30.04.2010 Alfa hat Quetschi geboren

  

Alfa ist die Tochter eines komplett schwarzen Schafes, Greta. Greta ist die Zwillingsschwester von Lisa, die komplett weiß ist. Unter dem Verdacht auf eine infektiöse Klauenerkrankung musste Greta, Mutter von Alfa im Herbst letzten Jahres zum Schlachthof. Glücklicherweise blieb es beim Verdacht. Man hätte uns ansonsten den Hof für ein paar Wochen dicht gemacht.  

 

Alfa litt sehr unter dem Verlust ihrer Mutter und war deswegen besonders scheu. Sie ist unser erstes eigenes, auf dem Hof geborenes Lamm – darum der Name Alfa.  

Alfa zeigte Samstagmittag keinerlei Zeichen einer beginnenden Geburt, so dass wir keinen Grund sahen, sie in den Kreißsaal zu schicken. Mehr zufällig ging Ralf 1 Stunde nach der letzten Kontolltour in den Stall und hörte ein Tier stöhnen – es war Alfa. Sie stand in einer Ecke. Der Kopf ihres Kindes schaute mit heraushängender dicker Zunge halb aus der Scheide heraus…. Und zu Ralf seiner Überraschung auch noch das rechte Bein. Eine einseitige Schulterbeugehaltung und das ausgerechnet bei einer Erstgebärenden mit engen Geburtswegen. ....und Liane nicht vor Ort, na klasse!!

So machte Ralf sich an die Arbeit. Immer genau vor Augen, was er von Liane gelernt hatte. Alfa und Ralf haben eine gute halbe Stunde gebraucht. Dann war es vollbracht! ”Quetschi”, so heißt ihr Lamm, da es so lange fest saß und ein dickes Ödem im Gesicht hatte, war endlich draußen. Ralf musste dem neuen “Erdenbürger” nur noch reichlich das “Leben einhauchen”, den es wollte anfangs keinen Mucks von sich geben. Am Ende war es für Alfa eine zu große Tortur.

 

Sie hat ihr Baby nicht angenommen. Also wurde Alfa gemolken und dem kleinen Lamm mit geschwollenem Gesicht die Flasche gegeben. Ein großer Stein fiel uns vom Herzen – es trank!! Mama Alfa bekam dann noch Krämpfe wegen zu niedrigem Calcium-Spiegel im Blut. Sie brauchte 2 Calcium-Injektionen und ihr massives Scheidenödem wurde  mit Voltaren und Paracetamol behandelt. Alles ging gut.

 

Jetzt gehen Mutter und Kind getrennte Wege. Alfa wird täglich 2x gemolken und ”Quetschi” bekommt ihre Milch mit der Flasche. Ihr Gesicht sieht wieder normal aus und sie freut sich über ihre Spielkameraden in der neuen Box.  

 

 

 

28.04.2010 Fips ihre Mutti 7023

 

Fips ihre Mutti hat bereits 2 Töchter, die zu unserem Flock gehören, Fips und Hesti.

Die Mutti zu Fips ist ein sehr dominantes Schaf, aber gut verträglich mit allen.

Heute am Vormittag war es endlich so weit. Nachdem abzusehen war, dass sie heute gebären wird, kam sie in den Kreißsaal.

Gar nicht lange nach den ersten Zeichen des Geburtsbeginns gebar sie einen kräftigen Jungen und eine ¾ Stunde später ein ebenso kräftiges Mädchen. Beide Geschwister sind typisch und sehr schön gezeichnet. Sie sind munter wie zwei Fische im Wasser.

Das Trinken klappt problemlos. Fips ihre Mutter ist ähnlich wie Lisa, sehr lieb aber auch bestimmend ihren Kindern gegenüber. Mutter gibt vor und die Kinder haben zu folgen. Erziehung vom ersten Tag an und dann wird alles gut.

Wir sind überzeugt, dass das Dreierteam in Zukunft gut über die Runden kommt und die Zwillinge zu kräftigen Lämmern heran wachsen.

So nun warten wir noch auf Tria, Susi und Alpha. Es sind die letzten in der Runde der Schwangeren. Wir hoffen, dass in den nächsten Tagen etwas Ruhe eintritt und wir uns auf die Geburten der drei Erstschwangeren freuen können. Hoffentlich geht alles gut und wir bleiben von weiteren komplizierten Geburten verschont.

 

 

27.04.2010 Rosa, unsere Diva

 

Rosa ist ein ausgesprochenes hübsches Schaf…. und manchmal glaubt man, sie weiß es auch.

Im letzten Jahr verlor sie ihr Mädchen am 2. Lebenstag durch einen tragischen Unfall. Die Kleine ging in die Box der Böcke und wurde dort „tot gespielt“. Sie hatte tagelang nach ihrer Tochter gerufen, was für uns genau so schmerzlich war wie für sie selbst.

So hatten wir uns natürlich geschworen, in diesem Jahr besonders gut auf sie aufzupassen.

Heute gegen 14.00 Uhr zeigten sich die ersten Anzeichen der anstehenden Geburt. Innerhalb von 20 Minuten gebar sie ein Zwillingspärchen. Beide lagen in regelrechter Lage und Rosa „spukte“ sie quasi nur aus,… ohne viel Drumherum.

Sie hat beide sofort angenommen und die ersten Familienbande zwischen den Dreien sind geknüpft.

Wir sind natürlich überglücklich, …. vor allem nach dem gestern Erlebten.

Beide Lämmer haben deutlich mehr Weiß am Kopf als ihre Mutter, …. entsprechen aber trotzdem dem Zwarbless-Schaf erforderlichen Zeichnung. Wir werden sicher das Mädchen behalten um unsere Zucht standardgerecht weiter zu führen.

Wir sind so froh, dass es für Rosa so schnell und komplikationslos lief und wünschen dem Trio für die Zukunft alles Gute

 

 

 

 

26.04.2010 Fips und Älteste 4065

 

 

Älteste, Bestemor des Flocks

 

Älteste ist unser ältestes Schaf im Flock. Sie war in der zurückliegenden Zeit 5 Mal schwanger und diese Schwangerschaft soll ihre letzte sein.

