15.11. 2010

 


Konzert


aus dem


Schafstall


 

 

 

Zwischenzeitlich haben wir ein paar Verschönerungsarbeiten im Schafstall vorgenommen. Wir haben in jede Box einen Laubbaumast gehängt, so dass die Schafe die Möglichkeit haben, etwas Zweige und Rinde zu knabbern, wenn es ihnen langweilig wird. Außerdem starten sie mit jedem Berühren des Astes ein kleines Glockenkonzert. Jeder Ast hat 4 Schafglocken angehängt bekommen. So hören wir öfters ein kleines Konzert und den Schafen scheint es auch zugefallen, sonst würden sie nicht ständig daran zupfen. Unsere, oder besser den Schafen ihre Weihnachtsbeleuchtung, ist auch schon montiert und erstrahlt wenn es dunkel wird.

 

Ach ja, ein Radio besitzen unsere Schafe auch. Am Tage gibt es die neuesten Berichte von Norge 4 und Unterhaltung mit den Hits aus der ganzen Welt. Die Nachrichten sind natürlich auf auf norwegisch, was ja die Muttersprache in der Herde ist. Wir sprechen deutsch mit unseren Schafen und das scheinen sie auch zu verstehen.

 

Wir Ditterts haben schon einen besonderen Schafstall.

Die kahlen Wände sind mit lustigen Bilder verziehrt. Zur Winterzeit ziehrt eine Lichterkette den Eingangsbereich der Boxen. Sie spendet immer ein wenig Licht und Wärme in dieser düsteren, ungemütlichen Zeit. Und nun klingen auch noch Glocken und vertreiben den Tieren die Langeweile.   

 

Die Glocken bekommen die Schafe normalerweise  um den Hals, wenn sie im Frühsommer ins Gebirge geschickt werden. Unsere Schafe bleiben aber auf Espetveit da inzwischen mit dem Gebirgstauftrieb einige Pflichten verbunden sind, denen wir als Hobbybauern berufsbedingt nicht nachkommen können. Andererseits haben wir genügend eigene Grünfläche, um den Schafen ausreichend Futter über den Sommer zur Verfügung zu stellen. Außerdem macht es viel Spaß, den Lämmern beim Großwerden zuzuschauen und wir haben immer die Kontrolle über die Herde sollte es gesundheitliche Probleme geben.

 

Unsere kleine Herde auf Espetveit zu haben, ist für uns die einfachere und bessere Lösung.

 


Lilly
Lilly

 

01.11. 2010

 

Alle sind fein

 

für das

 

Stelldichein

 

 

 

 

Vor 2 Tagen hatten alle unsere Schafe ein Rendezvous mit dem Schafscherer.

 

Eigentlich hatte er sich für 10.00 Uhr angesagt, aber wie es nun mal in Norwegen üblich ist, hält man es nicht so genau mit den Absprachen. Er kam viel später, was bedeutete, dass die Schafe lange auf ihr Frühstück warten mußten. 

 

Alle waren natürlich ungeduldig, zeigte das durch lautes Geblöke. Üblicherweise wird vor dem Scheren nicht gefüttert, da diese Aktion für alle Schafe sehr aufregend ist und sie sich so zu sagen vor Angst in die Hose machen.

Na, ja Spaß bei Seite, die Tiere haben natürlich mit dem Fressen auch unmittelbar Stuhlgang und das ist beim Scheren der Schafe nicht unbedingt angenehm und hygienisch, wenn Wolle und Schafscherer „bekunkelt“ werden. 

 

Nach einer langer Wartezeit und einem Telefongespräch war es dann so weit.

Begonnen wurde in der Box mit Fips, Emma, Martha und ihren Zimmergenossinnen. Es ging eigentlich ganz friedlich ab.

 

Anschließend kamen unsere jüngsten Schäfchen an die Reihe. Lilly war die erste vom jungen Volk und dem entsprechend hat sie sich auch aufgeführt. Lautes Rufen und unruhiges Gezappel zögerten unnötig die Prozedur hinaus. Aber letztendlich ist sie ganz vergnüglich in die Jungdamenbox zurück. Aber welch ein Schrecken, sie war allein, denn ihre Mitbewohner waren noch nebenan beim Frisör. Hin und her gelaufen wurde und immer wieder gerufen:“Wo seid ihr, warum bin ich allein? Hilft mir denn keiner? Maaamaa ….!“ So nach und nach versammelten sich alle jungen Mädchen wieder in ihrem Zimmer und es wurde geschnuppert und sich berührt um heraus zu finden wer ist wer und sind es die, welche auch hier rein gehören. Die 5 Lämmchen waren in ihren Ausmaßen deutlich geschrumpft und wirken nun wirklich wie kleine unbeholfene Kinder.

 

Die Damen in den anderen 2 Boxen nahmen den Gang zum Frisör mit Gelassenheit. Es war ja nicht das erste Mal und mit Routine ließen sie den Schafscherer arbeiten. Anschließend trotteten sie allein in ihre Boxen zurück. Cool eben!

 

Dreizehn unser kleines Böckchen war die Ruhe selbst. Er wollte erst nicht aus seinem Zimmer raus, aber dann ließ er sich drehen und wenden so wie es eben beim Schaffrisör notwendig ist. Anschließend ging er ganz zufrieden wieder in seine Jungmännerbox.

 

Auch Hänschen nahm es gelassen. Nur keine Aufregung hat er sich gedacht. Pelz runter und wieder in die Box um endlich Futter fassen zu können.

 

Tja, nun sind unsere 27 Schafe fein gemacht für das Stelldichein in 4 Wochen. Bis dahin ist die „Wolle“ wieder etwas nachgewachsen und alle tragen ein feines samtiges Kleid, … die Herren natürlich einen Samtanzug.

Wir sind gespannt!!!

 

Unsere Schafe werden 2x im Jahr geschoren. Im Herbst, wenn sie von der Weide reinkommen, also vor dem Decken und dann nochmals im Frühjahr vor dem Ablammen (Geburt der Lämmer).   

 

Die Wolle kommt in große Papiersäcke und wird 1x im Jahr von der Wollfabrik eingesammelt. Es wird dann in Evje ein Container aufgestellt wo alle Schafbesitzer ihre Papiersäcke mit der Wolle einwerfen können. Auf den Säcken werden die Produktionsnummer und Gårds(Bauernhof)nummer geschrieben. So kann die Fabrik nachvollziehen wo die Wolle herkommt und den Wert entsprechend berechnen bzw. Mängel an Sauberkeit, Scherqualität und Wollqualität zuordnen.

Es ist nicht viel Geld was man dafür bekommt. Aber letztendlich können wir damit die Kosten für den Schafscherer decken.

Zurzeit stehen auf dem Heuboden noch die Säcke vom Frühjahr. Nun müssen wir aufpassen wann die Wollfabrik den Container aufstellt, so dass wir alle Säcke mit Wolle in diesem Jahr abgeben können.