31.08. 2019 Mit der Flåmbahn bis Myrdal

 

und Tourenschluß am Stegastein

 

Die Flåmbahn-Strecke ist eine erstaunliche Zugfahrt zwischen Myrdal und Flåm.

Die Bahnstrecke wurde erst 1941 während des Zweiten Weltkriegs fertiggestellt.

 

Die prächtige Eisenbahnstrecke ist ein unglaubliches Meisterwerk der Ingenieurskunst mit einem Höhenunterschied von 863,6 Metern auf einer 20 km langen Bahnstrecke.

 

Die Flåmbahn wurde als eine der schönsten Zugstrecken auf der Welt bezeichnet und ist eine der führenden touristischen Attraktionen in Norwegen. 

Im Laufe einer Stunde fährt der Zug vom Ende des Aurlandsfjords von Flåm , einem Seitenarm des Sognefjords, hinauf ins Hochgebirge zur Bahnstation Myrdal auf 867 Meter über dem Meeresspiegel . 

 

 

Die Flåmbahn ist eine der steilsten Bahnstrecken auf Normalspur weltweit, die auf 80 % der Reise mit einer Steigung von 5,5 % verläuft.

 

Der Zug durchquert eine eindrucksvolle Landschaftskulisse, entlang dem Rallarweg, fährt an schwindelerregenden Bergflanken und schäumenden Wasserfällen vorbei, durch 20 Tunnel hindurch und bietet so viele Aussichtspunkte

 

Myrdal ist auch eine Haltestelle der Bergenbahn, so dass die Flåmbahn Anschluss an Züge hat, die zwischen Bergen und Oslo verkehren.

Die Fahrt soll die schönsten Seiten der atemberaubenden Landschaft Westnorwegens zeigen….

Und das alles wollten wir erleben !!!

 

Die Tickets hatte ich wie auch bei den anderen Aktivitäten übers Telefon/Internet bestellt und bezahlt. Um 11:00 Uhr sollte unsere Bahn starten.

 

Pünktlich mit Sack und Pack ging ich in den Bahnhof und orderte unsere Tickets. Es dauerte auch nicht lange und die Schranken für den Bahnsteig wurden geöffnet und wir verschwanden in einer der führenden touristischen Attraktion Norwegens. 

 

 

Ich wählte einen Sitzplatz am Fenster und freute mich wie ein kleines Kind auf seine erste Bahnfahrt.

Dann ging es endlich los und die Bahn schob sich kontinuierlich kurvenreich den Berg hinauf.

Der Ausblick war schon überwältigend. Sowohl Richtung Tal als auch hangaufwärts sah man eine beeindruckende Landschaft, … Norwegen eben, wie es leibt und lebt.  

 

Einen wenige Minuten dauernden Halt gab es am Kjosfossen. Hier konnten wir aus dem Zug aussteigen und auf einer Plattform uns die Gischt vom Wasserfall ins Gesicht pusten lassen. Nichts ahnend hörten wir plötzlich Musik vom Berg schallen und eine Frau tanzte neben dem Wasserfall an einer Ruine. Eine Vorführung wie sie auf einer deutschen Waldbühne nicht besser hätte sein können. 

 

Die Musik, die wir hörten wird in ihrer Art den Wikingern zugeordnet, obwohl man keine Überlieferung hat, ob und wie die Wikinger Musik gemacht haben.

Es ist nichts aufgeschrieben und so existiert wohl als „Wikingermusik“ mehr die Vorstellung in uns, dass es so märchenhaft gewesen sein musste, die Klänge, die dieses Volk die ihren nannte.

 

So schnell wie die Musik und die tanzende „Wikingerin“ gekommen waren, so schnell verschwand alles wieder hinter der Gischt des Wasserfalls. Die Bahn rief zum einsteigen und nachdem alle Türen zugefallen waren, ging es weiter den Berg hinauf. 

 

Nach einer knappen Stunde hielten wir auf dem Bahnhof in Myrdal. Anschlusszüge sowohl nach Bergen als auch nach Oslo warteten auf ihre Fahrgäste.

 

Viele der Reisenden, die mit uns hier hoch gefahren waren, blieben im Abteil sitzen. Sie fuhren mit der Bahn wieder zurück nach Flåm. Wir hatten beschlossen die Rücktour zu laufen, entlang dem Rallaveigen bis nach Flåm.

 

Das Wetter hätte besser nicht sein können und so machten wir uns bergab auf den Weg. 

 

Serpentinen des Rallarveien (links im Bild) , daneben rechts einer der vielen Wasserfälle
Serpentinen des Rallarveien (links im Bild) , daneben rechts einer der vielen Wasserfälle

 

Der Rallavegen ist der alte Weg, den die Bauarbeiter benutzt haben, als die Bahnstrecke gebaut wurde. Er diente den Pferdefuhrwerken als Transportweg und auch den Arbeitern um die nächste Stufe der Bahnstrecke zu erreichen.

 

 

Dieser Weg ist geschottert und in kleinen engen Serpentinen angelegt. Es geht steil abwärts und schon nach den ersten Kilometern spüre ich meine Oberschenkel. Hier ist nichts mit einfach mal laufen lassen, aktiv gegen den Abtrieb muss gearbeitet werden.

Dennoch ist es sehr entspannend die Landschaft drumherum zu betrachten. Immer wieder Wasserfälle, immer wieder phantastische Aussichten in die Ferne. 

Nach wenigen Kilometern sieht man auf einer Anhöhe dem Vatnahalsen die Flåm-Zipline. Es ist die längste Zipline Skandinaviens mit einer Länge von 1381 Meter.

