18.06. 2013

 

Summer Dog Sledding

 

 

 

 

 

Unser erster Tag auf Svalbard startete mit einem einem guten Frühstück in der Lounge des Hotels.

 

Erstaunlich wie abwechslungsreich das Büfett gedeckt war.

Geplant für heute hatten wir eine „Hundeschlittentour“. Da wir ja Sommer haben eben mit einem "Schlitten auf Rädern".

 

Pünktlich um 10.00 Uhr ging es los vom Hotel. Draußen stand ein Taxi, welches uns zur Hundestation bringen sollte.

 

Unser Guide war ein junges Mädchen, namens Leah, eine sympathische junge Frau, die gerade ihr Abitur hinter sich hatte und sich nun umsah, welcher Beruf wohl am besten in der Zukunft für sie passen könnte. Außerdem liebte sie die Natur und Tiere und meinte dass Fremdenführer auf Svalbard fürs Erste ganz gut passen könnte. Na, ja, wie das eben so zur Zeit ist mit den jungen Leuten. Erst mal schnuppern, ein wenig tingeln und keine Verantwortung tragen müssen. Beeindruckend war für uns das Gewehr, was sie mit sich trug. Es ist eben hier so, dass niemand sich ohne Schutz außerhalb der eisbärenfreien Zone bewegen sollte. Und was ist da besser als ein Gewehr.

Mit im Taxi befanden sich noch ein Pärchen aus Österreich und Schweden.

 

Nach ca. einer halben Stunde Autofahrt über Schotterstraßen ins unbewohnte Land kamen wir endlich an der Hundestation an.

 

Na, ja der erste Eindruck war nicht der Beste. Auf einem abgesperrten Gelände befanden sich ca. 80 Hunde, die jeweils an ihrem Halsband mit einer Kette von etwas 2m Länge an einem Pflock vor einer Hütte, die sich in ½ m über dem Erdboden befand, festgemacht waren. Jeder Hund hatte eine eigenen kleine Hütte von ca. 0,5 x 100 x 80 cm. Es war herzerweichend, die vielen Tiere da so stehen zu sehen und im ersten Moment wollte Liane wieder umdrehen. So was hatten wir nicht erwartet. Die Hunde machten ein riesiges Theater und waren sichtlich erfreut, dass endlich Jemand kommt und sie vielleicht vor den „Sulky“spannt.

 

Zunächst bekamen wir einen Overall verpasst, da das Hundeanspannen von jedem selbst übernommen werden sollte. Kurz angeleitet wie das Geschirr zu handhaben ist und los ging es mit dem Hunde von der Kette nehmen, Geschirr anlegen und an dem Gefährt anspannen. Vor jedem Wagen kamen 6 Hunde. Leah hatte eine Liste, welche Hunde heute laufen sollten und so ging es nicht nach Mitgefühl und Aufmerksamkeit, sondern festgelegter Reihenfolge. Die kleinen Wagen hatten 4 luftbereifte Räder, einen Sitz für 1 Person und einen Stand hinter dem Sitz für die Person, die das Gespann führen sollte. Die kleinen Wagen machten einen stabilen Eindruck und waren mit 2 Handbremsen und einer Fußbremse ausgestattet.

 

Die Hunde waren alle sehr aufgeregt und freuten sich endlich wieder raus zu kommen. Unsere ganze Aktion war mit einem lautet Theater aller Hunde begleitet.

Endlich waren alle Hunde eingespannt und los ging es mit voller Fahrt. Liane hatte sich zur Sicherheit gleich mal auf den Sitz gepflanzt und Ralf stand als Genspannführer hinter ihr. Wir flogen regelrecht über den Boden. Erstaunlich wie schnell man sich mit so einem Gefährt vorwärts bewegen kann. Und die Hunde liefen und liefen. Berg runter musste man sogar die Handbremsen drücke, um die Fahrt etwas im Tempo zurück zu nehmen. Nach wenigen km gab es die erste Trinkpause für die Hunde.

Schlapper..., schlapper..., schlapper..., war die Schälchen mit Wasser geleert und schon wollten die Vierbeiner weiter. Nach der Hälfte der Strecke, wurde gewechselt. 

