24.08. 2019 Rossnos, Oddas höchster Berg 

 

 

Gestern Abend erst waren wir alle mit dem Flugzeug auf dem Bergen-Flughafen eingetroffen.

 

Ich kam aus Kristiansand und Ina, Sindy, Matze und Thomas über Amsterdam aus Deutschland.

 

Mit dem Leihwagen ging es gemeinsam nach Tyssedal um uns im Tyssedal-Hotel einzuquartieren.

 

 

Der Wetterbericht hatte für die kommenden Tage tolles Wanderwetter gemeldet und so beschlossen wir unsere erste gemeinsame Tour auf den Rossnos zu unternehmen.

 

 

Der Rossnos ist der höchsten Berg der Stadt Odda.

 

Er liegt in 1400 Meter Höhe.

 

In den verschiedenstenWanderportalen wird die Strecke als mittel bis schwer eingestuft.

 

Man begibt sich von Meereshöhe auf 1407 m.

 

Dieser Höhenunterschied hätte uns bereits zu denken geben sollen. Doch wir hatte uns alle auf die gemeinsame Wanderzeit gefreut und fuhren nach einem guten Frühstück im Hotel mit dem Auto nach Odda.

 

Das Auto stellten wir auf dem kostenfreien Parkplatz an der Kirche ab.  

 

Nach anfänglichem Herumirren wo denn nun der Weg hoch zum Berg startet, fanden wir den Freimvegen und folgten diesem bis zum Ende.

 

Der Freimvegen befindet sich fast am Ortsausgang von Odda in Richtung Tyssedal.

 

Am Ende dieser Straße startete dann der offiziell der Weg zum Rossnos

 

 

 

 

 

 

Na, ja und es war so wie immer, der Wanderweg war „norwegisch“ gehalten.

 

Geröll, große Wasserquerrinnen auf steilem Terrain, forderten uns bereits zu Beginn heraus. 

 

 

 

Nachdem der Geröllweg passiert war, ging es bergan auf schmalen Trampelpfaden durch den Wald.

 

 

Es ging so steil bergauf, dass wir immer mal wieder kleinere Pausen brauchten um etwas zu verschnaufen und Wasser zu uns zu nehmen.

 

 

 

 

 

Nach gefühlten hunderten von Kilometern über Stock und Stein durch den Wald,  kamen wir endlich auf ein lichtes Wiesengebiet, eine Art Alm. 

 

 

   

Es war so ein typisch klischeehaftes Bild.

 

Grüne Wiesen, rauschender Gebirgsbach und Almhütte bei phantastischer Aussicht auf die Berge des Folgefonna Nationalparkes mit dem Buarbreen-Gletscher.

 

Hier an diesem filmkulissenhaften Platz verweilten wir ein paar Minuten und genossen den Ausblick.

 

 

  

 

Von hier aus war es noch ein ganzes Stück bis zum Gipfel. Wir waren ca. 5 km gelaufen und der Gipfel war noch nicht in Sichtweite.

 

 

 

 

Bevor stand uns die Wanderung über das Hochplateau mit seinen Wiesen bevor es wieder steil bergan gehen sollte.

 

Der obere Teil des Gebirges lag in den Wolken und so mit entzog sich der Rossnos-Gipfel unserer Sicht. 

 

 

 

Auf dem Weg über das Hochplateau überholte uns eine Gruppe von jungen Frauen, die leichtfüßig wie die Gämsen über das Terrain liefen und für unser Verhältnisse sommerlich luftig leicht gekleidet waren.

 

 

Ein kleiner Hund war auch dabei und führte die Gruppe an.

 

Obwohl die „Damen“ sich lauthals unterhielten, schien ihnen trotz des hohen Tempos die Luft nicht auszugehen.

 

So schnell wie sie gekommen waren verschwanden sie auch wieder in Richtung Rossnos-Gipfel. 

 

 

 

 

Bei der Wanderung über das Plateau hatten wir ausreichend Möglichkeit in die Umgebung zu schauen.

 

 

 

 

 

 

Die Sonne schob mehr und mehr die dicke Wolkendecke auseinander und wir genossen einen phantastischen Rundblick von hier oben.

 

Hinter uns konnten wir den Odda-Fjord sehen mit seinen beidseitigen hoch aufragenden Bergen. Links fand sich der Folgefonna-Nationalpark und rechts vom Fjord die Hardangervidda.

 

Es war ein tolles Farbspiel durch den Wechsel von Sonne und Wolken.

 

 

 

Näher an den nächsten Gebirgszug heran gekommen, erwartete uns einer erneuten Herausforderung. 

 

Um weiter nach oben zu gelangen, mussten wir eine Klettereinlage wagen.

 

Es waren an der der steilen Felswand dicke Taue befestigt an denen man sich hoch hangeln konnte/musste um an Höhe zu gewinnen.

