17.05. 2012 Die Freiluftsaison hat begonnen

 

Endlich wird es wärmer und für die nächsten Tage ist nur wenig Regen angesagt. Das Raufutter wird so langsam knapp und so haben wir uns entschlossen, die gesamten Rasselbande nach draußen zu bringen. Das letzte Lämmchen wurde vor 5 Tagen geboren so dass alle kräftig genug sind, am Leben in der freien Natur teilzunehmen.

Am Vormittag ging es durch den Hintereingang am Schafstall über die Schräge nach draußen. Was für ein Theater mal wieder. Die Schafmütter „hatten keinen Bock“ ihre warme trockene Stube mit regelmäßiger Fütterung zu verlassen. Wir mussten jede Einzelne schieben und ziehen um sie endlich über die Rampe nach draußen zu befördern. Die Lämmchen haben wir einfach ins Freie gesetzt und als alle draußen waren ging „das große Suchen und Finden“ wie in jedem Jahr los. Das Interesse der Mütter lag nun mehr bei dem frischen grünen Gras und die eigenen Kinder waren da Nebensache. Nach geraumer Zeit waren die kleinen Familien aber wieder im Lot und gemeinsam ging es weiter immer dem grünen Gras nach.

 

Leider konnte unsere Emma mit ihrem Bodo nicht nach draußen. Sie hatte 3 Tage zuvor eine Euterentzündung bekommen mit einer ausgeprägten Abszessbildung, die sie in ihrem Allgemeinbefinden beeinträchtigte. Emma lag fast nur und fraß nicht. Wir hatten sofort mit einem Antibiotikum begonnen, welches sie 2x täglich gespritzt bekommt. Außerdem erhält sie Voltaren was schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken soll. Hoffentlich geht das gut mit ihr. Bodo bekommt nun zusätzlich die Flasche, damit er seine Ration an Milch erhält. Auf der einen Euterseite kann er zwar trinken, aber die Milchproduktion geht natürlich schnell zurück, wenn das Mutterschaf nicht entsprechen Futter zu sich nimmt.

 

Wie in jedem Jahr haben wir auch wieder Flaschenlämmer. Es sind Maila, Tochter von Største, die einfach nicht bei ihrer Mutter trinkt.

Kira und Dala, zwei der Drillinge von Biggi, die von ihrer Mutter nicht mehr akzeptiert werden, gehören ebenfalls zu den „Kindergartenlämmern“. Warum auch immer, vielleicht war das Geburtserleben so prägend, dass Biggi die Nase voll hat.

Kurti und Rudi, Martha ihre Jungs, gehören auch zu den Flaschenlämmern. Martha hatte bereits am 2. Tag nach der Geburt ihre Mastitis entwickelt und so bekamen die Beiden eigentlich von Anfang an die Flasche. Sie haben auch keine besonders enge Bindung zu ihrer Mutter, so dass die räumliche Trennung nun kein Problem für die Drei darstellt.

 

Mirella und Leon, Zwillinge von Ina sind ebenfalls Flaschenlämmer. Die beiden haben wir zur Aufzucht nach Finsland in eine andere Schafherde gegeben. Sie sind dort bei guten Menschen, denen das Wohl ihrer Tiere sehr am Herzen liegt. Wir sind von überzeugt, dass die beiden Kleinen es da gut haben und zu kräftigen Schafen heranwachsen. Ihre Mutter Ina hat sich von ihren Zwillingen distanziert und sie durften nicht mehr am Euter trinken.

 

Zu guter Letzt unser Thommy. Er ist der eine Zwilling von Quetschi. Seine Schwester ist leider am 3. Lebenstag verstorben. Thommy hat keine Lust am Euter seiner Mutter zu trinken, will aber in ihrer Nähe sein. So bekommt er auch die Flasche. Er steht jedoch mit seiner Mama auf der Weide bei allen anderen Müttern und Lämmern. Sobald er uns sieht kommt er laut schreiend gelaufen, trinkt seine 750ml Milch und trottelt dann wieder zurück zu seiner Mama Quetschi.  

 

Damit ist der Lammkindergarten auf Espetveit ebenfalls eröffnet.

 

Von nun an stehen alle Neuigkeiten betreffs unserer Schafherde wieder in unserem Tagebuch 2012.

Der Schafstall wird nun gesäubert und für die neue Lammzeitsaison vorbereitet.

 

Anfang Oktober starten wir dann mit unserer Berichterstattung wieder auf der Lammzeitseite für 2012/2013. 

 

 

 

 

12.05. 2012 Kathi schließt den Reigen

 

Heute morgen stand Kathi teilnahmslos in ihrem Kreißsaal. Es war ein eindeutig zu sehen, … sie hatte Wehen.

Wir waren geraume zeit mit dem füttern beschäftigt, da ja inzwischen sich einige Lämmer zu Flaschenkindern gemausert haben.

Aber während dieser Zeit war bei Kathrin nichts zu sehen. Also raus aus dem Stall und zu den Pferden damit auch sie ihr Frühstück bekommen.

Nur eine ¾ stunde später zurück im Schafstall war Kathi bereits damit beschäftigt ihr gerade geborenes Lämmchen trocken zu lecken. Es ist ein großes Mädchen mit einer breiten weißen Blesse , einer weißen Fliege um den Hals, weiße Stiefel hinten und weiße Schuhe vorn. das Schwänzchen ist zu 2/3 ebenfalls weiß. Die Kleine stand zugig auf eigenen Beinen und ging auf Suche zur Milchstation.

Und nun , kommt noch ein Geschwisterchen? Nein, nach 2 stunden wurde der Mutterkuchen geboren und somit unsere Lammzeit beendet.

 

Wir wünschen diesem letzten Damenteam alles Gute für die Zukunft.

 

 

 

10.05. 12 Hanna zeigt wie man auch ganz natürlich seine Lämmchen bekommen kann

 

Inzwischen haben 18 unserer trächtigen Schafe ihre Lämmer geboren.

Hanna und Kati warten noch auf ihren Nachwuchs.


Die Boxen der beiden Schafböcke, die ja seit 10 Tagen draußen auf ihrer Herrenweide sind, haben wir zu zusätzlichen Kreißsälen umfunktioniert. So hatten wir ausreichend Möglichkeiten die Mütter in seperate Boxen zu stellen, wenn gleichzeitig mehrere unter der Geburt waren.

Außerdem sind ja auch die nichträchtigen Schafe bereits auf der Wiese, so daß die Mütter mit ihren Lämmchen ausreichend Platz in der großen Box haben. 


Gestern Abend stellten wir Hanna und Kati in je eines dieser umfunktionierten Kreißsäle.

