05.07. 2012 Auf nach Hovden

 

Heute ist unser dritter Urlaubstag und wir haben einen Ausflug nach Hovden auf dem Plan. 

 

Die Anreise ist relativ lang. Von Espetveit aus sind es 170 km, was etwa drei Stunden bei normalem Autoverkehr bedeutet.

 

Die Fahrt durch das Setesdal ist wunderschön. Nach jeder großen Kurve gibt es eine neue Postkartenlandschaft. Lange Weile kommt nie auf und für den Fahrer ist es zuweilen schwer nicht vom Verkehr abgelenkt zu werden. Die Straßen sind oft schlecht und viel zu schmal, Verhältnisse die volle Konzentration erfordern.

 

Das viele Geschunkel und auf und ab ist unserer Thyra nicht bekommen. Sie hat sich ein paar Mal übergeben müssen. Es gab aufgrund der geplanten Reise kein Frühstück für unsere drei Minis, da wir Übelkeit und Erbrechen vorbeugen wollten. Unsere Thyra hat immer großen Hunger und so hat sie sich heimlich einen „Pferdeapfel“ gegönnt, der dann prompt reture kam.

Ausser dieser kleinen Extratour von Thyra waren unsere drei Hündinnen lieb. Sie fühlen sich rundum wohl in ihrem Hundeabteil. Es ist gut so, dass die drei direkt hinter uns sind und nicht in so einem Kofferraumkäfig. Dadurch hat man immer die Kontrolle und kann gleich reagieren, wenn mal was Unerwartetes passiert. Wir haben einen für Norwegen typischen „SUV“ mit Gittertrennwand hinter den vorderen Sitzen. Den riesigen Laderaum haben wir einfach geteilt und in der Mitte eine weitere Trennwand eingebaut. Dadurch haben die Hunde hinter uns ihr Abteil und erst zum Schluss kommt das Gepäck. Das ist eine

super Lösung. Sie sind isoliert und sicher während der Fahrt, haben aber dennoch direkt Kontakt zu uns.

 

Nach ein paar Zwischenstopps waren wir mittags in Hovden angekommen. Für die Hochsaison war es ungewöhnlich ruhig, es waren kaum Menschen unterwegs. Schnell fanden wir einen Parkplatz und dann ging es auf nach ganz oben. Unser Ziel war die Bergstation des Sesselliftes. Der Lift war in Betrieb – also war da oben was los.

 

Los ging’s – aber welchen Weg nehmen? Liane sah plötzlich einen kleinen Holzsteg im Birkendickicht. Ralf meinte zunächst, das führt zu einem Klo oder so ähnlich. Aber nein – es war das Ende der „Downhill – Strecke“!

Was Fahrradfahrern bergrunter möglich ist, sollte uns bergauf hervorragend gelingen.

 

So war es auch! Der Weg war prima und wegen der Regentage im Vorfeld völlig ohne Gegenverkehr. Nachdem wir etwa 400 Höhenmeter gemeistert hatten kamen wir auf Schneefelder. Unsere Hunde waren total aus dem Häuschen. Schnee! Schnee!! Endlich ist es wieder Winter…….! Wir haben sie von der Leine gelöst und sie sind auf und davon. Zusammen im Schnee getobt wie wild, Purzelbäume geschlagen und sich beim Bergabrutschen das Fell gerubbelt. Es war so schön anzusehen. Wenn man darüber nachdenkt, ist der Winter ja auch wirklich viel besser, als ein so blöder verregneter Sommer mit Myriaden von Insekten.

 

Nach dieser Schneeeinlage ging es weiter nach oben. Oben wartete ja die Bergstation sicher mit einem Cafe oder kleinem Restaurant. Wir freuten uns schon auf ein Würstchen mit Brot und ein Pils, wenn es auch teuer sein würde. Endlich angekommen, Sonnenschein, super Aussicht, schöne Fotomotive aber kein Cafe oder Restaurant. Da war nichts, wirklich nichts!! Wir waren richtig enttäuscht.

 

Also ging es hungrig und durstig wieder runter. Der Weg war steil. Schnell war die Muskulatur fest, hielt aber bis ins Tal. Wir hatten ja schon geübt, was heute sehr wichtig war.

 

Die Hundemädels waren happy, als sich ihnen ihr Abteil im Auto öffnete. Sie schliefen recht schnell ein.

Wir sind dann ins Zentrum gefahren, um dort eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Große Erwartungen hatten wir nicht. Wir hätten uns mit einer klitzekleinen Imbißstube zufrieden gegeben. Plötzlich war da ein kleines Restaurant….na ja, ganz sauber und jedenfalls nicht ausladend. Wir haben, getrieben von Hunger und Durst alle Skepsis beiseite gelassen, sind rein und haben bestellt. Das Essen war super! Es war nicht im „Mikro“ gemacht, sondern echt „hand made“ und noch dazu zu einem vernünftigen Preis. Ralf hat selten so gut Fisch gegessen – war echt von den Socken. Liane war mit ihren norwegischen Grillwürstchen und Pommes auch zufrieden. Wir konnten sogar draußen sitzen. Es hatte etwas Surrealistisches!

Unsere Hundis mußten leider darben, denn wegen Thyras „Unwohlsein“ bekamen sie nichts, sondern mussten warten bis wir wieder zu Hause waren. Das waren wir dann gegen 18.30 Uhr.

 

Alle raus aus dem Auto und dann gab es für die drei Mädels erst einmal ein gutes Stück Trockenfisch. Die Lämmer bekamen Milch und die Pferde Kraftfutter. Für die Menschen danach erst einmal einen Sprung in unseren Badeteich neben dem Haus und eine Runde Schwimmen.

 

Zuletzt saßen wir in der Abendsonne bei Salat und selbst gemachten Himbeerwein.

 

Der Sommer ist eigentlich doch ganz gut – wenn er sich von seiner guten Seite zeigt!