21.06. 2013

 

Isfjordradio

 

2. Tag 

 

Wir haben sehr gut geschlafen und am Ende sogar verschlafen.

 

 

 

Eigentlich sollte es um 08.00 Uhr Frühstück geben, ... es wurde etwas später.

 

Das Frühstück nennt man in Norwegen "Frokost". Wir waren begeistert, wieder einen so schön gedeckten Tisch vorzufinden. Nachdem wir ausgiebig gespeist hatten, traten wir unseren zweiten Spaziergang am Strand an. Mit von der Partie waren Hans-Christian und ebenfalls wieder Sarah vom Vortag.

Der Strand ist etwa 2 Km breit und dehnt sich in beide Richtungen von der Station ausgehend sicher mehr als 10 Km aus. Auf der südlichen Seite ist er Vogelschutzgebiet. Prähistorisch gab es hier keinen Strand, sondern nur das Meer. Man könnte also auch versuchen Fossilien zu finden, waren heute jedoch  auf andere Dinge aus. Am Vortag hatte es nicht geklappt, aber heute wollten wir endlich ein paar rundliche Strandbewohner entdecken, wenigsten ein paar Robben, die neugierig aus dem Wasser schauen.

 

Wir waren schon weit über eine Stunde unterwegs, hatten alles mögliche entdeckt, Rentiere, einen Polarfuchs, viele Federtiere, Knochen großer Meeressäuger, darunter eine 6m lange Wahlrippe und auch einen Walschädel, aber keine lebenden Riesen und nicht eine einzige Robbe.

 

Unser Ziel war eine alte Jagdhütte am Strand. Bis dahin wollten wir gehen, dort warmen Tee trinken und dann wieder umkehren. Um 14.00 Uhr war Lunch geplant und danach bereits die Rückfahrt mit dem Schnellboot. Jetzt war es schon nach zwölf und die Hütte lag dicht vor uns. Es sah nicht gut aus mit unserer Safari.

Plötzlich sah Sarah etwas am Horizont, was sich bewegte. Ein paar Robben? Liane schaute durch das Fernglas und ich durch mein Teleobjektiv. Da waren Meeressäuger, sicher Robben.

Wir eilten schnellen Schrittes zur Hütte, legten die Rucksäcke ab und banden die Hunde fest. Sie konnten nicht mit, würden durch das Gebell nur die Roben verjagen. Vorsichtig gingen wir zum Strand. Ein Eisbär war zum Glück nicht auf der Spur der Robben. Wir kamen über die Stranddüne und konnten unseren Augen kaum trauen. Da lagen schlafend mindestens 20 männliche Wahlrosse. Der Anblick war gigantisch. Die Tiere bemerkten uns natürlich und bewegten sich etwas mehr, blieben aber an Ort und Stelle. Bis auf etwa 30m durften wir uns ihnen nähern, mehr erlaubte die Guides nicht.

 

Wahlrosse wiegen bis zu 2 Tonnen und können sehr aggressiv sein. Ein Eisbär hat kaum eine Chance gegen sie anzukommen und wir Menschen sind nur schnell genug, wenn wir einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten. Zum Glück hatten wir einen Fotoapparat mit prima Teleobjektiv. Die Rosse taten uns den Gefallen sich zu bewegen. Einige von ihnen begaben sich sogar in eine Drohposition. Die galt allerdings nicht uns, sondern nur einem ihrer Nachbarn, als ein Zeichen etwas mehr Platz zu machen. Solange sie es noch freundlich meinen, schlagen sie nur ein wenig mit den Vorderflossen, kommt dann keine Reaktion von der Gegenseite gibt es einen kleinen Hieb mit den beeindruckenden Stoßzähnen. Insgesamt ging es aber sehr friedlich zu. Wir wären am liebsten ein paar Stunden dort geblieben, aber schon jetzt stand fest, wir überziehen unseren Zeitablauf. Wir mussten uns leider zurückziehen.

 

In der verlassenen Jagdhütte gab es noch schnell einen warmen Tee, Kekse und Schokolade und danach ging es im Eilmarsch zurück zur Basisstation. Wir haben an diesem Tag insgesamt 20 km zurückgelegt. Unsere Guides hatten die Strecke mit GPS gemessen.

 

Im Hauptgebäude angekommen gab es ein wenig Ärger für die Beiden und das, obwohl von Unterwegs unsere Verspätung über Satellitentelefon angekündigt wurde. Wir bekamen unser Lunch und eine halbe Stunde später rasten wir mit dem Schnellboot zurück nach Longyearbyen, dieses Mal ohne Stopp. 

 

Auf dem Rückweg nahmen wir den Koch und Sarah mit. Die beiden sollten zu einer Hütte von "Basecamp", etwas weiter nördlich im Isfjord. Am Hafen in Longyearbyen haben wir uns nett verabschiedet und uns beim Koch nochmals für die gute Bewirtung bedankt.

 

Zurück im Basecamp-Hotel ging es unter die Dusche und nach einer Ruhepause in das Restaurant "Kroa".

Den ereignisreichen Tag haben wir mit einem Abendspaziergang durch die Stadt beschlossen. Es gibt dort immer wieder neue Fotomotive zu entdecken.

 

Für den letzten Tag auf Spitzbergen haben wir eine kleine Wanderung in Kombination mit dem Besuch einer Kunstgalerie in Nybyen und des Svalbard-Museums an der Universität geplant.