 

Heute morgen gegen 06:30 Uhr kam Hanna nicht wie üblich laut rufend zum Futterfassen. Der Leib hatte sich gesenkt und es sah so aus dass sie Wehen hatte. Dann um 08:20 Uhr der Blasensprung . Sie legte sich, sie stand auf, ein ständiger Wechsel der Position. Um 09:05 Uhr sah man endlich zwei Füßchen und ein kleine Schnute, die den Weg nach draußen suchten. In wenigen Presswehen gebar sie einen großen, kräftigen Jungen ganz ohne Hilfe völlig unspektakulär. Es folgte das übliche Kennenlernen mit dem Austauschen der Ruflaute und des Trockenleckens. Der kleine Mann kam zügig auf die Beine und lief suchend um seine Mutter herum. Wir halfen ihm beim finden der Zitze, denn es ist für Hannas Lämmer nicht so einfach diese aufzunehmen.

Hanna hat zwei riesige Zitzen, die zwar eine menge Milch beinhalten als Reservoir, aber oft zu Beginn zu groß für die kleinen Lammschnuten sind. Das kleine kräftige Kerlchen trank mit großen Schlucken die erste Milchportion. Hannas Sohn hat eine typische weiße Blesse, die auf der Nase dünn ausläuft. Das Schwätzchen ist zu 2/3 weiß und an den Hinterläufen trägt er weiße Ringelsöckchen.

 

Die Wehen setzten nach der ersten Geburt relativ zügig wieder ein. Am Scheidenausgang zeigten sich 2 Füßchen, nicht mehr. Da dachten wir, …. „es wird doch wohl nicht schon wieder Hilfe notwendig sein“? Wir warteten und das war gut so. Langsam ging es vorwärts, man sah ein kleines Schwänzchen, es folgte der Popo und in den nachfolgenden zwei Presswehen gebar Hanna ein großes Mädchen aus hinterer vollkommender Fußlage ganz normal und unkompliziert. Die Kleine war munter wie ein Fisch im Wasser und nahm durch rufen sofort Kontakt mit ihrer Mama auf.

Hannas Tochter hat einen weißen Kopf , trägt vorn links einen weißen Schuh und hat einen zur Hälfte weißen Schwanz.

Beim Trockenlecken hatte Hanna es nicht so einfach, denn ihre Tochter war ständig bemüht auf die Beine zu kommen und so war es ein wackliges , diskontinuierliches Geschaffe. So wacklig wie das Mädchen auf den Beinen war ging es zum Euter. Auch bei ihr mussten wir helfen die Zitze in die kleine Schnute zu bekommen. Die ersten Tropfen nahm sie erfolgreich zu sich.

 

Hanna war dem Ganzen gegenüber einfach nur cool. Nun gut, sie ist eine erfahrende Mutter und das sind Lamm Nummer Sieben und Acht für sie.

Der kleinen Familie alles Gute für die Zukunft.

 


09.05. 12 Alfa

 

Gestern abend stellten wir Alfa in den Kreißsaal. Der Leib hatte sich zu beiden Seiten deutlich gesenkt und sie mied die Spätmahlzeit.

 

Dan ging alles sehr schnell und unkompliziert.

Um 02:30 Uhr der Blasensprung und nach wenigen Wehen wurde ein schwarzes Lämmchen aus normaler Lage geboren. Das kleine Mädchen hat nur über Nase und Stirn eine bizarre weiße Zeichnung und keine weiteren Applikationen. Sie war putzmunter und nach 15 Minuten stand sie auf eigenen Beinen. Alfa nahm sie umsorgend an , putzte sie und rief nach ihr. Doch viel Zeit blieb ihr nicht um sich intensiv zu kümmern. Wieder setzten Wehen ein und nur 20 Minuten später kam noch ein Schwesterchen dazu. Das zweite Lämmchen hat ganz diskret ein kleines weißes Dreieck auf der Stirn, so wie ihre Mama Alfa. Ansonsten ist sie rabenschwarz. Die beiden Schwestern können ihre Herkunft nicht leugnen. Alfa ist als Mutter den beiden eindeutig zuzuordnen. Auch die zweite Tochter von Alfa stand schnell auf ihren 4 Beinen und gemeinsam mit ihrer Schwester ging es auf „Nahrungssuche“.

 

Nach all diesen komplizierten Geburten an den Tagen zuvor war es beruhigend mit anzusehen, dass die Lämmchen auch unkompliziert das Licht auf Espetveit erblicken können.

 

Wir wünschen dem Damenteam

alles Gute für die nächsten Monate.

 

 


08.05. 12  Die Pechsträhne will nicht enden

 


Colli

 

Colli war in diesem Jahr wie auch Lilly, Ina, Quetschi und Biggi das erste Mal trächtig.

Sie ist ein hübsches, aber nicht unbedingt kontaktfreudiges Schaf. So hofften wir natürlich, dass wir ihr nicht zu nahe treten müssen aufgrund von geburtshilflichen Komplikationen. Aber wünschen ist das Eine, die Realität das Andere.

 

Am Nachmittag stand sie schon abseits und bei der Abendfütterung gesellte sie sich nicht zu den Anderen. So kam sie in einen der Kreißsäle.

Sie hatte deutlich kräftige Wehen und um 20.00 Uhr kam es zum Blasensprung. Von da an Presswehen und nach einer halben Stunde zeigte sich eine kleine Schnute am Scheidenausgang.

Und wo waren die Füße? - Keine Füße, reine Schädellage! -

Nun trat ausgerechnet ein, was wir nicht wollten. Wir mussten in den Geburtsvorgang eingreifen. Gott sei Dank ging es schnell. Köpfchen zurückgeschoben, ein Füßchen hervor luxiert und dann in der Wehe kräftig gezogen. Das andere Füßchen hatte sich unter das nun vorliegende Füßchen geschoben und wir mussten dieses ebenfalls lösen, damit nun endlich ein großes hübsches Mädchen geboren werden konnte. Nachdem die Kleine auf dieser Welt war, gingen wir sofort raus aus dem Kreißsaall, so dass Collii in Ruhe sich ihrerTochter widmen konnte. Und sie tat dieses mit Bravour!. Die Kleine stand schnell auf ihren eigenen Beinen und stakselte zur ersten Nahrungsaufnahme. Es war alles perfekt. Colli nahm uns diese notwendige Geburtshilfe nicht übel.

 

Die Kleine hat eine wundervolle Zeichnung im Gesicht, … die Weißzeichnung ähnelt die ihrer Mutter. Die Ohren sind ebenfalls zu 2/3 weiß und sie hat 3 weiße Stiefel und ein weißes Schuhchen vorn. Der Schwanz ist zur Hälfte weiß und zusätzlich trägt sie einen weißen Latz.

Nur eine Stunde später kam der Mutterkuchen. Also kein zweites Lamm und das ist auch gut so für Colli. .

Collies Tochter ist vital und liegt stolz neben ihrer Mutter in der Box. Die Beiden sind zwei hübsche Schafe.

Viel Glück dem Damenteam.

 


Lilly

 

Lilly befand sich bereits seit 2 Tagen im Kreißsaal. Wir meinten, dass sie Wehen hat und stellten sie deshalb rein. Aber es tat sich nichts.

