Ein Hund ist ein Herz auf vier Pfoten

                                                      (irisches Sprichwort)

 

Unsere Sharah wurde Anfang Februar 2001 in Ungarn geboren. Wir lernten sie im Alter von nur 5 Wochen während eines unseren Urlaube auf einem Reiterhof in Ungarn kennen.

Sie sah nicht aus wie ein Hund sondern wie ein schwarzes Wollknäuel auf 4 Beinen.

Ich hatte mich sofort in dieses kleine Wesen verliebt und hätte sie am liebsten sofort mit nach Deutschland genommen. Aber Ralf war da nicht wirklich überzeugt, daß das eine gute Idee ist. Ich wußte ja, daß wir 2 Monate später unsere Pferde holen und hatte also Zeit Ralf an den Gedanken eines zweiten Hundes zu gewöhnen.

 

Unsere Hella eine Dobermannhündin, 11 Jahre alt , hatte Blasenkrebs und wir mußten damit rechnen, daß sie auf Grund des Fortschreitens der Erkrankung nicht mehr lange bei uns sein durfte.

 

So nahmen wir unsere Sharah im Mai 2001 mit nach Deutschland. Sie wurde von unserer Hella sofort adoptiert und alles was Sharah heute weiß und kann, alle ihre Geflogenheiten und Eigenheiten sind eine Kopie von Hella. Die beiden waren  1 Jahr lang ein Herz und eine Seele. Während dieser Zeit wurde mir richtig klar wie wichtig es auch für ein Tier ist einen Gleichgesinnten an seiner Seite zu haben.

 

Unsere Hella mußten wir im Alter von 12 Jahren aufgrund ihrer Krebserkrankung am 03.06.2002 einschläfern. Sie war unser erster Familienhund und wir werden sie nie vergessen.

 

Sharah ist ein Mischlingshund , so eine Art ungarischer Hütehund. Welche Rassen sich in ihr befinden kann uns keiner so richtig sagen. Ist auch gar nicht wichtig. Die vielen Jahre, die wir mit ihr zusammen waren, konnten nicht schöner sein. Sie ist ein Knuddelhund, duldet Alles ohne zu murren, ... die Toleranz in Person. Völlig unkompliziert, ausgeglichen und ruhig, einfach nur lieb. Sie ist immer aufmerksam und interessiert, weiß aber auch wenn es besser ist sich zurückzunehmen. Sie ist immer ein stummer, geduldiger Zuhörer und ein kleiner Seelentröster für mich gewesen.

 

In Deutschland war sie tagsüber, wenn wir arbeiteten bei unseren Freunden und Nachbarn Hannelore und Hans (beide Rentner und absolute Hundenarren). Abends wenn wir nach Hause kamen, konnte Sharah es kaum erwarten uns zu begrüßen und bei uns zu sein. Durch Hannelore und Hans hatte sie ein zweites zu Hause und die beiden adoptierten sie tagsüber. Sie war praktisch „Kindersatz“ für die beiden.

 

Mit unserem Umzug nach Norwegen zogen wir ins Ungewisse. Uns war klar, daß wir Sharah zu Beginn nicht mitnehmen konnten. Sie hatte immer freien Auslauf im Garten und Hof, einschließlich täglicher ausgedehnter Spaziergänge im Rheinhessenland mit Hannelore und Hans.

Hier in der Wohnung in Kristiansand konnten wir ihr diese Freiheiten nicht bieten. So blieb sie zunächst bei unseren Freunden.

 

Nach 9 Monaten ,mit dem Umzug auf unseren Bauernhof, mußten wir uns entscheiden. Uns war klar, wenn wir Sharah jetzt nachholen, bricht es Hannelore und Hans das Herz. Wir  hatte keine Zweifel, daß es Sharah bei ihnen mehr als gut hatte und so entschlossen wir uns schweren Herzens sie in ihrer gewohnten Umgebung zu lassen. 

 

Sharah ist unser „Herz auf vier Pfoten“ .

Wir besuchen uns so oft es geht und haben damit weiter engen Kontakt miteinander, nur eben nicht mehr jeden Tag.

 

Inzwischen hat sie auch Ylva und Anouk kennengelernt. Die beiden sind ihr aber zu wild. Bei unserem letzten Besuch hat sie die beiden „Minis“ zwar akzeptiert, aber auch deutlich gezeigt wer das Ruder in der Hand hat, ... souverän, so wie sie eben ist.   

 

 

Auch unsere Sharah kommt in die Jahre

 

Jetzt haben wir es Ende Februar und es sind inzwischen schon fast 7 Jahre, dass wir hier von Deutschland nach Norwegen ausgewandert sind.  

Seit September 2007 lebt unsere Sharah nun bei Hans und Hannelore. Regelmäßige Besuche haben uns immer wieder gezeigt, dass Sharah uns trotz der Entfernung und inzwischen immer seltener werdender Besuche nicht vergessen hat. Sind wir „zu Hause“ in Deutschland, dann sucht sie unsere Nähe und folgt uns auf Schritt und Tritt.  

Es fällt uns immer schwer Abschied zu nehmen auch wenn wir wissen, dass sie seit Jahren ein zu Hause hat bei lieben Menschen, was sie nicht besser hätte treffen können.  Sharah ist und bleibt unser Herzenshund und daran wird sich nichts ändern. 

Am 1. Februar ist sie 13 Jahre alt geworden und man merkt doch, dass auch das Alter vor ihr keinen Halt macht. Sharah war nie ein sehr aktiver Hund, sie hatte förmlich „die Ruhe mit Löffeln gefressen“, wie  man so schön sagt. Aber sie hat inzwischen einen oder auch zwei Löffel mehr genommen.    

Inzwischen will ihr kleines Hundeherz auch nicht mehr so gut funktionieren. Eine Herzklappe schließt nicht mehr richtig und das beeinflusst natürlich die Herzleistung. Sie nimmt inzwischen, wie viele ältere Menschen auch, ein herzstärkendes Medikament. Morgens und abends eine Tablette und es fallen ihr , die von ihr geliebten täglichen langen Spaziergange, leichter.  

Wir hoffen sehr, dass sie mit dieser Herzmedikation noch das ein oder andere Jahr mit Hans und Hannelore durch Rheinhessen wandern kann.  

Wir wollen Sharah jetzt noch nicht missen, nachdem doch erst Ylva und dann auch Anouk uns so früh verlassen haben.

 

 



19.05. 2014

 

Sharah ist eingeschlafen





 

Sharah, unser Herz auf vier Pfoten,

ist am 19.05.2014 um 08:15 Uhr ans „andere Ufer“ getreten.

 

 

Sie durfte 13 Jahre werden und dennoch tut es so weh, dass wir sie gehen lassen mußten.

Wir werden sie sehr vermissen.

 

 

Was heißt Sterben?

 

Ich stehe an einem Ufer.

Ein Boot segelt in der Morgenbrise und steuert aufs offene Meer.

Es ist ein herrlicher Anblick und ich stehe da und sehe ihm nach,

bis es zuletzt am Horizont verschwindet.

 

Jemand neben mir sagt: "Jetzt ist es nicht mehr da."

Nicht da? Wo dann? Nicht da für meine Augen, das ist alles.

Die Ferne, das Nicht-Da-Sein sind auf meiner,

nicht auf seiner Seite.

 

Und gerade in dem Moment, da hier, neben mir, einer sagt

"Jetzt ist es nicht mehr da",

gibt es andere, die es kommen sehen

und andere Stimmen rufen freudig aus:

"Da ist es!"

 

Und das heißt Sterben!

 

Autor unbekannt