30.04. 2012 Die Herren kommen auf ihr Sommerdomizil

 

Es ist wieder soweit. Der Winter ist vorüber und endlich geht es raus auf die Wiesen. Dieses gilt vorerst jedoch nur für Dreizehn und Hänschen.

Das Wetter zeigt sich seit 2 Tagen sommerlich warm und das Gras beginnt zu wachsen.

Es ist wie in jedem Jahr nach 7 Monaten einstehen im Stall wollen die Böcke ihr zu Hause nicht verlassen. Außerdem sind sie aufgrund der "Junggesellenwohnung" mit sehr beengtem Platzangebot fast steif in ihren Bewegungungen.

 

Also mit schieben und ziehen bekamen wir sie auf den Hänger und ab ging es hoch auf die Sommerwiese. Wir haben beiden getrennt transportiert, erst Dreizehn und dann Hänschen, damit es keine Rangelleien im Pferdehänger gibt und vielleicht die Wände Schaden nehmen. Oben an der Wiese angekommen und die Füße ins Grüne gesetzt, fochten die Zwei wie in jedem Frühjahr die Chefposition für den Sommer aus. Wer nun Chef ist, wissen nur die Beiden, wir konnten es nicht ausmachen.

So nun hoffen wir mal, dass das Wetter so bleibt, das Gras sprießt und die beiden Herren einen schönen Sommer auf dem Herrenterrain haben.

 


 


28.04.2012 Tria

 

Nach dem abendlichen Füttern stellte Tria sich abseits und ließ so richtig den Kopf hängen. Sie hatte Wehen und somit ging es ab in den Kreißsaal.

 

Sie war sehr unruhig und räumte so richtig auf im „Saal“. Das Stroh wurde von einer Ecke in die andere geschoben und das Unterste nach oben gescharrt.

 

Um 21:45 Uhr dann endlich der Blasensprung und nur 13 Minuten später hat sie einen großen „bunten“ Jungen geboren. Der kleine Matz ist aus regelrechter Kopf-Fußlage geboren und da er so groß ist, mussten wir zum Schluss etwas helfen.

Panki, so heisst der Kleine, hat einen weißen Kopf und die Augen sind von großen schwarzen Kreisen umzogen. Die weißen Ohren habe schwarze Punkte und das ganze Fell ist schwarz-weiß meliert. Er trägt an den Hinterbeinen lange weiße Stiefel , hat einen weißen Schwanz und der kleine „Beutel“ ist auch völlig weiß. Nur nach wenigen Minuten konnte er schon stehen und hatte keine Schwierigkeiten Mutters Milch zu finden. Der kleine Mann sieht ganz lustig aus mit seiner sonderbaren Zeichnung.

 

Aber seine Schwester ließ nicht lange auf sich warten. Nur 12 Minuten später flutschte sie aus normaler Lage nur so auf die Welt.

Es ist ein kleines schwarzes Mädchen mit einer schmalen weißen Blesse, weißen Gamaschen an den Hinterläufen und einem weißen Schwänzchen. Obwohl sie sehr zierlich ist, stand sie schnell auf ihren wackligen Beinchen und suchte sofort die Milchstation. Allerdings fehlt ihr noch etwas die Orientierung . Überall wird die kleine Schnute hingehalten, nur nicht am richtigen Ort. Und wenn man versucht sie an die Zitze zu legen macht sie sich steif wie ein bockiges Kind und kneift das Mäulchen zu.

Gut, da müssen wir geduldig sein und können nur hoffen, dass sie zügig lernt wo der richtige Weg ist um ans Ziel zu kommen.

 

Dem Tria-Trio alles Gute für die Zukunft!


 

 

 

27.04. 2012 Emma ist die Erste

 

Endlich, unser erstes Lamm ist geboren. Seit fast einer Woche warten wir auf den Beginn der Lammzeit in unserem Schafstall.

 

Emma hat heute den Bann gebrochen. Am Nachmittag nach dem Füttern, war Emma etwas unruhig. Sie ging hin und her und versuchte sich ständig zu entleeren. Wir wurden aufmerksam und gegen 18:00 Uhr sahen wir deutlichen Schleimabgang aus der Scheide. also ab in den Kreißsaal mit ihr. Um 20:30 Uhr dann der Blasensprung und das übliche Procedere mit aufstehen, hinlegen und im Kreis laufen und scharren. Beim Kontrollgang um 21:15 war bereits der Kopf und das linke Vorderbein geboren. Das zweite Vorderbein war zurückgeschlagen und verhinderte, dass die Geburt weiter geht.

Also war Hilfe angesagt. Mit der nächsten Wehe halfen wir Emma indem wir am Kopf und am Bein des Lamms zogen, dabei etwas nach links im Zug hielten. Damit hatte das rechte Vorderbein genügend Platz um heraus zu rutschen und schnell war nun der kleine Sohn von Emma geboren. Emma leckte eifrig den Kleine ab und rief nach ihm. Nach wenigen Minuten kam es ein intensives Mutter-Sohn-Gespräch und das kleine Böckchen suchte eifrig nach der Milchstation. Nach wenigen Versuchen wurden die ersten Schlückchen der wertvollen Muttermilch zu sich genommen.


