03.08.2019 Hoch zum Skoræ

 

Wir starteten so gegen 10:30 Uhr von Espetveit.

 

Nach 70 km Autofahrt erreichten wir die „Fjellstova“ in Ljosland und weiter ging es mit dem Auto in Richtung des  relativ neu angelegte Hüttengebiets.

 

Es gab kein einziges Schild, was eventuell einen Hinweis enthielt, dass der Startpunkt zum Skoræ hier im Hüttengebiet zu finden ist.

 

 

 

 

 

 

Pål kannte sich aus und navigierte mich an den richtigen Platz wo wir das Auto abstellen konnten.

 

 

 

 

 

Er war erstaunt, wie ruhig und unkompliziert Neele, Thyra und Sola sich im Auto verhielten. Er hatte nur kurz einen Schlecker von Sola übers Ohr bekommen, nachdem er im Auto Platz genommen hatte.

 

So nach dem Motto., ..“ ach du bist es hier auf dem Vordersitz, ... dich kenne ich, ... du darfst da sitzen“. 

 

 

Um 12:00 Uhr begann unser Marsch vom Hüttengebiet in Richtung Skoræ.

 

Ca. 300 m vom Parkplatz passierten wir ein Tor, welches das Gebirge vom Hüttengbiet abgrenzt.

 

Hinter dem Zaun weiden Schafe, die von den Bauern aus der Umgebung Mitte Juni hier ausgesetzt werden. Mitte September kommen dann alle Tiere wieder zurück auf die Höfe. 

 

 

 

Anfänglich ging unsere Wanderung durch sehr sumpfiges Gebiet.

Die Wege waren teilweise mit Holzstegen ausgelegt, so dass man nicht im sumpfigen Untergrund versinken konnte.

 

Neele, Thyra und Sola hatte ich anfänglich an der Leine, denn laut Turisten-Information herrscht bis Mitte August Leinenzwang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir eine neu angelegte Brücke über einen etwas breiteren Bach passiert hatten, wurde der Weg steinig. 

 

 

 

 

Und endlich nach ca 1 km fand sich das erste Hinweisschild. Hin und zurück war die Strecke zum Skoræ mit 18 km angegeben.

 

Nun gut die Sonne lachte zwar aber hoch in Richtung Gebirge zeigten sich reichlich graue Wolken.

 

 

Vielleicht war das Wetter ja schneller unterwegs als es der Wetterbericht erfassen konnte und oben auf 1000 Meter Höhe erwartet uns bereits der Regen ?  

 

 

Egal, hier unten war es schön und so stiefelten wir in einem zügigen Tempo bergan.

 

Die Steigungen waren gemächlich und Neele, Thyra und Sola genossen es frei von der Leine, die Gegend zu erkunden.

 

 

Ab und an nahmen sie ein erfrischendes Bad in einem der vielen Bäche, die wir passierten. 

 

 

 

Pål war etwas langsamer unterwegs als wir 4 Mädels.

 

 

So legten wir immer mal wieder eine kleine Pause ein und genossen die Gegend. 

 

 

 

 

 

 

 

Um so höher wir kamen um so weniger Bäume fanden sich.

 

Egal wo ich hin schaute, es war atemberaubend.

 

 

 

Ich versuchte mit meinem Smartphone die Eindrücke festzuhalten aber ein Bild kann längst nicht die Wirklichkeit so darstellen, wie man sie wahrnimmt und empfindet.

 

Es ist wie immer.Wenn ich hier in Norwegen auf Wandertour bin fasziniert die Natur mich ständig auf`s Neue, nichts sieht gleich aus, alles ist einzigartig und jedes Panorama lässt die Gedanken schweifen.

 

Durch die „Zwangspausen“ hatte ich viel Zeit die Ausblicke auf die Umgebung mit Zeit und in Ruhe auf mich wirken zu lassen. Ich habe mich „pudelwohl“ gefühlt. 

 

 

Unterwegs zum Gipfel trafen wir vereinzelt Personen. Auch eine Familie mit zwei Kindern war zum Skoræ unterwegs. Die beiden Mädchen waren im selben Alter wie meine zwei Enkeltöchter und wirkten nicht wirklich begeistern von der Wandertour.

Auch trafen wir einen “Aufseher“ , der durch das Gebiet zieht um zu sehen, ob es Besonderheiten bei den Schafen gibt. So wie überall in Norwegen dient auch Setesdal-Vestheia als Sommerweide für viele tausende Schafe. Die Schafe halten das Gebirge „sauber“ und „pflegen“ die Landschaft.

 

 

Meine Hundemädchen legte ich , wenn anderes „Volk“ unseren Weg kreuzte , an die Leine. Konfrontationen wollte ich meiden, denn nicht jeder Wandersmann ist auch Hundefreund. 

 

 

Den Gipfel des Berges konnte ich nach 1 ½ Stunden von weitem erkennen.

 

Es war wie fast bei allen Gipfeln, die ich hier in Norwegen erwandert habe.

 

Man meint, es gehe jetzt schnell bergauf und wird dann durch das nächste vor den Augen liegende Tal eines Besseren belehrt.

 

Hoch und runter gewandert, kommt man im Schneckentempo dem Ziel näher.  

 

 

Um 14:00 Uhr erreichten wir den Gipfel bei wolkigem Wetter.

 

Der Himmel hatte sich zugezogen und die Wolken sahen bedrohlich aus.

 

Trotz der dichten Wolken hatten wir eine tolle Aussicht. 

 

Die rundum liegenden Gebirge hatte teilweise Schatten und dann wieder Sonnenschein, so dass ein schönes Farbspiel am Horizont entstand.

