26.05. 2011 Die Lammzeit ist beendet

 

Vor genau 12 Tagen wurde unser letztes Zwillingspärchen geboren. Inzwischen ist die gesamte Herde auf der Wiese und es ist wieder Ruhe im Schafstall eingetreten.

Allen geht es gut.

 

Die beiden Zwillingsbrüder Willy und Eddy bekommen draußen zusätzlich 2 x täglich die Flasche mit Schafsmilchersatz. Hasi, ihre Mutter, hatte eine schwere Euterentzündung, die „Gott sei Dank“ fast vollständig ausgeheilt ist. Allerdings haben ihre Kinder keine Möglichkeit mehr bei ihr zu trinken. Die anderen Schaftanten geben den Platz an der Michstation für fremde Lämmer nicht frei. So bekommen sie morgens und abends jeweils ca. 1 l aus der Babyflasche angeboten, was sie dann auch gierig verschlingen. Sie sind noch zu klein um ohne Milch auszukommen.

 

Fritzi, Sohn von Martha, ist inzwischen im Lammkindergarten aufgenommen. Er trinkt selbstständig am Milcheimer und scheint sich bei den anderen Lämmern recht wohl zu fühlen. Wir haben ihn nicht ein einziges Mal nach seiner Mamma rufen hören.

Am Wochenende wollen wir ein zusätzliches Lammhaus bauen, denn in Zukunft wird es den 6 Lämmern im Lammkindergarten etwas eng werden in ihrem Häuschen. Es ist das erste Jahr, dass wir so viele Flaschenlämmer haben, dem entsprechend muss angebaut werden.

 

Unsere Zwei auf der Herrenweide, Dreizehn und Hänschen, haben sich zusammen gerauft. Sie genießen inzwischen die große weite Welt und kommen gut miteinander aus. Trotzdem sind sie sofort am Zaun, wenn wir sie besuchen und holen ihre Streicheleinheiten ab.

 

Nun werden wir sehen was die Zukunft für uns bereit hält. Wir hoffen sehr, dass die gute Versorgung der Mütter und Lämmer innerhalb der Lammzeit und die vorbeugende Gabe des Selens an alle Lämmer uns vor schwerwiegenden Problemen bewahren.

 

Also Daumen drücken.

 

Ab Juni findet ihr alle weiteren Informationen bezüglich unserer Schafherde unter Aktuelles im Tagebuch 2011 aufgeschrieben.

Nur ganz spezifische Dinge unsere Schafe betreffend, werden auf dieser Seite aufgeführt.

 

 

21.05. 2011

 

Es geht nach draußen

 

Unsere Schafe sind nun mehr als 7 Monate im Stall und es ist an der Zeit sie nach draußen zu bringen. 


In den letzten Tagen haben wir den Zaun gerichtet auf der Grünfläche wo sie zuerst stehen sollen.

Es war bislang schönes Wetter und so wollen wir den letzten Tag nutzen, bevor der Regen kommt. Natürlich hatten wir gehofft, dass die Herde in diesem Jahr von der anstehenden Regenzeit verschont bleibt, aber so wie in den letzten Jahren auch, kommt Ende Mai der Regen ob die Schafe raus sollen oder nicht. Nur länger im Stall ist weder der Herde noch uns zuzumuten. Die Großen und die Kleinen müssen nun endlich raus.

 

Unsere jüngsten Lämmer sind 1 Woche alt und haben eine umsorgende Mutter Tria, so dass es für diese letztgeborenen Zwillinge kein Problem werden sollte.

 

Unser Fritzi, Zwillingssohn von Martha macht uns mehr Sorgen. Er ist inzwischen ein kleiner kräftiger Kerl geworden, aber auch eigensinnig in seinem Trinkverhalten. Die Flasche mit Milch fordert er regelmäßig ab, aber das Trinken am Euter der Mutter negiert er einfach. Er stibitzt ab und zu bei Mausi, die in ihrer Gutmütigkeit alles toleriert. Sollte es mit Fritzi draußen nicht klappen, kommt er mit in den Lammkindergarten.

 

In diesem Jahr wollen wir den Übergang auf die Weide etwas anders bestreiten. Nachdem der Futtereimer im letzten Jahr nicht den erwünschten Erfolg brachte, wollen wir es mehr „professionell“ angehen. Wir werden den Pferdeanhänger als Transportmittel nutzen und diesen vor die erste Box auf der linken Seite vom Schafstell so ansetzen, dass die Schafe direkt über die Anhängerklappe in den Anhänger laufen können. So führen wir auch die restlichen Tiere aus den anderen Boxen über die erste linke Box in den Hänger. Jede Gruppe wird extra transportiert, so dass es nicht zu eng wird und kein Lamm zu Schaden kommt.

 

Wie gesagt, so getan!

Es hat prima geklappt. Nachdem wir mit unserem Holder den ersten Schaftrupp im Hänger nach oben auf die Weide geschafft hatten, warteten diese auf ihre Herdenmitglieder der anderen Boxen. Die Lämmchen waren etwas ängstlich aus dem Hänger rauszugehen, aber das Rufen der Mütter gab ihnen doch Mut die „Neue Welt „ zu betreten. Und immer wenn ein neuer Transport am Tor ankam, wurden Neuankömmlinge mit lautem Blöken begrüßt.