 

Heute um 16:30 Uhr bekam sie einen Blasensprung und legte sich viel ab. Nach 2 Stunden kein Fortschritt. Regelmäßige Wehen ohne Pressdrang....kein gutes Zeichen.

Um 20:00 Uhr dann endlich leichtes Pressen, aber kein vorangehendes Teil sichtbar. Es konnte sich damit nur um eine Fehllage handeln. Uns blieb nichts anderes übrig als zu untersuchen. Und da zeigte sich das ganze Malheur. Man tastete nur Beinchen, drei an der Zahl und keine großen Teile, also weder Kopf noch Popo. Nun gut überlegt und nicht das Falsche getan. Nur kleine Teile zu tasten, bedeutet entweder 2 Lämmchen in gleicher Höhe im Geburtskanal oder Querlage eines Lämmchens. Vorsichtig weiter nach oben getastet um heraus zu finden , welche Beinchen zu wem gehören bzw. ein gleiches Paar zu identifizieren, also Hinterbeine/Vorderbeine. Auf keinen Fall darf man ziehen, bevor die Situation ganz abgeklärt ist. Kurz entschlossen zwei Beinchen als Hinterläufe identifiziert und das Lämmchen kräftig in den Geburtskanal vorgezogen. Kurze Pause.... erneuter Zug und das Lämmchen vollständig entwickelt. Es lebte und war ein ganz schön großes Böckchen. Wir alle waren geschafft und glücklich den kleinen Mann um 20:45 Uhr lebend in diese Welt gebracht zu haben. Lilly, die völlig fertig von der langen Geburtsdauer war, nahm ihren Sohn mit lautem Rufen an. Sie leckte ihn trocken und war danach so fertig, dass sie sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Sie legte sich wie ein nasser Sack ab, doch ohne ihren Sohn aus den Augen zu lassen. Auch der kleine Mann war deutlich beeinträchtigt und brauchte eine ganze Weile, bis die ersten Laute und Aktivitäten von ihm kamen. Doch nach dem die Lebensgeister in ihm erweckt waren, ging es krabbelnd zur Mama an die Zitze. Er fand das Euter auf Anhieb.

 

Doch Lilly stand wieder auf und scharrte. Legte sich wieder hin und hechelte. Also noch ein zweites Lamm in Anmarsch.

Wir warteten,... eigentlich zu lange.

Um 23:00 Uhr haben wir erneut untersucht und wir fanden eine in der Gebärmutter liegende geschlossene Fruchblase in der ebenfalls kleine Teile zu tasten waren. Schnell Fruchblase eröffnet, orientiert welche Beine sind die Hinterläufe und nun kräftig gezogen. Um 23:15 Uhr entwickelten wir ein großes Mädchen,... lebend. Man waren wir froh!!! … und Lilly erst mal. Obwohl sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, suchte sie sofort Kontakt zu ihrer Tochter. Sie leckte sie trocken, stupste die Kleine immer wieder und rief nach ihr. Die Antwortlaute kamen relativ schnell zurück und auch dieses Lämmchen erholte sich nach einer ganzen Weile. Die Kleine stiefelte schwankend zu ihrer Mutter und suchte nach der ersten Nahrung.

 

Sagenhaft, was so kleine „Würmerchen“ aushalten,... und wie tapfer unsere Lilly war bei der ganzen Prozedur. !!!

 

Vorbeugend bekam Lilly Calcium und Oxytocin (Wehenmittel) , damit die Plazenta (Mutterkuchen) schnell kommt und die Gebärmutter sich gut zusammenzieht. Eine weiter Komplikation konnten wir nicht gebrauchen.

 

Inzwischen haben beide Lämmer getrunken und liegen „Schach matt“ in der Box.

Draußen in der freien Natur wären Lilly und ihre Lämmer gestorben. Nur gut dass sie behütet bei uns auf Espetveit leben dürfen.

 

Nun noch kurz eine Beschreibung ihrer Zeichnung.

Lillys Sohn hat eine breite weiße Blesse, die sich auch über das gesamte Mäulchen zieht und in einem Latz am Hals ausläuft. Dazu trägt er zwei weiße Stiefel hinten und einen Stiefel vorn rechts. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß.

Bei seiner Schwester ist der gesamte Kopf weiß und nur um die Augen hat sie schwarze Kreise. Auch die Ohren sind bis auf die spitzen weiß getüncht. Dazu kommt ein kleiner schmaler weißer Schlips. An den Hinterläufen sitzen zwei weiße Stiefel und vorn beiderseits weiße Schuhchen. Auch ihr Schwänzchen ist zur Hälfte weiß.

 

Nun hoffen wir natürlich, dass das „Besondere“ für die Drei ein Ende hat und Lilly mit ihren Lämmchen einen sorgenfreien Sommer auf unserer Wiese verbringen kann. Zu wünschen ist es ihnen von ganzem Herzen.

 


07.05. 2012 Die Geburten gehen munter weiter

 

Unsere Sekretärin Fips bekommt ein Zwillingspärchen

 

Die nächtlichen Kontrollgänge um 02:00 Uhr und um 04:00 Uhr zeigten keine Auffälligkeiten.

Gegen 06:30 Uhr ging es zum Füttern in den Stall.

Da stand Fips abseits von den anderen Damen ihrer Box und am Scheidenausgang sah man die pralle Fruchblase. Also schnell Flecki mit ihren Lämmern raus aus dem Kreißsaal, sauber gemacht und Fips rein.

 

Um 07.00 Uhr dann Blasensprung und völlig spontan kommt um 08:00 Uhr das erste Lämmchen aus regelrechter Lage. Es ist ein kräftiger Junge mit nur wenig Weiß auf dem Kopf und ein paar weiße Sprenkel auf dem Nasenrücken. Ansonsten ist er ganz schwarz und gleicht im Aussehen sehr seiner Mutter. Der kleine Bock kam schnell auf die eigenen vier Beinchen und lief auf der Suche nach der Milchstation wie ein Aufziehmänchen durch die Box. Für Fips ist es die vierte Geburt und sie ist in der Versorgung ihrer Lämmchen routiniert. Rufen, lecken und aufpassen , dass bei der ganzen Unruhe, die so ein kleiner Mann mit sich bringt, nicht versehentlich auf ein Beinchen oder Schwänzchen getreten wird, galt Fips ganze Aufmerksamkeit.


Nach 30 Minuten setzten wieder Wehen ein und Fips gebar um 09:20 Uhr noch ein großes Mädchen. Die Kleine ist völlig anders gezeichnet als ihr Bruder. Fast der gesamte Kopf ist weiß. Sie hat einen weißen Latz, weiße Stiefel hinten und vorn weiße Schuh. Sie flitzte auch ziemlich schnell auf den eigenen vier Beinen durch die Box und startete mehrere Versuche, um die ersten Tropfen Milch zu sich zu nehmen. Allerdings hatte sie wie ihr Bruder Schwierigkeiten die Zitze zu finden. Wir warten hier ab.

 

Fips hatte immer die Situation immer im Griff und wird auch dieses Mal ihre Kinder zu ordnen wissen.


