15.07.2019 Wandertour zum „Himmelsblick“

 

Von Espetveit fuhren wir 34 km zunächst Richtung Evje. An der Ortsausfahrt bogen wir nach rechts ab.

 

 

 

 

Der Abzweig ist nicht zu verfehlen, da hier die Kirche von Evje rechterhand wie ein Mahnmal nur weniger Meter hinter dem Abzweig steht.

 

 

 

 

 

Wir folgten dem Wegweiser nach Gautestad.

 

Die Straße schlängelte sich durch viele Kurven und entlang von einigen Bauernhöfen. Die Gegend erschien märchenhaft und die Menschen, die hier in diesem Gebiet wohnen, haben ein tolles zu Hause gefunden, aber das habe ich ja auch. 

 

Auf der Straße tummelten sich auch zwei junge Rinder, die genüsslich das Grün vom Randstreifen fraßen.

 

Ich musste mich regelrecht vorbei schlängeln, den Platz machen wollten die beiden nicht.

 

Außerdem dachte ich mir, dass es besser ist sich nicht mit Rindviehchern anzulegen.

 

Die sind sicher stärker als mein Amarok und einen „Autoausfall“ kann ich mir nicht leisten.

 

Ca 4 km vor Gautestad fand sich ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Høgås skianlegg“, … das war mein Ziel, …. da sollte unsere Wanderung heute beginnen.

 

 

Wir überquerten mit dem Auto eine kleine Brücke und kurz danach fand sich ein parkplatzähnlicher freier Platz auf dem ich das Auto abstellte.

 

 

 

 

Meine Hundemädchen aus dem Auto geholt, an die Leine gelegt, Rucksack aufgesetzt und schon ging es los leicht bergauf auf einem breiten Schotterweg. 

 

 

 

 

 

Nach 500 m kamen wir an den Ausgangspunkt für unsere heutige Wanderung,  der Skianlage von Høgås. 

 

 

 

 

 

 

Ja, und hier war dann auch ein großer Parkplatz, offiziell als solcher ausgezeichnet.

 

 

 

 

 

 

Mein Auto stand unten seitlich vom Weg und so beschloss ich nochmals den Weg zurück zu laufen und das Auto hier abzustellen.

 

Getan wie gesagt und schon hatten wir den ersten Kilometer in den Beinen.

 

 

 

Um 10:00 Uhr ging es dann endlich auf den Wanderweg in Richtung Himmelsyna.

 

 

Es sollten 11 km für den Hin- und Rückweg werden.

 

 

Den ersten Kilometer ging es entlang eines Schotter-Weges und führte uns in ein relativ neues Hüttengebiet.

 

 

 

Die Hütten waren sehr schön angelegt und in die Natur integriert.

 

Alle hatten Grasdächer und verschmolzen regelrecht mit der Natur.

 

 

Zu Beginn des Hüttengebietes fand sich ein Schild, welches die Richtung für die Ski-Loipe zum Himmelsyna angab.

 

 

 

 

Die Richtung ging über einen Steinbruch, der völlig zugemüllt war.... typisch norwegisch eben. 

 

Angrenzend daran fand sich eine große weite blühende Wiese, die vom Wald umgegeben war.

 

 

Aber es war kein Hinweis für den Wanderweg zu finden.

  

 

Da ich dem Hinweisschild nicht traute,  folgten wir dem Weg weiter durchs Hüttengebiet.

 

Fast am Ende des Weges angekommen war ich etwas ratlos.

 

 

Nirgendwo ein hinweis auf den himmelsyna. sollte der Wegweiser unten am Weg vielleicht doch stimmen? 

Etwas resigniert kam plötzlich aus dem nichts ein Handwerker mit seinem Auto daher.

 

Den haben wir gestoppt und gefragt ob er uns helfen könnte und weiß, wo wir den Wanderweg finden.

 

Er meinte nur, dass wir uns links vom Hüttengebiet halten sollten und einfach der Auszeichnung für die Ski-Loipe folgen müssen. 

 

Einen richtigen Wanderweg, der im Sommer gilt, gibt es seiner Meinung nach nicht. Wanderweg ist gleich Ski-Loipe-Weg, fertig.

 

 

Nach diesem Schild, welches sich auf dem Parkplatz an der Skianlage Høgås steht, sollte der Wanderweg mit roten Schildern und der Weg für die Ski-Loipe mit blauen Schildern gekennzeichnet sein.

 

War aber nicht so, es gab keine extra "rote" Kennzeichnung.

 

 

 

 

Also gingen wir den gesamten Weg durchs Hüttengebiet wieder zurück und starteten wieder am Steinbruch.

 

Ein weiterer Kilometer war umsonst gelaufen, aber nicht ungewöhnlich für Wandertouren hier in Norwegen.

