viel besser“, … 

 

… dachte sich Tria und ist nun Mutter von Drillingen. Aber bis dahin war es ein langer, komplizierter Weg.

 

Tria kam bereits am 30.04. in den Kreißsaal. Sie fraß nicht richtig und stellt sich oft abseits der „Bande“.

Am 1. Mai so gegen Mittag, zeigte sie deutliche Zeichen von Wehen. Sie war allerdings ziemlich cool dabei. Tria ist das vierte Mal trächtig und eine routinierte Mutter und Gebärende. Also, dachten wir, sie wird ihre wahrscheinlich 2 Kinder schon schaukeln.

 

Nach dem Blasensprung um 17:00 Uhr gebar sie mit nur wenigen Presswehen um 17:15 Uhr einen kräftigen Jungen, der fast die gleiche Zeichnung besitzt wie sie selbst.

Er hat einen großen weißen rundlichen Fleck auf dem Kopf, einen zu 2/3 weißen Schwanz und trägt an den Hinterfüßen weiße Schuhchen. Eine winzige weiße Schnippe ziert das Areal über der Nase. Er ist ein hübsches Kerlchen, so wie seine Mama. Flugs kam er auf die Beine und suchte sofort nach etwas Trinkbarem. Tria leckte, und leckte und leckte und warf den kleinen Kerl durch den Kreißsaal, da er noch wackelig auf seinen Beinchen stand. Es war sehr rührend wie besorgt sie um ihn war.

 

Tja und dann warteten wir der Dinge, die da kommen. Aber es kam nichts. Tria begann zu fressen und zeigte keine Wehen. Trotz mehrmaligen Anlegens kam keine Wehentätigkeit in Gang. Nach zwei Stunden entschlossen wir uns zu untersuchen und siehe da eine zweite Fruchtblase stand noch und man konnte 2 Füßchen mit einem in gleicher Höhe liegenden Kopf tasten. Wir hatten eine regelrechte Lage beim zweiten Lamm und applizierten um 19:30 Uhr 10 IE Syntocinon i.m..

 

Nach einer Stunde war die Fruchtblase sichtbar im Scheidenausgang und nach dem Blasensprung um 20:20 Uhr gebar Tria nur 5 Minuten später in 2 Presswehen ein weiteres Lamm was in seiner Fruchtblase auf die Welt kam. Schnell die Eihaut eröffnet, so dass das Lamm den ersten Atemzug holen konnte. Hätten wir die Fruchtblase nicht sofort eröffnet, hätte das Lamm reichlich Fruchtwasser aspiriert und es hätte Atemprobleme gegeben oder wäre eventuell sogar erstickt.

Es war ein Mädchen mit einer weißen breiten Blesse, einem weiß gestreiften rechten Ohr, einem breiten weißen Latz, weiße Stiefel an den Hinterläufen, eine weiße Stiefelette am rechten Vorderfuß und einen zu 2/3 weißen Schwanz. Die Kleine zeigte sofort den Saugreflex, so dass wir sie direkt ans Euter legten und sie die ersten Schlucke machte, bevor sie auf den Beinen stand.

 

Unmittelbar nach der Geburt des Mädels, kamen frische Koagula aus der Scheide und es zeigten sich deutliche Zeichen der Plazentalösung. Normalerweise kein Grund zum Unruhig werden. Doch beim näheren Hinsehen, zappelten da auch 2 Füßchen am Scheidenausgang. Ein drittes Lamm in hinterer kompletter Fußlage verknüpft mit einsetzender Plazentalösung bedeutet schnelles Handeln. Löst die Plazenta sich vollständig bevor das Lamm geboren ist, hat das Lamm keine Versorgung mehr mit Sauerstoff oder kann verbluten und stirbt. Tria wurde festgehalten und an den beiden führenden Beinen gezogen. Die Extraktion ging relativ leicht. Es waren ja bereits 2 Lämmer „durch gerutscht“.

Das dritte Lamm, ebenfalls ein Mädel, war putzmunter und kam nur 10 Minuten nach seiner Schwester hinzu. Schnell stand es auf seinen Beinchen. Es ist ganz schwarz, hat einen runde weiße Zeichnung auf dem Kopf, eine „weiße „Schnippe“ auf der Nase eine weiße Schuhsohle am linken Hinterlauf und einen zu 3/4 weißen Schwanz. Es wollte sofort an die Milchbar.

 

Nun hat unsere Tria reichlich zu tun ihre Rasselbande im Lot zu halten. Es ist schon eine Herausforderung auch für ein Schaf mit drei Kindern. Tria hat ein sehr großes Euter und da ist sicher genug Milch auch für drei. Die Frage ist, wird der Inhalt auch gerecht verteilt oder hat ein Lamm das Nachsehen. Es gibt nur 2 Zitzen und die sind in Zukunft hart umkämpft. So lange alle Schafe im Stall sind, können wir ein Auge auf unsere Drillinge haben. Wenn sie draußen sind können wir nur akzeptieren wie es läuft.

 

Ein Lamm primär der Mutter wegnehmen und mit der Flasche groß ziehen, wollen wir nicht. Diese Methode, das Wegnehmen und damit die Reduktion der Anzahl an Lämmern für ein Mutterschaf ist durchaus üblich in der Schafzucht. Damit verbessert man die Überlebenschancen und fördert das Gedeihen der Lämmer. Wir betreiben es mehr natürlich, passen auf und unterstützen die Schafmütter.  

Alle Drei sind kräftig entwickelt, so dass alle eine gute Chance haben.

 

Wir sehen mit Spannung den nächsten Wochen entgegen und drücken ganz fest die Daumen, dass die Drei sich gleichermaßen entwickeln und gemeinsam Tolles draußen auf der Weide im Sommer erleben.

 

Herzlichen Glückwunsch an Tria für die Leistung und Toleranz uns gegenüber.