17.05. 2020

 

Die Weidesaison hat begonnen

 

Vor zwei Tagen bin ich am Nachmittag nach Hause gekommen und fand Besuch auf meiner Hausweide vor.

 

 

Wie auch im letzten Jahr hatte ich mein Weideareal einem anderen Schafbauern zur Verfügung gestellt.

 

Die ersten Schafmütter mit ihren Lämmern aus Åseral sind nun eingetroffen. Es sind 4 Mutterschafe und sieben Lämmer. Die eine Schafmamma hat sogar Drillinge um die sie sich kümmern muss.

 

Leider ist das Wetter nicht so toll. Die „Eisheiligen“ haben in diesem Jahr einen langen Atem und so ist es seit gut einer Woche eisig kalt und das nicht nur in der Nacht. Außerdem bläst ein starker Nordwind, der alles sehr ungemütlich macht. Selbst in der Sonne sind die Temperaturen am Tage nur einstellig.

Gestern gab es den ganzen Tag über Schnee- und Graupelschauer.

 

Den Schafen auf der Weide scheint das kalte Wetter nicht so viel auszumachen. Da es nicht so viele Schafe sind, gibt es sicher auch vorerst genug zu fressen für die Vierbeiner, selbst, wenn das Gras sehr spärlich auf dem Vormarsch ist.

 

 

 

Zusätzlich zu den Schafen aus Åseral erwarte ich ein paar Schafe mit ihren Lämmern von einer Familie aus Evje. Die Herde ist allerdings noch nicht fertig mit dem Lammen. Damit dauert es noch ein paar Tage bis es lebhafter auf auf den Grünflächen wird. 

 

 

Die Arktis ist die Zone der Welt, wo der Himmel die Erde berührt.

Nicht jeder erträgt das große Licht, nicht jeder die Finsternis,

nicht jeder die große Einsamkeit.

 

 

Christiane Ritter

 

01.05.2020 Winterverbrennung

 

1.Mai nachmittags an der Mossebyu-Hütte
1.Mai nachmittags an der Mossebyu-Hütte

 

In der vorletzten Woche vom April hatte ich Frühlingswetter.

 

Die Temperaturen stiegen bis auf 20 Grad und die Natur zeigte ihr erstes Grün. 

 

Am Sonntag 26.04.20 hatte ich Freunde zum Essen eingeladen und am frühen Abend saßen wir auf meiner Terrasse und genossen die letzten Sonnenstrahlen bei einem deutschen Wein.

Und da sahen wir hoch am Himmel über meinen Weiden kreisend die erste Schwalbe, die den weiten Weg aus dem Süden zurück nach Espetveit gefunden hatte.

Gut, das Wetter war entsprechend schön und so hatten sie eine gute Chance auch Insekten hier oben im Norden zu finden.

 

Doch ich hatte mich zu früh gefreut.

 

Nur einen Tag später ging es mit den Temperaturen wieder rapide zurück.

4-5 Plusgrade am Tage bei Dauerregen und leichter Nachtfrost dämpfte meine Freude auf den in den letzten Tagen eingezogenen Frühling.

 

Meine Palmen, die ich bereits nach draußen geholt hatte, bekamen am Abend wieder ihre „Mütze“ über gezogen um vor den Nachtfrösten geschützt zu sein.

 

Ich hatte noch geäußert, dass in diesem Jahr wohl der Winter endgültig aufgegeben hatte und mit einer späten Winterrückkehr wie all in den Jahren zuvor, wohl nicht mehr zu rechnen ist. Doch ich hatte mich getäuscht.

 

Am Donnerstag den 30.04.20 geriet ich am Nachmittag auf meiner Heimfahrt von der Arbeit aus Kristiansand in einen kräftigen Schneesturm. Die Straßen waren mit einer 10 cm dicken Schneeschicht bedeckt und ich konnte fast nur Schritttempo fahren da die Sicht so schlecht war.

 

Zu Hause angekommen war mein Hof wieder von einem weißen Tuch überzogen und meine Palmen ließen ihre Wedel aufgrund der Schneelast, die auf ihnen lastete, hängen.

So ein Mist.

 

Raus aus dem Auto, Umgezogen und schnell die Pflanzen von ihrer Schneelast befreit. Die „Mützen wurden wieder darüber gestülpt und fest verschnürt. Es war ein richtiger Schneesturm auch hier auf Espetveit und ich hatte Bedenken, dass meine Palmen samt ihrer „Winterausstattung“ davon fliegen.

 

 

Es war also wie in jedem Jahr um diese Zeit. Der Winter bäumte sich nochmals auf.

Über Nacht beruhigte sich die Wetterlage Gott sei Dank wieder.

 

Gestern Morgen hatte ich 3 Grad plus und der Schnee sank in sich zusammen. 

 

Und da dachte ich mir, dass ich einfach mal versuche, den Winter zu verbrennen.

 

Ich hatte bereits Zweige und Äste in den Wochen zuvor zusammen getragen und auch reichlich Papier-Futtersäcke und sonstiges Unrat gesammelt.

 

Es war eigentlich nur eine Frage ob ich das Feuer an bekomme. Aber inzwischen kriege ich auch das alleine hin. Ich will nicht behaupten, dass ich ein „Feuerspezialist“ bin, aber ich habe so meinen Tricks, was Feuer machen betrifft.

 

Und so war es auch gestern. Meine anfänglichen Bedenken lösten sich in einem tollen Lagerfeuer auf. Sicher war es auch, denn in den Tagen zuvor hatte ich ja reichlich Regen, so dass die Natur drumherum gesichert war.

 

 

Die sogenannte Winterverbrennung, auch Stabausfest, ist eine Tradition, die vor allem in Südwestdeutschland weit verbreitet war und in jüngerer Vergangenheit wieder zunehmend gepflegt wird.

Die Bezeichnung „Stabaus“ leitet sich eventuell vom Brauch des Putzens nach dem Winter ab, bei dem der „Stab“ (rheinhessisch/pfälzisch für Staub) aus dem Haus gekehrt wird.

 

Als ich noch in Deutschland wohnte gab es in unserem Ort in jedem Jahr zum Frühlingsanfang einen Stabausfest , welchem vom örtlichen Kindergarten ausgerichtet wurde. Die Kinder schmückten Holzstäbe , die dann nach dem Umzug durch den Ort auf einem Lagerfeuer zusammen mit dem „Mann“ aus Stroh als Symbol des Winters, verbrannt wurden.

 

Der Sinn der Winterverbrennung liegt auf der Hand. Die symbolische Verbrennung soll den Winter endgültig vertreiben und zu einem schönen, langen Sommer führen, auf den eine gute und erfolgreiche Ernte folgt.

 

 

Und wie es aussieht hat meine Winterverbrennung gewirkt.

 

Heute lacht Klärchen ab und zu durch die Wolken und die Temperaturen liegen bei 10 Grad.

 

Alles braucht eben seine Zeit, auch der Winter mit seiner Einsicht , dass er Platz machen muss für neues Leben, für den Frühling. 

 

Die Natur zeigt uns die Vergänglichkeit und den Neubeginn.

Auch wenn es jetzt trist und grau ist, 

ist das Bunte schon auf dem Weg. 

 

unbekannt