13.08. 2015 Marsch zur Lakkenstova 

Die Lakkenstova ist eine Touristenhütte im Setesdal welche durch den Touristenverband Kristiansand/Oppland “bedient“ wird.

Sie liegt nördlich vom Sandvasstjønnen oberhalb der Baumgrenze (845 . ü. M.). Sie ist 1985 erbaut und zwischenzeitlich renoviert. Eine  zweite Hütte, die "Sikringshytta", ist hinzugekommen. 

Der höchste Berg in unmittelbarer Nähe ist der Skoræ mit 1041 m ü. M..  

 

In diesem Jahr wollten wir die Tour zur Lakkenstova von 2012 wiederholen und sehen, was wir vielleicht damals nicht gesehen haben.

 

Unser Rucksack war schnell mit Essen, Trinken und Wechselsachen gepackt. Ruckzuck saßen wir alle im Auto und fuhren in Richtung Ljosland, gelegen in der Åseral Kommune. Dort befindet sich in 530m Höhe eine private Touristenhütte, die Ljosland Fjellstova. Nach 80 Minuten Fahrzeit trafen wir an der Hütte ein. 

 

Wie bereits im Artikel vom 12.08.15  erwähnt, befinden wir uns auf Erkundungstour für das anstehende Seminargruppentreffen 2016.  Die Ljosland Fjellstova war eine der Unterkünfte, welche eventuell für die Unterbringung unserer Freunde in Betracht kommen könnte. 

 

 

 

Somit ging es zunächst einmal auf Erkundung in das kleine „Hotel“.

 

 

 

 

 

Wir trafen dort einen sehr freundlichen jungen Mann, der uns die Räumlichkeiten des „Hotels“ präsentierte und unsere neugierigen Fragen beantwortete.

 

Extraraum?...kein Problem,…Extramahlzeiten?....möglich, … Bewirtung auch spät am Abend… nach Absprache immer machbar. Na, ja was wollen wir mehr? Somit kommt die Fjellstova auf unsere Favoritenliste.

 

Doch wir waren ja hauptsächlich zum Wandern hier her gekommen. Die Lakkenstova war unser Ziel. Diese Hütte ist nicht mit dem Auto erreichbar, sondern allein 

Schusters Rappen bringen uns dort hin.

 

Der Start des Wanderweges ist ca. 3 km von der Fjellstova entfernt, bergauf am Kvennevatnet gelegen. Die Straße ist betoniert und gibt schnell lahme Füße. Damit war für uns klar, dass diese 3 km mit dem Auto zurückgelegt werden. Der Weg danach, zur Lakkenstova, ist noch lang genug, um sich müde Füße oder Blasen zu laufen. Also alle wieder ins Auto und hoch zum Startpunkt.

 

Neele und Thyra hatten eigentlich keine Lust mehr auf eine längere Autotour, was sie uns auch mit ihren Gejaule und unruhigem Verhalten auf ihren Plätzen verständlich machten.

 

Es dauert nicht lange und schon standen wir startbereit für den Aufstieg zur Lakkenstova. Rucksack auf, Hunde angeleint und los ging es.

Zunächst marschierten wir wieder über wenig fußfreundliches Gelände, aber kein Vergleich mehr zu dem, was wir 2012 erlebt hatten. Der Pfad war verbessert, wenn auch noch nicht gut, aber akzeptabel. Durch die Tür am Weidezaun geschlüpft und dann standen wir endlich auf dem weiten Gebirgsterrain. 

 

Um diese Jahreszeit ist schon kaum noch Betrieb, so dass unsere Mini Aussie Mädchen von der Leine konnten. Wir mussten nur aufpassen, dass wir weidende Schafe rechtzeitig entdeckten und unsere „Hütehunde“ dann an die Leine  nahmen. Sowohl Thyra als auch Neele sind bestrebt alles was nicht Hund ist, zu hüten oder einfach mal durch zu mischen. Und wir sind nicht gekommen, um die hier verweilenden Schafe zusammenzuhalten oder auf ihre Lauffreudigkeit zu testen. Also hielten wir Ohren (die erwachsenen Schafe haben eine Glocke um den Hals) und Augen offen, falls sich neben den Schafen auch Menschen hierhin verirrt haben sollten. Von April 

bis Oktober gilt nämlich Leinenzwang für Hunde in Norwegen, wenn man mit ihnen auf Tour geht.