 

Leider halten die Fotos nicht alle diese Eindrücke fest und man kann nur vermuten, wie schön es hier oben wohl war. 

 

 

 

 

Wie jeder Gipfel hier in Norwegen hat auch der Skoræ einen Postkasten mit einem Gipfelbuch.

 

Und natürlich habe ich mich auch hier eingetragen.

 

 

 

Da hier oben ein frischer Wind blies und ich in kurzen Hosen und T-Shirt unterwegs war, suchten wir uns eine windgeschützte „Ecke“ um unser Matpakke zu essen. Es gab Menschen- und Hundeessen… und es wurde geteilt, jedenfalls das „Menschenessen“. 

 

 

Gegenüber unserem „Speiseplatz“ fand sich ein Bergkamm auf dem ein riesiger Stein thronte.

 

Ein isolierter riesiger Steinbrocken, ähnlich wie beim Kjerag, nur das dieser hier nicht zwischen zwei Felsen eingeklemmt war sondern sich obenauf platziert war. 

 

Ich hatte das Gefühl, dass dieser Stein hier eigentlich nicht hingehört, sondern von Jemanden fallen gelassen oder einfach vergessen wurde.

 

Kaum hatten wir uns zum Essen nieder gelassen, fielen die ersten großen Regentropfen vom Himmel.

 

Es war mal wieder so wie immer, dem norwegischen Wetterdienst kann man nicht trauen… es kommt meist anders als gemeldet.

Um nicht richtig nass zu werden verließen wir fast fluchtartig den Gipfel.

 

 

Noch schnell ein letztes Foto und ab ging es im Sauseschritt. 

 

 

Knapp 500 m unterhalb vom Gipfel stand plötzlich wieder die Sonne am Himmel.

 

Die Wolkendecke riss auf und man konnte in der Ferne erkenne, dass das Wetter nun zweigeteilt war.

 

 

Zu rechter Hand von uns regnete es und zu linker Hand schien die Sonne.

 

Es war ein faszinierendes Schauspiel, die so "zweigeteilte Welt" von hier oben aus zu sehen.  

 

Und wir standen „Gott sei Dank“ mehr auf der linken Seite der Wetterdarbietung. 

 

 

Von unten kamen uns langsam andere Wanderer entgegen und ich wollte meine drei Hundemädchen an die Leine legen.

 

 

 

Aber die Leinen waren weg, einfach nicht am „Mann/Frau“.

 

Ich hatte bei unserer Flucht vom Gipfel die Leinen wahrscheinlich oben liegen gelassen.

 

Tja, was blieb mir anders übrig...Weg zurück, erneut hoch zum Gipfel vom Skoræ.

 

 

Dieser zweite Anstieg ging viel zügiger als der erste. Ich hatte Pål nicht im Schlepptau dafür jedoch die Wanderer, die hoch kamen, im Nacken. 

 

 

 

 

Ich habe oben den ganzen Gipfel abgesucht, keine Hundeleinen zu finden.

 

Auch auf den direkt unterhalb des Gipfels befindlichen Plateaus wo ich noch schnell ein Foto gemacht hatte , war keine Spur von meinen Leinen.

 

Resigniert, dass ich die Leinen nicht gefunden hatte, nahm ich meine Hundemädchen bei Fuß und wir gingen wieder zurück zum Weg.

 

Und was soll ich sagen, direkt wo ich auf den Weg traf, lagen auch die Hundeleinen.

 

 

 

 

Ich hatte den Eindruck, dass Jemand sie extra für mich da hingelegt hatte, um mir den heutigen Ausflug nicht zu vermiesen.

 

Ich hatte einfach Glück, nach langem mal wieder, einfach Glück. 

 

 

 

 

Pål traf ich dann  unten im Tal.

 

Er sollte ja weiter absteigen, da ich der Meinung war, dass ich ihn schon wieder einholen würde.

 

Und so war es auch.

 

 

Den letzten Kilometer gingen wir dann wieder gemeinsam.

 

Allerdings fand sich etwa 100 Meter vom Holzsteg entfernt ein breiter neu angelegter Weg, der wohl für die Langlaufloipe im Winter gedacht ist. Den benutzten wir als letzte Strecke bevor es wieder durch das Türchen in Richtung Hüttengebiet gehen sollte.

 

 

Das Gebiet mit dem Holzsteg ist noch sehr schmal und uneben, so dass mit dem Loipeschlitten hier wohl nicht gefahren werden kann. Im Winter wird das Gebiet rund um und zum Skoræ sowie auch das Gebiet zur Lakkenstova für den Langlauf präpariert. 

 

 

Am Wegrand habe ich auch ein farblich wunderschönes Bild aufgenommen.

 

Das Moos war hier sehr dicht und erhaben gewachsen und mittendrin fanden sich bunte Steine wie zu einem Muster verlegt.

 

Um 16;30 Uhr waren wir dann alle wieder am Auto.

 

Die Wolken hatten sich wieder zusammen geschoben und wir waren sehr froh, trocken ins Auto steigen zu können.

 

Auf dem Weg vom Ljosland nach Åseral erlebten wir einen „Wolkenbruch“, so dass ich an den Rand der Straße fahren musste, weil ich nichts mehr sehen konnte.

 

Die Scheibenwischer schafften es nicht die Wassermassen zu bändigen. 10 Minuten Pause und die Fahrt ging weiter.

 

 

Um 17.45 Uhr erreichten wir wieder Espetveit.

Klärchen empfing uns mit einem strahlenden Lächeln.