24.06. 2016 Å 

 

Blick auf  Å
Blick auf Å

Für den heutigen Tag hatten wir uns vorab nichts vorgenommen. Beim Frühstück kam uns die Idee mal weiter südlich zu fahren und die Inseln, die unterhalb von Vestvågøy liegen, zu erkunden. Die Tagestour sollte nach Å als südlichsten Ort gehen. Der Ort hat nur einen Buchstaben als Ortsnamen, nämlich Å , ausgesprochen wie „OA“. 

 

Gegen 10:30 Uhr ging es mit unserem Auto in den Süden. Es war bewölkt und ab und zu trafen vereinzelt Regentropfen die Windschutzscheibe unseres Autos. Doch nach dem Wetterbericht, sollte es gegen Mittag auflockern und die Sonne den restliche Tag erobern. Wir waren guter Dinge. 

 

Der Weg nach Å führt entlang der Küstenstraße, dem Kong-Olav-Weg, die E 10. Wir kamen an ewig langen weißen Stränden entlang, die immer wieder durch felsige Landschaften, welche teilweise bis ans Meer reichten, unterbrochen waren. Es war Ebbe und das Wasser hatten einen brillant grünen Schimmer. So ähnlich muss die Farbe des Meeres in der Karibik sein, jedenfalls sieht es in Filmberichten immer so aus. Wir selbst waren noch nicht da.

 

 

Wir fuhren über etliche Brücken, die die einzelnen Inseln Vestvågøy, Flakstadøy und Moskenesøy verbinden. Wir passierten Flakstad mit seiner Kirche aus russischem Holz und mit Zwiebelturm, welche 1780 erbaut wurde.

Wir fuhren entlang am dem breiten weißen Sandstrand von Ramberg. Wir sahen unendlich viele Trockengerüste mit Stockfisch, die entlang der Küste auf den Anhöhen aufgestellt waren. Kleinere Orte wie Hamnøy, Reine, Sørvågen und Moskenesvågen führten uns schleißlich nach Å . Sund, Napp und auch Nusfjord ließen wir an ihren Abzweigen am Weg liegen.

 

Als wir in Å ankamen, nieselte es immer noch. Unser erster Weg führte uns in eine Zimtbäckerei, wo wir ein wirklich frisch gebackenes noch warmes Hefestückchen mit Zimt-Zucker-Glasur und einem Kaffee genossen. Dann erkundeten wir den kleinen Fischerort.

 

 

Natürlich gibt es in dem kleinen Fischerdorf auch etliche Touristen, die nicht nur zum Schauen, nein, um zu angeln, nach Å kommen. Von Å startet die Fähre nach Røst durch den Møskestraumen. 

 

Es gibt im Ortskern die typischen Stabhäuser, wie wir sie bereits in anderen mit der Fischerei verbundenen Orte antrafen. Der Ort ist nicht besonders hübsch für den Tourismus hergerichtet. Es ist eine „Alltagsort“, wo eben die Fischerei das Leben bestimmt.

 

Der Ort war schnell besichtigt, die umliegenden Anhöhen erklommen und einige Fotos hatten wir auch in der „Kiste“. Das Wetter hatte sich zum Besseren gewandt und "Klärchen" zeigte ab und zu ihr Lächeln.

 

 

Å hat ein Stockfischmuseum, was wir uns zu Gemüte zogen. 

Errichtet wurde das Museum von Johan B. Larsen
Errichtet wurde das Museum von Johan B. Larsen

Es ist in einer ehemaligem Produktions- und Verarbeitungstätte von Dorsch, errichtet.

 

Die Ausstellung ist sehr praxisnah und der Eigner dieses kleinen Museums, hat uns einiges über die Stockfischproduktion erklärt. Ein kleiner Film zeigte vom Fang bis zum Verkauf alles, was mit dem Stockfisch zu tun hat. 

