29.01.2012 Angekommen

 

Es ist 01:30 Uhr und wir sind endlich angekommen. Raus aus dem Auto und,... was ist das, ... alles weiß und so kalt an den Füßen. Haben die die ganze Farbe weggeputzt?. Oder, … ist das vielleicht Schnee? Das ist Norwegen und mein neues zu Hause? Alles ohne Farbe, … nur weiß?


Ich werde herzlichst begrüßt, Neele mein neuer Spielkamerad ist sofort begeistert und schnuppert an mir rum. Und da ist dann sicher auch Anouk, der große schwarze, eigentlich ganz hübsche Hund. Sie will auch schnuppern, aber meine Zweibeiner sind mit ihr sehr vorsichtig. Sie darf nur kurz mal riechen , aber nicht ständig an mir rum machen. Eigentlich bin auch auch zu sehr geschafft um jetzt noch ein großes Kennenlernen zu starten.


Nach einer Stunde räumen sind alle in ihrer Schlafkoje. Es gibt hier einen Schlafraum für alle Bewohner des Hauses und die Mini Aussies gehören dazu. Es sind kuschelig weiche Hundebetten mit einigen Kuscheltieren, so dass man es sich so richtig gemütlich machen kann. Nur ein Schlafplatz hat kein Kuscheltier und da legt sich auch gleich Anouk hin. Scheint ihr Bettchen zu sein.

Ich schlafe zusammen mit Neele auf einem „Doppelbett“, schön gemütlich und wenn Neele bei mir schläft, kann ich mich ankuscheln und fühle mich nicht so allein. Komisch, ich muss gar nicht weinen und habe auch keine Sehnsucht nach Mama und meinen Geschwistern,... Neele ist ja jetzt meine neue Schwester und Anouk ja vielleicht meine neue Mama.


Die Nachtruhe ist kurz und bereits um 7 Uhr geht es wieder raus. Habe ganz gut geschlafen und nach dem Aufstehen bin gleich erst mal zusammen mit Neele vor die Tür gesetzt worden. Und da ist dann wieder dieses weiße kalte Zeug. Aber man kann ja seine kleine Schnute da reinstecken und darin rumspringen macht auch Spaß. Aber Neele meint, erstmal sollten wir uns tagesfrisch machen, mit Toilettengang und so, ...gespielt wird später.

Anouk ist inzwischen auch draußen und beäugt mich ganz kritisch. Will sie vielleicht doch nicht meine neue Mama sein?

 

Hier auf Espetveit ist richtig was los. Zuerst geht es in den Schafstall zum Füttern mit Ralf . Liane marschiert in Richtung Pferdestall, aber da darf ich nicht mit, die Tür wird einfach vor meiner Nase geschlossen. Na, gut gehe ich eben mit den anderen die Schafe füttern.

 

Nun gibt es auch Frühstück für alle im Haus. Feine Pellets und ich darf mit Neele aus einem Napf fressen. Anouk, die Große hat einen eigenen Fressnapf und schaut mich immer so schräg von der Seite an. Was soll`s, die wird schon lernen, dass ich jetzt dazu gehöre, zur Espetveit-Bande.


Den ganzen Vormittag haben wir draußen gearbeitet. Es ist frostig kalt und die kleinen Füße sind nicht wirklich für Schnee gemacht. Da muss man schon ab und zu auf 3 Beinen stehen um wieder warm zu werden. Ich kenne nun auch die „Grovkjökken“ mit der Hundeklappe und Liane hat die Klappe fixiert, so dass wir Hunde frei rein und raus können. So kann ich mich immer mal in den warmen Raum mit Fußbodenheizung zurückziehen um mir das Fell und vor allem die Füße zu wärmen. Wir alle 3 Mini Aussies gehen rein und raus und ich fühle mich schon richtig zu Hause in meinem Rudel. Kann auch mal die Dinge untersuchen, die hier so rum liegen am Fußboden.

 

Knabberstrick, Quietschetier, Tennisball, Kuscheldecke und ... oh das war wohl nicht so gut mit dem Aufklärungsgang. Anouk muss mich wohl für zu neugierig und draufgängerisch gehalten haben, denn aus dem Nichts heraus bekomme ich plötzlich „eine auf die Mütze“. Ich dachte nur schreien ist das Einzige was jetzt hilft und siehe da meine Zweibeiner reagierten adäquat. Anouk wurde gescholten und an die frische Luft gesetzt. Ich habe sogar geblutet und zwar aus der Nase, von außen war nichts zu sehen.

 

Mein Gott war das aufregend für alle. Nun weiß ich, dass Anouk sicher nicht meine neue Mama sein möchte, sie will Chef sein und hat mir das ohne viel Worte verständlich gemacht. Nun habe ich eine dicke Nase und mein linkes Auge ist auch etwas geschwollen. Solch ein Mist, vielleicht gehe ich doch wieder zurück nach Auetal,...Maaaaaama!!!

 

Der restliche Tag war damit gelaufen. Nur noch Stress für alle. Anouk konnte nicht mehr in meine Nähe und wurde in jeder Bewegung, die sie in meine Richtung anstrebte, gestoppt.

 

Na, ja mal sehen wie das so weiter geht. Am Abend durfte ich dann mit Ralf nebenan in einem Extrazimmer schlafen. War nicht so kuschelig, denn Neele fehlte.


Das war mein erster Tag auf Espetveit.

Ich habe so richtig "den Arsch versohlen bekommen" und weiß nicht mal warum. Habe ich was falsch gemacht oder wollte Anouk mir von Anfang an deutlich zeigen, wer das Ruder in der Hand hat? Mein Selbstbewusstsein muss ich wohl etwas zurückfahren und mit dem was ich tue vorsichtig sein.

 

Noch mal so ein Erleben, ...nein danke, ...da bekommt man ja Todesangst und … nicht nur ich.

 

 

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