 

 

Es war nicht so einfach den Steinruch zu passieren.  

Große Wasseransammlungen, teilweise riesige Steine und Haufen mit gebrochenen kleinen Steinen machte das Gelände des Steinbruchs wie erwartet, recht unwegsam.

 

 

 

 

Durch den Steinbruch geklettert standen wir vor der großen Wiese.

 

Einen Trampelpfad konnte ich nicht erkennen.

 

 

 

 

Das Gras stand hüfthoch und meine drei Hundemädchen tauchten darin ein. 

 

 

 

Gut 500 m liefen wir durchs Gras und dann sahen wir einen Wegweiser, ein blaues Schild für Ski-Loipe und ein altes rotes Schild, welches wohl den Wanderweg kennzeichnen sollte.

 

Beide zeigten in Richtung Wald. 

 

 

 

Nun wechselten feuchte Waldwege mit neu angelegten Schotterwegen.

 

Ab und zu zeigte sich wieder eine Hütte im Wald.

 

Endlos viele kleine und größere Seen sowie Moore lagen entlang des Weges.

 

Mal fand sich eine blaue Farbmarke an Bäumen und mal war diese mit roter Farbe aufgetragen.

 

Festes, wasserdichtes Schuhwerk ist ein Muss, wenn man sich für diese Tour entschließt, dass konnte ich nur bestätigen. 

 

 

 

Zwischendurch fand ich immer mal wieder ein Hinweisschild mit Himmelsya, allerdings konnte die Kilometerangabe darauf nicht stimmen.

 

 

 

Ich war gefühlte 5 km bereits in diese Richtung unterwegs und dann erreichte ich plötzlich wieder ein Hinweisschild mit 6 km zum Himmelsyna.

 

 

Entweder lief ich im Kreis oder mehrere Schleifen, so dass ich damit auf mehr Kilometer kam. 

 

 

 

 

 

Nachdem ich fast nur sumpfiges Gebiet passiert hatte, kam ich an eine T-Lichtung.

 

Tja, gehe ich nach rechts oder gehe ich nach links, ein Hinweisschild fand sich nicht.

 

 

Ich ließ mich von meinem fraulichen Instinkt leiten und entschied mich für den rechten Trampelpfad.

Der führte nämlich in Richtung einer Anhöhe.

 

Der Himmelsyna soll mehr als 600 m hoch liegen und damit konnte es nur nach rechts in die Höhe gehen. 

 

 

Es war wirklich nur ein schmaler glatter Trampelpfad der sich entlang einer felsigen Erhöhung zog.

 

Dichtes Gestrüpp, um gefallende Bäume machten es zusätzlich schwer die Höhe zu erklimmen.

 

Nicht ganz oben, führte der Pfad wieder runter, über einen kleinen Bach ohne Brücke, so dass ich über große Steinen auf die Gegenseite gelangte. Und es ging weiter bergauf.

 

 

 

 

Nach 2 Stunden erreichte ich ein Hochplateau mit sumpfigen Untergrund auf den teilweise dicken Brettern ausgelegt waren.

 

Ich ging ich davon aus, dass diese Bretter für Wanderer daliegen um das sumpfige Gebiet passieren zu können. 

 

Also musste ich auf dem richtigen Weg sein.

 

 

Ein blaues Schild mit einem Skiläufer fand sich rechts etwas abseits des Weges.

 

Links vom „Bretterweg“ lag ein kleiner See.

 

 

 

 

Hier standen einige Bänke und Tische, die zum Verweilen einluden.

 

Aber ich wollte ja auf den Himmelsyna und dort mein Matpakke auspacken. 

 

Also ging es weiter.

 

In der Ferne war ein Hinweisschild zu erkennen.

 

Beim Näherkommen sah ich an einem Baum ein Postkasten, der ein Büchlein zum Eintragen, enthielt.

 

 

So habe ich mich darin verewigt um dann weiter zu ziehen.

 

 

 

 

Kaum 50 m vom Postkasten endlich ein "roter" Hinweis zum Himmelsyna, angeblich zu finden in 1 km Entfernung. 

Jetzt gab es einen erneuten steilen Anstieg, der mich letztlich auf einen Waldweg führte, der sicher im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft angelegt wurde.

 

Es waren aber nur wenige Meter nach oben bevor ich mich erneut in die Büsche schlagen musste um Höhe zu gewinnen.

 

Nach weiteren 100 Metern wurde es lichter um mich herum und der Trampelpfad ging auf felsigen Untergrund über. 

 

Das musste jetzt das letzte Stück des Wegs sein.

 

Die Sonne meinte es gut mit uns, es war warm, ich hatte Durst und Hunger und eigentlich keine Lust mehr zu suchen.

