09.07. 2016

 

Zu Besuch beim König

des Waldes 

 

Unser heutiges Ziel lag ganz in der Nähe von Espetveit.

 

Schon oft hatten wir uns vorgenommen „Elgtun“ im Landeskogen von Bygland zu besuchen.

 

Jetzt sollte es Realität werden.

 

Ein besonderer Anlass war die Geburt von Zwillingskälbern Ende Mai im Elgtun.

 

Wir waren also sehr gespannt. 

 

 

 

Natürlich hatten wir schon etliche Male auch auf unserem eigenen Grundstück Elche gesehen. Man kam für gewöhnlich aber nicht allzu Nahe an diese riesigen Waldbewohner heran.

 

So starteten wir am Vormittag in Richtung Byglandfjord. Unsere „Mädels“ Neele und Thyra waren natürlich auch mit von der Partie.

 

Nach ca. einer ¾ Stunde Fahrtzeit erreichten wir Landeskogen und damit das Elgtun.

 

Im Elgtun sind alle dort lebenden Tiere zahm. Das Motte des Elchhofes lautet:“Näher kommen sie nie!“

 

 

Im Empfangsgebäude bekommt man die Tickets, dort kann man Souvenirs kaufen aber auch eine Kleinigkeit essen.

 

Auf dem Elgtun gibt es auch einen großen Grillplatz, wo es sich Reisegruppen gemütlich machen können. Es gibt dort Grillwurst und Gehacktesklops aus Elchfleisch zu kaufen, welches dann selbst auf dem Grillplatz zu bereitet werden kann. 

Wir haben unsere Eintrittskarten gekauft und konnten unmittelbar bei der Fütterung der Kälber dabei sein.

Es sind zwei Bullenkälber, hier auf dem Elgtun am 30.05.2016 geboren und schon so groß wie ausgewachsene Rehe. Olga ist die Mutter und Olvar der Vater der beiden prächtigen Jungs.

 

Sie bekamen große Nuckelflaschen mit Milchersatz, welcher auch bei der Aufzucht von Lämmern benutzt wird. Die beiden haben die Flaschen genauso gierig verputzt, wie wir es von unseren Flaschenlämmern gewöhnt sind.

 

Man konnte sie bei der Fütterung streicheln. Aber auch danach waren sie nicht scheu. Sie haben sich inmitten der kleinen Gruppe von Besuchern bewegt und alsbald auf ihre kuscheligen Schlafplätze mit frischem Heu begeben. Nach einer guten Mahlzeit wird man eben müde.

Jetzt sollten sie auch wieder in Ruhe gelassen werden.

 

Die Kälber haben ihr eigenes Gehege. Erst wenn sie groß genug sind und keine Milch mehr brauchen werden sie mit den anderen Bewohner des Elgtuns zusammen gebracht.

 

Was wird wohl aus ihnen einmal werden? Wir hoffen sie dürfen lange leben und werden sicher an einen Tierpark oder eine ähnliche Einrichtung wie den Elgtun verkauft.

 

 

Die Fütterung der Kälber war ein tolles Erlebnis.

 

Die erwachsenden Tiere werden 3 x täglich zu festen Zeiten gefüttert. Dieser Fütterung kann man beiwohnen.

 

Wir hatten heute noch eine Stunde Zeit bis zur Fütterung um 14:00 Uhr. Dann sollten die Besucher ins Freigehege gelassen werden und direkten Kontakt zu den Waldriesen bekommen. 

 

Wir haben die Zwischenzeit zu einer kleinen Wanderung auf einen der Gipfel am Rande des Inland-Fjordes genutzt.

 

Unsere Beiden Hunde hatten brav im Auto gewartet. Sie waren jetzt happy mit uns auf Tour zu gehen. Das Wetter war herrlich.

 

Unterwegs trafen wir noch eine zahme Ziege , die hier auf dem Gelände des Landeskogen unterwegs ist.

 

Nach ein paar Metern Schotterwaldweg ging ein schmaler Pfad in den Wald. Der Pfad führte einen Südhang hinauf. Es war einer der vielen Wanderpfade, die zum „Helselag“ (Erholungsgebiet) um den Byglandsfjord gehören. Hier an den warmen Südhängen, waren sogar die Blaubeeren schon reif.

 

Oben angekommen gab es eine phantastische Aussicht. Wir machten von der „Postkartenlandschaft“ ein paar Erinnerungsfotos und sind dann zügig wieder hinunter gelaufen, um pünktliche bei der Fütterung zur Stelle zu sein.

 

Das Elchgehege ist ziemlich groß und alles ist sehr ordentlich zurecht gemacht.

 

Und dann schlug die Uhr 14:00 Uhr. Endlich war es soweit.

 

 

 

Zunächst waren wir und die anderen „Zaungäste“ noch von den Elchen durch Futtertröge getrennt.

 

 

Die Elche kennen diesen Augenblick ganz genau, besser gesagt, sie lieben ihn wahrscheinlich! Jetzt gab es nämlich Bananen aus den Händen der Touristen und da kommt bei allen Beteiligten große Freude auf.

 

Bei der Fütterung waren zwei Tierpfleger zugegen, wovon einer ein Deutscher war. Die beiden Pfleger haben das Geschehen gesteuert und alles Wissenswerte über die Elche berichtet. 

 

Nach der Bananenvorspeise wurden wir durch eine Schleuse ins Gehege gelassen.

 

 

 

Jetzt bekamen die Elche einen Mix aus rohen Kartoffeln, Weintrauben, Äpfeln und Frischgemüse in einem Trog „serviert“.

 

 

 

 

Aber jetzt konnten wir nicht nur nahe bei ihnen stehen, nein, wir konnten sie sogar streicheln,... „klappe på elgen“, wie es die Norweger nennen. 

 

Das Besondere und unerwartete war, dass sie überhaupt nicht unangenehm rochen. Im Gegenteil, ihr Geruch war sehr dezent und angenehm. Sie zogen auch so gut wie gar keine Insekten an, was sonst in Norwegen im Sommer auf den Tierweiden eine echte Plage ist.

 

Die Elche haben ein borstiges Fell, was in den Sommermonaten und insbesondere an warmen Tagen von Fett durchtränkt ist. Man kann sich damit hervorragend die Haut einreiben. Das Fett soll bei Schuppenflechte ein gutes Heilmittel sein. Es zieht jedenfalls sehr gut ein und man nimmt den angenehmen Geruch der Tiere noch stundenlang danach war.

 

Diese Begegnung mit dem „König des Waldes“ war einfach überwältigend. Die Elche sind fast so groß wie unsere beiden Pferde und waren ebenso zutraulich wie diese. Das hatten wir so nicht erwartet.

 

Es war ein phantastisches Erlebnis.

 

!!! Wir haben auch einen kleinen Film bei der Fütterung der Kälber aufgenommen.

Zum Ende der Woche wird er hier auf dieser Seite zu sehen sein. !!!  

Wir können jedem , der hier im Setesdal unterwegs ist, "Elgtun" nur wärmstens empfehlen. Es ist für Groß und Klein eine sehr spezielle Erfahrung.