Espetveit vor über 60 Jahren (Bild aus "Hornnes soga")
Espetveit vor über 60 Jahren (Bild aus "Hornnes soga")

 

Es ist gut möglich, dass Espetveit eine Historie hat, die bis in die Steinzeit zurück reicht.

 

 

Soweit bekannt, gibt es auf Espetveit keine alten Grabhügel, aber in alter Zeit wurde an einem Feldrand eine Steinaxt gefunden, die ein Lehrer Namens OLAV SKEIE einem Museum in Oslo übergab.

 

In alten Grundbüchern der Kirche wird der Hof 1595 als EPLETHUEDT, 1601,1611, 1668 als ESPETUEDT und 1723 als ESPETVED geführt.

Frühere Aufzeichnungen gibt es nicht.

 

Die zuständige Kirche in Evje ist im Mittelalter mehrmals abgebrannt und alle Daten wurden dadurch vernichtet. Nur die Kirche hatte zu dieser Zeit eine Grundbuchführung und eine damit verbundene Rechnungslegung für Abgaben und Steuern sowie ein Personenregister.

Auf Espetveit wurden viele Kinder geboren. Etliche Familien veränderten den Besitz, verkauften oder kauften Land.

1865 lebten auf Espetveit beispielsweise 15 Menschen.

Sie fütterten 1 Pferd, 10 Kühe, 26 Schafe und 19 Ziegen und erzeugten 7 3\4 Tonnen (Fässer) gemischtes Getreide und 8 Tonnen Kartoffeln. Wer dieses Land kennt weiß, dass es nicht genug Ertrag hergab, um ein gutes Leben zu führen.

 

Wir fanden auf unserem Grundstück noch Reste der Steinmauern eines alten, frostfreien Vorratskellers. Sie waren aber leider nicht mehr zu rekonstruieren. Aber noch heute ist der alte Kartoffelacker an einem Südhang zu erkennen, waldfrei kultiviert und von einer Feldsteinmauer begrenzt. Die gleichen Steine wurden auch zum Kellerbau verwendet.

 

 

Gemälde von Sylvia Nilsen 1991:   Der alte Hof von Espetveit
Gemälde von Sylvia Nilsen 1991: Der alte Hof von Espetveit

 

Der Armut wegen sind Ende des 18. Jahrhunderts etliche Menschen aus der Region, so auch aus Espetveit , nach Amerika ausgewandert und dort gestorben. Den meisten erging es in Amerika sicher nicht viel besser. Sie haben aber wenigstens ihren Traum von einem besseren Leben gehabt.

 

Wenn wir hier schwer auf unser Land gearbeitet haben, dachten wir oft mit Ehrfurcht an diese Menschen.  

Espetveit ist wunderschön aber auch knallhart und diese Menschen hatten früher keine Maschinen. Sie haben alles mit der Hand oder ihren Pferden gemacht. Sogar den vielen Schnee mussten sie mit dem Pferd wegräumen.

Wir brauchen mit einem modernen Traktor oftmals etliche Stunden für diese Arbeit. Hut ab vor diesen armen Leuten in alter Zeit !

 

Die goldenen Espen im Herbst
Die goldenen Espen im Herbst




Der Name Espetveit kann nach der alten Übersetzung für eine Ansammlung von Espen stehen.

 




Es gibt hier genug schöne Espen, auch Pappeln genannt. Sie gehören zu den Weidenpflanzen und lieben feuchte Füße. Diese Silber- und Zitterpappeln sind im Bootsbau beliebt, dienen als Holz zum Drechseln aber auch als rustikale Befestigungen für Dünen und Landungsstege. Das Pappelholz hält es lange im Salzwasser aus, taugt aber nicht zum Häuser bauen.

 

Wir lieben die vielen Pappeln. Im Sommer erzählen sie im Wind ihre alten Geschichten und im Herbst strahlen sie mit ihren goldenen Blättern und schmücken den Wald. Es sind wunderschöne Bäume.

Sie werden hier geehrt durch den Namen, durch ihr Espetveit - Ansammlung von Espen.Im alten norwegischen Dialekt der Region heißt es: Samling av Aspetrær. 

 

 

Espetveit mit dem neuen Hof im Vordergrund  im Winter aus 1000m Höhe
Espetveit mit dem neuen Hof im Vordergrund im Winter aus 1000m Höhe

 

In der Gegenwart ist Espetveit zweigeteilt und hat zwei Betriebsnummern (gårdsbruksnummer).

Wir führen auf Espetveit einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb und besitzen mit 74,2 ha etwa knapp 1\7 der Gesamtfläche. Der größere Anteil gehört Pål und Liv Andersen. Liv Andersen-Espetveit hat 43 Jahre hier gelebt. Sie hat viel Kraft auf dem Bauernhof gelassen und genießt jetzt ihre alten Tage im mehr komfortablen Evje an der Seite ihres Mannes Pål. Sie besitzen dennoch weiterhin  den renovierten alten Hof, eine Ferienhütte und Gerätehäuser auf Espetveit.

 

Das gesamte Espetveit ist mehr als 520 Hektar groß, hat viele schöne Wälder, Wiesen, kleine Seen, liebliche Bäche und wunderschöne Sumpf- und Moorlandschaften.

Auf Espetveit gibt es mehr als 120 Ferienhütten, die zumeist Bürgern aus Kristiansand und Umgebung gehören. Sie haben von Familie Andersen Grundstücke gepachtet und darauf komfortable Blockhäuser errichtet. Wir leben sozusagen inmitten einer begehrten Urlaubsregion. Allerdings bekommen wir vom „Hüttenvolk“ nicht viel mit. Die Entfernung bis zur nächsten fremden Hütte ist mehr als 1 Km. Es gibt nur eine Hütte in Sichtweite und diese wird im Juli und August zumeist an deutsche Urlauber vermietet. Sie gehört Liv und Pål.

Ansonsten wohnen dort Jäger, die unsere Jagd gepachtet haben. Sie kommen sporadisch zur Elch- und Rotwildjagd.