12.02. 2012


Beinchen gebrochen, gequetscht oder ab ...?

Abendstimmung auf Espetveit 12.02.12 17:30 Uhr
Abendstimmung auf Espetveit 12.02.12 17:30 Uhr

 

Vor genau 14 Tagen bin ich auf Espetveit eingetroffen.

Die Begrüßung durch Anouk war sehr heftig und ich wusste von Anfang an, wie das so läuft in dem Rudel auf Espetveit.

 

Inzwischen sind wir ein eingespieltes Damenteam, ziehen zusammen um die Häuser und teilen unsere Betten und unser Essen.

Heute war wieder ein schöner Tag. Waren zusammen mit Ralf und Liane auf dem Berg. Auf dieser Tour haben wir so richtig losgelegt und Ralf gezeigt, was wir Kleinen schon alles können. Uns ging es allen gut.

 

Nach dem abendlichen Füttern der anderen Vierbeiner gingen Neele und ich noch mal auf eine kleine Extratour hoch in den Wald zwischen Wohnhaus und Pferdestall. Wir konnten prima auf dem Schnee laufen. Anouk konnte nicht einfach so mit, da sie zu schwer ist und im Schnee eingebrochen ist. Wir haben natürlich nicht gehört, als Liane uns rief. So ist sie durch den hohen Schnee gestapft, hat uns geschnappt und nach unten befördert.

 

Eigentlich sollten wir ins Haus, hatten aber keine Lust und verdrückten uns hinter den Schafstall. Da ist ja die schräge Rampe für die Schafe, um an der Rückseite in den Stall zu kommen. Darunter kann mehr herrlich buddeln und Verstecken spielen.

 

Habe mit Neele kriegen gespielt und plötzlich blieb ich zwischen zwei Pfosten mit meinem rechten Hinterbeinchen hängen. Abrupt wurde ich ausgebremst und das tat mächtig weh. Außerdem hat Neele weiter mit mir herum gezackert und ich konnte mich nicht wehren oder weg laufen. So habe ich geschrien, dass es durch unser kleines Tal hallte und jeder der es hörte meinte, mein letztes Stündchen hat geschlagen.

 

Liane und Ralf, die gerade damit beschäftigt waren, den Himmel beim Sonnenuntergang zu fotografieren, kamen wie der Blitz angelaufen.

Erst konnten sie gar nicht erkennen was eigentlich los war. Neele stänkerte weiter mit mir und so wurde sie erst mal des Platzes verwiesen. Das passte ihr gar nicht und sie schimpfte was das Zeug hielt.

Liane kam unter die Schräge auf allen Vieren zu mir gekrabbelt und da konnte sie die Bescherung sehen. Der Spalt, in dem mein Beinchen fest hing, verjüngte sich nach unten und durch mein Gezappel hatte ich mich so richtig festgehakt. Mein Bein konnte man nicht vor und nicht zurück bewegen und immer, wenn einer von den Beiden es anfasste, schrie ich aus vollem Hals. Außerdem wimmerte ich herzerweichend die ganze Zeit über. Liane saß bei mir und versuchte mich zu beruhigen. Ralf holte inzwischen die Brechstange.

Dann ging es an meine Befreiung. Liane hielt ihre Hand über meinem Beinchen und Ralf versuchte mit der Brechstange den einen Pfosten wegzudrücken. Aber der Pfosten bewegte sich nicht. Nun ging es an die andere Seite der „Klemme“... und, der Spalt wo mein Beinchen fest hing, wurde weiter. Liane konnte mein Beinchen vorsichtig nach oben bringen und heraus ziehen. Ich habe mich gleich an Liane Bauch gekuschelt, so aufgeregt war ich! Ich wollte erst gar nicht laufen. An Lianes Bauch zu kommen war nicht schwer, denn sie lag ja mit mir auf allen Vieren unter der Schräge und mit dem Bauch fast auf dem Boden. Sie nahm mich auf den Arm und wir krabbelten wieder hervor.

 

Ja, und nun wollten die beiden sehen, was mit meinem Beinchen war. Ich war mucksmäuschen still. Äußerlich war nichts zu sehen. Zu tasten war auch nichts.... keine Schwellung, keine Instabilität (… also kein Beinbruch) und die passive Bewegung war uneingeschränkt möglich. Und dann wurde es mir mit der Untersucherei zu viel. Ich wollte runter und quängelte. Also wurde ich auf den Schnee gesetzt und .... es war nichts. Alle meine vier Beinchen funktionierten völlig normal. Ich konnte ganz normal laufen,... wer hätte das gedacht.

 

Tja, bei der ganzen Geschichte war wohl der Schreck, das größte Übel. Ich bin noch mal davon gekommen und habe wahrscheinlich keinen wirklichen Schaden genommen.

 

Hoffentlich gibt es hier auf Espetveit nicht noch mehr solche „Beinchenfallen“!

 

Für heute habe ich die Nase voll, ... mir reicht`s !

Ich werde heute Abend noch ein wenig an meinem riesigen Kauknochen knabbern und dann geht es früh in die „Klappeie“.

 

Gute Nacht alle zusammen!

 

nächster Tag                                                                   zurück