22.06. 2016 Henningsvær und Svolvær

 

 

Nach einem guten Frühstück ging es heute nach 

Henningsvær. Henningsvær liegt auf Gimsøy.

 

Das sogenannte „Venedig der Lofoten“ besteht aus mehreren über Brücken mit dem Festland verbundenen Inseln. 

 

 

Henningsvær blickt auf eine bedeutende Rolle in der Fischereigeschichte zurück und ist heute ein interessantes Reiseziel mit kleinen Handwerksstätten, Galerien und alles in allem gemütlichen Atmosphäre.

 

 

Wir fuhren mit dem Auto gegen 10.00 Uhr los und das Wetter war zunächst nicht unbedingt vielversprechend. Dunkle Wolken säumten den Himmel und es war so richtig ungemütlich.

Doch nach einer ¾ Stunde zeigte sich "Klärchen" immer mal wieder und nach gut 70 Minuten Fahrt erreichten wir und "Klärchen" Henningsvær

 

 

 

 

Henningsvær ist wirklich ein kleiner sehr gemütlich wirkende Ort.

 

 

 

Die Häuser am Kai stehen alle auf Pfählen, so dass die kleinen Fischereischiffe direkt zum Ausliefern des frisch gefangenen Fischs anlegen können.

Der Ort ist durch den Tourismus geprägt. Einige Cafes, Restaurants und reichlich Galerien laden zum Verweilen ein. Viele bunte Häuser zieren den Ort. Es ist ein buntes durcheinander von Farben.

 

Der Fischfang ist zurück gegangen, aber für einige Familien nach wie vor das einzigste Einkommen. 

 

Wir haben uns mit einem Fischer unterhalten, da wir neugierig waren, wann denn der Dorsch für die Stockfischverarbeitung gefangen wird.

 

Wie wir erfahren konnten beginnt die Fangzeit meist vor Ostern und zieht sich je nach Wetter über ca 4 Wochen. Überall an der Ortsgrenze auf Anhöhen zum Meer finden sich die Aufhängevorrichtungen zum Trocknen des Dorsches. 

 

Aufgrund seiner hohen Qualität ist der Lofoten-Stockfisch in Norwegen und im restlichen Europa geschützt und befindet sich in der selben Klasse wie Champagner und Parmaschinken.

 

Stockfisch ist ein über 1000 Jahre entwickelter Markenartikel, der der Welt bereits von den Wikingern vorgestellt wurde. Die nahmen den Stockfisch auf ihre Reisen mit und boten ihn zum Tauschhandel an. Noch heute wird der Dorsch ohne Zusatzstoffe auf natürliche Weise getrocknet - eine der ältesten Konservierungsmethode. Fischkopf und Rumpf werden separat getrocknet. Vor dem Aufhängen zum Trocknen werden die Eingeweide, sowie Leber und Rogen entnommen. Die Leber findet in Tranprodukten Verwendung. Doch wir kennen sie auch in der sogenannten Dorschleberpastete, die man in fast jedem Supermarkt in Deutschland findet. Der Rogen wird zu Kaviar. 

 

Die Kaviarfabrik sahen wir in Henningsvær auch. Allerdings wirkte sie wie ausrangiert. Die Dorschzeit ist vorüber und die Fabrik ruht bis zur kommenden Saison.

 

Die Zunge und die Kiefer des Dorschs sind essbar. Ein Gericht aus Dorschzungen fanden wir auf der Speisekarte des Restaurants, wo wir an unserem ersten Tag zu Abend gegessen hatten.

 

Nach 2-3 kalten Monaten des Hängens an den Trockengerüsten, teilweise Bootsschuppen und Häuserwänden (haben wir heute auch gesehen) wird der Stockfisch ins Haus gebracht, wo er nach Größe und Aussehen sortiert wird. Er wird als Snack oder als traditionelles Essen gereicht.

 

Der "Lutefisk", den man in der Adventszeit zubereitet, besteht aus Stockfisch. Wir haben "Lutefisk" ein einziges Mal im Restaurant gegessen. Dieses eine Mal ist genug für unser ganzes Leben. 

Übrigens haben wir Stockfisch auch als Snack probiert, ... nein, ist absolut nicht unser Ding, ... müssen wir nicht haben. 

 

Stockfisch an einer Hauswand in Henningsvær
Stockfisch an einer Hauswand in Henningsvær

Der Stockfisch von den Lofoten ist der ganzen Welt beliebt. Großabnehmer sind die Italiener.