Seit 2 Tagen verhält sie sich auffällig. Kratzt ab und zu mit den Vorderfüßen, legt die Ohren und steht sehr oft still in der Ecke. Wir hatten sie deshalb schon einmal in den Kreißsaal gesteckt. Aufgrund der 3. Drillingsgeburt kam sie wieder in die Box zurück.

Heute war es nun so wie. Blasensprung und ab in den Kreißsaal. Gegen 19:00 Uhr kam das erste Lamm kam aus hinterer vollkommener Fußlage. Älteste musste tatkräftig bei der Geburt unterstützt werden indem wir in der Wehe mit an den Hinterfüßchen zogen. Es war ein sehr großes Bürschchen mit unauffälliger Zeichnung. In völliger Ruhe hat Älteste sich sofort um ihr Lamm gekümmert und auch die ersten Versuche an Mutters Milchstation zu tanken, waren von Erfolg gekrönt. Alles in allem waren wir zufrieden. Jedoch war deutlich zu sehen, dass wir mit mindestens einem zweiten Lamm rechnen konnten. 

Nach 4 ½ Stunden Wartezeit ohne Wehen informierte Ralf den Tierarzt. Hier stimmte etwas nicht. Allein kam er nicht weiter und so war fachliche Hilfe notwendig um das Leben von „Älteste“ nicht aufs Spiel zu setzen.

Der Tierarzt stellte bei der Untersuchung fest, dass das 2. Lamm im Geburtskanal fest hing und wahrscheinlich auch nicht mehr lebt. Er extrahierte es und es kam ein totes Lamm auf die Welt, welches wahrscheinlich schon länger in der Gebärmutter abgestorben war.

Alle waren geschafft und natürlich sehr mitgenommen über diesen tragischen Verlauf.

 

Nun hoffen wir natürlich, dass Älteste mit ihrem Lamm gut über die Runden kommt. Wir drücken ganz fest die Daumen für die Zwei.

 

Auf jeden Fall war das ihre letzte Schwangerschaft.

Wir haben beschlossen, dass zukünftig unsere Schafsdamen nicht mehr als 4-5 Schwangerschaften austragen dürfen. Je nach Befindlichkeit und vorangegangener Schwangerschaft oder Geburt werden wir in Zukunft entscheiden. Es ist wie beim Menschen auch,… bis zum 3. Kind wird es einfacher und ab dem 5. Kind steigt deutlich die Komplikationsrate unter der Geburt.

 

 

 

 

Fips unsere Sekretärin

 

Fips, unsere Sekretärin hatte gestern Termin. Sie kam gestern in den Kreißsaal und wir warteten.

Heute war es nun endlich so weit. Am Vormittag setzten die Wehen ein und sie gebar um 12.00 Uhr und 12.30 Uhr je einen prächtigen Jungen. Beide kamen völlig unspektakulär auf die Welt.

Hatten wir aber auch verdient nach der letzten Nacht.

Ralf war überglücklich, dass alles so gut ging.

Fips ist ein sehr liebes Schaf und sie ist uns so richtig ans Herz gewachsen. Ruhig, allzeit ausgeglichen, nie Streit suchend, mit allen anderen Schafen vernünftig umgehend,... eben einfach nur lieb. Und so gibt sie sich auch ihren Kindern gegenüber. Immer geduldig und fürsorglich von Anfang an. Keine Hektik beim Aufsuchen der Milchstation. Beide Lämmer wurden gründlich "abgetrocknet" und durch ihre Ruflaute gibt sie beiden Kindern die notwendige Sicherheit. 

 

Eine gute Mutter ist unsere Fips, die Sekretärin des Flocks. 

 

 

 

 

25.04.2010 „Alte“  und  „Weiß nicht“

 

 

„Weiß nicht“ 7010

 

„Weiß nicht“ hat parallel zu "Alte" deutliche Zeichen des Geburtsbeginns so gegen Mitternacht gezeigt. Im Kreißsaal ist Alte, so dass „Weiß nicht“ in der Box nebenan bleiben muss.

2 parallele Geburten ,…  na hoffentlich ohne Besonderheiten.

Uns so war es auch „Weiß nicht“ hat die perfekte Zwillingsgeburt hingelegt. In der Zeit wie wir uns um Alte gekümmert haben gebar sie völlig unkompliziert 2 Mädchen. Beide wurden trocken geleckt und aufgepasst dass die beiden Wirbelwinde nicht in der ganzen box rumtollen. Die Zwillingsmädchen gingen sofort auf Tour und erkundeten ob nicht vielleicht an einem anderen Euter bessere Milch zu bekommen ist. So hatte „Weiß nicht2 sehr viel Zeit aufzuwenden, die Beiden am Platz zu halten. So entschlossen wir uns ihr zu helfen und stellten sie in einen anderen Kreißsaal der eigentlich einer andere Box zugehörig ist. Frisches Stroh und alle 3 waren ein Herz und eine Seele. Sie fanden schnell ihre Ruhe zurück und die Mutter–Kind–Beziehung kann endlich genossen werden. Die 3 werden sicher harmonieren, denn „Weiß nicht“ ist eine erfahrene Mutter.

Alles Gute den Dreien. 

 

 

 

 

Alte 5011

 

Gestern Abend haben wir mal wieder Rundumwechsel gemacht. Der Kreißsaal wurde mit der Alten belegt, denn sie hatte um 23:00 Uhr einen Blasensprung. Auch weist eine andere Schwangere deutliche Zeichen der beginnenden Geburt. Na, klasse Hochbetrieb und Liane will heute am 25.04. um 6:00 Uhr mit der Fähre von Kristiansand nach Hirtshals. Es ist ein Weiterbildung in Görlitz angesagt und Ralf wird in der Woche vom 26.04.- 02.05. alleine auf dem Hof sein. Geburtshilflichen Kurs hatte er in der letzten Woche erhalten und nun kann er beweisen was er gelernt hat.

Um 23:30 Uhr letzte Inspektion von Liane und ab ins Bett. Ralf hält die Stellung im Schafstall.

