01.08. 2013 Rypehei

 

 

Wir haben Urlaub.

Nachdem die Aufräumarbeiten auf dem Hof erledigt sind, werden wir wie im letzten Jahr kleine Ausflüge von zu Hause aus in die Umgebung unternehmen.

 

Gestern hatte es kräftig geregnet, so dass wir unsere Vormittagstour mit unseren drei Aussie Mädels zur Moosbye-Hütte machen. Sie liegt nur 1,5 km von unserem Hof entfernt und es geht steil bergauf. Diese Tour gehen wir regelmäßig, wenn das Wetter den Weg zum See nicht erlaubt.

Heute haben wir uns entschlossen kurz vor der Hütte nach links den Hang hoch zu klettern. Wir folgen einem Wildpfad, denn nur so kommen wir mit unseren kurzen Hosen einigermaßen ungeschoren durch das Gebüsch. Endlich in 500 m angekommen stehen wir auf einem Felsplateau mit dem Namen "Rypehei". Von hier aus hat man eine freien Ausblick in die Umgebung. Da das Wetter warm und trocken ist, beschließen wir auf der Gegenseite wieder abzusteigen. Na, ja hier müssen wir uns regelrecht durchs Gestrüpp schlagen. Ein kleines Moor umgehen wir und es gibt mehrere kleine Bächlein die nach dem Regen reichlich Wasser führen. Springen oder durchwaten ist die Wahl.

 

In diesem Jahr gibt es reichlich Blaubeeren , so dass hier und da eine kleine Pause zum Naschen eingelegt wird. Selbst unsere drei Hundemädchen sind auf den Geschmack gekommen und pflücken sich selbst ganz geschickt Blaubeeren vom Busch. Natürlich sehen sie uns immer fordernd an, wenn die Hand mit Beeren gefüllt ist. Tja, es ist ähnlich wie mit Kindern. Man muss nur traurig genug schauen und die Beeren wandern von der Menschenhand in die kleine Hundeschnute.

 

Endlich wieder unten angelangt, stehen wir auf dem Waldweg, der nach Abusland durchs Hüttengebiet führt. Auf der anderen Seite liegt unser Waldgebiet. Hier sind vor 3 1/2 Jahren die Bäume mit großen Maschinen geerntet worden. Es sieht ganz schön kahl aus, obwohl noch einzelne Baumriesen stehen um die Selbstaussaat in Gang zu setzten. Außerdem ist dieses Gebiet für die Bodensanierung vorgesehen. Wir hatten diese Form der Aufforstung mit dem verantwortlichen „Forstbeauftragten“ besprochen und alles sollte schon längst fertig sein. Ja, so ist es eben in Norwegen mit der „Langsamkeit des Seins“. „Mit Geduld und Spucke“ würden wir sagen, nur so kann man dieses extreme „Entschleunigen“ hier ertragen.

 

Nach 2 Stunden Wanderzeit kommen wir wieder auf unserem Hof an. Es war ein kleiner, aber „feiner“ Ausflug, so nah und doch bislang unbekannt für uns.

 

Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen,

aber keine Bildung den natürlichen Verstand.

Arthur Schopenhauer