29.08. 2019

 

Mit dem RIB`s auf Entdeckungstour

 

 

 

Gestern gegen 21:30 Uhr erreichten wir das Hotel Gudvangen Fjordtell & Apartments in Gudvangen.

 

Auf den letzten Kilometer regnete es kräftig und bei unserer Ankunft war es bereits stockfinster.

 

 

 

Wir hatten natürlich vorab gebucht und zogen uns nach dem gestrigen langen und anstrengenden Tag schnell in unsere Unterkünfte zurück.

 

 

Gudvangen selbst ist ein altes Wikingerdorf und liegt im wunderschönen Gudvangen-Tal am Nærøyfjord , der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

 

 

Dem alten Gudvangen nachempfunden befindet sich direkt neben dem Hotel das „neue“ Wikingerdorf Njardarheimr.

 

Das Hotelgelände ist nur durch eine Brücke von Njardarheimr getrennt.  

 

 

 

 

Das Gudvangen Fjordtell liegt an der Spitze vom Fjord.

 

 

 

Es wurde von örtlichen Handwerkern entworfen und aufgebaut , die vom Wikinger-Erbe der Region inspiriert wurden.

 

 

 

 

Das Hotel wurde mit dem Ziel gebaut, dass man jederzeit die fantastische Aussicht auf den herrlichen Næøryfjord genießen können.

Ein Drittel des Hauptgebäudes besteht aus Glas. Dies ermöglicht es, die Aussicht sowohl bei sonnigem als auch bei schlechtem Wetter zu genießen.

Angelegt ist es wie ein großes Wikingerhaus mit einem zentral befindlichen großen Raum, und randständigen Funktionseinheiten wie Rezeption und natürlich ein kleine Boutique.

 

Die Apartments befinden sich in mehreren Bungalows, die dem Hauptgebäude seitlich und voran aufgebaut sind.  

Blick vom Frühstückstisch auf den Fjord
Blick vom Frühstückstisch auf den Fjord

 

 

Heute trafen wir uns gegen 08:30 Uhr zum Frühstück im großen „Versammlungshaus“ (Tinghaus) .

 

Es nieselte leicht und trotz grauer Wolken waren wir guten Mutes.

 

Das Frühstück war hervorragend und ließ keinen Wunsch offen.

 

 

 

Da das Wetter nicht für eine lange Wandertour geeignet schien, wollten wir eine Ausflug nach Flåm unternehmen.

 

Eine Fahrt auf dem Aurlandsfjord mit einem RIB-Boot hatten wir ebenfalls ins Auge gefasst.

 

 

Übers Handy fand ich schnell die Telefonnummer um eine RIB-Boot-Tour auf dem Aurlandsfjord vorab für 14:00 Uhr für uns zu reservieren. Wir hätte die Möglichkeit gehabt, ein Boot nur für uns allein zu buchen. Allerdings hätte es entsprechend Aufpreis gegeben.

Ein Boot hat 12 Sitzplätze und wir hätten dann für die sieben nicht besetzten Plätze mit zahlen müssen.

Das Bedürfnis hatten wir nicht. 

 

 

Wir starteten mit dem Auto gegen 12:00 Uhr und fuhren Richtung Flåm ca. 20 km entfernt .

 

Zwei Tunnel passierten wir hierbei, wobei der Gudvangen-Tunnel mit seinen 12 km, der längste war.

 

Das Auto stellten wir auf einem gebührenfreien Parkplatz unmittelbar am Rande von Flåm ab. Den Parkplatz kann man nicht verfehlen, wenn man in Richtung Flåm von der Bundesstraße abbiegt.  

 

Zunächst schlenderten wir durch Flåm.

 

Neben den touristischen Attraktionen wie die Flåm-Bahn, das Flåm-Bahn Museum und der Anleger für die Fjord-Safari-Touren nichts außergewöhnliches zu sehen gab.

 

Alles war auf den Tourismus ausgelegt mit jeder Menge Geschäften , Restaurants und Café `s. Und es gab eine unüberschaubare Anzahl von Menschen, die zwischen den Gebäuden sich tummelten.

 

Am äußersten Kai hatte gerade ein riesiges Kreuzfahrtschiff angelegt und seine Touristen „ausgekippt“.

 

 

 

Nachdem wir uns einen kurzen Überblick verschafft hatten, war es auch schon Zeit uns bei dem RIB-Boot- Büro einzufinden. 

 

Ich kannte ja die "Klamotten-Fass-Prozedur" bereits von den beiden Touren , die ich auf den Lofoten und auf Svalbard (Spitzbergen) gemacht hatte.

 

Wir alle wurden in dick wattierte Overalls gesteckt, bekamen Mütze , Handschuhe und Brille verpasst und schon fühlten wir uns wie die „Teletappies“ aus der bekannten Kinderfernseh-Serie.