Kurz danach aufgeregtes Rufen, Liane raus aus dem Bett und ab in den Schafstall. Tja, ist wie im wirklichen Berufsleben, wenn der Assistent nicht mehr weiter weiß, wird der Oberarzt gerufen. Das erste Lamm liegt in unvollkommener Kopf-Fußlage und es geht trotz Wehen nicht weiter. Lange Rede kurzer Sinn, geburtshilflicher Handgriff und Lamm wehensynchron entwickelt. Alles gut, Alte nimmt es auch sofort liebevoll an. Erstaunlich wie unbeschwert so ein Schaf trotz der Belastung zum Alltag übergeht und seine Pflichten und Instinkten dem Lamm gegenüber nachkommt. Wir waren sehr froh. Und Liane ging wieder ins Bett, denn eine weite Auto fahrt liegt vor ihr.

Na, ja ¾ Stunde später wieder Rufen, Liane raus in den Schafstall. Das zweite Lamm war bereits mit seinem Köpfchen geboren, aber keine Füße zu sehen, so dass wir davon ausgehen mussten, dass diese nach hinten geschlagen waren. Ralf hielt die alte fest und Liane untersuchte und mobilisierte ein Bein neben den Kopf. Gleiches Procedere, wehensynchrones Ziehen und Lamm wird geboren.

20 Minuten später ein Drittes dieses Mal in normaler regelrechter Lage. Waren wir froh. Die Drillinge sind alles Mädchen und sehen sich zum verwechseln ähnlich. Typische weiße Blesse, Weiße Füßchen und einen weißen Schwanz. Unsere alte kümmert sich rührend um ihre 3 Mädels und alle Drei fanden den Weg zur Milchstation von ganz allein.

Wir wünschen natürlich diesem weiteren Damenteam viel Glück in den nächsten Tagen und Wochen.

Es werden sicher die letzten Kinder sein, die Alte bekommen hat. Auch im letzten Jahr hatte sie Drillinge und die Letzte mit dem Namen Største war nur durch unsere Hilfe glücklich auf die Welt gekommen.

 

 

 

 

 

24. 04. 2010 Kati, das Schicksal schlägt zu

 

Unser heutiger Tag hat eigentlich ruhig begonnen. Gegen 7:00 Uhr in den Schafstall und gefüttert, anschließend Frühstück für uns selbst.

Unsere Kati, eigentlich ein unscheinbares Schaf fing an zu scharren, ... also rein in den Kreißsaal. Hasi hatte ja die Nacht mit ihren beiden Lämmern darin verbracht und so zog sie um zurück zu ihrem Flock.

 

Ca. 2 Stunden nach dem Fruchtwasserabgang gebar Kati einen kleinen aber sehr kräftigen Jungen. Sie hat fast 2 Stunden pressen müssen um das kräftige Kerlchen auf die Welt zu bringen. Eigentlich hatten wir mit 2 Lämmern gerechnet, aber Kati kümmerte sich nur um ihren erstgeborenen und zeigte keine Anstalten von weiteren Wehen. Komisch, denn an der rechten Flanke zeigte sich deutlich eine Vorwölbung. Na, ja vielleicht irrten wir ja mit dem zweiten Lamm. Nach 3 Stunden kam dann endlich die Plazenta, aber unvollständig. Eine halbe Stunde später fing Kati erneut an zu pressen und es zeigten sich 2 kleine Füßchen in der Scheide. Gleichzeitig sah man deutlich Plazentamaterial am Scheidenausgang liegen. Wir hatten die düstere Vermutung, dass hier etwas nicht stimmte. Die Füßchen kamen voran, aber waren ohne Tonus. Es war mal wieder eine reine hintere Fußlage. Da Kati nicht die Kraft hatte, das Lamm her auszupressen, halfen wir mit kräftigem Zug. Es war sehr schwierig dieses große Lamm zu entwickeln. Leider bestätigte sich unser Verdacht. Gleichzeitig mit dem 2. Lamm kam die 2. Plazenta und der kleine Junge war tot. Gedrückte Stimmung natürlich bei uns. Aber bei vorzeitiger Plazentalösung kann man nichts machen. Das ist Schicksal, leider.

Kati nahm das tote Lamm auch nicht an, … keine Reaktion bezüglich sauber Leckens oder Kommunikation in Form des Rufens. Wir glauben, sie hat diesen Schicksalsschlag besser akzeptiert als wir. Um ihren erstgeborenen jungen kümmert sie sich ganz liebevoll. Es ist ein kleiner Kerl mit langen Beinen, sieht mehr einer Gazelle ähnlich, als einem Lamm. Es hat wie sollte es auch anders sein eine weiße Blesse, weiße Stiefelchen an den Hinterbeinen und einen schmalen weißen Latz. Ein hübscher Bursche. Mit dem Trinken hat es auch sofort geklappt und die ersten Gehversuche waren recht sicher.

Nun wünschen wir natürlich den Beiden viel Glück auf ihrem weiteren gemeinsamen Weg.

 

 

23.04.2010 Flecki und Hasi

 

Hasi Hasenfuß

  

Hasi hat Termin, aber macht keine Anstalten sich auch nur im geringsten daran zu halten. Sie ist 2 Tage überfällig und verhält sich völlig unauffällig.

Liane ist am Nachmittag aus der Klinik gekommen und so haben wir uns um 17:00 Uhr zum Kaffee und Keks in der Küche zusammen gesetzt und ein wenig erzählt. Um 17:45 ging es in den Schafstall zur Bestandsaufnahme.

Tja und da fanden wir Hasi in der Ecke auf dem Stroh liegend. Sie hatte gerade ihr 2. Lamm geboren. Beide Kinder wohlauf, 2 kleine Jungen, sehr kräftig und sofort auf der Suche nach der Milchstation. Völlig überfahren fühlten wir uns. Hatten wir doch so aufgepasst und Hasi hat still und schnell ihre Kinder ohne uns geboren. Manchmal ist es sicher besser wenn die Natur ihren Lauf nimmt und der Mensch außen vor bleibt.

So kam Klara mit ihren Zwillingen raus aus dem Kreißsaal und Hasi mit ihren zwei Jungen rein zum Ausruhen. Allerdings klappt es mit dem Trinken noch nicht so gut. Die Orientierung ,wo finde ich was , ist noch nicht ausgereift. Aber das findet sich sicher im Laufe der nächsten Stunden, … hoffen wir jedenfalls. Beide Jungen sind typische Zwartbless-Schafe, ohne besondere Merkmale. Etwas mehr Weiß am Kopf, als eigentlich gewünscht, aber ansonsten perfekt.