 

Nun stand Liane auf dem Wagen und hatte die 6 Hunde vor sich. Irre, welches Durchhaltevermögen diese Hunde hatte. Es sind keine reinrassigen Huskys, sondern Mischlingshunde, die nach Lauffreudigkeit und freundlichem Charakter ausgesucht und gekreuzt werden. Außerdem sind Mischlingshunde weniger krankheitsanfällig und nicht so eigensinnig wie Rassehunde. Es sind „bequeme“ Hunde, die für diese Art von „Sport“ ausgezeichnet geeignet sind. Nach 3 Stunden waren wir wieder in der Hundemetropole angekommen.

 

Ausgespannt, Streicheleinheiten verteilt und geschaut, dass alle den Trinknapf mit frischem Wasser voll haben, und der Ausflug war zu Ende.

 

Zur Zeit war in einem größeren Auslauf eine Hündin mit ihren 6 Woche alten Welpen untergebracht. Na, das war natürlich was für Liane. Hier wurde gekuschelt und ein wenig abgewogen, ob nicht vielleicht doch die kleine schwarze Hündin mit den weißen Pfoten in den Koffer oder Rucksack passt um mit nach Espetveit zurück zu reisen. Na, ja der Gedanke wurde schweren Herzens fallen gelassen und die Vernunft siegte. Wir haben unsere drei Aussie-Mädels zu Hause und damit ist es gut!!!

 

Nach der Tour saßen wir alle noch eine Weile zusammen bei Tee, Kaffee, heißem schwarzen Johannesbeersaft und Keksen. Tja, und dann war das Taxi wieder da und wir fuhren zurück zum Hotel.

 

Es war ein tolles Erlebnis aber mit einem bitteren Beigeschmack. Wir dachten eigentlich dass diese Form von Hundehaltung generell verboten ist und „der Hund an der Kette“ der Vergangenheit angehört. Tja, scheint nicht überall so zu sein.

Auf Svalbard gibt es noch 2 weitere „Hundeaufbewahrungsorte“ wo auch private Personen, falls diese mehrerer Hunde haben, diese unterbringen. Für Liane unvorstellbar, dass vielleicht Neele, Anouk und Thyra den ganzen Tag an der Kette liegen und warten, dass endlich Jemand kommt und sie davon befreit, um für 2 Stunden laufen zu dürfen, so schnell wie der Wind....furchtbar....!

 

Wieder im Hotel angekommen, ging es unter die Dusche. Für den Abend hatten wir einen Tisch in einem abgelegenen, jedoch innerhalb der eisbärenfreien Zone gelegenen, Restaurant bestellt. Angeblich sollte es da exklusives Essen geben und Platz bekommt man nur auf Vorbestellung.

Und, das Essen war genau das was man uns erzählt hatte. Einfach toll und so richtig zum genießen.

 

Hier kommt das Menü:
1. Apfelcidre warm mit Thymian
2. Kaviar mit Creme von grünem Spargel, Trüffelsplitter und einem Blatt aus gebratener Dorschhaut.

3.Feiner Salat im Rauchglas mit Selleriestreifen, Möhrenraspeln, Eigelbcreme und Kalbstatar.
4. gefrorene arktische Flechten mit Milch-Thymian-Eisflocken als Schnee.
5. Steinbuttfilet mit Musė von grünem Spargel, grünem Spargel als Stangen und Schalotten in Butter gedünstet, einer Muschel und einem anderen Schalentieren auf feinen Möhren streifen; als Sättigungsbeilage warme Minibrötchen mit gesalzener Butter
7. Erdbeersorbet, Vanilleeis mit Pistazienrem und frischen Erdbeeren und einer Art Blätterteig aus Eiweiß.


Zu allen Gängen erhielten wir einen ausgesuchten Wein und zum Eis einen Muskateller.
Als Digestif gönnte Ralf sich zusätzlich einen Espresso und einen Calvados.

 

Zufrieden und satt zogen wir Richtung Hotel mit einem kleinen Ausflug auf die andere Seite des Flüßchens, was Industrie- und Wohngebiet im Zentrum trennt.

 

Es war ein schöner Tag jedoch mit gemischten Gefühlen. Aber so ist das eben, nicht alles auf der Welt ist nach unseren Vorstellungen gerichtet.

Wir haben unserer eigene kleine Welt auf Espetveit, wo es Mensch und Tier gleichermaßen gut haben. ...und darauf können wir stolz sein.