 

Es ist erstaunlich, welch Zusammenhalt unter den Tieren herrscht, obwohl sie alle ja im Winter durch die Viererboxenhaltung im Schafstall teilweise voneinander getrennt waren.

Die Begrüßungen liefen teilweise durch Beschnuppern, aber auch durch kleine Zweikämpfe, die unmittelbar ausgetragen wurden. „Ah ha, ...  du bist die vom letzten Herbst. Weißt du noch, dass ich die Stärkere von nun beiden bin?“

 

Schön alle wieder draußen zu haben.

 

Auch Hasi ist mit ihren beiden Kindern Willy und Eddy zusammen mit der Herde auf der Wiese. Sie hat ihre Erkrankung überstanden. Allerdings hat sie keine Milch mehr, so dass ihre Lämmer versuchen müssen sich bei den anderen Schaftanten durchzumogeln. Wenn sie es raffiniert anstellen, können sie hier und da einen guten Tropfen Milch abfassen. Doch viele von den Müttern passen auf, dass die Milch nur für die eigenen Nachkommen ist und sind gnadenlos im Wegschupsen. Es ist so von der Natur eingerichtet, dass für die eigenen Nachkommen gesorgt ist, nicht für alle die da hergelaufen kommen und auch etwas ab haben wollen. Wir werden Eddy und Willy beobachten und wenn wir den Eindruck haben, dass sie nicht klar kommen, ihnen die Flasche zusätzlich gebe. Sie sind zwar jetzt fast 4 Wochen alt, aber abhängig vom Wetter, haben so kleine Lämmchen natürlich keine Reserven. Ist es sehr kalt und regnerisch, kommen sie allein mit Gras und Kraftfutter nicht aus.

 

Wir werden sehen.


Übrigens habe wir alle Lämmer vor dem Weidengang prophylaktisch mit je 1ml Selenit (Selen + Vit E) geimpft. So hoffen wir die Problematik wie wir sie im letzten Jaht erlebten, umgehen zu können.  

 

16.05. 2011

 

Endlich ist es so weit, Dreizehn und Hänschen dürfen auf die Sommerwiese 


Unser Hänschen hat sich über den Winter richtigen Winterspeck angefressen. Er liegt die meiste Zeit in seiner Box und wartet auf die Mahlzeiten, die ja jeden Tag regelmäßig und auch pünktlich kommen. Er ist kugelrund geworden und man hört auch ein leichtes Giemen beim Atmen,… er ist einfach zu dick für seine Größe.

Auch unser Dreizehn, ein Kindergartenlamm vom letzten Jahr hat sich zu einem stattlichen Bock entwickelt. Er ist inzwischen grösser als Hänschen, aber nicht so dick. Dreizehn ähnelt in der Statur mehr seinem Vater Hans. Er ist nicht wieder zu erkenne, wenn man die Bilder aus dem Lammkindergarten des letzten Jahres sieht. Aber unser Dreizehn ist nach wie vor ein Kuscheltier. Er kommt regelmäßig und holt sich seine Streicheleinheiten ab. Er geht vorsichtig mit uns um und zeigt bislang keinerlei Aggressivität uns gegenüber. Uns so sollte es auch bleiben, hoffen wir mal.

Nun den Zaun für die Weide der beiden Böcke haben wir gerichtet. Der Winter hat einiges „ødelagt“, so dass wir mehrere Stunden damit verbrachten ihn wieder ausbruchssicher zu kriegen.

Am Montagnachmittag war es dann endlich so weit. Hänschen und Dreizehn bekamen ein Halsband um, wurden mit einem Pferdeanbindern innen im Pferdeanhänger festgemacht und auf ging die Fahrt zur Weide ca 300m weg von unserem Haus. Ein Menge Theater im Hänger, lautes Geblöke, so dass wir Bange hatten an dem Tor zur Weide auch unbeschadet anzukommen. Unser Holder zog den Hänger mit den zwei Böcken unbeschadet an die richtige Stelle.

So nun Klappe geöffnet und da standen unsere Beiden völlig verstört und wussten nicht wie ihnen geschieht. Anbinder und Halsbänder gelöst und ab durchs Tor auf die Weide.

Wir hatten ja angenommen, dass Hänschen und Dreizehn voller Glück auf und davon toben. Aber denkst`e. Sie wollten wieder zurück in den Hänger. Nach dem Motto „Ihr wollt uns doch wohl nicht hier alleine lassen?“ schauten sie uns fragend an. Beide waren ziemlich wackelig auf den Beinen und müssen nun nach 7 Monaten im Schafstall wieder richtig laufen lernen.

Dreizehn rief ganz kläglich und wusste mit seiner neu gewonnenen Freiheit nicht viel anzufangen. Hänschen kennt die Sommerweide ja von den 2 vorangegangenen Jahren und sein Problem ist wohl mehr der dicke Bauch.

Nach dem sie gegenseitig bemerkt hatten, dass da noch ein anderer ist gingen sie zum Alltag über und beschnupperten sich zunächst. Die ersten Rangeleien kamen auch in Gang, so dass sicher in den nächsten Tagen ausgefochten wird, wer das Sagen auf der Sommerweide haben wird.