Der kleinen Familie alles Gute auf dem zukünftigen Lebensweg.

 

 

 

Flecki, klein aber oh`ho

 

Flecki ist mit eines der kleineren Schafe, die war besitzen. Sie ist in diesem Jahr, das 2. Mal schwanger. Susi ist ihre Tochter vom letzten Jahr.

Bei Flecki rechneten wir mit einem Lamm, denn sie war weniger rund als die anderen und so konnte es nicht anders sein. Und wir hatten recht.

Am Vormittag zeigte sie ersten Zeichen der anstehenden Geburt. Also Hesti mit ihren Zwillingen raus aus dem Kreißsaal und Flecki rein. Kurz nach dem Stubenwechsel hat unsere Flecki einen kräftiges Böckchen geboren. Er hat viel Weiß an sich, eine große breite Blesse, ein weißes Halstuch, weiße Füßchen vorn und weiße Stiefelchen an den Hinterbeinen und natürlich ein weißes Schwänzchen. Es war eine völlig komplikationslose natürliche Geburt und Flecki hat alles richtig gemacht. Der Kleine wurde freudig von ihr aufgenommen und seitdem keine Minute aus den Augen gelassen. Der erste Besuch an der Milchstation war gleich von Erfolg gekrönt und nun hoffen wir mal , dass es weiter so unkompliziert voran geht. Flecki unser Lausbub. Sie ist das 2. Mal Mutter geworden und wird dem in allem voll gerecht.

Die besten Wünsche auch für diese Mutter- Sohn-Gespann.

 

 

 

 

22. 04. 2010 Hanna und Lisa

 

Hanna, die Unscheinbare

 

Wir hatten heute Abend leider ein sehr unschönes Erlebnis. Als wir so gegen 18.00 Uhr in den Schafsstall sind lag eines der Drillinge von Stummel leblos in der Box. Wir haben sofort angefangen zu reanimieren, da es noch Herzschlag und Atmung hatte, aber wir konnten nicht verhindern, dass es in den Schafshimmel hinüber tritt. Es war eines der Mädchen, die kräftigere von beiden, doch wir konnten sie nicht retten. Unsere Stimmung war damit nicht die beste und wir liefen ein wenig kopflos durch die Gegend. Auch wenn es ja nur ein Lamm ist, hat man eine Beziehung aufgebaut und diese so einfach her zugeben ist nicht einfach.

 

Nichts desto trotz waren wir aufmerksam für die anderen schwangeren Damen. Hanna, Tria, Fips, Rosa, Hasi, Flecki und auch Kati sind am Termin.

 

Da plötzlich fing Hanna an sich in der Ecke abzulegen und zu hecheln.

Gut, also Lisa mit den Drillingen raus aus dem Kreißsaal und Hanna rein. War höchste Eisenbahn, denn kurz danach hatte sie einen Blasensprung. Und so warteten wir und warteten. Normalerweise rechnet man unmittelbar danach mit dem Einsetzen der Presswehen, ... aber Hanna ließ sich Zeit. Um 22:40 Uhr konnten wir endlich 2 Füßchen und die kleine Schnute des Lammes erkennen und in 4 Preßversuchen wurde ein kleines großes Mädchen geboren. Super süß, mit ausgeprägter weißer Blesse, weißem Schwänzchen, weißen Schuhen hinten und weißen Stiefeln an den Vorderbeinen. Die Kleine wurde von Hanna fürsorglich umworben und die ersten Gespräche zwischen beiden ausgetauscht. Wir waren uns nicht ganz sicher kommt da noch ein zweites hinzu? Ja, ca. 1 Stunde später folgte eine weitere Tochter, völlig unkompliziert. Die Schwester ist viel zierlicher, hat eine schmale Blesse und einen schwarzen Punkt auf der Nase, ansonsten ganz schwarz. Eine süße kleine Maus. Sie wurde in die Frauengruppe sofort integriert.

Etwas schwieriger war es mit dem Anlegen. Hanna hat ziemlich große Zitzen, so dass für so ein kleines Mäulchen der erste Trinkversuch ein Fehlversuch war. Wir haben das Kolostrum (erste Milch, die gebildet wird und wichtig ist für die Immunabwehr des Lämmchen) abgemolken und den beiden es mit der Flasche gegeben. Nun hoffen wir natürlich, dass der Zugang zur Tanksäule sich schnäutzchengerecht formen lässt.

Alles Gute dem Frauenteam,.... aber Hanna macht das schon!

 

 

Lisa, das weiße Schaf von Espetveit 

Heute ist Donnerstag und der Wecker hat uns um 05:45 Uhr aus dem Bett geworfen. Anouk und Ylva hatten sich bereits um 05:30 Uhr gemeldet und waren zum „Pullern“ draußen.

Martha geht mit ihrer Michproduktion zurück so dass wir beschlossen haben sie nur 1x täglich zu melken. Zumindest sieht das Euter gut aus und Martha ist vor dem Schlachter gerettet.

So sind wir um 06:00 Uhr in den Schafstall um uns einen Überblick zu verschaffen. Letzte Kontrolle hatten wir gestern um 23:30 Uhr.

Tja und unsere Lisa stand in ihrem Kreißsaal mit 3 putzmunteren Lämmern. Es sind 2 Mädchen und 1 Junge. Sie hat alles allein hinbekommen. Sie war gerade dabei das letzte der Drillinge trocken zu lecken. Die beiden Mädchen sehen identisch aus. Alle Drei sind schwarz und haben eine deutliche weiße Zeichnung am Kopf, so wie man es von Zwartbless-Schafen erwartet. Die Schwänzchen sind zum Teil weiß, die Beine alle schwarz. Es sind sehr schöne kräftige Lämmer und Lisa hat ihre Sache mehr als gut gemacht,… perfekt so wie sie ist. Alle Drei haben auch gleich das Euter aufgesucht und nach einigen Fehlversuchen die Zapfsäulen gefunden. Irre wie sie das mit den Dreien ordnet. Die Ruhe in Person, aber dominant in allem was sie tut. Bei ihr bekommen die Kleinen Erziehung vom ersten Lebenstag an, … soll ja bei Menschenkinder in neuester Zeit anders laufen.

Wir sind glücklich und haben keine Sorgen, dass Lisa es mit den Dreien nicht schafft. Sie ist selbstbewusst und stark genug das Beste für sich und ihre 3 Kinder zu machen. Alles Gute, Lisa.

