08.07.2018 Bispestolane

Die letzte Nacht habe ich schlecht geschlafen. Zu viel Vergangenheit lief durch meinen Kopf und ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Egal, der Schlaf wird nachgeholt, wenn das Hirn wieder klarer denken kann und Unnötigem weniger Bedeutung zukommen lässt.

 

Aber heute lachte wieder die Sonne und Griesgrämigkeit hatte keinen Platz.

 

Bei meinem letzten Einkauf in Evje , hatte ich mir an der Evje-Information ein kleines Heftchen mit Wandertipps für das Setesdal mitgenommen.

 

Bereits die Wanderung zum Abusdalsknuten mit Kirsten und Steffen war ein Vorschlag aus diesem Informationsheftchen und so wollte ich heute die nächste Tour starten.

 

Lust zum Autofahren hatte ich nicht . Deshalb hatte ich mir vorgenommen mit meinen Hundemädchen zu den „Bischofsstühlen“ /bispestolane (norweg.) zu wandern.

 

Die „Bischofsstühle sollen nur wenige Kilometer von meinem Hof im Hüttengebiet von Espetveit liegen. Die Wanderroute beginnt auf dem Abusdalsvegen und soll mit einer blauen Markierung gekennzeichnet sein.

 

Vom Abusdalvegen in Höhe Vingmyrane sind es angeblich nur etwas mehr als 1 km , die durch das Hüttengebiet führen. 

 

 

Man(n)/Frau  könnte den Abusdalsvegen mit dem Auto fahren und dann in Höhe Vingmyrane-Gebiet das Auto abstellen.

 

 

Aber wie bereits erwähnt , mochte ich heute kein Auto fahren.

 

Außerdem sollte es für uns Vier eine richtige Wanderung werden. 

 

 

 

 

Um 09:30 Uhr ging es los.

 

Wir spazierten unseren Privatweg runter zum Waldweg (Abusdalsveien) und bogen nach rechts ab in Richtung Abusland.

 

 

Es war angenehm warm und ein leichter Wind wehte uns um die Nase. 

Wir kamen an den Gebieten Kattåsen, Oksbringa, Krosmyran, Juvvanner, Stusstjønn und Vingmyrane vorbei.

 

Nach der Wegbeschreibung sollte ein Abzweig zu den Bispestolene ca. 700 vestlich von Vingmyrane geben.

 

Die Route ist angeblich blau gekennzeichnet. 

 

 

 

 

 

 

 

Wir spazierten am Bispevegen vorbei in der Hoffnung, dass sicher gleich eine Ausschilderung zu finden ist.

 

Tja, aber da war nichts… kein Schild… keine blaue Markierung.

 

 

Nachdem wir den Bispeveien ca 1, 5 km hinter uns gelassen hatten, beschloss ich umzukehren.

 

Also ging es wieder 1,5 km zurück und wir bogen dann auf den Bispeveien ein. Aber auch hier entlang des Weges kein Schild, keine blaue Kennzeichnung. 

 

 

 

Ich dachte mir, dass sicher irgendein Mensch in seiner Hütte ist (Norwegen hat Sommerferien), der mir vielleicht Auskunft geben könnte, wo wir denn diese Bischofsstühle finden können.

 

 

Also marschierten wir einfach den Weg entlang. Neele, Thyra und Sola konnte ich von der Leine nehmen da ich davon aus ging, hier keinen Autoverkehr anzutreffen.

 

 

Uns so wanderten wir etwas mehr als einen Kilometer weiter ohne eine Menschenseele zu treffen. Nach knapp einem Kilometer ging ein Abzweig nach rechts zu drei Hütten. Der Weg selbst machten einen kleinen Schlenker nach links. 

 

 

 

 

Wir folgten diesem und wie aus dem nichts standen wir vor einer Infotafel.

 

Und nur wenige Meter dahinter standen sie plötzlich, die Bischofsstühle. 

 

Drei an der Zahl, gebaut aus größeren Steinen gleich einem Thron.

 

 

Völlig unscheinbar zwischen Heidekraut, Heidelbeeren und hohen Nadelbäumen, fast zu übersehen. 

 

Nur 10 m daneben fand sich eine Hütte in einem desolaten Zustand.

 

Der Besitzer scheint diese aus/umzubauen, denn überall lagen Baumaterialien herum, ... norwegische „Baukunst“ eben.

 

 

 

Es ist ein Wunder, dass der Platz mit den drei Bischofsstühlen nicht zugemüllt war.

 

Die „Steinstühle“ stammen aus dem 17.Jh. Und stehen heute unter Denkmalsschutz.

 

Das Drumherum ist naturbelassen und wenn die Informationstafel nicht meinen Blick aufgefangen hätte, wäre ich wohl mit meinen drei Mädels vorbei gelaufen.

 

 

 

 

In unmittelbarer Umgebung der Stühle befinden sich mehrerer Hütten.

 

Diese sind auf Anhöhen und nicht weit vom Wasser entfernt, errichtet.

 

 

 

 

Es war absolut ruhig, kein Mensch in Sicht. 

 

Neele, Thyra und Sola kühlten sich ein einem der umliegenden Seen ab, bevor wir wieder den Rückmarsch antraten. 

 

Zufrieden und gut gelaunt ging es zurück nach Espetveit.

 

Normalerweise sind es hin und zurück 9 km von Espetveit aus. Mit den 3 km „Extrawanderung“ weiter in Richtung Abusland waren wir also heute 12 km unterwegs.

 

Für den Ausflug brauchten wir mit Aufenthalt am Wasser, 2,5 Stunden.

 

 

Hungrig, durstig , aber zufrieden trafen wir wieder auf Espetveit ein.

 

Nach einem ausgiebigen Essen auf der Terrasse bei Sonnenschein, verdunkelte sich der Himmel und in der Ferne konnte man den Donner grollen hören.

 

 

Gewitter ist nichts für meine Hundis und somit zogen wir uns ins Haus zurück.