Als wir mit Holder und Hänger Richtung Haus fuhren, liefen beide am Zaun mit und riefen nach uns. Schon komisch. Man sollte doch meinen, dass so ein Tier die Freiheit über alles liebt. Doch der Kontakt zu uns scheint Hänschen und Dreizehn ebenfalls wichtig zu sein.

Wir werden unsere beiden Böcke jeden Tag besuchen und sie bekommen nach wie vor ihre Streicheleinheiten über den Zaun. Sie haben ein phantastisches Gelände, wo sie den Sommer über stehen. Viel Grün, große Steine zum Klettern und ausreichend Bäume und Strauchwerk um sich bei schlechtem Wetter oder praller Sonne schützen zu können.


Einen schönen Sommer den zwei Herren der Schöpfung.

 

 

15.05.2011


Der Lammkindergarten auf Espetveit hat geöffnet

 

 

Nun ist es endlich so weit.

Nachdem auch Maxi und Kati sich für ein Lamm entschieden hatten, wird es in der Lammbox ein wenig zu eng. Es stehen nun 4 kleine Damen und ein Böckchen rund um den Trinkeimer in der Lammbox.

Es sind Ole, seine Schwester Lene, Eva, Hanne und Maja.

 

Die 5 Lämmer sind inzwischen sehr aktiv und haben gelernt aus dem Eimer zu trinken. Sie warten nun gespannt auf die große weite Welt da draußen. Das Wetter soll am Wochenende gut bleiben und so entschlossen wir uns, die Rasselbande an die frische Luft zu schicken. Den Lammzaun vor dem Haus haben wir am Vormittag gesteckt und das Lammhaus steht auf seinem Platz innerhalb des abgesteckten Terrains.

So, jetzt sind sie draußen auf dem Rasen und bestaunen ihre Umgebung. Anfänglich waren sie etwas misstrauisch dem Rasen gegenüber. Trauten sich kaum zu laufen. Aber inzwischen wird getobt, gerannt und sich gegenseitig geschubst. Schön es mit ansehen zu können, … da wird einem richtig warm ums Herz, wenn man die „kleinen Würmchen“ so unbeschwert in der Sonne spielen sieht. Wenn der Milcheimer, gefüllt mit leckerer Milch, kommt, laufen sie wie der Wind zum Häuschen, hängen sich an die Sauger und alle 5 Schwänzchen zappeln durch die Luft.

 

Es geht ihnen richtig gut im Lammkindergarten auf Espetveit.

 

 

 

 

14.05.2011


Tria ist „Bummelletzte“

 

So wie auch im letzten Jahr schließt Tria unsere Lammzeit ab.

 


Sie hat heute am Vormittag völlig unspektakulär ein Zwillingspärchen geboren.

Wir hatten sie seit 3 Tagen im Kreißsaal und warteten ungeduldig auf die Geburt unseres letzten trächtigen Schafes. Aber Tria ließ sich Zeit.


Heute, am Morgen bei der Fütterung, verschmähte sie ihre Ration . Tja, sie hatte wohl Wehen, obwohl man ihr nichts anmerkte.


Beim nächsten Rundgang um 09:15 Uhr war gerade das erste Lämmchen geboren. Es war noch in seiner Eihaut eingerollt und zappelte unermüdlich um sich daraus zu befreien. Tria half eifrig,leckte ihren Sohn trocken und zog im das „zweite Fell“ vom Leib. Der kleine Mann kam zügig, aber wackelig auf die Beine. Mit dem "Andocken" an der Milchstation brauchte er etwas Orientierungshilfe und endlich waren die ersten Schlucke gemacht. Es ist ein großes schlankes Lamm mit langen Beinen und sieht im Grunde aus wie sein Vater Dreizehn. Er hat eine weiße Zeichnung die über den gesamten Kopf zieht und an beiden Ohransätzen sich fortsetzt. Hinten trägt er weißer Stiefel und vorn weiße Schuhchen. Der kleine Schwanz ist zur Hälfte weiß.


Seine Schwester, die fast identisch in der Zeichnung ist wurde 1 1/2 Stunden später aus normaler Lage ebenfalls unkompliziert geboren. Sie hat etwas weniger weiß am Kopf, dafür ist die Blesse aber breiter. Sie trägt ebenfalls hinten weiße Stiefel und hat vorn weiße Sandalen an den Füßen. Das Schwänzchen ist an der äußeren Hälfte ebenfalls weiß. Mit dem Trinken gab es ebenfalls Hilfe um die ersten Schlucke zu bekommen.

 

Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich schlau oder dumm die Lämmer sind in Bezug auf das Euter finden. Es wird teilweise das gesamte Mutterschaf abgesucht ohne zum Erfolg zu kommen. Und einige von den Kleinen finden die Milchstation auf Anhieb.

Ist wohl ähnlich wie bei uns Menschen, ... jeder ist individuell und einmalig.

 

So nun hoffen wir natürlich, Dass die Zukunft den Dreien nur Gutes beschert. Wir drücken die Daumen, alles gute für die Letzten im Bunde.

 


 

 

Hier habt ihr einen kleinen Einblick in das Treiben im Schafstall zum Ende der Lammzeit.