 

21.04.2010 Stummel 5010 und Hvite 5005

 

Hvite 5005

 

"Hvite" ist eines der ältesten Schafe, die wir haben. Sie hatte bereits viele Kinder in den Jahren zu vor.

Gestern Abend haben wir sie in den Kreißsaal gestellt, denn der Leib hatte sich zu beiden Seiten gesenkt und wir wartetet auf die Ankunft der Lämmer. Über Nacht hatte sich jedoch nichts getan und da wir den Kreißsaal für Stummel brauchten kam sie wieder in die Box zu den anderen Schwangeren.

Am Nachmittag gegen 14:30 Uhr kam es zum Blasensprung und kurz danach gebar sie einen großen Jungen aus normaler Lage. Putzen, Laute austauschen alles lief sehr sicher und ohne Probleme. Dann sprang die zweite Fruchtblase und sie begann wieder zu pressen. Leider zeigte sich innerhalb einer Stunde kein Geburtsfortschritt. So wie es aussah lag das zweite Lamm in hinterer Fußlage,.... mal wieder. Als die beiden Beinchen mehr sichtbar wurden, halfen wir auch hier etwas nach. Es kam ein zweiter großer Junge auf die Welt. Er hat eine ganz eigenartige Zeichnung. Der Kopf ist ganz weiß und die Augen sind von einem schwarzen Ring zu beiden Seiten umgeben. Er hat weiße Ohren, weiße Vorderbeine ganz hoch bis zu den Hüften und sein Fell ist an vielen Stellen weiß gesprenkelt. Von der Färbung und Zeichnung gleicht er mehr einem Kalb. Das viele Weiß kommt von seinem Vater Hans. Wir hatten schon im letzten Jahr beobachtet, dass Hans sehr viel Weiß vererbt und auch die Lämmer kein tief schwarzes Fell haben. Er ist mehr dunkelbraun als schwarz.

Aber der kleine Kerl ist ganz süß und vital. Er  weiß genau wie man an die Melkstation kommt. Sein Bruder, der Erstgeborene, hat eher eine unscheinbare Zeichnung, auch viel weiß, aber der Kopf hat die typische Zeichnung mit der weißen Blesse. Beide haben weiße Stiefelchen an den Hinterbeinen und einen weißen Schwanz. Die Mutter ist wachsam wie ein Hund. Unsere Ylva ist nur in die Nähe der Box gekommen , da hat sie gleich nach ihr gestoßen und ihre Kinder beschützt.

 

Wir denken, dass es sicher gut geht mit den Dreien.  Zumindest hinterlassen die Drei als Team einen perfekten Eindruck.

„Lukke til“... viel Glück!

 

 

 

 

Stummel 5010

 

Wir sind heute um 5:45 Uhr aufgestanden, da Liane heute wieder arbeiten musste. Ralf übernimmt ab heute die Stallwacht. So entschlossen wir uns Martha nochmals zu melken. Also ran ans Euter und los ging`s.

Plötzlich vernahmen wir aus der Box gegenüber ein Stöhnen. Unser Stummelchen hatte es sich auf dem Lammbett bequem gemacht und offensichtlich geplant ihre Kinder im Bett zu gebären. Also das Melken beenden und auf zum Kinderkriegen in die Nachbarbox,... hatten wir gedacht. Stummelchen gebar ihr erstes Lamm im Lammbett (06:10 Uhr), … ein kleines Mädchen. Schmale weiße Blesse, weißen Schwanz, kleinen weißen Schlips und weiße Stiefel an den Hinterbeinen und …. fit wie ein Turnschuh. Von der Mutter trocken geleckt und schnell auf die eigenen 4 Beinchen gestellt. Also, dachten wir , schnell den Kreißsaal geöffnet ”Hvite” raus und Stummelchen rein. Was uns auch problemlos gelang (...ist keine Kunst, denn wenn man das Lamm entführt folgt die Mutter auf dem Fuße). 20 Minuten später erblickt das 2, Lamm die ersten Sonnenstrahlen. Sie hat etwas mehr weiß an sich, gleicht ansonsten in der Zeichnung ihrer Schwester und ist der zweite fitte Turnschuh in der Familie. Tja und nun dachten wir das war`s. Denkste Puppe, Stummelchen legte sich ein drittes Mal ab und begann zu pressen. Oh, Gott Drillinge, ... Glück im Unglück für jeden Schafzüchter, denn die Mutter hat 2 Zitzen, so dass bei Drillingen das Schwächste immer das Nachsehen hat und meist weniger gut gedeiht. Aber wir können die Situation nicht ändern und müssen alle nehmen, die da kommen. Letztendlich kam um 7:10 Uhr zu den beiden Mädchen ein kleiner Junge aus vollkommener hinterer Fußlage hinzu. Ein wenig hatten wir geholfen, denn die Mutter wirkte erschöpft.

Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis wenn man sieht wie fürsorglich so eine Mutter mit ihren Kindern umgeht. Und hier sind es gleich 3. Es wurde geputzt und miteinander geredet und zum Schluss war jedes Lamm an der Milchstation hängen geblieben. Es ist natürlich eine große Aufgabe für die Mutter allen ihren Kindern gerecht zu werden, aber Stummelchen hatte bereits viele Kinder in den Jahren zu vor. Sie ist erfahren und sicher im Umgang mit ihren Lämmern.

 

Wir drücken ihr ganz fest die Daumen, dass alle Drei gut über die Runden kommen und der Milchtopf immer gefüllt ist. 