 

 

Ina hat eine schwere Geburt

 

Ina stand schon gestern Abend etwas abseits. Sie fraß zwar Heu, nahm jedoch kein Kraftfutter zu sich.

Heute nach dem Füttern bekam sie um 07:30 Uhr einen Blasensprung und damit ging sie in den Kreißsaal.

Sie hatte regelmäßige Wehen, aber es setzten keine Presswehen ein. Es war kein Geburtsfortschritt zu erkennen. Gegen 13:00 Uhr entschlossen wir uns zu untersuchen. In der Scheide konnte man 2 Füßchen tasten und weiter oben ein kleines Schwänzchen. Nun war klar weshalb die Geburt sich so verzögerte. Es war eine hintere Fußlage und bei einer Erstgebärenden bedeutet dieses Zeit und Geduld. Aber auch 1 1/2 Stunden später war kein Fortschritt zu erkennen. Also wieder untersuchen . Dabei zeigte sich, dass die Hinterbeine nicht gestreckt im Geburtskanal lagen sondern das kleine Lämmchen kniete rücklings darin. So war manuelle Hilfe angesagt. Wir entschlossen uns das Lämmchen heraus zu ziehen. Vorher weiter oben getastet, dass auch kein Zwilling zusätzlich den Weg versperrt. Aber es waren keine weiteren anderen Teile zu tasten. So zogen wir kräftig wehensyncron und Ina gebar endlich ein kleines Mädchen. Trotz der langen Geburtsdauer war die Kleine fit. Sie ist in der Zeichnugn ein Ebenbild ihrer Mutter. Haargenau die selben weißen Applikationen.

Wir hatten es vor 2 Jahren schon mal erlebt als Lilly geboren wurden glich sie  ihrer Mutter Emma ebenso haargenau. Inas Tochter kam schnell auf die eigenen Beine. Auch nach der Milch wurde gesucht, allerdings zunächst erfolglos.

Wir waren uns nicht sicher, ob noch ein Zwilling folgen wird. Ina war ganz schön rund, aber das muss kein Grund sein.


Allerdings legte sie sich ca. 30 Minuten nach der ersten Geburt wieder hin und begann leicht in der Wehe zu pressen. Es war aber am Scheidenausgang nichts zu sehen und die nächsten Wehen waren leicht und ohne Pressdrang.

 

Wir verließen den Schafstall um unser Mittag zu essen, was schon geraume Zeit auf uns wartete.


Um 16:30 Uhr wieder zurück im Schafstall leckte Ina gerade ihren Sohn trocken. Sie hatte unmittelbar vor unserem Zurückkommen doch noch ein zweites Lämmchen geboren. Der Kleine hat eine weiße Blesse, weiße Stiefel an den Hinterbeinen und läuft vorn auf weißen Sohlen. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß. Der Kleine ist ein munteres Kerlchen und die lange Geburtsdauer ist auch ihm nicht anzumerken.

 

Ina war nun geschafft und wir halfen den Dreien bei den ersten Trinkversuchen.

Jetzt liegen alle Drei zusammen und schlafen dicht aneinander gekuschelt.

 

Ende gut, alles gut.

Viel Glück Ina und ihrem Zwillingspärchen.

 

 

 

Rosa

 

Heute Abend beim Füttern nahm Rosa nicht mal Heu auf. Sie steht mit hängenden Ohren abseits und die Flanken sind deutlich eingesunken.

Also Störste raus aus dem Kreißsaal und Rosa rein.

 

Rosa hatte von Anfang an starke Wehen. Um 21:30 Uhr kam es zum Blasensprung und von da an setzten die Presswehen ein. Eine Stunde später erblickte ein großer kräftiger Junge das Licht in unserem Schafstall. Es ist seiner Mutter sehr ähnlich in der Zeichnung und sieht genau so aus wie sein Papa Hänschen. Ihn ziert ein weißes Dreieck auf der Nase und auf der Stirn. Die Hälfte des Schwanzes ist weiß, … ansonsten ist er rabenschwarz.

Er ist ein sehr hübscher Bursche.

Rosa leckte ihn intensiv trocken und die bedien tauschen ihre Ruflaute miteinander aus. Nur nach 20 Minuten fand er allein zur Milchstation und nahm reichlich von der nährstoffreichen Milch.

 

Nach der Geburt ihres ersten Lämmchen hatte Rosa eine Wehenpause.

Um 23:00 Uhr ging es von vorn los. Sie hatte wieder kräftige Wehen mit Pressdrang und stöhnte laut in jeder Wehe. Doch dann ging es schnell. Plötzlich schnellte ein großes Köpfen aus der Scheide, … aber keine Beinchen in Sicht. In der Situation warteten wir nicht lange. Schnell einen sterilen Handschuh übergestreift , in die Scheide eingegangen, ein Bein hervor luxiert und dann wehensyncron kräftig gezogen. mit dieser Extraktion  flutschte ein großes Schwesterchen heraus. Sie hat die typische weiße Blesse, die auf der Nase zu einem dünnen Strich ausläuft. Das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß und sie trägt Stiefelletten an den Hinterbeinen.

Sie war genau so munter wie ihr Bruder und stand ziemlich schnell auf ihren Beinen. Wie ein kleiner Automat stiefelte sie zu Mamas Milchbar und nahm die ersten Tropfen der Vormilch zu sich. Erstaunlich wie selbstverständlich die Kleine den Weg fand, als ob sie ihn schon viele Male gegangen war.


Rosa hat 2 kräftige große Kinder geboren und die Anstrengung der Geburt merkte man ihr nicht an. Sie nahm die beiden Lämmchen liebevoll entgegen. Wenn sie sich ablegt, geschieht das immer in der Nähe ihrer beiden Sprösslinge. Das ist nicht immer so in einer Mutter-Kind-Beziehung.

 

Wir wünschen den Dreien phantastische Sommermonate zusammen.

 

 

06.05.2012 Schwarzer Sonntag

 

In der Nacht ist Quetschis Tochter verstorben. Die kleine fiel am Freitag auf. Sie stand gebeugt in der Ecke  und gab keinen Laut von sich. Ihr Bruder war ebenso still, so dass wir die beiden mehr beobachteten. Sie gingen kaum ans Euter ihrer Mutter und das war auch des Rätsels Lösung. Quetschi hat nicht genug Milch, so dass die Zwei nicht satt wurden. Wir begannen sofort bei beiden Lämmern mit der Flasche doch für Quetschis kleine Tochter war es zu spät. Sie hatte wohl über die ersten 48 Stunden ein zu großes Defizit eingefahren, so dass die Flasche für sie zu spät kam. Die Kleine ist gegen 02:00 Uhr in den Schafhimmel übergetreten.

Quetschis kleiner Sohn hat sich wieder erholt und wird ab jetzt mit der Flasche groß gezogen.