 

 

13.05. 2011 Freitag, der 13., kein gutes Ohmen

 

Heute ist Freitag, der 13. Eigentlich hat dieses Datum kein großes Gewicht für uns, … meist geht so ein Tag spurlos vorüber. Aber nicht dieser Freitag.

 

Wir warten nach wie vor auf die letzte Entbindung, aber Tria denkt nicht daran ihre Kinder zu bekommen.

 

Beim Kontrollgang bereits am Vormittag verhält sich Hasi auffallende ruhig. Sie frisst nicht richtig und schaut einen mit traurigem Blick an. Auch der laute Begrüßungsruf schallt nicht durch den Stall. Sie lässt sich streicheln und es ist nichts Auffälliges zu finden. Ihre beiden Großen Willy und Eddy sind immer in ihrer Nähe. Sie trinken kurz und lassen dann aber wieder ab vom Euter. Merkwürdig!!!. Am Nachmittag legt sich Hasi nieder und will nicht mehr aufstehen. Sie atmet sehr schnell und ihre treuen Augen sehen ganz trübe aus. Wie verhält sich wie ein Kind, das Fieber hat und sich einfach nicht wohl fühlt. Am Morgen hatte sie kein Fieber und jetzt gemessen zeigt das Thermometer 40,7 Grad (bis 39,5 Grad normal). Das Euter ist ebenfalls warm, aber bei der Körpertemperatur nicht verwunderlich. Sie wirkt richtig eingetrübt(somnolent)! Tja, was ist los mit Hasi?

 

Wir wissen uns keinen Rat mehr. Der Tierarzt wird gerufen. Hier geht es nicht nur um ein Mutterschaf, hier sind gleichzeitig und die beiden Lämmer in Gefahr. Erste diagnoseverdacht ist eventuell Listeriose. Eine Infektionskrankheit , die mit dem Futter übertragen wird und in den meisten Fällen beim Schaf tödlich verläuft.

Nach intensiver Untersuchung durch den Tierarzt können wir die Verdachtsdiagnose ausschließen. Durch eine Probe von der Muttermilch haben wir die Ursachen des schlechten Befindens von Hasi geklärt. Sie hatte eine innere Infektion des Milchgangssystems im Euters, was zu diesem schlechten Befinden mit allgemeinem Kranksein und hohen Fieber führte. Es ist eine Mastitis wie man sie auch beim Menschen kennt.

So nun bekommt sie 2x täglich eine Spritze mit Penizillin und lokale Behandlung mit einer Antiboitikasuspension, die direkt in die Zitze gespritzt wird. Das Ganze geht über, mindestens 1 Woche. Die milch lässt sich schon jetzt kaum melken, so dass wir sicher auch die beiden Lämmchen mit der Flasche versorgen müssen. Die Beiden haben sicher in den letzten Tagen nicht genug bei ihrer Mutter bekommen. Deshalb auch die ständigen Versuche bei ihr zu trinken und nach wenigen Sekunden, das Ablassen vom Säugen.

Wir hoffen sehr, dass Hasi durchkommt und im Sommer zusammen mit Willy und Eddy auf der Weide stehen kann. Im Herbst muss sie allerdings zur Schlachterei, denn eine Mastitis gibt in der Zukunft beim nächsten Lammen wieder Probleme und das wollen wir ihr und den zukünftigen Lämmer ersparen.

 

Schade, Hasi ist ein treues, gutmütiges Schaf und eine ausgesprochen liebevolle umsorgende Mutter.

 


 

10.05.2011

Fips ihre Mutti

 

Nach 2 Tagen warten hat Fips ihre Mutti ihre 4. Schwangerschaft mit Erfolg abgeschlossen.

 

Sie gebar unkompliziert 2 kräftige Mädchen.  

Ralf hatte in der Nacht vom Montag zum Dienstag Nachtdienst im Schafstall. Wir warteten noch auf 2 Entbindungen. Fips ihre Mutti und Tria, beide gedeckt von Dreizehn sind weiterhin trächtig.

Fips ihre Mutti hatten wir bereits vor 2 Tagen in den Kreißsaal gestellt in der Annahme,dass die Geburt unmittelbar bevor steht. Aber sie hielt uns hin.

Der Wecker klingelte und Ralf startete zu seinem Rundgang in den Schafstall. Und siehe da, Fips ihre Mutti hatte die Nase voll von der Trächtigkeit und gebar kurz hintereinander völlig unkompliziert 2 typische Blesseschaflämmer. Es sind beides Mädchen, mit sehr langen Beinen, so wie ihr Vater. Das eine Mädel hat eine sehr breite weiße Blesse, 2 Stiefelchen an den Hinterbeinen, einen langen weißen Schwanz und einen weißen Schlips. Ihre Schwester hat eine weiße Blesse, die auf dem Nasenrücken schmal ist. Sie hat ebenso einen langen weißen Schwanz und 4 weiße Schuhchen an den Füßen. Beide sind munter und wirken zusammen mit ihrer Mutter wie ein eingespieltes Team. Natürlich merkt man Fips ihrer Mutti im Umgang mit den Lämmern die Erfahrung aus den vorhergegangenen Jahren an.

