25.06. 2016

Es geht weiter nordwärts auf der „Kaiserroute“

 

Heute begeben wir uns weiter nordwärts nach Myrlandstranda. Hier liegt unsere neue Unterkunft in der Vågan Kommune.

 

Wir sind nach dem Frühstück so gegen 10:30 Uhr aufgebrochen in Richtung Svolvær. 

 

Svolvær ist Ausgangspunkt der sogenannten „Kaiserroute“, die Kaiser Wilhelm II. hier auf den Lofoten von Svolvær bis Digermulen (weiter nach Årsteinen und Storfjell) absolvierte.   

Da wir Svolvær bereits von einem unserer vorherigen Besuche mehr oder weniger kannten, fuhren wir ohne Zwischenhalt einfach weiter auf der E10, dem Kong-Olav-Weg, in Richtung Laukvik. 

Blick auf Svolvær bei trüben Wetter.
Blick auf Svolvær bei trüben Wetter.

 

Kurz hinter Svolvær, wo die E 10 leicht ansteigt, befindet sich eine Autobucht bevor man in den Tunnel fährt.

 

 

Hier haben wir angehalten um noch ein letztes Bild von der Hauptstadt der Lofoten zu machen. Dann ging es weiter.

 

Nach ungefähr 16 km fand sich rechts an der E 10 ein großer Parkplatz, der voll mit PKW`s, Wohnmobilen und Bussen war. Hier ist ein Aussichtspunkt mit einem tollen Blick auf den Austnesfjord. Der Aussichtspunkt ist ausgebaut und über fortlaufende Holztreppen kommt man auf die Höhe. 

 

 

Am Fjord gelegen findet sich Sildpollen mit seiner Kirche, die auf einer Landzunge in den Fjord ragt.

 

Leider hatte die Sonne sich hinter den Wolken versteckt und es blies ein kräftiger kalter Wind, so dass wir nach dem Pflichtfoto uns wieder in unser Auto zurück zogen und weiter fuhren.

 

Wir wollten die E 10 verlassen und auf der alten Küstenstrasse weiter nach Laukvik fahren. Eigentlich dachten wir nach dem Navi im Auto zu fahren, doch dies wies in die entgegengesetzte Richtung als das Hinweisschild an der Strasse, so dass wir eine kleine Variante inkauf nehmen mußten. Hin und zurück und doch wieder hin... und Laukvik mit seinem so gepriesenen Hafen war nach weitern 20 km erreicht. 

 

 

 

Was Kaiser Wilhelm hier wohl so anziehend fand, konnten wir nicht heraus finden.

 

 

 

Nun gut, es liegen ein paar Jährchen zwischen seinem und unseren Besuch. Da hat sich sicher einiges verändert.

Der Hafen war eben ein Hafen für kleinere Fischerboote und die Umgebung wirkte nicht besonders attraktiv.

 

Also ging es weiter zur nächsten Station. 

 

Von Laukvik ging die Strasse durch flache Landschaft entlang dem Grunnførfjord. Wir befanden uns jetzt auf Austvågøy und an der Küstenseite zeigten sich lange breite weiße Sandstrände. Wir hatten inzwischen 42 km zurück gelegt und das Wetter war trübe und kalt.

 

 

 

Eigentlich wollten wir auf den Matmora wandern. Laut dem norwegischen Touristenverband (www.ut.no) soll der Gipfel (782 m) eine phantastische Aussicht bieten. Die Tour beginnt in Delp und hat eine Länge von 7,8 km. Das Wetter hat uns jedoch abgehalten den Aufstieg zu wagen. 

 

Nur wenige Kilometer weiter befanden wir uns im Flugsandfeld von Morfjorden. Lange, teilweise ganz schön hohe Sanddünen, ließen Zweifel aufkommen ob wir wirklich noch in Norwegen auf den Lofoten uns befinden.

 

Die Dünenlandschaft erinnerte mehr an Nordseestrände, wie man sie eher in Norddeutschlands oder in Dänemarks Küstenregionen findet. Allerdings fanden sich ja die hohen Berge im Hintergrund, so dass die Zweifel schnell wieder verschwunden waren.  

 

Wir verweilten ein paar Minuten, ... keine Menschenseele war in Sicht, … nur wir unterwegs auf der Kaiserroute.