 

Der Weg führte uns über Stock und Stein. Manche Abschnitte waren sicher zu laufen und bei anderen mussten  wir über Steine krakeln oder Umwege gehen, um vorwärts zu kommen. Es hatte in der letzten Woche hier kräftig geregnet und dem entsprechend waren die Wege/Pfade.

Doch heute hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Überwiegend schien die Sonne und selten schoben sich kleine Wolken davor. Wir empfanden die Sonnenpausen eher angenehm als störend. An einige Besonderheiten von der Wanderung vor 3 Jahren, konnten wir uns erinnern.

 

Wir blieben immer wieder stehen und bewunderten die herrliche Landschaft. Hier ein Bild, da ein Bild und "...ach, da drüben sieht es auch so toll aus". Man kann sich einfach nicht satt sehen an den schroffen Felsen, 

blauen Bächen, spiegelnden Seen, Sumpfgebieten mit ihren Pflanzen und den immer verschieden grün wirkenden Grasflächen. Man kann die faszinierende Schönheit dieses Gebietes kaum in Worte fassen. 

 

Wir fanden auf Anhieb den Rastplatz wieder, wo wir 2012 verweilten. Der war uns so in angenehmer Erinnerung geblieben, dass wir gleich beschlossen den Rucksack ab zulegen und unsere Essenspakete raus zu holen. Allerdings nahmen wir dieses Mal kein erfrischendes Bad. So warm war uns nun doch nicht, als dass wir ins kühle Nass wollten. Was allerdings nicht für Thyra galt. Sie ist ja ein echter „Badetyp“. Kein Tümpel und ist er noch so klein, ist vor ihr sicher.  Sie war bereits pitschenass von ihren Schwimmtouren unterwegs. Man musste sich vorsehen, von ihr nicht "eingeseift" zu werden.

Das Essen wurde unter Mensch und Tier aufgeteilt,  bevor es dann wieder weiter ging. Wir waren gespannt, ob es denn wieder Restschnee zu bestaunen gab. 

 

Ja, und so war es auch. An den Schattenseiten der Berghänge fand sich reichlich Schnee. Für unsere beiden Mädels die Sensation. Wir glauben für die beiden gibt es

nichts Schöneres als Schnee. Jedenfalls hat man den Eindruck, wenn man sieht, wie die zwei sich im Schnee verhalten. 

 

Seht einfach selbst. Wir haben ein kleines Video aufgenommen um euch zu zeigen, wie verrückt sich unsere Hunde im Schnee bewegen. 

(cc) music by Jose Carillo

Nach dem Schneevergnügen gingen wir weiter. Keine Menschenseele weit und breit, dafür aber immer wieder kleinere Schafherden, die das Gebiet beweideten. Sie schauten uns neugierig an und zogen sich zurück, wenn wir näher kamen. Thyra und Neele bleiben brav bei Fuß, so dass wir sie nicht anleinen mussten.

 

 

Nach einigen Kilometern dann endlich der erste Blick auf die Lakenstova, welche sich in 845 m Höhe befindet.  

 

 

 

Es ist schon idyllisch, wenn man von der Anhöhe ins Tal schaut und die Hütte mit dem See und ansteigenden Gebirgswänden zu allen Seiten vor sich liegen sieht. 

 

Inzwischen ist sogar eine zweite Hütte (Sikringshytta) hinzugekommen, so dass man insgesamt Übernachtungsplätze für 36 Personen anbietet.

Dieses Mal wollten wir uns die Hütte auch von innen ansehen und waren überrascht, wie komfortabel und praktisch sie eingerichtet ist. 

 

 

Küche, Aufenthaltsräume, und Schlafräume sind getrennt voneinander.