Der kleine Mann steht noch etwas wacklig auf seinen Beinen. Er hat eine breite weiße Blesse, die über das gesamte Gesicht und hoch bis zum Ansatz beider Ohren geht. Das Kinn ist ebenfalls weiß und zusätzlich finden wir einen kleinen weißen Schlips. An den Hinterläufen sind weiße Gamaschen angebracht und der Schwanz ist zu 2/3 weiß. Am linken Vorderbein hat er ein weißes kurzes Söckchen an.

Emmas Sohn ist ein kleines kräftiges Kerlchen.

 

Wir wünschen den Beiden viel Glück für ihr gemeinsames Leben.

 

 


Quetschi nach der OP
Quetschi nach der OP

 

21.04. 2012

Notoperation

 

Wir hatten alles gut vorbereitet.


Die Kreißsäle für die in Kürze gebärenden Schafe waren aufgebaut.

 

 

Alles wurde in Erwartung auf eine sorgenfreie Lammzeit gesäubert und gestriegelt.

Doch bei der letzten Inspektion unserer Schafe gab es eine böse Überraschung!

Nach einer genauen Untersuchung stellten wir fest, das unsere Quetschi eine Risswunde an einer Zitze hatte. Der erste Gedanke war natürlich, dass es sicher nur oberflächlich ist und wir es nur zu desinfizieren brauchen. Aber Quetschi mochte nicht gecremt werden.

Gestern Abend schauten wir uns Quetschi erneut an. Es blutete immer noch. Es tropfte wie aus einem undichten Wasserhahn. Das konnte nicht gut gehen mit dem Abwarten.

 

Ein Schaf mit kranker Zitze in der Lammzeit ist ein Riesenproblem. Es kommt zum Milchstau und irgendwann zur Euterentzündung . Dann lässt ein Mutterschaf seine Lämmer nicht mehr trinken.

 

So haben wir uns entschlossen eine Wundversorgung bei Quetschi vorzunehmen, um die Blutung an der Zitze zu stillen.

Quetschi bekam etwas Narkosemittel in die Muskulatur gespritzt und so konnten wir sie nach der Art der Schafscherer packen, in die Rückenlage drehen und auf die Seite ablegen. Wir hielten die Vorderläufe weg vom Boden so , dass sie keine Chance hatte sich aufzurichten. Schafe stehen nämlich wie auch Rinder, zuerst mit den Hinterläufen auf und nicht wie Pferde mit den Vorderläufen.

 

Nach der Desinfektion umspritzten wir die Zitze zusätzlich mit einem lokalen Betäubungsmittel.

Die Zitze konnten wir ganz gut wieder zusammen nähen und das abgerissene Gewebe, welches nur noch wie ein kleines Läppchen seitlich hing, wurde mit der Schere entfernt. Dieser kleine Teil der Zitze war im mittleren Drittel komplett ausgerissen und der Rest verstümmelt. Sie war sicher beim Aufstehen mit der Zitze im Streckmetall hängen geblieben.

Wir haben unserer guten Quetschi mit plastisch chirurgischem Geschick die Zitze rekonstruiert und auch den zentralen Milchgang erhalten können. Nun muss nur alles gut heilen, damit die "Milchstation" bei Bedarf auch benutzt werden kann.

 

Das Streckmetall ist in Norwegen die übliche Unterlage auf dem die Huftiere stehen. Sie Treten ihren Kot hindurch und natürlich läuft auch der Urin ab. Unter dem Streckmetall ist mehr als 1m Luft, so das der Mist nur einmal im Jahr, nämlich nachdem die Tiere auf die Weide gekommen sind, abtransportiert werden muss.

In Deutschland ist diese Unterlage nach unseren Informationen wegen der Hufprobleme nicht mehr erlaubt. Ein Bild des Streckmetalls findet ihr in der nachfolgenden Galerie. So habt ihr eine bessere Vorstellung.

 

Quetschi steht in einem unserer Kreißsäle und wartet geduldig auf ihre Lämmchen. Hoffentlich heilt alles gut! Wir hoffen natürlich, dass die Geburt ihrer Lämmer noch ein paar Tage dauert so dass ausreichend Zeit für die Wundheilung bleibt.

 

Daumendrücken ist angesagt !!!

 


Kreißsaal/Ablammbox
Kreißsaal/Ablammbox

 

20.04. 2012

Es kann los gehen

 

Nun können wir jeden Tag damit rechnen, dass die ersten Lämmer kommen.


 

 

Die Ablammboxen (Kreißsaal) in jeder Box sind eingerichtet und die trächtigen Damen sind so umgestellt, dass jeweils 5 Schwangere in einer Box stehen.

 

Das mit dem Einkremen der Rissverletzung bei Quetschi ihrer rechten Zitze ist nicht so einfach wie gedacht. Sie wehrt sich sowie man auch nur im Geringesten an die Zitze kommt. So werden wir wohl der Natur vertrauen müssen, dass sie es richtet und die „Milchstation“ zum Zeitpunkt der Geburt wieder in Ordnung ist. Hoffentlich macht diese Verletzung keine Probleme beim „Stillen“ ihrer Lämmer. Falls doch, haben wir die ersten Flaschenlämmer für dieses Jahr anstehend.

 

Lilly hat sich heute Morgen bei der Fütterung etwas zurück gehalten. Sie hat sich relativ früh abgelegt und man sah deutliche Kontraktionswellen über den Bauch laufen. Hoffentlich wartet sie mit allem Anderen, bis wir heute Nachmittag wieder nach Hause kommen. Dummerweise stellten wir sie nicht in den „Kreißsaal“, … war unklug von uns!