In den ersten beiden Jahren bekam sie jeweils eine Tochter, Fips (2008) und Hesti (2009). Im letzten Jahr waren es ebenfalls 2 Zwillingsmädchen. Alle ihre Töchter sind große kräftige Schafe, ausgeglichen im Charakter und sehr fürsorglich mit den eigenen Kindern.

Fips ihre Mutter ist inzwischen mehrfache Schafoma.

 

Wir hoffen natürlich, dass in diesem Jahr für die drei Damen es einen schönen Sommer auf der Weide gibt und die Kleinen zu kräftigen Schafmädchen heranwachsen.


Ob Fips ihre Mutter im Herbst wieder mit eingestellt wird, wissen wir noch nicht. Sie hatte 4 Schwangerschaften und wir wollen erst sehen, wie sich sich erholt und von welcher Konstitution sie im Herbst ist. Eventuell wird sie uns verlassen und geht in den Schafhimmel über Espetveit. Wir lassen uns überraschen.

 

07.05.2011


Mausi, unser Barnehagenlamm

 

Endlich, nach einer Woche warten, hat Mausi 2 große Mädchen mit unserer Hilfe geboren. 

 

Mausi wurde 2009 geboren. Ihre Mutter mussten wir zur Schlachterei geben, da sie eine Euterentzündung bekam, die man nicht behandeln konnte. Mausi war im Alter von 3 Tagen ohne Mutter und so zogen wir sie mit der Flasche groß. Sie bekam alle 3 Stunden Milch, auch nachts. Da wir nicht unendlich viel Urlaub hatten, organisierten wir kurzerhand einen Platz im Kindergarten des Krankenhauses. Mausi fuhr 3 Wochen jeden Tag mit uns morgens um 06:30 Uhr im Auto nach Kristiansand und wir lieferten sie im Kindergarten ab. Die Kinder umsorgten sie eifrig . Sie fütterten regelmäßig und spielten ausgiebig mit ihr. Am Abend ging es dann retour nach Espetveit. So hat sie ein enges Verhältnis zu Menschen aufgebaut. Sie kennt keine Scheu und auf rufen kommt sie prompt gelaufen.

Sie ist wohl das berühmteste Lamm in Norwegen, denn Fernsehen und Presse berichteten über Mausi im Kindergarten im Sommer 2009.

 

In diesem Jahr war Mausi das erste Mal schwanger und wir waren sehr gespannt was da kommt. Die letzten Tage lag sie sehr viel und wir hatten sie vorsorglich in den Kreißsaal gesteckt. Am Nachmittag fing sie an zu scharren und man sah deutlich, dass sie Wehen hatte. Ca. 17:30 Uhr traten die ersten Presswehen auf und man sah die Bruchblase im Scheidenausgang. Aber es kam nicht zum spontanen Blasensprung. In der Fruchtblase sah man einen Fuß und das kleine Mäulchen stecken. Da es nicht vorwärts ging , eröffnete Liane die Fruchtblase und da zeigte sich, dass ein Bein zurückgezogen lag. Dieses war der Grund dass das Lamm nicht geboren werden konnte. Es war ein großer Fuß und zu tasten war ein großer Kopf, der sich nicht über die Kreuzbeinhöhle schob. Also Geburtshilfe war angesagt. Hervorziehen des zweiten Fußes und Finger hinter den Hinterkopf gelegt. Nur durch gleichzeitigen Zug am Kopf und beiden Beinen war endlich die Geburt möglich und Mausi bekam ihr erstes Lamm um 18:00 Uhr. Es ist ein großes Mädchen. Die Kleine hat eine schmale weiße Blesse, die nur durch einen schmalen Strich auf dem Nasenrücken durchgehend ist. Sie trägt eine weiße Fliege und zwei weiße Söckchen vorn. Das linke Ohr ist von der Rückseite her weiß und der Schwanz hat eine weiße Spitze.

 

So, dachten wir, ein solch großes Mädchen, da ist kein Platz für ein zweites Lamm.

Es vergingen knapp 1 ½ Stunden und Mausi fing wieder an zu pressen. Es zeigte sich eine zweite Fruchblase und darin eine kleine Schnute. Doch wo waren die Beinchen? Also auch hier Fruchblase eröffnen und es zeigte sich, dass nur der Kopf führte. Handschuhe an und untersucht. Der eine Fuß lag in Halsansatzhöhe und der zweite war nicht zu tasten. Fuß vorsichtig vor luxiert und wie beim ersten Zwilling gemeinsam am Kopf und am Fuß gezogen. War sehr schwierig, obwohl doch zu vor ein großes Lamm den Geburtsweg passiert hatte. Zu guter Letzt ging alles gut und Mausi gebar ihr zweites Mädchen. Sie sieht fast identisch aus wie ihre Schwester. Die selbe Blesse, nur etwas breiter auf dem Nasenrücken, hinten rechts ein weißer Stiefel, ebenfalls eine weiße Fliege und das linke Ohr ist zu beiden Seiten weiß gestreift.

 

Beide Mädel sind putzmunter und haben sich schnell auf alle 4 Beine gestellt. Der Weg zur Michstation war nicht schwer zu finden.
Mausi kümmert sich rührend um ihre Mädchen. Sie sucht ständig Kontakt durch rufen und lecken. Irre, dass unsere Mausi, das Kindergartenlamm von einst zwei so wundervolle Lämmchen geboren hat. Das war Schwerstarbeit für sie.