 

Wir hatten inzwischen 50 km mit dem Auto hinter uns. 

 

Doch es ging weiter nordwärts.

In Fiskebøl fuhren wir von der alten Küstenstrasse (Fy 888) wieder zurück auf die E 10.

 

 

Ein 3340 Meter langer Tunnel (Sløverfjordtunnelen) führte ins hinüber ins Raftsundgebiet.  

 

Hier öffnete sich eine völlig andere Natur. Die Nadelwälder waren verschwunden, steile schroffe Felswände säumten die Strasse. Besonders auffällig war, dass die Laubwälder das Gebiet dominierten. Es war beeindruckend wie die Natur plötzlich ihr Kleid wechselte.  

 

Am Straßenrand erschien nach etwas mehr als 80 km ein Hinweisschild, dass man nach links zum Myrlandstranda kommt.

 

Eigentlich war dieses Landschaftsgebiet unser nächstes Ziel wo auch unsere nächste Unterkunft liegen sollte. Allerdings war die Adresse der Unterkunft mit Myrland/Hadsel angegeben. Da das Navi Myrland nicht angenommen hatte, sondern nur Hadsel, dachten wir dass dieses sicher seine Richtigkeit hat. Also fuhren wir an den inzwischen 2 Hinweisschildern vorbei weiter in Richtung Raftsundfjord mit Holdøy und Vesterålen vor Augen.  

 

Vor uns zeigte sich eine beeindruckende riesige Brücke, nämlich die Raftsundbrücke.

 

Sie wurde 1998 als Verbindung zwischen Hinnøy und Austvåg øy freigegeben. Mit einer Spannbreite von 298 m war die Raftsundbrücke zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung die längste freitragende Betonbrücke der Welt.

 

Begeistert von der Brücke, den Ausblick auf den Raftsundfjord und die damit verbundene Umgebung fuhren wir einfach weiter.

 

Erst jetzt kam es uns in den Sinn, dass etwas mit der Reiseroute nicht stimmte. Das Hinweisschild Digermulen gab uns zu denken. Digermulen ist zwar auch ein Ziel für uns auf der Kaiserroute, aber Digermulen sollte hinter dem Ort liegen, wo unsere neue Unterkunft war.

 

Schnell unser Handy raus geholt, … die letzte E-Mail von Einy (Inhaber der neuen Unterkunft) angeklickt und wir sahen die Bescherung. Wir waren zu weit gefahren. Also Auto gewendet und zurück über die Raftsundbrücke. 

 

Jetzt folgten wir dem kleine Hinweisschild am Weg und ignorierten die Ansage vom Navi. 

 

 

Ja, und da war ein typisch norwegisch aussehendes kleines Haus direkt am Strand am Myrlandsfjord.

 

Es ist ein idyllischer Platz und wir waren anfänglich sprachlos, so beeindruckend war der Moment.

 

Einy kam uns entgegen und nahm uns herzlich in Empfang. Bei einer Tasse Kaffee saßen wir draußen vor dem Haus und sie erzählte uns in Kürze ihre Lebensgeschichte.

 

Sie übernahm das Haus vor 8 Jahren und ist seit dem mit ausbauen und renovieren beschäftigt. In den Sommermonaten ist die Ferienwohnung, die wir nun auch beziehen, ausgebucht und teilweise kommen Gäste auch im Winter um hier am Myrlandstranda das Nordlicht zu sehen.  

Die Ferienwohnung ist typisch norwegisch, einfach originell eingerichtet und vermittelt sofort einen gemütlichen Eindruck. Hier können wir uns wohlfühlen. 

 

Einy wird auch für uns am Abend kochen, ein Service, den sie mit anbietet, damit die Gäste nach ihren Tagestouren nicht am Abend noch 30 km fahren müssen um in ein Restaurant zu kommen.

 

Dieses Angebot der norwegischen Hausmannskost nehmen wir dankend an auch wenn es für uns zwei nicht als billig anzusehen ist, 600 NOK pro Mahlzeit zu bezahlen. Aber in einem Restaurant bekommen wir es nicht günstiger.

 

Morgen werden wir erneut uns auf die Kaiserroute begeben um den zweiten und letzten Teil der Route zu bewältigen. Wir überqueren die Raftsundbrücke erneut und fahren in Richtung Digermulen weiter.