 

 

 

Es ist ein Vorratsraum vorhanden, indem man das Notwendigste an Essen findet, was man auf einer Gebirgstour zum "überleben" braucht. Alles in Tüten und Dosen eben. Wer hier übernachten will, um eventuell am nächsten Tag die Tour weiter fortzusetzten, muss sein Essen nicht mitschleppen. Es ist ein Ofen im Raum, den man mit normalem Kaminholz heizt. Die Küche hat einen Gasofen, den man zum Kochen verwenden kann. Es gibt eine Innentoilette und ein Waschraum mit Dusche und Waschbecken, sollte einem das Wasser draußen am angrenzenden See zu kalt sein. Es finden sich mehrere Schlafräume, wobei alle mindestens 4-6 Schlafplätze aufweisen. Bettzeug  ist vorhanden. Wie oft das allerdings gewechselt wird, können wir nicht sagen. Alles sieht sehr ordentlich und sauber aus.

Das was man an Essen verbraucht, muss man in eine Kasse bezahlen , die gleich am Eingang steht. Die Preisliste findet sich neben der Kasse. Auch der Aufenthalt beinhaltet eine Gebühr. Aber das ist nicht teuer und für Gruppen und Familien gibt es Sonderangebote. Die Hütte ist ohne Schuhe zu betreten, d.h. man lässt seine Schuhe im Vorraum stehen. Hunde sind erlaubt, wobei es aber zwei Abschnitte in der Hütte gibt, der eine „hundefrei“ und der andere „mit Hund“. In der "Sikringshytta" befindet sich ein eigener Raum für Wanderer mit Hunden. Es gilt generelles Rauchverbot in der Hütte!

 

So hatten wir uns die Hütte  nicht vorgestellt. Damit haben wir eine Option für das nächste Jahr. Aufstieg und Abstieg  zur Lakkenstova können an zwei Tagen erfolgen. Eine Übernachtung für alle in der Hütte ist sicher ein uriges Erlebnis und gut machbar. Lagerfeuer am Abend, Eisseebaden und essen fern jeden Luxus, ist sicher eine neue Erfahrung. 

 

Doch heute hatten wir keine Übernachtung geplant. Somit machten wir uns auf den Rückweg.  Jetzt trafen wir die ersten Menschen, welche ebenfalls mit ihren Vierbeinern zur Lakenstova unterwegs waren. Auch eine Schulklasse tobte durch die Gegend hoch ins Gebirge.

Wir ließen den Rückweg langsam angehen. Verweilten noch an dem See, wo wir auch auf unserer letzten Tour badeten. Das Wasser war kalt und dennoch angenehm. Gut, lange konnte man es nicht aushalten, dann begannen nämlich die Muskeln weh zu tun. Wahrscheinlich durch die mindere Durchblutung infolge der Kälte. 

 

Unser Besuch aus Deutschland, den wir vor ein paar Tagen wieder verabschiedeten, meinte nur, dass wir uns bereits den klimatischen Gegebenheiten hier in Norwegen angepasst hätten. Wir laufen in kurzen Hosen und mit T-Shirt, wo die weiter südlich lebenden Menschen, sprich „Deutschländer“ bereits beim Anblick Frostschauer verspüren und lieber mit langen Hosen und dicken Pullovern marschieren. Kann gut sein, dass wir uns etwas verändert haben. Wir merken das nicht selbst, aber es steckt wohl doch schon mehr "Norweger" in uns, als wir glauben.  

Nach dem Bad im „Eiswasserbergsee“ ging es nur noch bergab, durch den Zaun und rein ins Auto. 

 

Wir waren von der langen anstrengenden Tour nun doch geschafft. Beim Laufen merkt man es nicht so, aber wenn die Beine dann ruhig stehen, merkt man doch seine reifer (älter) gewordenen Knochen. Neele und Thyra lagen im Auto und streckten alle Viere von sich. Sie schliefen sofort ein. 

 

Wir waren zufrieden mit dem Tag und nun auch froh, dass es wieder nach Hause ging.

Weitere Bilder zu diesem Tagesausflug findet ihr in der Fotogalerie.  

08.07. 2012 Aufstieg zur Lakkenstova


Vorgenommen hatten wir uns für heute die rote Wanderroute in Åseral ausgehend vom "Alpinsenter". Aber oft kommt es anders als man denkt.

 

Den Plan haben wir während unserer Fahrt geändert und es ging weiter mit dem Auto nach Ljosland zur Fjellstova einem Hotel von dem es einige Wanderrouten in die Berge gibt. Es waren 78 km zu fahren und dann standen wir endlich auf dem Parkplatz vor dem Hotel.