 

 

 

Über den Steg gewatschelt und auf einen Sitz im Boot „geplumst“, ging es nach einer kurzen Einführung durch den Guide los auf den Aurlandsfjord.

 

 

Neben feinem Nieselregen war auch Klärchen ab und zu mit von der Partie.  

 

 

Mit einer enormen Geschwindigkeit ging es an den Felswänden vorbei.

 

Das Boot flog regelrecht über das Wasser.

 

 

Hin und wieder hielt der Guide an und erzählte uns etwas über die Geschichte des Fjords und seine Menschen, die über Jahrhunderte hier bereits angesiedelt sind.

 

Vor Jahren noch nahm die Bevölkerung, die hier in der Nähe des Fjords lebte, ab. Jetzt ist wieder ein Zuwandern zu verzeichnen. Insbesondere junge Menschen kommen zurück in die Dörfer bzw. beleben die alten Bauernhöfe an den Berghängen des Fjords aufs Neue, eben nach moderner Art mit Rücksicht auf das Alte und die Natur.

 

Nærøyfjord
Nærøyfjord

 

 

Hier auf dem Wasser kam ich mir winzig vor in Bezug auf die felsigen Höhen. Wasserfälle waren überall reichlich zu sehen. Hier und da waren Gebäude von alten Bauernhöfen in der Ferne an den Hängen zu erkennen.

 

 

 

 

 

Ein alter Hof, der nur über einen schmalen Weg zu erreichen ist, dient heute als Unterkunft für hart gesottene Wanderer…, völlig abgeschieden, nur auf Schusters Rappen zu erreichen.

 

Unser Boot fuhr auch bis in den Nærøyfjord hinein. Gudvangen konnten wir am Ende erkennen und mit den zu beiden Seiten hohen Felswänden und den dunkelgrauen Wolken am Himmel bekam das Ganze ein historisches etwas unheimlich anmutenden Flair. 

 

 

 

Bevor es wieder zurück nach Flåm ging, fuhren wir noch an einer felsigen Formation am Rande des Sognfjord heran.

 

 

Hier sahen wir Robben, die es sich auf dem Fels gemütlich gemacht hatten. Allerdings hielt der Bootsführer ausreichend Abstand, damit diese sich nicht gestört fühlten. Aber das alleinige Dasein des Bootes veranlasste sie dennoch schnell ins Wasser zu verschwinden.

 

Nach 1 ½ Stunden „fliegen über dem Fjord“ erreichten wir gut gelaunt den Hafen.

 

Teletappi-Anzüge wieder ausgezogen, unsere Sachen aus dem Schließfach geholt und schon standen wir wieder auf sicherem Boden.

 

Gegenüber der Anlegestelle befindet sich das Eisenbahn-Museum. Es ist im alten Bahnhofsgebäude untergebracht, 100 Meter vom heutigen Bahnhof entfernt.

 

Da wir keinen weiteren Plan für heute hatten, ging es auf einen Schwenk in das Museum.

 

 

Wie man lesen konnte, sollte die Flåmbahn 1908 von der Regierung gebaut werden. Allerdings wurde der Bau jedoch erst 1941 während des Zweiten Weltkriegs abgeschlossen. Die prächtige Eisenbahnstrecke wird als ein unglaubliches Meisterwerk der Ingenieurskunst beschrieben, mit einem Höhenunterschied von 863,6 Metern auf einer 20 km langen Bahnstrecke. 

 

Die Geschichte der Flåmbahn, die technologische Entwicklung, den Alltag in Flåm und über die norwegischen Eisenbahnen im Allgemeinen ist alles dokumentiert in Bildern und alten Dokumenten. Es finden sich Gebrauchsgegenständen aus alter Zeit und natürlich alte Waggons, Draisinen und vieles mehr.

 

 

Es ist ein niedliches kleines altes Museum. Ein Besuch lohnt sich allemal.

 

Der Eintritt ist frei. 

 

Sicht auf Undredal, unser Ausflugsziel für den morgigen Tag
Sicht auf Undredal, unser Ausflugsziel für den morgigen Tag

 

Nach einem Leckereis ging es zurück zum Auto und wir traten die Rücktour nach Gudvangen an.

 

 

 

Gegessen haben wir gemeinsam auf dem Zimmer. Matze und Sindy hatten noch reichlich Konserven im Gepäck, die auf keinen Fall wieder mit nach Deutschland sollten. Außerdem hatte ich eine kleine Einkaufstour in Flåm gemacht und Lachs, Butter und Brot gekauft.

Wein und Bier gab es als Flüssigkost dazu.

 

Gemütlich ließen wir den Tag ausklingen und schmiedeten den Plan für den nächsten Tag.