 

 

19.04.2010 Klara, ruhig und ausgeglichen

 

Heute Nachmittag fing Klara an mit den Füßen zu scharren. Wir warten ja bereits seit dem 17. 04. auf ihre Niederkunft und heute scheint es so weit zu sein. Also ging es ab in den Kreißsaal. Und tatsächlich, um 16:15 Uhr Blasensprung und eine viertel Stunde später die ersten Presswehen. Nach einer Stunde kein deutlicher Geburtsfortschritt. Ein Füßchen kann man sehen, mehr nicht. Doch dieses Füßchen ist sehr groß und so hatten wir mit einem großen Lamm zu rechnen. Klara war bereits nach dieser einen Stunde völlig kaputt, so dass wir uns zur Untersuchen entschlossen. Es war alles korrekt und in 2 Presswehen, halfen wir Klara ihr Lamm zu bekommen. Es ist ein kleines großes Mädchen mit weißer Blesse, einem weißen Latz, ein weißes Schwänzchen und weißen Stiefelchen an den Hinterbeinen. Sie ist sehr kräftig und schon nach wenigen Minuten ging es zum Auftanken, allerdings mit einigen Fehlversuchen versehen. Letztendlich hat es doch geklappt. Unsere Hilfe zum Auffinden der Milchstation hat sie stur abgelehnt. Immer wenn wir sie anlegen wollten, machte sie sich steif und kniff ihr kleines Mäulchen zu. Typisch Frau würde Ralf sagen, immer einen eigenen Kopf.

Klara hat mit sehr viel Ruhe und Sanftmut ihre Kleine versorgt. So wie Klara eben ist, ruhig und klar, nie falsch immer eindeutig, .... darum heißt sie ja auch Klara.

Die Plazenta kommt meist erst 2-3 Stunden später. Wir sind also zum Abendessen rein und gingen dann um 20:30 Uhr nochmals zu den Schafen.

Tja, und Klara begann wieder zu scharren. Noch ein Lamm? Kann doch nicht sein, ... 3 Stunden nach dem ersten? Doch, um 21:00 Uhr kam noch ein kleiner Wicht aus vollkommener hinterer Fußlage. Ralf konnte nun das erste Mal unter geburtshilflicher Anleitung eine Extraktion an beiden Füßen durchführen. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie stolz er war, als alles gut ging und ein kleiner Mann putzmunter zur Welt kam.

Klaras Sohn hat ganz viel weiß am Kopf, ein vollkommen weißes linkes Ohr und sieht ein wenig aus wie unsere Mausi. Er hat ein weißes Schwänzchen, einen weißen Latz und weiße Stiefel an den Hinterbeinen und am rechten Vorderbein. Er ist wie seine Schwester sehr kräftig. Schon nach wenigen Minuten stand er auf seinen eigenen 4 Beinchen. Klara hat sich selbstverständlich ebenso liebevoll um ihn gekümmert wie sie es zuvor bei ihrer Tochter getan hat.

Die Plazenta kam 10 Minuten nach dem 2. Zwilling.

 

So, nun hoffen wir mal für unsere Klara, dass nun alles klar ist und nicht noch ein drittes Lämmchen erscheint.

Alles Gute für das Zwillingspärchen und ihre Mutter Klara.

 

 

Lilly , Emmas Tochter
Lilly , Emmas Tochter

 

  18.04.2010 Sonntag

 

Voller Erwartungen sind wir heute in den Schafstall zum Füttern. Wir hofften auf eine Überraschung , aber nichts. Die Schwangeren denken nicht daran sich an die Termine zu halten. 

Denen ist wahrscheinlich bekannt, dass heute Sonntag ist und Sonntag ist Ruhetag.

Die ersten Lämmer sind nun schon eine Woche alt und entwickeln sich prächtig. Es wird getobt und gekämpft und ab und zu auch mal an einer anderen Milchstation aufgetankt. Das kleine Böckchen von Marie besucht regelmäßig Emmas Milchtopf. Er denkt sich vielleicht auch, die hat ja nur die kleine Lilly zu versorgen, da kann man schon mal einen Schluck mitnehmen. Es ist allerliebst wenn man sieht wie die 5 Lämmer, die mit ihren Müttern in einer Box stehen miteinander spielen. Es werden Bocksprünge gemacht und die Beinchen nach hinten weggeworfen. Und plötzlich, wie auf Kommando fallen alle um und schlafen. Wir haben viele Fotos gemacht und auch kleine Videos aufgenommen. Nicht alles können wir hier auf der Seite zeigen. Mal sehen, vielleicht gelingt es uns später einmal ein Video hoch zuladen. 

Vorläufig wissen wir noch nicht wie das geht, aber Ralf wird es schon heraus finden. Oder kann einer von euch helfen und uns einen Tipp geben?

 

So und nun sind wir gespannt wann es mit der „Lämmerei“ weiter geht.

 

 

 

17.04.2010 Ruhe im Schafstall

 

Heute war es ruhig im Schafstall.

Eigentlich warten wir auf die Geburt von Klara und Tria, aber die beiden denken nicht daran sich an den Geburtstermin zu halten. Also Geduld!

 

Martha hat leider ihren kleinen Adoptivsohn nicht angenommen. Sie war zwar nicht bösartig ihm gegenüber aber er durfte nicht bei ihr trinken. Sie hat sich sofort weggedreht, wenn er versucht hat an den Milchtopf zu kommen.

So haben wir ihn zurück zu seinem Zwillingsbruder und seiner Mutter Hesti gegeben. Die hat ihn sofort freudig begrüßt und ihn ganz lieb gekost.

 

Tja, nun versuchen wir Martha vor dem Schlachter zu retten indem wir begonnen haben die Milch auszumelken. Geht ganz gut,.... ohne vorherige eigene Erfahrung haben wir das Euter leer bekommen. Die Milch verfüttern wir mit einem Babyfläschchen an den Kleinen von Hesti. Der schlingt mit einem Mal 250ml runter. Heute haben wir 1100ml Schafsmilch gewonnen und überlegen nun auch es eventuell mit der eigenen Schafkäseproduktion zu versuchen. Müssen nur noch herausfinden wie man das macht. Aber im Internet findet man ja fast alles oder ?

In erster Linie jedoch soll die Milch von Martha das kleine Böckchen bekommen, damit es groß und stark wird.

 

Ach, hätten bald noch vergessen zu erwähnen, dass wir den großen Bruder des kleinen Böckchens heute verarzten mussten. Das rechte Hinterbein scheint am Unterschenkel gebrochen zu sein. Wahrscheinlich ist Hesti bei einer schnellen Bewegung da drauf getreten was ab und zu bei den Schafen passiert. Der Kleine hat jetzt einen Schienenpflasterverband von uns verpasst bekommen und kann so wenigstens wieder auf 4 Beinen stehen. Wir hoffen natürlich das es ohne große Nachwirkungen verheilt.

 

Ihr seht es ist immer etwas los auf Espetveit. Haben wir keine Geburten dann sind es andere Dinge, die uns auf Trab halten.