 

Aber das ist noch nicht alles mit den negativen Ereignissen für heute. Martha war auffallend ruhig und lag sehr viel in ihrer Box. Sie fraß auch kaum. Das Euter war deutlich gerötet und beim Temperaturmessen hatte sie 41,1 Grad Körpertemperatur.

Martha, die ja zwei kleine Böckchen geboren hat, bekam nun eine Euterentzündung. Ihre beiden Söhne trinken nicht mehr bei ihr. Also bekommen auch diese beiden Jungen eine Flasche. Martha behandeln wir mit Antibiotika und versuchen das Euter leer zu melken. Aber es ist sehr fest und wir bekommen nur wenig Milch gepumpt.

Tja so sind Martha ihre Lämmchen ebenfalls Flaschenlämmer. Damit haben wir 3 Böckchen die auf uns angewiesen sind.


 

Und nun zu guter Letzt zu unserer

Biggi.


Heute in der Früh kam es zum Blasensprung und im Kreißsaal gebar Biggi um 06.:35 Uhr ein kleines Mädchen völlig unkompliziert. die Kleine Hat ein weißes Dreieck auf der Nase und auf der Stirn. Der Schwanz ist zur Hälfte weiß und hinten trägt sie 2 Halbschuhchen. Biggi begrüßte ihre Tochter mit dem typischen -rufen und leckte sie intensiv trocken. Es war schön anzusehen wie die beiden eins wurden. Die kleine stand schon nach wenigen Minuten auf eigenen berinen und nahm, die -suche zur Milchstation auf. allerdings stellt sie sich sehr dumm an , so dass wir helfen mussten.

Doch wir erwarteten noch ein Lamm, denn Biggi hatte mächtig ausladende Seiten. Die wehen setzten mit Verzögerung nach 1 Stunde wieder ein . Doch im Geburtsverlauf zeigte sich kein fortschritt. Biggi legte sich in fast jeder wehe hin und versucht zu pressen, doch nichts war in Sicht. Um 11:30 Uhr untersuchten wir und ganz weit oben im Geburtskanal tastete man ein ballotiernden vorangehenden Kopf. O.k., mussten wir also warten. 1 ½ stunden gewartet, nichts. Biggi war völlig entkräftet und das Legen und Aufstehen fiel ihr deutlich schwer. Bei der zweiten Untersuchung dann das Malheur. Man tastete einen Popo mit Schwänzchen, einen Kopf und mehrere kleine Teilchen(Beinchen). Nun hatten wir die Erklärung. Biggi hatte Drillinge und die Zwei, die nun noch folgten waren sich nicht einig, wer denn nun der nächste sein sollte. Alles in den Geburtskanal weit zurückgeschoben, zwei Hinterbeine hervor luxiert und gezogen in der wehe. Biggi wurde von einem großen Mädchen entbunden, welches allerdings nicht mehr am Leben war. Unmittelbar nachdem wir das Lamm herausgezogen hatten folgte ein Mutterkuchen. Das tote Lamm kam um 13:10 Uhr, mehr als 51/2 stunden nach dem ersten. So und nun ging alles von selbst. Biggi gebar ihre dritte Tochter, die Gott sei dank putzmunter war. Die kleine hat vier weiße Beine, einen weißen Bauch, einen weißen Schwanz und das Köpfchen ist auch fast völlig weiß. Sie stand sehr schnell auf vier Beinen und suchte nach ihrer Milchration. Allerdings wie ihre Schwester ein wenig orientierungslos. Biggi konnte erst nicht aufstehen. Sie lag fast eine halbe Stunde im Stroh. Ihre dritte Tochter hatten wir ihr ans Kopfende gelegt, so das sie sie lecken und begrüßen konnte.

 

Inzwischen steht Biggi wieder sehr selbstbewusst auf ihren Beinen. Sie hat etwas gefressen und reichlich Wasser zu sich genommen. Und nun nachdem alles vorüber ist, will sie ihre beiden Töchter nicht ans Euter lassen. Wir sind völlig fertig mit den Nerven. Erst diese schwere Geburt mit einem toten Drilling und nun soll alles umsonst gewesen sein, weil Biggi ihre Töchter jetzt nicht mehr will? Die Natur ist schon ganz schön brutal.

Die erste Milch haben wir gemolken und den beiden mit der Flasche gegeben. So haben sie wenigsten etwas im Bäuchlein um sich weiter um die Milch bei ihrer Mutter bemühen zu können.


 

 

Flecki gebärt mal so nebenher

 

Flecki verhält sich schon seit einigen Tagen sehr ruhig. Der Leib hat sich gesenkt und eigentlich müsste sie demnächst ihre Lämmer bekommen.

Tja, und heute nun war es so weit.

 

Nach dem Füttern bekam sie einen Blasensprung und wir stellten sie schnell in den Kreißsaal.

Nur 20 Minuten später gebar sie um 20:20 Uhr ein großes Mädchen, die von der ersten Minute an versuchte auf die Beine zukommen. Flecki ist eine routinierte Mutter und nach dem Trockenlecken faste die Kleine gleich die erste Milch. Ihre Tochter hat die typische Blesse der Zwartblessrasse, hinten zwei weiße Beinchen und einen zu 2/3 weißen Scwanz. Sie ist fit wie ein Turnschuh.

40 Minuten später kam flux das zweite Mädchen. Fleckis zweite Tochter hat eine breite weiße Blesse, die sich über den Kopf zieht und die Ohransätze ebenfalls einschließt. Hinten trägt sie 2 weiße Schuhe und die Schwanzspitze ist auch weiß. Sie steht ihrer Schwester an Agilität nichts nach. Von ganz allein fanden auch sie die Milchstation.

 

Es war mal nach dem Erleben am heutigen Tag ein freudiges Ereignis.

 

Die Drei werden die Zukunft sicher gut gemeinsam meistern.

 

 

Største

 

Største bekam fast zeitgleich mit Flecki einen Blasensprung. Wir mussten sie aus der Box in einen der Kreißsäle gegenüber setzen. Der zugehörige Kreißsaal war durch Flecki besetzt.

 

Største war ziemlich kräftig und wir erwarteten m mindestens 2 Lämmer.

Nach einigen Presswehen zeigte sich endlich die kleine Schnute und 2 Beinchen. Störste braucht ganz schön lange um ihr Lämmchen auf die Welt zu schieben. Endlich, um 21:20 gebar sie ein großes Mädchen. Die Kleine hat ein kleines weißes Dreieck auf dem Kopf, hinten weiße Schuhe und 2/3 des Schwanzes sind ebenfalls weiß. Sie stand sehr schnell auf ihren eigenen vier Beinen und suchte intensiv nach den ersten tropfen Milch. Største leckte sie intensiv und war auch ganz ruhig, wenn ihre Tochter Richtung Euter zog. Allerdings schaffte die kleine es nicht ganz allein die richtige Zitze zu finden.


Nachdem eine ½ Stunde vergangen war, setzten wieder Presswehen ein. Største mühte sich , aber es zeigte sich kein vorangehendes Teil am Scheidenausgang. Na, Klasse, ... wahrscheinlich wieder eine Geburtlagesanomalie.