Sie zieht sich zwischen der Bahnstrecke und dem Rallaveigen ins Kårdalen bis in Höhe der „Rallarosa“ Käsefarm , dem untersten Abschnitt des Flåmtals.

Von hier aus sind es noch gut 17 km bis ins Flåm-Zentrum.  

Erst habe ich überlegt, ob ich mich da „anzippe“ und es wage diese fast 1,5 km am Seil ins Tal zu gleiten. Letztendlich war ich zu ängstlich, mich darauf einzulassen. Die Anderen waren bereits weiter abwärts gelaufen und so nahm ich meine Fersen in die Hand und folgte brav dem Rallaveien weiter talabwärts. 

Übrigens kann man sich oben am Bahnhof Fahrräder ausleihen um diesen Weg per Pedale zurück zu legen.

Beim Wandern sind uns immer wieder Fahrradfahrer von hinten sehr nahe gekommen, dass ich nur noch am Rand des Weges gelaufen bin um nicht unters Rad zu kommen.

Die Fahrräder kann man in Flåm wieder zurück geben.  

Unten an der Farm angekommen begrüßten uns eine Herde Ziegen.

Die Tiere lagen da so herum und ließen sich von den vielen Wanderern nicht stören. 

 

Hier auf der Farm nahmen wir eine kleine Pause, kauften an einem kleinen stand einen Kaffee und probierten Ziegenmilch-Jogurt.

 

Der Jogurt hat schon einen strengen Geschmack, brauche ich nicht jeden Tag. Wir hätten auch Eierkuchen mit Ziegenschmand und selbstgemachter Marmelade kaufen können, aber uns war nicht danach. 

Wir hatten ja noch einen langen Weg vor uns und wir setzten die Wanderung nun auf einem geschotterten Waldweg fort. An Wasserfällen und reißenden Gebirgsbächen vorbei ging es einer eher stupiden Strecke weiter. Der Weg zog sich ewig hin. Natürlich war die Landschaft toll aber der Weg machte fuß- und muskellahm. Der Flåm-Bahn begegneten wir mehrmals auf dem Weg. Sie fuhr unaufhaltsam hoch und wieder runter. Es müssen wohl tausende von Menschen sein, die sich jeden Tag per Bahn chauffieren lassen. Klar, 2005 war die Flåm-Bahn die fünft häufigste Touristenattraktion in Norwegen.

Endlich war Flåm mit seinem Randgebiet in Sicht. Auf dem Weg weiter zum Zentrum kamen wir auch noch an der Kirche vorbei.

Sie war sehr hübsch anzusehen mit einem ordentlichen kleinen sehr gepflegten Friedhof. Die Kirche war offen, so dass wir einen Blick hinein warfen. Sie war sehr spartanisch ausgestattet.

 

 

Nach fast 21 km erreichten wir den Parkplatz in Flåm. Mir tat alles weh, ich hatte Hunger und Durst. Ein Leckereis beruhigte mich aufs Erste. 

 

 

 

 

 

Nachdem ein Jeder die Glieder einmal richtig ausgestreckt hatte und der Rucksack vom Rücken war, ging es weiter zu unserem heutigen Abschlussziel, dem STEGASTEIN .  

 

 

 Der Stegastein wird als eine unverzichtbare Besichtigungstour für jeden Besucher von Flåm bezeichnet.

Der Stegastein ist Teil der norwegischen Panoramastraße, die von Aurland nach Lærdal führt und im Volksmund als „Schneestraße“ bekannt ist. Der Aussichtspunkt wurde von Todd Saunders und Tommie Wilhelmsen entworfen und 2006 fertiggestellt (Konstruktion: 650 Meter über dem Meeresspiegel, 3,3 Meter breit, 31 Meter lang, hergestellt aus massivem Kiefernstahl).

 

Wir fuhren mit dem Auto eine enge Serpentinenstraße gegenüber dem Aurlandsfjord empor. Der Parkplatz für die Aussichtsplattform befindet sich in 650 Meter über dem Fjord. 

 

 

Aus dem Auto gestiegen zog es mich regelrecht zu diesem Bauwerk, was sich über den Aurlandsfjord schwingt.

Wie man lesen kann befindet sich dieses Bauwerk 30 Meter vom Berghang und 650 Meter über dem Fjord. 

 

Es ist ein außergewöhnlicher und spektakulärer Aussichtspunkt und bietet wirklich ein unvergleichliches Panorama. 

 

 

 

 

 

Obwohl es bereits zu dämmern begann, hatten wir einen atemberaubenden Blick auf den Aurlandsfjord, die Berge und die umliegende Landschaft. 

Sindy, Liane, Ina, Thomas, Matze (v.l.n.r.)
Sindy, Liane, Ina, Thomas, Matze (v.l.n.r.)

 

 

Wir waren hier oben völlig allein in der Welt der Fjorde und Trolle. Diese Welt haben wir natürlich auf unserem „Auerlandsabschluss-Foto“ festgehalten. 

 

 

Fertig mit dem Pflichtfoto trollten wir uns davon. Es wurde jetzt kalt und ungemütlich. Außerdem entleerten sich die grauen Wolken, die sich über dem Fjord zusammen schoben, zaghaft ihrer Last.

 

Wir hatten auch heute wieder mal Glück mit dem Wetter.

 

Zufrieden und völlig fertig vom Tag fuhren wir ins Hotel. Gemeinsames Abendessen im „Langhaus“ stand wieder auf dem Plan. Es sollte das letzte gemeinsame Abendbrot sein. Morgen war Abreisetag, es ging wieder nach Hause.