 

Doch die Dorschzeit ist im Juni längst vorüber. Zur Zeit fahren die Fischer raus um Makrelen in ihre Netze zu locken.

Nachdem wir alle Ecken des kleinen Ortes durchforstet hatten, wollten wir uns gemütlich in ein Cafe oder kleines Restaurant begeben um zu Mittag zu essen.

 

Doch die Preise haben uns abgehalten uns zu setzen.

 

Tja, so packten wir unser Matpacke aus und aßen unser mitgebrachtes Polarbrot mit Salami, Jalapenoskäse und tranken dazu klaren „Gänsewein“. Anschließend gab es noch ein "Leckereis" aus dem Supermarkt. 

 

Es war inzwischen 13:30 Uhr, das Wetter war schön und so wollten wir noch eine kleine Wandertour auf dem Rückweg absolvieren. Doch es kam anders.

 

Ein Schild am Wegrand wies auf Svolvær und wir änderten die Route und fuhren in Richtung Svolvær, Hauptstadt der Lofoten.

 

 

Hier befinden sich die meisten Hotels auf den Lofoten und der Ort ist ein Tourismuszentrum . 

 

Svolvær Hafen
Svolvær Hafen

Na, ja alles in allem hat uns Svolvæer nicht so richtig gefallen. Das Hafengebiet mit seinen Restaurants, Galerien und Geschäften ist ganz nett anzusehen. Es steht ein Hotel neben dem anderen und die Cafes sind voll mit Besuchern. Von hier aus starten die Bootsfahrten zum Trollfjord und man kann auf Angeltour fahren. Doch wenn wir ehrlich sind, ist Svolvær nicht nach unserem Geschmack. Dem entsprechend ging es nach 2 Stunden wieder zurück zum Auto. 

 

Allerdings haben wir noch schnell für morgen eine 2 stündige Tour mit dem Speedboot zum Trollfjord gebucht. Morgen um 11:30 Uhr geht es aufs Meer um Seeadler zu beobachten.

 

Das Wetter hatte sich verschlechter und unsere geplante Abendtour, hatten wir inzwischen aufgegeben.

 

 

 

 

Auf dem Rückweg kamen wir abermals an Kabelvåg vorbei.

 

 

 

Hier in Kabelvåg ließ König Øystein vermutlich im Jahr 1103 die erste Kirche und um ca. 1120 herum die ersten Fischerhütten auf den Lofoten erbauen. Von der Strasse sieht man die aus Holz erbaute Kathedrale aus dem Jahr 1898. 

 

Ca. 15 km vor Leknes hielten wir an einem Aussichtspunkt. Der angrenzende Berg lockte uns zum Aufstieg und da es noch nicht regnete, erstiegen wir diesen anstelle unser geplanten Abendtour.

Wir hatten den Tag viel im Auto gesessen und brauchten etwas Bewegung.

 

 

Also ging es hoch zum Tjelbergtinden 367 m.ü.M am Ytterpollen gelegen. Es war eine Tour von zwei Stunden. Doch wir hatten uns ganz schön getäuscht. Immer wenn wir glaubten die Spitze des Berges erklommen zu haben, zeigte sich etliche Meter weiter ein neuer Gipfel, den man über jeweils ein kleines dazwischen liegendes Tal erreichen konnte. Es waren 5 Gipfel und endlich am höchsten Gipfel angekommen, standen wir oberhalb des Meeres. Weiter ging es nicht, denn die Seitenhänge zum Meer waren zu steil um da ab zusteigen. Also ging es wieder die gleiche Strecke zurück. Auch wenn das trübe Wetter die Aussicht aus fast 370 m Höhe etwas trübte, hat die Wanderung uns gut getan.

 

Blick vom Tjelbergtinden in der Nähe von Leknes
Blick vom Tjelbergtinden in der Nähe von Leknes

 

Um 19.00 Uhr standen wir wieder am Auto und hatten riesigen Hunger.

Schnell zurück nach Leknes fanden wir eine, nicht unbedingt von außen einladende, Pizzeria. Sie war geöffnet und auch wenige Gäste befanden sich an den Tischen. Wir hatten keine Lust weiter zu suchen, also gingen wir hinein. Das Essen war nicht hervorragend, aber gut und machte satt.

 

 

Nach 1 Stunde waren wir wieder draußen und 20 Minuten später in unserer Unterkunft. Die Beine waren lahm, der Rücken tat weh und wir waren uns einig, dass es genug für heute war.