 

 

 

Für Jemanden, wie mich, der so was noch nicht gemacht hatte, wirklich eine Herausforderung. 

 

Das Hochkommen ging letztendlich besser als gedacht.

 

Auch die steile Wand konnte uns nicht aufhalten.

 

Es war für mich, eine echte Mutprobe.

 

Auch mit dem vorausschauenden Gedanken verbunden „wie komme ich hier auf dem Rückweg wieder runter?“ 

 

 

 

 

Nach diesem Klettereinsatz bewegten wir uns weiter über glattem Fels mit groben Geröll bei extrem steilem Hang vorwärts.

 

Inzwischen war es ganz schön kalt geworden und es blies ein kräftig eisiger Wind.

 

Mütze auf, Extrajacke an und weiter ging es bergauf. Ich hätte jetzt auch gut leichte Handschuhe vertragen können, aber die lagen im Hotel im Koffer.

 

 

Inzwischen kamen uns die Damen der Gruppe, die wir auf dem Plateau getroffen hatten wieder entgegen.

 

Sie waren auf dem Rückweg und hatten alle warme Sachen über gezogen.

 

Eine von ihnen hatte auch die von mir gewünschten Handschuhe an.

 

Sie meinten nur, wir haben es fast geschafft… es seien nur noch 10 Minuten Fußmarsch bis zum Gipfel. Diese 10 Minuten kamen mir wie eine Stunde vor. 

 

 

 

 

 

Endlich tauchten wir in den Gipfelnebel und hatten den höchsten Punkt damit erreicht.

 

 

 

Das Wanderziel Rossnos hatten wir bewältigt und alle waren froh, glücklich und ausgelaugt. 

 

 

 

 

Die Stimmung stieg weiter als Matze den Gipfeltrunk hervor holte.

 

 

Sindys selbst gemachter Kirschlikör ließ die Stimmung steigen und die Anstrengungen des Aufstiegs waren fast vergessen.

 

 

So wie überall auf den Gipfeln gab es hier auch einen Postkasten mit dem Gipfelbuch.

 

Es waren zwar nur lose Blätter anstelle eines Notizbuches, aber das hielt uns nicht davon ab unsere Namen hier einzutragen.

 

Wir mussten gewaltig aufpassen, dass uns die Blätter nicht davon fliegen bei dem Sturm hier oben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Gipfelfoto gab es natürlich auch.

 

 

 

Wir beschlossen allerdings den Rossnos-Gipfel schnell zu verlassen und uns einen Platz zu suchen, wo wir unser mitgebrachtes „Matpakke“ verzehren konnten.

 

 

Also ging es gut gelaunt wieder etwas runter in eine windgeschützte Ecke.

 

Das Brot mundete, das Wasser war wie der beste Wein und einen Schluck Extra-Gipfeltrunk brachte uns die „Lockerheit“ für den Abstieg. 

 

 

 

Da der Weg nicht ganz trocken war, holten wir für den Abstieg die Wanderstöcke aus dem Rucksack und auf ging es im Gänsemarsch zurück nach Odda.

 

An der steilen Felswand seilten wir uns rückwärts ab.

 

Es ging besser als gedacht. Man muss auf sich selbst vertrauen,  sich ins Seil zu hängen und Schritt für Schritt auf den Fels zu setzen.

 

 

Tja, da habe ich mal wieder etwas dazu gelernt. 

 

 

 

 

Der Rückweg war ebenfalls ganz schön anstrengend.

 

Jeder einzelne Schritt musste aktiv gesetzt werden. 

 

 

 

 

Da war nichts mit gemütlich runter schlendern. Um 18:30 Uhr erreichten wir wieder den Parkplatz in Odda. 

 

Nach Sindy ihrer Trekking-Uhr hatten wir rund 14 km zurück gelegt und sind 1407 Meter gestiegen. Für die gesamte Tour benötigten wir mit 3 Pausen, 7 Stunden.

 

 

Wenn ich diese Tour bewerten sollte, würde ich sie mehr in die Kategorie schwer als mittel einordnen. Man braucht schon gute Kondition und etwas Mut die Tour zu gehen. 

 

 

Zurück im Hotel gönnten wir uns eine warme Dusche, ein gutes Abendessen und einen gemütlichen Abend zusammen bei Bier und Wein.

 

 

 

Wir waren alle geschafft. In einer gemütlichen Sesselecke  besprachen wir die nächsten Wandertouren . Es sollte in den kommenden Tagen schönes Wetter geben.

 

Für den morgigen Tag suchten wir uns die Tour zum Buarbreen aus.  

 

Die Trolltunga-Wanderung, unser Hauptziel, planten wir für den Montag. Da sollte es strahlend blauen Himmel bei Sonnenschein pur geben. 

 

Mehr Bilder findet ihr in der Fotogalerie.