Und so war es auch. Langsam aber sicher schob der Kopf sich vor, aber keine Beinchen. Wir haben nicht lange gezögert. Handschuhe an,... Kopf in den Geburtskanal zurückgeschoben, .. ein Bein hervor luxiert und 2 Wehen gewartet. Dann zogen wir in der Wehe am Beinchen und Kopf und Störste konnte einen großen Jungen begrüßen. Der kleine Mann hat einen fast völlig weißen Kopf, ebenso weiß sind die Ohren. An den Hinterbeinen trägt er weiße Stiefel und vorn weiße Schuhchen. Das Schwänzchen ist im äußeren 2/3 auch weiß. Lautes rufen nach der Mama und Störste begrüßte ihren Sohn mit intensivem Lecken. Sie war von der geburtshilflichen Tortour ganz schön geschafft und lag die ersten 20 Minuten nach der Geburt. Dann ging es aber auf und im Kreißsaal wurde getrippelt und getrappelt. An der Milchstation mussten wir etwas nachhelfen.

 

Viel Glück dem Dreierteam.

 

 

 

05.05. 2012 Martha und Klara starten durch

 

 

 

Klara

 

Klara war auffällig ruhig heute. Hin und wieder gescharrt und den Kopf hängen gelassen, also ab in die Extrastube.

Kaum angekommen im Kreißsaal begann sie bereits eine Stunde nach Beginn der Wehentätigkeit mit dem Pressen in jeder Wehe. Es war 23:00 Uhr.

Aber so viel wie Klara sich auch mühte, es ging nicht vorwärts. Am Scheidenausgang war nichts zu sehen, selbst beim Pressen kein kindliches Teil sichtbar. Um 05.00 Uhr am frühen Morgen platzte endlich die Fruchblase. Das Fruchwasser war braun-grün gefärbt, … kein gutes Zeichen.

Aber unsere Klara kämpfte weiter mit ihren Wehen. Sie stand inzwischen nicht mehr auf, denn die vielen Stunden hatten sie deutlich geschwächt. Endlich , so gegen 06:00 Uhr war das Köpfchen mit beiden Vorderbeinen in Sicht. Nach stundenlangen Geburtsdauer gebar sie endlich völlig erschöpft ein großes Mädchen. Die kleine war voll mit „Kindspech“, so dass man erst das weiße Schwänzchen nicht erkennen konnte. Sie hat eine breite weiße Blesse und an den Hinterbeinen weiße Stiefel. Klara nahm sie laut rufend an und begann nachdem wir sie ihr zum Kopf vorgelegt hatten, eifrig mit dem Lecken. Die Kleine war ausgesprochen munter, was man nach der langen Geburtsdauer nicht vermutet hätte. Nach 10 Minuten erhob sich Klara und die kleine Maus stapfte munter zur Milchstation und fand ohne Schwierigkeiten den „Zapfhahn“.

Nun stehen beide zufrieden in der Box und ruhen sich von der Strapaze der Geburt aus. Wir hatten zwar mindestens Zwillinge erwartet, aber die Natur hatte es anders bestimmt.


Den beiden Damen alles Gute für die Zukunft.


 

 

  Martha

 

Martha wollte kein Abendbrot, stellte sich in die Ecke und begann zu scharren. So ging es ab in den Kreißsaal zur Entbindung.

Sie lief lange Hin und Her und das Auf und Nieder viel ihr sichtbar schwer.

 

Kurz vor Mitternacht kam es zum Blasensprung und eine halbe Stunde später erschien die kleine Schnute in der Scheide. Aber es war eben nur die Schnute. Bei der Untersuchug zeigte sich, dass beide Beine nach hinten geschlagen waren. Also mussten wir eingreifen. Vorsichtig eingegangen und das Köpfchen zurückgeschoben fand sich endlich ein Beinchen, was man ganz, ganz vorsichtig vor das Köpfchen ziehen konnte. Dabei musste man aufpassen, daß der Kopf sich nicht nach hinten neigt und die Lage geburtsunmöglich wird. Ende gut alles gut. In zwei Wehen mit leichtem Zug gebar Martha einen Jungen. Er hat eine unterbrochene weiße Blesse, einen weißen Latz, das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß und hinten links trägt er einen weißen Schuh.

Martha hat sich sofort intensiv um ihn gekümmert. Sie hat die typischen Laute von sich gegeben und der Kleine hat geantwortet. Gleichzeitig wurde unermüdlich trocken geleckt.

 

Um 0:55 uhr, nur 25 Minuten nach dem ersten Lämmchen flutsche noch ein Brüderchen aus normaler Lage völlig unkompliziert heraus. Am Kopf hat er fast die gleiche Zeichnugn wie sein Bruder und auch das Schwänzchen ist zur Hälfte weiß. Allerdings trägt er hinten weiße Söckchen an beiden Beinen. Er ist munter und Mama Martha leckte und leckte und leckte um ihre zwei Burschen trocken zu bekommen. Beide sind sehr kräftig und es war für Martha harte Arbeit ihre beiden Söhne auf unsere Welt zu bringen.

 

Die erste Milch ist getrunken und nun hoffen wir, das die Drei schöne Sommermonate miteinander verbringen können. Viel Glück!

 

 

04.05. 2012 Na endlich geht es weiter mit dem Lamming 

 

 

Maxi

 

Maxi war dick und rund und wir rechneten mit mindestens 2 Lämmern.

Nach dem Füttern fing sie an zu scharren und stellte sich abseits von den anderen Damen. Sie war ja schon öfters wegen falschem Alarm im Kreißsaal, aber dieses Mal ging es wohl wirklich los.

Sie hatte kräftige Wehen und im Kreißsaal angekommen, legte sie sich auch gleich ab. Sie stellte die Vorderbeine auf und presste bei jeder Wehe. Um 18:30 Uhr kam es zum Blasensprung, doch in den nachfolgenden Wehen tat sich nichts. Sie mühte sich ab und gab fürchterliche Laute von sich, das es einem Angst machte. Endlich, fast 1 ½ Stunden nach dem Blasensprung sah man Kopf und ein Beinchen. Aber trotz guter kräftiger Wehen ging es nicht vorwärts. So entschlossen wir uns Maxi zu helfen. Nach drei Wehen bei gleichzeitigem Zug an Beinchen und Kopf gebar sie endlich einen kräftigen Jungen. Der Kleine war von der Geburt ganz geschafft und brauchte etwas um sich zu besinnen. Keine 5 Minuten nach der Geburt des Lämmchen entleerte sich ein großer flacher bräunlicher Klumpen. Es sah aus wie ein organisiertes Hämatom, wie man es auch beim Menschen in der Geburtshilfe finden kann. Es könnte Zeichen einer partiellen vorzeitigen Lösung des Mutterkuchen sein oder aber auch eine Blutung aufgrund eines eingerissenen Gefäßes am Mutterkuchen.