 

 

16.06.2010 Hesti und Martha

 

Martha, beste Freundin von Emma

 

Unsere Klein-Martha ist wirklich cool. Sie ist fast genau so klein wie Emma und dessen beste Freundin, aber tut immer als ob sie die „Größte“ wäre. Ein cooles Schaf.

Heute wirkte sie ein wenig zurückgezogen und so dachten wir, dass da sicher etwas ansteht. Uns so war es auch. Martha hatte Wehen. Um 11:00 Uhr sprang die Fruchtblase und man sah einen Fuß am Scheidenausgang. Na, ja dachten wir, lang kann es da nicht mehr dauern. Aber es kam anders, völlig anders. Martha hatte fast 3 Stunden Presswehen ohne dass der Fuß weiter voran kam. So entschlossen wir uns zu einer Untersuchung. Da tasteten wir 2 Füße und weiter oben ein kleines Schwänzchen. Also hatten wir wie bei Emma eine Fußlage. Martha hatte keine Kraft mehr um zu pressen und so zogen wir das Lamm an den Füßen heraus. Dieses war sehr schwierig, da es ungewöhnlich groß war und für Martha war es ja das erste Lamm. 

Nach anstrengender geburtshilflichen Arbeit konnten wir das Lamm um 14:30 Uhr, ein großes Mädchen, lebend entwickeln. Riesige Freude bei allen. Martha leckte es sofort und rief mit typischen Lauten. Die Große antwortete auch und es war schön zu sehen wie es den beiden gut geht und sie zueinander finden.

Aber leider war das Glück uns dieses Mal nicht holt. Wie wir beim näheren Hinsehen feststellen mussten, hatte dieses Mädchen eine Missbildung am Bauch. Die Bauchdecken hatten sich nicht vollständig geschlossen und so lag ein großer Anteil des Darmes außen vor. Sie hatte mit medizinischen Namen ausgedrückt eine Gastrochisis. Keine Chance ohne OP damit zu überleben. Eine OP ist bei so einem kleinen Lamm aber nicht möglich. Damit wird sie sterben.

Was nun ?

 

Aber ohne Lamm überlebt auch Martha nicht, denn sie bekommt Milcheinschuss und wenn nicht regelmäßig das Euter geleert wird, einen Milchstau und in Verbindung damit eine Entzündung, der man nicht Herr werden kann.

 

Wir mussten uns schnell entscheiden und so setzten wir das kleinste Lamm von Hesti zu Martha, benetzten es mit Fruchtwasser und legten es zu Marthas Mädchen. Als die Plazenta (Mutterkuchen) geboren war , legten wir diese auf den kleinen Jungen damit er der Geruch von Marthas eigenem Lamm bekommt.

 

Nun können wir nur hoffen, dass dieser Trick gelingt und Martha den kleinen Mann als ihr Lamm akzeptiert. Es ist fast nicht möglich einer Tiermutter ein anderes Junges unter zu mogeln.

 

Marthas eigenes Lamm ist 4 Stunden nach der strapaziösen Geburt verstorben.

Wir sind natürlich sehr traurig darüber, sie war eine sehr hübsche kleine Dame.

 

Natur kann eben auch grausam sein, Gutes und Böses sind ganz dicht beieinander.

 

Nun sind wir natürlich ober wachsam bei Martha und ihrem kleinen Adoptivsohn. Wir hoffen, dass wir den richtigen Schritt gegangen sind, … für Martha und den Kleinen.

Wir brauchen mehr als Glück, … sicher auch ein wenig Toleranz der Natur!

 

 

 

Hesti “Kleines Pferd“

 

Heute hatten wir mit 4 Geburten gerechnet. Hesti, Klara, Tria und Martha sind am Termin.

 

Bereits beim Füttern gegen 6:30 Uhr war Hesti unruhig, fraß nicht richtig und scharte ständig mit den Vorderfüßen. Dies Alles sind Zeichen für das Bevorstehen einer Geburt. So kam Hesti in einen der Kreißsäle.

Völlig unspektakulär um 09:30 Uhr kam das erste Lamm, ein kleiner Junge, aus typischer Fuß-Kopflage. Es ist sehr klein, beim Menschen würde man sagen dystroph, aber fit. 20 Minuten später kam das zweite Lamm ,auch ein Junge auf die Welt. Dieser ist deutlich kräftiger als sein kleiner Bruder.  Beide haben die typische weiße Blesse und auf der Nase jeweils einen kleinen schwarzen Kreis. so als ob ein Maler seinen Pinsel aus getupft hat. Die Punkte sind fast identisch. Die Jungs haben weiße Stiefelchen an den Hinterbeinen und der kleinere eine kleinen weißen Latz. Hesti ist ja das erste Mal Mutter geworden und so war sie natürlich etwas nervös. Aber mit der Zeit fand sie die Ruhe wieder und beide Babys haben sich ausgiebig an der Milchquelle satt getrunken.

 

Wir drücken natürlich die Daumen, dass für beide Jungs alles gut geht und Hesti ihrer Mutterrolle gerecht wird.

 

 

 

14.04.2010 Emma unser Vorgartenschaf


Emma ist von allen unseren Schafen, die 2008 geboren wurden, die Zierlichste was Größe und Gewicht betreffen. Trotzdem setzt sie sich bei den stärkeren Mitbewohnern durch. Sie ist mehr ein „Kopfschaf“ eine kleine Miss Marpel und weiß sich immer zu helfen.

Emma hatte wie die anderen Damen des Wohnblocks mit Hänschen Hochzeit gehalten und auch prompt ihre erste Schwangerschaft empfangen. Sie sah nicht so rund aus wie die meisten so dass wir mit einem Lamm rechneten.

Am Nachmittag den 14.04.2010 um 17:15 Uhr war es dann so weit, ... 2 Tage vor dem errechneten Termin.

