03.07. 2012

 

Raus in die

große weite Welt

zum Reiårsfossen

 

 

Wir haben Urlaub.  

 

Die Vorzeichen waren überhaupt nicht gut.

 

Es regnete seit Tagen.

 

Der ganze Sommer war bisher eine einzige Katastrophe. 

 

Sonne gab es nur wenig aber dafür massenhaft „Knott“!

Knott heißen hier kleine Kriebelmücken

Die Biester machen Mensch und Tier das Leben schwer. 

Wir waren bereits halb Acht aufgestanden und hatten Pferde und Schafe versorgt. Ein kleines Frühstück reichte uns, so dass wir voller Tatendrang nach draußen gingen, um ein wenig zu arbeiten.

Liane hat mit der Motorsense die Rabatten gestresst und Ralf die Kreissäge an den Traktor montiert und Holz gesägt. Eine gute Stunde haben wir tapfer durchgehalten. „Autan Spray“ hat eine Weile geholfen aber irgendwann wird das Ganze mit diesen Mücken eine Nervensache. Es hilft nur eines um den Insekten zu entfliehen, ... alles abgebrechen und ins Haus flüchten. Beim zweiten Frühstück kam uns eine gute Idee. Wir hauen einfach ab aus dem Mückentumult!

 

Getan wie gedacht - unsere drei Hunde ins Auto und auf nach Evje. Da haben wir unsere beiden kleinen "Schulmädchen" Neele und Thyra zunächst mit einem Spaziergang durch die Menschenmassen gestresst. Die zwei Kleinen müssen mehr "sozialisiert" werden, um in Zukunft gesellschaftsfähig zu werden. Da wir nicht so viel Publikumsverkehr hier auf Espetveit haben, müssen wir uns das Publikum suchen und zwar in der Stadt. Neele fremdelt zur Zeit sehr und hat sich bereits an einem Handwerker probiert, ... von hinten ran und in die Hacken gezwackt! Das ist nicht gut und so sind wir im Zugzwang, etwas zu unternehmen.

Unsere beiden  Hundemädels müssen lernen, dass die Welt nicht nur aus Espetveit besteht und es noch viele andere Menschen gibt, die darin leben und das auch dürfen, ohne dass gleich ein kleiner Mini Aussie kommt und in die Hacken beißt.

 

Unsere beiden Kleinen haben es richtig gut gemacht mit dem Spaziergang durch Evje und für unsere drei Jahre alte Anouk ist das sowieso kein Problem mehr.

In Evje gab es keine Knott. Es regnete aber auch dort.

 

Okay – viel Regen bedeutet eine Masse Wasser für einen Wasserfall. Also entschlossen wir uns, zum Reiårsfossen zu fahren. Er liegt ganz in der Nähe weiter oben im Setesdal. Normal ist er im Sommer "zu schlapp" und keine Reise wert. Jetzt hatte es aber reichlich geschüttet. Wir durften ein richtiges Naturschauspiel erwarten.

 

Nach einer Stunde Autofahrt (67 km von Espetveit) waren wir vor Ort, in Ose. Zunächst gingen wir den falschen Waldweg hinauf. Na ja - eben eine halben Stunde umsonst marschiert. Dann aber fanden wir den richtigen Weg und waren nach etwa drei Kilometern steil Berg auf oben am Reiårsfossen.

 

Wir wurden für unseren Unternehmungsgeist belohnt. Es regnete nicht mehr und sah fast so aus, als wollte die Sonne kurz durch die Wolken.

Die letzten 500 m hatten es in sich. An einigen Stellen waren wir direkt neben dem Wasserfall. Da ging es kerzengerade 200 Meter runter. Überall waren da schleimig glatte Baumwurzeln. Wir mussten höllisch aufpassen. Für ältere Leutchen die gegen die 60 Lenze gehen, mit aktiven Hunden an der Leine, in so einem Terrain.....uff!

Es ging aber alles gut. Wir konnten sogar ein paar sehr schöne Bilder machen.

 

Es war ein gelungener Ausflug. Für die beiden jungen Hundemädels war es sehr anstrengend. Sie mussten andauern irgendwelche Anordnungen erfüllen – eben aufs Wort hören. Liane hat diesen Stress übernommen. Ralf hatte die „alte“ Anouk an der Leine. Das war viel gemütlicher!

Nach etwa sieben Kilometern Wanderung wieder am Auto angekommen, wollten unsere Hundemädels sofort in die gemütliche Koje. Die Rückfahrt war unproblematisch. Alle waren kaputt und dachten nur an zu Hause und eine gute Mahlzeit.

 

In Norwegen unterwegs einzukehren kann man vergessen. Es findet sich nicht so einfach ein gutes Lokal. Deshalb sind Norweger immer mit einem "Matpakke" unterwegs, wenn sie auf Tagestour gehen.

Verpflegung hatten wir nicht dabei und so fuhren wir schnurstracks heim.

 

Es war ein schöner Ausflug!