 

Maxi nahm ihren kleinen Sohn liebevoll entgegen und sah zu, dass er so schnell wie möglich trocken wurde. Nur mit dem Trinken war es schwierig. Der Mutterkuchen war noch nicht geboren und Maxi stand einfach nicht still. Inzwischen sind aber die ersten Schlücke an der Milchbar genommen.

 

Es kam kein weiteres Lamm. Maxi hat sich wohl über den Winter ein wenig Speck angefressen.

 

Wir wünschen Maxi und ihrem Sohn viel Glück für die Zukunft.

 

 

Hesti

 

Hesti war heute am Nachmittag etwas ruhig. Bei der abendlichen Fütterung zog sie sich früh vom Futter zurück und ließ den Kopf fast auf dem Boden schleifen. Also ab in den Kreißsaal.

Kurz nach dem Umstellen bekam sie einen Blasensprung und nur 5 Minuten später hat sie ein kleines Mädchen völlig unkompliziert geboren. Die Kleine hat eine weiße Blesse, die auf der Nase fast unterbrochen ist. Der Schwanz ist zur Hälfte weiß und der Rest ist pechschwarz. Sie ist ausgesprochen agil und nur wenige Minuten nach der Geburt stand sie auf eigenen Beinen.

Aber sie sollte nicht alleine bleiben. Nur 15 Minuten später bekam sie einen Bruder, dem es allerdings schwerer viel auf die Beine zu kommen. Er hat eine breite weiße Blesse, einen ganz weißen Schwanz und an den Hinterfüßen Stiefelletten.

Hesti war nach der Geburt ihrer Zwillinge sehr unruhig und wir dachten erst, dass noch ein drittes Lamm folgt, aber es war Gott sei dank nicht so. Der Mutterkuchen kam erst 2 Stunden später.

Mit der Milchstation klappte es nicht so perfekt. Hesti war so mit dem trocken lecken beschäftigt, dass sie keine Ruhe fand um den Kleinen beim ersten Trinken behilflich zu sein.

Allerdings ging es dann, nachdem die Aufregung sich gelegt hatte, von ganz allein.

Hesti hat ein süßes Zwillingspärchen.

 

Viel Glück auf dem gemeinsamen Weg!

 

 

02.05. 2012 Sieben auf einen Streich

 

Heute hatten wir herrliches Wetter und unsere Schafe richtig Lust zum Gebären.

Es war der Tag der Bauernhof- Praktikanten.

Wir fuhren gegen 07:30 Uhr nach Kristiansand in die Klinik und Ina und Rene, die seit wenigen Tagen zu Besuch sind, übernahmen die „Schwangerenwacht“.

 

Nur wenige Stunden nachdem wir den Hof verlassen hatten , bekamen die zwei Urlauber kräftig zu tun.

Quetschi, Mona und Marie hatten sich entschlossen in unserer Abwesenheit zu gebären.

Quetschi gebar 1 süßes Zwillingspärchen, Mona 2 kräftige Mädchen und unsere Marie überraschte uns mit Drillingen, 2 kleine Jungen und ein kräftiges Mädchen. Alle haben inzwischen einen Namen und allen Lämmchen geht es gut. Die Ohrmarken sind gesetzt.

 

Die Bauernhof-Praktikanten sind stolz und zufrieden mit ihrem ersten Praktikumstag in der Schafgeburtshilfe. 

 


 Mona

 

Mona ist ein sehr unscheinbares Schaf. Sie ist verträglich mit allen anderen Herdenmitgliedern un den Menschen gegenüber zutraulich.

 

Mona war in diesem Jahr das vierte mal trächtig und pünktlich zum Termin gebar sie 2 normalgewichtige Mädchen.

 

Am Morgen war noch alles ruhig und unsere Praktikanten Ina und René ließen sich ihr Frühstück schmecken. Beim letzten Gang durch den Schafstall gaben sich alle Damen ruhig, … kein Lamm in Sicht.

 

Tja, aber wie das eben so ist mit der Geburtshilfe,... die Situation kann schnell umschlagen. Und so war es auch. Mit gesättigten Bauch ging Ina in den Schafstall zur nächsten Kontrolle und siehe da.... Mona hatte die Zeit des Frühstücks der Bauernhofpraktikanten genutzt und mal schnell 2 süßen Mädchen das Leben geschenkt. Die beiden Lämmer waren noch ganz feucht und Mama Mona war eifrig dabei ihre Töchter trocken zu lecken. Sie hatte sich eine Ecke in der Box ausgesucht und machte das Ganze so einfach wie möglich. Mona brauchte keinen Kreissaal und auch auf das Sroh verzichtete sie. Es ging wohl alles zu schnell für alle Beteiligten. Schnell wurde für die Mädels ein „Nest“ aus Stroh gebaut, so dass die Kleinen auf trockenenm, warmen untergrund liegen konnten. Die ersten Versuche mit dem Stellen auf ihre wackligen Beinen gingen ohne Probleme von statten. Die Milchstatiuon war schnell gefunden, wenn auch mit etwas mit Hilfe.... und wenige Minuten später befreite Mona sich auch von der Nachgeburt.

Die Erstgeborene tochter hat eine breite weiße Blesse, eine weiße Schnute, einen weißen Latz, eine weiße Schwanzspitze und weiße Steifel an allen vier Beinen. Tochter Nummer 2 hat eine weiße blesse, die auf der Nase deutlich schmaler verläuft. Das rechte Ohr ist weiß und das schwänzchen hat eine weiße spitze. An den vorderbeinen trägt sie weiße Ballerinaschuhe.

 

Um dem Dreierteam ein wenig Ruhe zu gönnen kamen Muitter und Kinder in eine Extrabox, wo sie sich von den kleinen Strapazen der Geburt ausruhen konnten. Jetzt haben sie ausreichend Zeit um eine feste Mutter-Kind-Beziehung aufzubauen.


Alles Gute für die Drei.

 


 

 

Quetschi unser Flaschenlamm von einst

 

Quetschi wurde 2010 als erstes Lamm von Alfa geboren. Leider nahm Alfa ihre Tochter nicht an und so zogen wir Quetschi zusammen mit noch 2 anderen Lämmern mit der Flasche groß. Dadurch ist sie natürlich uns gegenüber sehr zutraulich und kommt gerne zu uns um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Für Quetschi war es in diesem Jahr das erste Mal, dass sie Mama werden sollte. Mitte April zog sie sich eine Verletzung an der rechten Zitze zu, die wir 2 x operativ versorgen mussten. So sahen wir der Lammzeit sehr kritisch entgegen. Heilt die Zitze? Lässt sie die Lämmer daran trinken? Bekommt sie eventuell einen Milchstau und in Verbindung damit eine Euterentzündung? Viele Fragen waren offen und natürlich hofften wir auf Mutter Natur, die vieles reguliert.

 

Quetschi kam bereits am 30.04. 12 in den Kreißsaal. Sie war auffällig ruhig und fraß nicht richtig.