 

Herzlichen Glückwunsch und dem Frauenteam viel Glück für die Zukunft.


    06.05.2011

Kati hat geboren

 

Kati hat zwei große Mädchen geboren. 

 

Bereits am Abend beim Füttern stellt Kati sich abseits. Also rein in den Kreißsaal.


Um 21:30 Uhr hatte sich kräftige Wehen, so dass die Geburt unmittelbar bevor stand. Liane hatte Nachtwache und an ins Bett gehen war nicht zudenken. Der nächste Rundgang um 23:00 Uhr zeigte die Fruchblase im Scheidenausgang und gegen 23:40 Uhr kam es zum Blasensprung. Dann wie mit einem schlag kräftige Presswehen und Kati gebar 5 Minuten vor 24:00 Uhr ein großes, schlankes Mädchen. Die Kleine hat eine durchgehende Blesse, vorne einen Schuh und hinten zwei weiße Stiefel. Der kleine Schwanz ist zu 2/3 weiß. Sie würde von Kati freudig empfangen und intensiv trocken geleckt. Doch so sehr viel Zeit blieb den Beiden nicht. Nach 35 Minuten erblickte ein weiteres Mädchen unsere Welt. Sie hat eine auf der Nase schmaler werdende weiße Blesse, zwei weiße Schuh vorn und hinten ein weißes Söckchen und einen weißen Stiefel. Der Schwanz ist fast völlig weiß. Die gleiche Prozedur wie beim ersten Lämmchen. Trockenlecken und rufen um den Kontakt herzustellen.

Leider klappte es mit der ersten Mahlzeit nicht von allein. Kati war sehr unruhig und ließ den beiden keine Zeit die Zitze zu finden. Also musste Liane Kati festhalten und die beiden Mädchen anlegen. Neben der Unruhe der Mutter stellen die zwei sich auch noch recht dumm an und versuchen am Bauch von Kati Futter zu fassen. Tja, es ist eben nicht immer alles perfekt.

Auch im Laufe des Tages finden die beiden nicht an die Milchstation. So haben wir immer ein Auge auf Kati und ihre Mädels damit die Lämmchen in den ersten 24 stunden genügend Vormilch mit den Immunglobulinen, die darin enthalten sind, bekommen. Sie sind wichtig für die ersten 6 Wochen, da das Lamm noch keine eigene Immunabwehr hat und so auf die, der Mutter angewiesen ist.

Außerdem zeigte sich im Laufe des Tages, dass Kati ihre zweit geborene Tochter immer mal wieder abweist, weg schubst und nicht atwortet wenn die Kleine ruft. Kein gutes Zeichen,


 


 

05.05.2011 Klara


Klara hat 2 stramme Jungen geboren.

 

Sie war am Termin. Klara, wie der Name schon sagt, ist in allem ein „klares“ Schaf. Keine Heimlichtuerei, immer voran wenn sie etwas will und nie hinten herum. 

Heute um 08:15 hatte sie einen Blasensprung. Wir hatten heute mit der Geburt gerechnet, denn am Morgen beim Füttern zog sie sich zurück und nahm nur eine Kleinigkeit zu sich.

 

Nach 30 Minuten Presswehen war immer noch kein vorangehender Teil am Scheidenausgang sichtbar. Sie mühte sich sehr und es ging einfach nicht vorwärts. Also untersucht und die Bescherung war gesehen. Es führten zwar beide Füßchen mit dem Kopf aber alle drei Teile waren auf gleicher Höhe. Das heißt, die Füße waren angewinkelt und lagen mit ihrem größten Durchmesser in Kopfhöhe. Das ganze Paket war einfach zu dick um herraus zu flutschen. Hilfe war angesagt.

Zunächst ein Bein nach vorn gezogen, was erst nach mehrmaligen vorsichtigen Zügen gelang. Nun war auch Platz für das andere Bein um es vor den Kopf zu bekommen. In 2 Wehen mit unterstützenden Zug an beiden Beinen, konnte Klara um 09:10 Uhr ihr erstes Lamm gebären.

Es ist ein strammer Junge mit weißer Blesse, die auf dem Nasenrücken halbiert ist. Er hat die äußere Hälfte des Schwätzchens weiß, an den Hinterläufen weiße Schuh und am Hals trägt er eine weiße Fliege. Klara nahm ihn freudig mit ihren Rufen an und leckte ihn im Liegen trocken. Das Ganze war sehr anstrengend für sie, so dass sie nicht die Kraft hatte sofort aufzustehen. Nur 40 Minuten später kam ein Brüderchen hinzu, unkompliziert geboren. Er ist ein wenig zierlicher als sein älterer Bruder, trägt weiße Stiefel an den Hinterläufen, Söckchen an beiden Vorderbeinen, einen weißen Schlips, einen weißen Schwanz und die typische weiße Blesse. Ein niedliches Kerlchen und mopsfidel.

Beide haben kurz nach der Geburt bereits der ersten Schluck Muttermilch zu sich genommen. Alle Drei erholen sich nun von der anstrengenden Geburt. Sie liegen im Kreißsaal in der Sonne, die durchs Fenster scheint.