Aber wie sich frühzeitig zeigte, lag das Lamm in einer abnormen Lage, die Hinterbeine führten. Nun war Geduld und Ruhe angesagt. Emma brauchte eine ganze Stunde um endlich das Lamm soweit in Position zu bringen, dass wir ihr helfen konnten. Als der kleine Popo geboren war entwickelten wir wehensynchron mit einem Zug (Manualhilfe nach Bracht, gleiche Handgriff , den man auch bei Frauen mit einer Beckenendlage anwendet) das kleine Mädchen. Sofort Schleim und Fruchtwasser aus dem Mäulchen und von dem Näschen entfernt und die Atmung kam kräftig und regelmäßig in Gang. Emma war sehr bemüht die Kleine so schnell wie möglich trocken zu bekommen und gab die typischen Laute einer frischgebackenen Mutter von sich.

Wir waren sehr erstaunt dass die kleine Maus akkurat die gleiche Zeichnung im Gesicht hat wie ihre Mutter. Auf dem Kopf winkt ein kleiner weißer Haarschopf. Sie hat einen teilweise weißen Schwanz, eine weißen Latz und 2 weiße Stiefelchen an den Hinterbeinen.

Emma ist eine rührige Mutter und passt auf ihre Kleine auf wie ein Luchs. Sie wirkt sehr souverän in ihrer Mutterrolle.

Ralf meinte sofort, dass wir dieses Lamm nicht weggeben könnten , es ist „Klein-Emma“, von dem können wir uns doch nicht trennen, … oder?

Es geht beiden gut und im Kreißsaal ist wieder Ruhe eingetreten.

Nun wünschen wir diesem „Frauenteam“ für die Zukunft alles Gute.


 

 

13.04.2010 Mona ist pünktlich

 

Unsere Mona ist stolze Mutter eines Zwillingspärchens geworden. Mutter und Kinder sind wohl auf.

Die Geburt war für Mona sehr anstrengend. Seit dem 12.04. war sie unruhig, hatte kaum gefressen, und lief ständig auf und ab. Das Euter wurde rot und an der Vulva war hin und wieder Schleimabgang zu sehen. Gestern Abend nach dem Füttern haben wir sie dann in einen unserer „Kreißsäle“ gestellt. Hatte ihr gar nicht gefallen und sie rief ständig nach den anderen Damen ihrer Wohngemeinschaft. Um 22:30 Uhr sind wir noch mal raus um nach ihr zu sehen. Da hatte sie bereits einen Blasensprung und deutlich sichtbare Wehen.

Um 22:45 Uhr wurde ein kleines Schafsmädchen aus typischer Schädel-Fußlage geboren. Das kleine Fräulein war sofort aktiv und Mona begann sie trocken zu lecken und zu rufen. Doch viel Zeit war den beiden nicht gegeben. 5 Minuten später hatte auch der Zwillingsbruder keine Lust mehr zu warten. Allerdings kam er nicht so problemlos. Ein Fuß war nach hinten geschlagen, so dass dieser erst gelöst werden musste, damit der kleine Mann seinen Weg nach draußen findet. Aber er war sofort zur Stelle und suchte die Streicheleinheiten seiner Mutter. Beide wurden von Mona liebevoll umsorgt und wir halfen ein wenig beim ersten Aufsuchen der Milchstation. Die Lämmchen haben sofort gierig getrunken und nach anfänglichen Irrwegen finden inzwischen die Zwei ihr Schlaraffenland, wo die Milch in Strömen fließt, völlig ohne Navigationsgerät. Die Zwillinge sind von der Zeichnung fast ein Ebenbild ihres Vaters Hänschen. Beide habe die typische Blesse und der Schwanz ist im unteren Anteil weiß gefärbt. Sie haben keine weißen Schuhchen oder Stiefelchen an. Die Zwei sind mit jeweils 4 schwarzen Beinchen ausgestattet und .... zum Knuddeln süß.

 

Mona ist wieder die Ruhe selbst und ist für die beiden Lämmchen eine phantastische Mutter. Heute am Nachmittag gibt es noch die obligaten Ohrmarken und dann kann es auf dem Weg des Leben weiter gehen, .... hoffentlich ohne größere Probleme.

 

 

 

11.04.2010  Marie hat eine Überraschung

 

Heute ist Sonntag und unsere beiden Aussies haben uns das erste Mal kurz vor 05:00 Uhr aus dem Bett geholt. Kurz nach draußen und dann noch mal eine Stunde geschlafen. Wir waren noch müde und haben uns weiter 1 1/2 Stunden Schlaf gegönnt. Anouk und Ylva waren draußen und haben ihr eigenes Ding gemacht.

Kurz nach halb acht, ab ins Bad und dann nach draußen zum Füttern der Tiere.

 

Ralf ging wie immer in den Schafstall und ich zum Füttern in den Pferdestall.

Plötzlich lautes Rufen „Liane, schnell, schnell.... !“

 

Tja, und das war die Überraschung .

Unsere Marie hatte am Morgen still und heimlich 2 wunderschöne, ganz süße Lämmer geboren. Es musste kurz vor unserem Erscheinen passiert sein, denn die Nabelschnurrester an den Kleine waren noch ganz feucht und blutig. Die Plazenten (Mutterkuchen) lagen an der Seite der Box. So hatte Marie bestimmt ihre Lämmer ohne uns zu bekommen. Es sind ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen. Die Zwei haben die typische Zeichnung für Zwartbless-Schafe. Beide haben eine ausgeprägte weiße Blesse und einen langen weißen Schwanz. Auch alle Beine sind mehr oder weniger weiß gezeichnet, d.h. sie haben weiße Schuhe oder Stiefel an.

Marie und ihre Kinder haben wir nun zum Ausruhen in den Kreißsaal gesteckt. Mutter und Kinder sind wohlauf und stehen Wand an Wand mit Hänschen, dem Vater der Lämmer. Wir betreiben also moderne Geburtshilfe, so natürlich wie möglich und der Vater ist immer dabei.

Die beiden Lämmer haben bei ihrer Mutter getrunken, ... das Euter ist sauber und weich und die Milch hat normale Farbe und Konsistenz. am Nachmittag gab es dann auch gleich die obligaten Ohrenmarken für beide Lämmer, 0009 und 0010.

 

So, nun drücken wir der kleinen Familie die Daumen, dass mit dem guten Start ins Leben auch die nächsten Tage und Wochen vom Glück bestückt sind.

 

Jetzt sind wir natürlich gespannt auf die anderen schwangeren Damen.

 

Es ist wie zu Weihnachten in Kinderzeiten. Man weiß, dass es Geschenke gibt, aber nicht was drin ist.