09.08. 2013 Im Hochgebirge bei Bortelid

 

Heute ist wieder schönes Wetter vorhergesagt.

 

Leider können wir unsere Wandertour nicht früh am Morgen beginnen. Wir warten auf den Handwerker, der unserem Portal eine neue Stütze verpassen soll. Gegen 09:30 Uhr steht er endlich auf der Matte und nach knapp 2 Stunden ist die Stütze montiert und wir brechen zu unserem Tagesausflug auf.

 


Heute soll es nach Bortelid ins Gebirge gehen. Bortelid ist ein in Entwicklung befindliches Hüttengebiet, ähnlich Hovden, allerdings bislang nicht ganz so exponiert. Hier findet man ein wenig mehr oben im Land bis 900m hohe Bergzüge.

 

Nach 60 km Autofahrt kommen wir durch Bortelid und fahren nur wenige km weiter, wo wir an einen großen See/Inlandsfjord kommen. Am Wegrand geparkt und alle Zwei- und Vierbeiner raus aus dem Auto. Rucksack auf den Rücken geschnallt und schon geht es Richtung See. Bereits vom Straßenrand an findet sich felsiges Gebiet und zieht sich runter bis zum See. Wir sind uns noch nicht schlüssig, was wir machen wollen. Entweder am Ufer entlang wandern oder hoch in die Berge, die sich auf der anderen Seite der Straße erstrecken.

Eigentlich haben wir erst mal Hunger und so wird unser mitgebrachter Proviant verspeist. Der Bauch ist voll, der Rucksack fast leer und der Geist bereit auch Strapazen auf sich zu nehmen.

 

Wir würden gerne auf die andere Seite das Sees gelangen und versuchen etwas weiter aufwärts eventuell einen Übergang über einen Zufluss zu finden. Tja, aber da ist nichts zu machen. Das Flüsschen ist zwar nicht sehr tief, aber sehr breit und stellenweise mit kleinen Wasserfällen und Stromschnellen ausgestattet, so dass kein hinüberkommen möglich ist.

 

 

Unsere drei Hundemädels finden die Gegend natürlich toll. Sie können frei laufen und plantschen so wie es ihnen gefällt.

 

 

Thyra unsere Wasserratte findet auch gleich eine geeignete Badewanne für sich und schwimmt genüsslich ihre Runden.

 

Anouk badet und Neele planscht ein wenig. Sie ist etwas wasserscheu, so wie immer.

Ein bisschen enttäuscht sind wir schon, hatten uns doch bei strahlenden Sonnenschein auf die Seeuferwanderung eingestellt. Aber gut ein Herüberkommen ist nicht, also nehmen wir die Variante.

 

Hinüber auf die andere Straßenseite und hoch in die Lüfte. Es lässt sich ganz gut laufen. Felsiger Untergrund und anfänglich auch nicht so steil.

 

 

Man muss nur aufpassen, da immer noch ausreichend Feuchtigkeit auf dem Stein liegt, dass man nicht ausrutscht und hinschlägt. Nach ca. 200m seichten Anstiegs geht es jetzt zur Sache. Jetzt geht es steil an, teilweise helfen uns Sträucher an denen wir uns festhalten um größere und steilere Hindernisse zu überwinden. Das Gestrüpp wird dichter und nun liegt ein großes Feld mit Blaubeeren vor uns. In diesem Jahr gibt es reichlich und hier in ca. 700 m sind die Büsche so hoch, dass man sich zum Pflücken nicht bücken muss,... gilt jedenfalls für Liane.

 

Nachdem wir die Buschlandschaft hinter uns haben liegt nun wieder mehr glatter Fels vor uns. Von unten sah der Berg nicht so hoch aus, aber nun müssen wir feststellen, dass wir nur eine Art Vorstufe von unten gesehen haben. Wir stehen auf einem Grat, der etwa in der Hälfte der Strecke liegt. Also weiter, aufgeben ist nicht. Anouk, Neele und Thyra,die anfänglich hin- und hergelaufen sind, halten sich jetzt mehr in unserer Nähe auf. Sie sind wohl auch beeindruckt von der Höhe und der Weite des Felsen.

 

 

Ende gut alles gut, wir sind oben und haben eine phantastische Aussicht in die Umgebung.

 

 

Wir befinden uns in 850 m Höhe und könnten jetzt noch weiter marschieren, um auf den nächsten Gipfel zu kommen und eine sogenannte Gratwanderung zu machen. Doch wir sind zu spät von zu Hause weg und wir müssen ja auch wieder runter, was sicher nicht einfach sein wird. Am Abend im Gebirge oder bei einbrechender Dämmerung sollte man aus dieser Höhe verschwunden sein. Das Wetter kann ganz schnell umschlagen und auf einen Katastropheneinsatz haben wir keine Lust.

 

Jetzt stellt Ralf noch schnell sein GPS auf dem Handy an, so dass wir wenigstens die Länge des Rückweges und die Höhenmeter haben. Wir wählen nicht exakt den gleichen Weg des Aufstieges, da wir die Umgebung hier oben noch ein wenig mehr erkunden wollen. Doch es zeigt sich, dass uns damit Grenzen gesetzt sind. Steile Hänge und breite Spalten zwingen uns auf den alten Weg des Aufstieges zu nehmen. Nun gut, war nur so eine Idee von uns.

 

Den Berg runter geht es schnell, obwohl wir mächtig aufpassen müssen, nicht den Fells runter zu rutschen. Entweder sind es feuchte, mit Moos bewachsene Stellen oder feiner Abriebsand, die den Abstieg schnell zu einer Rutschpartie werden lassen können. Wieder bei den Heidelbeersträucher angekommen, wird eine kleine Zwischenmahlzeit von diesen süßen, aromatischen Früchten eingenommen. Auch die Hunde suchen sich ausdauernd Beeren.

Nach nur einer ¾ Stunde stehen wir wieder am Auto. Zu unserem Erstaunen zeigt das Handy nur 1,6 km Strecke an. Wir glaubten es wäre viel länger, aber der Aufstieg zieht sich und die Zeit, die wir dafür brauchten, haben wir nicht registriert. Unser Auto steht in ca. 600m und der Gipfel war in 848 Höhenmeter.


09.08.2013 Hochgebirgstour bei Bortelid auf einer größeren Karte anzeigen

So und nun noch schnell runter zum See und rein ins Wasser. Der See ist ganz flach und das Wasser erfrischend kalt. Wir alle 5 lassen uns das kalte Nass um die müden Beine fließen. Ralf, Liane und Thyra schwimmen. Anouk und Neele erfrischen sich nur ihre 4 Pfoten.

Es ist 16:30 Uhr und auf geht`s nach Hause. Im Auto hören wir keinen Muks von unseren Hundemädels. Sie liegen in ihrem Hundeautoabteil und schlafen fest.

 

Endlich wieder auf Espetveit angekommen werden schnell die Pferde gefüttert und anschließend für unser eigenes Wohl gesorgt. Es gibt gegrillten Dorsch mit Blumenkohl, Sauce Hollandaise und dazu neue Kartoffeln. Anschließend Vanilleeis mit selbst gepflückten Blaubeeren.

Gestern war Ralf auf Blaubeertour und wir haben die ersten Gläser eingekocht. Einige wurde geschmort, um unseren Gaumen ein wenig direkt zu verwöhnen. Es muß ja nicht alles für den Winter eingelagert werden.

 

Heute Abend geht nichts mehr. Es werden die Beine hochgelegt und drüber nachgedacht, in welche Richtung uns unser Unternehmensgeist in den nächsten Tagen führt.