 

Klara hat ihre Sache gut gemacht. Wir wünschen der kleinen Familie alles Gute für die Zukunft.

Fritzi
Fritzi

  

04.05.2011

Flaschenlämmer

 

Die letzten zwei Geburten im Schafstall liegen nun 3 Tage zurück.

Maxi und ihren Kindern geht es gut.


 

Martha ihr kleiner Sohn macht uns etwas Sorgen. Der Kleine ist wirklich ein Minilamm und entsprechend schwer hat er es, das neue Leben zu ordnen. Er hängt bei seiner Mutter ständig an der falschen Zitze (Scheinzitze, die keine Milch abgibt) und war uns nach dem ersten Lebenstag durch allgemeine Schwäche, Unlust, Bewegungsarmut und Unterkühlung aufgefallen. So erhielt eine 1 ml Selenit (Selen + Vit E) gespritzt, da wir nicht sicher sind ob die Symptome allein auf Nahrungsmangel basieren oder ob ein Selenmangel mit im Spiel ist. Nun erhält er von uns Zwischenmahlzeiten, d. h. er bekommt 5x täglich die Flasche mit Milchersatz. Das ist ein Pulver was aus Schafmilch gewonnen wird und dann bei Bedarf mit Wasser angesetzt wird. Fritzi, so heißt Marthas Sohn, war anfänglich etwas trink faul. Inzwischen weiß er ganz genau wann Flaschenzeit ist und ruft regelrecht danach.


 

Unsere Susi hatte ein Zwillingspärchen geboren.

Am 2. Lebenstag ihrer Kinder entschied sie sich nicht länger umsorgende Mutter sein zu wollen. 

Beide Kinder hat sie verstoßen.

So sind Ole und Lene seit dem 2. Mai Flaschenlämmer.

Susi melken wir 1x täglich und geben diese Milch ihren Kindern zusätzlich.


Auch Weißnicht schiebt ihre Tochter Eva von sich. Die Kleine hat schon tagelang nicht bei ihrer Mutter trinken dürfen und stibitzte sich hier und da Milch von den anderen Schafmüttern in der Box. Die Kleine war richtig abgemagert, bis wir endlich schnallten was los ist.


Ihren Sohn Adam akzeptiert Weißnicht weiterhin. Sie umsorgt ihn und er kann in Ruhe und so oft er will, trinken. Seltsam, eine Erklärung haben wir nicht.


 

So vervollständigt Eva das Flaschenlämmerteam.

Wir haben  z. Zt. 3 Flaschenlämmer, die alle 3 bis 4 Stunden ihr Fläschchen erhalten, ... auch nachts so gegen 03:00 Uhr.

Jeder von ihnen trinkt mindestens 200ml ... und zwar in einem Zug, ohne abzusetzen.


Die Drei werden in diesem Jahr den Lammkindergarten auf Espetveit besuchen. Wir hoffen mal, dass die Anzahl sich nicht erhöht. Mit Fritzi sind wir uns nicht sicher, was die Zukunft bringt. Wir hoffen sehr, dass er bei seiner Mutter Martha bleiben kann und zusammen mit seiner Schwester Grete im Sommer draußen auf der Weide steht.

 

So, nun sind noch 5 Schafdamen schwanger.

Heute Mittag haben wir Klara in den Kreißsaal gesteckt. Der Leib hat sich gesenkt und wir denken, dass die Geburt nicht mehr lang auf sich warten lässt.

Mal sehen, was die Natur für Klara bestimmt hat.

 


01.05.2011 Maxi und Martha

 


Martha,

beste Freundin von Emma   

 

Martha und Emma sind unzertrennlich. Ob auf der Weide im Sommer oder im Schafstall im Winter, die beiden hängen immer zusammen.


So war es Emma gar nicht recht, als wir Martha in den Kreißsaal steckten, .... Martha hatte Wehen. Martha immer im Auge stand Emma am Zaun der Ablammbox und rief nach ihrer Freundin. Martha nahm es gelassen,denn sie war recht froh Ruhe und viel Platz für sich allein zu haben.

Martha war das 2. Mal schwanger. Sie hatte im letzten Jahr nicht so viel Glück mit ihrer Tochter. Die Kleine hatte eine Gastrochisis und verstarb wenige Stunden nach der Geburt. Martha hatte lange um ihre Tochter getrauert und rief tagelang nach ihr.


Wir hofften natürlich, dass sie in diesem Jahr mehr Glück hat.


Wie auch bei Maxi, hatten wir aufgrund der Wehen, die bereits am Abend einsetzten, mit der unmittelbar anstehenden Geburt bei Martha gerechnet.

Noch mit Maxi beschäftigt hatten wir immer ein Auge auf Martha, die in ihrem Kreißsaal unruhig hin und her lief. Sie legte sich und stand wieder auf, lief im Kreis und blökte laut. Um 03:35 Uhr kam es zum Blasensprung und eine Stunde später wurde ein kleiner Bock geboren. Sie nahm ihn hektisch an, leckte eifrig und gab die typischen Laute einer frisch gewordenen Mutter von sich. Der Kleine ist sehr sehr zierlich, hat eine schmale Blesse, weiße Stiefel an den Hinterläufen vorne rechts ein weisses Söckchen und der kleine Schwanz ist vollkommen weiß. Er ist quietscht fidel und suchte sofort nach etwas fressbaren.