Am 02.05. vormittags hatte neben ihr bereits Mona geboren und Quetschi war sehr an den beiden Lämmern interessiert. Sie leckte dies durch den Zaun und rief auch immer wieder nach den Kleinen.

 

Dann endlich kam es bei Quetschi zum Blasensprung und nur wenige Minuten später waren das rechte Vorderbein und die kleine Lammschnute zu sehen. Zwei wehen später folgte das linke Vorderbein und mit der nächsten wehe wurde ein kleiner Bock geboren. Die Geburt ging völlig ohne Probleme vor sich. Quetschi, die nie selbst eine sorgende Mutter um sich hatte, nahm ihren kleinen Sohn mit fleißigem Trockenlecken und Rufen liebevoll an. Der kleine Mann ging nur wenige Minuten später an die Milchstation und nahm die ersten Schlucke, der wertvollen Milch. Der kleine Mann hat weiße Stiefel an den Hinterbeinen, einen weißen stiefel vorn rechts, eine breite weiße blesse, weiße ohren und einen weißen Schwanz. Ina und René dachten, dass war es wohl gewesen. Doch nach 2 Stunden stellte sich nochmals eine Fruchtblase, die Ina eröffnete, um die Geburt zu beschleunigen. Man sah dann eine kleine Schnute und zwei Beinchen , die sich langsam vorwärts schiebten. Mit etwas Hilfe, wurde eine Mädchen geboren. Die kleine Dame hat eine völlig bizarre Weißzeichnung als Blesse, ansonsten ist sie ganz schwarz. Quetschi Tochter ist etwas kleiner als ihr Bruder, aber genau so schwippe. Mama Quetschi umsorgte sie genau wie ihren Sohn und sie ließ die Kleine sogar an der operierten Zitze trinken.

Uns fiel ein Stein vom Herzen. Quetschi hatte die Tortour mit den 2 Operationen vergessen und war nun ganz auf die Versorgung ihrer Lämmer fixiert. Tja, Mutter sein, stellt eben alles Andere in den Schatten.

 

Hoffentlich geht alles gut mit der kleine Familie, … Quetschi hat es vedient!

 

 


 

Marie bekommt ein Trio

 

Während Mona und Quetschi ihre Lämmchen gebaren, wurde Marie ganz unruhig. Sie lief von einer Ecke in die andere, scharrte , legte sich ab und stand wieder auf.

 

Sie war unter der Geburt und so wie es aussah, hatte sie es nicht so leicht.

Nach dem Blasensprung sah man endlich eine kleine Schnute und 2 Beinchen am Scheidenausgang und Marie mühte sich redlich ihr erstes Lamm zu gebären. Sie schaffte es nicht allein, das Kleine auf die Welt zu bringen, so dass wir ein wenig mit ziehen mußten.

 

Es ist ein großes Mädchen und sie nahm es durch rufen und trocken lecken an. Die Kleine hat eine weiße Blesse, die auf der Nase unterbrochen ist. Hinten trägt sie weiße Stiefel und hat einen langen weißen Schwanz. Allerdings blieb nicht so viel Zeit für die Beiden um so wirklich eins zu werden. Die zweite Fruchblase sprang und es folgte nach vielen Wehen ein kleines Böckchen, der ebenso lieb von seiner Mutter begrüßt wurde, wie seine Schwester zuvor. Nummer Zwei hat eine typische weiße blesse, die auf der Nase etwas schmaler wird, weiße Schuhchen an beiden vorderbeinen und weiße Stiefel hinten. Das schwänzchen ist zur Hälfte weiß. Aber die Wehen wollten nicht enden. Man sah deutlich, dass Marie erschöpft war und auch zwischen den Wehen liegen blieb. So wie es aussah, sollte ein drittes Lamm folgen. Endlich war es so weit. Nach einigen Stunden mit Wehen konnten wir Marie bei der Geburt ihres dritten Lammes helfen. Es ist noch ein Böckchen, … viel kleiner als seine Geschwister aber ein richtiges „Stehaufmännchen“. Er trägt eine typische weiße Blesse, hat hinten links einen weißen Stiefel und hinten rechts einen weißen Schuh. Vorne trägt er zwei weiße Stiefeletten und das Schwänzchen ist 2/3 weiß.

 

Marie hatte in der normale Box geboren, da Quetschi in dem Kreißsaal war und wir Marie unter der Geburt keinen Boxenwechsel zumuten wollten. Ina half beim Anlegen der Drillinge und nachdem die Plazenta geboren war, kam Marie mit ihren Drillingen in eine separate Box um sich erholen zu können und ausreichend Ruhe für ihre drei Lämmchen zu haben.

 

Es ist für eine Schafmutter nicht leicht Drillinge groß zu kriegen. Meist nimmt man das schwächste Lamm der Mutter weg und zieht es mit der Flasche auf. Bei den Zwarblessschafen ist allerdings der Mutterinstinkt so gut ausgeprägt, dass selbst Drillinge eine gute Chance haben von der Mutter ernährt zu werden um zu normalgewichtigen Lämmern heranzuwachsen.

 

Wir werden natürlich ein Auge auf das Dreierteam haben und falls Marie Hilfe braucht werden wir sie unterstützen. Wir wollen auf jeden Fall versuchen alle drei Lämmchen bei ihrer Mutter zu lassen. Eventuell füttern wir mit der Flasche dazu. Die nächsten Tage werden es zeigen.

 

Wir drücken der kleinen Familie ganz ferst die Daumen.

 

 

01.05. 2012 Die ersten Damen verlassen den Stall

 

Wir haben in diesem Jahr 5 Schafdamen, die wir im Herbst letzten Jahres nicht belegt haben. Es sind Lene, Grete, Lilo, Laila , lämmer von 2011 die wir nicht in die Schlachterei gegeben haben. Außerdem unsere Mausi, die wegen einer absedierenden Mastitis nach der Geburt ihrer Zwillinge (Laila ist eine von ihren Töchtern) auch nicht belegt wurde. Wir haben sie als Maskottchen in unserer Herde behalten.

Das Wetter soll schön bleiben, die Wiesen werden langsam grün und wir brauchen Platz im Stall für die Mütter mit ihren Lämmern.

Außerdem ist nach 7 Monaten Stallaufenthalt Zeit raus zu kommen.

So ging es am Nachmittag für die Fünf über die Rampe auf der Rüchseite am Stall ins Grüne. Wir führten sie einzeln raus. Jede bekam ein Halsband und wurde dann an die Leine gehängt. Alle kamen gesund und munter die Rampe runter und draußen wurde jeder Neuankömmling lauthals von den schon anwesenden Schafen begrüßt.

Dann zogen sie gemeinsam los um das kleine Tal zu erkunden. Die fünf Schäfchen bleiben so lange auf diesem Teil der Wiese, bis die Schafmütter mit ihren Lämmern den Stall verlassen.


Sollte das Wetter umschlagen und es so kalt werden, dass das Gras nicht wächst, füttern wir draußen Heu dazu.