 

 

 

Meine drei Hundemädchen hatten zwischendurch in den vielen Seen, die wir passierten, ihren Durst gestillt und sich Abkühlung verschafft. 

 

 

 

Beim Gewinnen von Höhe verschwanden mehr und mehr der Bewuchs.

 

 

Und dann endlich war ich am Ziel, der Gipfel vom Himmelsyna war zu sehen. 

 

 

 

 

Toller Ausblick in alle Richtungen, Sonnenschein und eine frische Brise erwarteten mich hier oben. Nur gut, dass ich meine Jacke noch eingesteckt hatte, die ich hier oben gut gebrauchen konnte.

 

 

 

 

 

 

 

Ich hatte versucht von hier oben im Süden das Meer bei Lillesand oder Arendal zu erkennen.

 

Aber ich bin wohl doch schon etwas schwach auf den Augen.

 

 

 

 

 

Trotz Brille sah ich keinen Spur vom Meer, so wie auf dem Informationsblatt beschrieben.

 

Na, ja vielleicht dient dieser kleine Hinweis mehr dazu, die Menschen zu animieren den Weg hierher zu suchen.

 

Egal ob mit oder ohne Aussicht auf das Meer, lohnte es sich hier oben zu stehen und in die weite Welt hinaus zu schauen.

 

 

 

 

 

Und wie auf dem gesamten Weg hier her, gab es außer mir keine einzige menschliche Seele, die sich hierher verirrt hatte.

 

 

 

 

 

Neele, Sola und Thyra waren den gesamten Weg ohne Leine unterwegs und auch hier oben konnten sie frei springen nach Herzenslust.

 

Nun bekam jeder sein „Matpakke“ und zu trinken.

 

Eine Flasche mit Wasser für mich, eine Flasche Wasser für meine Mädels, eine dicke Stulle mit Käse für mich und ein paar gute Leckerlis mit getrocknetem Hühnerfleisch für Neele, Thyra und Sola. 

 

 

Nach einer halben Stunde des Verweilen mit "Himmelsblick"  ging es wieder zurück.

 

Allerdings nicht ohne mich hier ebenfalls ins Gipfelbuch einzutragen.

 

Ich hatte am späten Nachmittag noch einen Termin auf Espetveit, den ich auf keinen Fall versäumen durfte. 

 

 

 

 

Ich entschloss mich den Rückweg auf einer anderen Route als auf den Hinweg zu nehmen.

 

Es sollte ja ein Rundweg vom Skigebiet hoch zum Himmelsyna und zurück sein.

 

 

Hier oben fand sich ein Schild, dass es bis Hørås 6 km sind.

 

Diesem Weg, der blau markiert war, folgte ich. 

 

Der Rückweg gestaltete sich ähnlich wie der Hinweg.

 

Wir trafen zwar wieder keinen einzigen Menschen aber dafür einen jungen Elch, der sich am Weg das frische Grün schmecken ließ.

 

Welch eine Aufregung für Thyra, Neele und Sola.

 

Die Drei hatten den Elch vor mir entdeckt und Thyra meldet deutlich und laut, dass hier etwas ist, was da nicht sein sollte.

 

 

Der Elch in seiner Ruhe gestört, machte sich sofort auf und davon. Thyra und Neele folgten ihm ein paar Meter. Sola kam sofort zu mir gelaufen. Ihr war der Fremdling nicht geheuer und sie dachte wahrscheinlich, dass sie sicher ist, wenn sie an meiner Seite steht. 

 

 

Ich fand zwar zu Beginn mehr blau markierte Bäume als auf der Hintour, aber zum Ende hin, fehlte wieder jeglicher Weghinweis.

 

Das ein oder andere Gebiet kam mir bekannt vor und ich meinte hier bereits auf dem hinweg vorbei gekommen zu sein.

 

Aber sicher bin ich mir nicht, denn meine Orientierung im Gelände ist nicht wirklich gut.

 

 

Ich hatte mich auch nur für den anderen Rückweg entschlossen nachdem ich überprüft hatte ob ich Empfang mit meinem Handy hier in der Gegend habe. 

 

 

 

Den letzten Kilometer ging es wieder über die große Wiese durch den Steinbruch zurück zum Auto.

 

 

 

 

 

Das restliche Wasser aus den Flaschen gezogen, rein ins Auto und zurück ging es nach Espetveit.

 

 

Es waren gefühlte 20 km, die wir gelaufen waren. Trotz der Weg-Varianten“ und „Schnipseljagt" war es ein schöner Ausflug.

 

Ich kenne jetzt wieder etwas mehr vom Setesdal, meiner augenblicklich nordischen Heimat.