 

Es werden auf den Lofoten 54 Millionen kg Dorsch in der Saison gefangen. Abhängig wann der Dorsch zum Laichen in die Gewässer kommt, beginnt der Fang. Wenn der Fisch die Gewässer wieder verläßt, findet der Fang sein Ende. Meist kommt der Fisch Ende Februar und bleibt für etwa 4 Wochen. Von den 54 Millionen Kilogramm Dorsch, werden ca die Hälfte für Stockfisch verwandt. Es sind in jeder Saison ca 13 Millionen Kilogramm Dorsch, die zum Trocknen, nachdem sie ausgenommen wurden , aufgehängt werden. Am Ende hat man 2/3 des ursprünglichen Fanggewichts, was als Stockfisch verkauft wird. 85% der gesamten Stockfischproduktion kaufen die Italiener. Der Rest geht in die ganze Welt.

 

getrocknete Dorschköpfe
getrocknete Dorschköpfe

Übrigens werden die Köpfe extra getrocknet.

Diese werden teilweise für Tierfutter (unsere Hunde Neele und Thyra lieben den Trockenfisch als Extrasnack nach einem Spaziergang) oder als proteinreiche Nahrung in Afrika verwendet.

 

Im Eintrittspreis von 50 NOK pro Person für das „ Torsk Museum“ waren Kaffee und Keks enthalten.

 

Mehr Info um den Stockfisch findet ihr hier.

 

Wir hatten wie auch in den letzten Tagen, unser Matpakke dabei. Auf einer Anhöhe am Rand des Ortes in der warmen Sonne aßen wir unser mitgebrachtes Brot, tranken alkoholfreies Bier und genossen die Ruhe und den Ausblick aufs Meer. Obwohl, ganz so ruhig war es nicht.

 

Eine Möwe hatte hatten schnell wind davon bekommen, dass es etwas zu essen gibt, … und sie hat es lautstark auch einigen anderen Möwen erzählt.

Jedenfalls waren wir umringt von hungrigen, penetranten Möwen, die hofften etwas abgreifen zu können.

 

Es erinnerte uns etwas an zu Hause. Da sitzen Neele und Thyra neben dem Küchentisch und warten ebenfalls auf ein Leckerli. Und unsere beiden Mini Aussies sehen uns dann so traurig an, dass wir eigentlich nie widerstehen können.

 

Und so war es auch bei den Möwen. Doch das hätten wir besser sein lassen sollen. Es wurden immer mehr und sie kamen immer näher ohne jeglichen Respekt vor uns.

Gott sei Dank war das Brot schnell aufgegessen und wir begaben uns zurück zum Auto.

Strand in Ramberg
Strand in Ramberg

 

Gegen 16:00 Uhr ging es wieder in Richtung Leknes. In Ramberg machten wir einen Zwischenhalt am weißen Sandstrand und kühlten die heiß gelaufenen Füße (Ralf jedenfalls) in dem ca. 8 Grad warmen Meerwasser ab. 

 

Karte Küstenweg Haukland-Uttakleiv
Karte Küstenweg Haukland-Uttakleiv

Da wir außer in Å selbst nicht viel gelaufen waren, kam uns die Idee doch noch mal nach Haukland zu düsen um dort den Küstenweg nach Uttakleiv zu laufen.

 

Der Rückweg sollte über den Pass am anderen Ende gehen.

 

Wie geplant und gesagt, so auch getan. 

Es war nach dem Aufstieg von gestern ein wirklich erholsamer „Spaziergang“. Der Küstenweg hat kaum Steigungen in seiner 4 km Länge.

Küstenweg Haukland-Uttakleiv
Küstenweg Haukland-Uttakleiv

 

Der Weg über den Pass hat nicht mehr als 350 Höhenmeter bei 3 km Marschweg. So waren es für uns gemütliche 2 Stunden Aktivität.

 

Passweg Uttakleiv-Haukland
Passweg Uttakleiv-Haukland

 

Zwischendurch aßen wir am Strand von Uttakleiv noch unser restliches Brot und sahen zufrieden auf das Meer, was durch die Sonnenstrahlen, welche sich ab und zu durch die inzwischen wieder dichter gewordene Wolkendecke schoben, wie Kristall glitzerte. 

 

Wir hatten wieder einmal ein schöner Tag hier auf den Lofoten erlebt ... und wir hatten abermals Glück mit dem Wetter.