Nur 15 Minuten später der 2. Blasensprung und nach wenigen Presswehen kam um 05:30 Uhr ein kleines Schwesterchen hinzu. Sie hat ein weißes Dreieck auf der Stirn und ein kleines Dreieck auf der Nasenspitze. Der Schwanz ist im unteren Drittel weiß und hinten links trägt sie ein weißes Söckchen. 

Beide Geschwister sind hübsch anzusehen.


Martha ist sehr besorgt und umgarnt die beiden Lämmchen ständig. Vor lauter Hektik war es in der ersten Zeit schwierig für die Beiden an die Milch zu kommen.

Inzwischen hat Martha sich beruhigt und geht mit den beiden entspannt um. Das Trinken bei Mutti geht inzwischen von ganz allein und die kleine Familie liegt meist zusammen in einer Ecke und halten Ruhe.

 

Martha ist sicher eine ausgezeichnete Mutter und wir hoffen mal, dass sie ihre Kinder groß und stark werden.

 

Viel Glück dem Dreiergespann !

 

 

Maxi,

einst ein Badewannenlamm

 

 

Unsere Maxi ist wohl das einzigste Lamm in Norwegen, was als Babytier ein Schaumbad genommen hat.

 

 

Sie war im Alter von wenigen Tagen so „voll geschissen“ , das der ganze Popo zu gekleistert war und sie keinen Stuhlgang mehr hatte. Also haben wir sie kurzerhand in die Badewanne gesetzt und dem Leid ein ende gemacht. Ihre Mutter musste nach wenigen Tagen wegen einer massiven Entzündung am Euter zur Schlachterei, so das Maxi zusammen mit Max, Störste, Mellom und Mini eines unseren ersten Kindergartenlamm hier auf Espetveit im Sommer 2009 war. Sie war uns so ans Herz gewachsen, dass wir sie behalten hatten.

 

Nun war sie das erste Mal schwanger. Der Decktermin war der 06. 12. 2010 und wir rechneten ab heute jeden Tag mit dem Einsetzen der Wehen.

Gestern Abend nahm sie so gut wie kein Futter zu sich, also ab in den Kreißsaal mit ihr.

Bereits am späten Abend hatte sie Wehen und bei unserem Rundgang um 01:00 Uhr war noch nichts von einer anstehenden Geburt zu merken. Um 03:00 Uhr ging der Wecker und raus in den Schafstall. Da stand Maxi mit Presswehen und aus der Scheide schauten ein Bein und der Kopf. Sofort Handschuhe angezogen und zur Hilfe geeilt. Das kleine Köpfchen war ganz kalt und wir hatten Befürchtungen, das dass Lamm schon geraume Zeit so steckt und wahrscheinlich tot ist. Der eine Fuß war zurück geschlagen und so versuchten wir am vorliegenden Fuß und Kopf zu ziehen, doch es regte sich nichts. Beim nächsten Zug die Richtung etwas geändert und das Lamm rotierte so, dass der hinten liegende Fuß sich entwickelte und das große Mädel geboren werden konnte. Die Kleine lebte, und nach dem Trockenlecken und kräftigem Abreiben mit Stroh hob sie ihr kleines Köpfchen und gab die ersten Laute von sich. Maxi war so geschafft, dass sie eine ganze Weile liegen blieb. Schon nach einer halben Stunde kam es wieder zum Blasensprung. Aber es dauerte eine ganze Weile bis ein ein zweiter Zwilling die Füßchen und Nase nach draußen steckte. Hier halfen wir sofort, denn es schien auch sehr groß zu sein und wir wollten Maxi die Presszeit verkürzen. Es kam wieder ein Mädchen, aber die Kleine war munterer als ihre Schwester, klar, es ging alles viel schneller. Maxi hat beide liebevoll und mit Ruhe angenommen, trocken geleckt und gerufen. Es verging keine viertel Stunden und beide hatten die erste Muttermilch zu sich genommen. Die Erstgeborenen hat etwas Schwierigkeiten vorn auf die Beine zu kommen. Wahrscheinlich ist die Funktion des Beines durch die langwierige, schwierige Lage beeinflusst. Es wird sich sicher geben. Hoffen wir mal, dass die Natur gnädig ist.

 

Und wie sehen die beiden aus?

Das erste Mädchen, um 03:05 Uhr geboren, hat eine auf der Nase unterbrochene Blesse, vier weiße Söckchen, der Schwanz ist zur Hälfte weiß, das rechte Ohr ist fast vollkommen weiß und sie trägt am Hals eine kleine weiße Fliege.

Ihre Schwester, geboren um 04:45 Uhr, hat ebenfalls eine unterbrochene weiße Blesse, einen weißen Schuh am linken Hinterbein und am rechten Ohransatz zeigt sich ein schmaler weißer Streifen. Die beiden sehen sehr hübsch aus.

 

Maxi trägt die Geburt mit Fassung. Man merkt ihr die Strapazen nicht an. Sie ist bestimmt zufrieden zwei so prächtige Mädels zu haben und denkt nicht mehr an das Vergangene.

 

Maxi und ihren Töchtern alles erdenklich Gute für die Zukunft.