 

Schnell eine Wanderkarte gekauft und unser Ziel angepeilt.

Zur Lakkestova wollten wir hoch. Angeblich sollte der Aufstieg ca. 3 Stunden dauern. Die Lakkenstova ist eine Hütte in 845m Höhe und bietet die Möglichkeit 28 Personen zur Übernachtung einzulassen. Leider gibt es da oben keine Bewirtung, so dass die Hütte wirklich nur  Wanderern als Nachtlager dient. Von dieser Hütte geht ein Pfad weiter nach Kvinen. Allerdings ist man bei dieser Tour ca. 8 Stunden auf den Beinen. In der Nähe der Lakkenstova befindet sich der südlichste Berggipfel in Norwegen mit über 1000 m Höhe. 

Die ersten 2 km des Aufstiegs sind nicht wirklich ein Wanderweg. Wir Zwei- und Vierbeiner haben uns durch Gestrüpp geschlagen, große Schlammlöcher umkrakselt und sind über jede Menge Steine gestolpert. Dieser „Weg“ ist wirklich nicht rühmlich für den norwegischen Touristenverband. Doch wir glauben, dass die Norweger es nicht so eng sehen.

Nachdem wir einen Zaun durch ein kleines Gattertor durchquert hatten, ging es steil bergauf. Der folgende  Pfad war nicht besser, aber durch weniger Gestrüpp waren die Schritte mehr vorhersehbar und damit wurde der Weg sicherer für uns. Jeder Schritt musste wohl durchdacht sein. Ein Blick in die Landschaft hätte mit einem Fehltritt und dem Aus unserer Wanderung verbunden sein können. So gönnten wir uns immer wieder kleinere Pausen, um die Landschaft in ihrer Vielfältigkeit und Schönheit zu bewundern. Das was wir da sahen war wirklich atemberaubend schön. Felsen, in unterschiedlichsten Formen und Größen, Wasser in allen erdenklichen Wegen bergab. Es gab unzählige kleine Tümpel, Bächlein, Wasserfälle, Flüsschen und glasklare Bergseen. Nirgendwo sah etwas gleich aus. Alles war einmalig.

Auch Schnee gab es gelegentlich noch an den schattigen Hängen. Unsere Aussies waren überglücklich, endlich wieder den geliebten Winter zu haben. Sie rollten sich auf den Schneefeldern hin und her - spielten regelrecht verrückt!

 

Sie waren in ihrer Welt - sprangen vergnügt durch die Gegend. Jedes Wasser wurde beschnuppert, Anouk ging waten und Thyra schwamm vergnüglich darin. Neele transformierte regelrecht zu einem Wassertank. Von jedem Wasser wurde getrunken, immer nach dem Motto:" Dieses schmeckt bestimmt noch besser als das Vorherige“.

 

Wir hatten uns unser Lunchpaket geschmiert und ruhten an einem sehr schönen Plätzchen in der Sonne. Ein kleines Bad nahmen wir auch. Es war Wohlfühlatmosphäre pur!

 

Dann ging es weiter. Nach 3 Stunden hatten wir die Lakkenstova erreicht. Mitten in einem kleinen Tal, umspielt von Wasser und umlaufen von Schafen.

 

Auf dem Rückweg machten wir Rast an einem der großen Bergseen. Schwimmen war angesagt. Glasklares Wasser aber eisig kalt, denn am Rande war ein großes Schneefeld. Nach dieser stundenlangen Wanderung war es erholsam, sich ins kühle Nass zu stürzen. Na, ja Ralf stürzte sich in die Fluten und Liane ging sehr, sehr langsam und tief durchatmend hinein, um ein paar Schwimmzüge zu machen.

Erfrischt und mit neuem Schwung marschierten wir den Weg zurück. Am Auto angekommen, schnell zu Abkühlung alle Türen auf, die Hundebande rein und ab nach Hause.

Von Anouk, Neele und Thyra hörten wir auf der gesamten Rückfahrt keinen Laut. Die Drei waren ja mindestens das Zehnfache von dem gelaufen, was wir absolviert hatten.


Wir waren zwar geschafft von unserer Wandertour, doch es war ein tolles Erlebnis für uns alle.