22.03.2020 „Corona“ legt ein Tuch über die Welt

 

Wir alle sind mehr oder weniger betroffen von der derzeitigen Pandemie.

 

Hier in Norwegen steht fast alles still.

 

Die Arbeitnehmer, welche von zu Hause aus arbeiten können, haben Home Office verordnet bekommen.

Die Verwaltungen egal in welchem Bereich arbeiten nur noch über Telefonkontakte oder durch Videokonferenzen.

Die kleineren Betriebe sind geschlossen.

Schulen, Kindergärten und Unis haben ebenfalls „Pause“.

 

Das soziale Leben ist zum Erliegen gekommen.

 

Das Einzige, was auf Hochtouren läuft und die Angestellten mit Überstunden übersät, sind die Krankenhäuser. Das Personal ist teilweise in Quarantäne oder selbst erkrankt, so dass die „Besatzung“ deutlich dezimiert ist.

 

Ich selbst arbeite den Montag, den ich normalerweise frei habe, zusätzlich. Jeder Arbeitstag der Woche bringt außerdem täglich 2-3 Überstunden mit sich.

Das geht jetzt schon seit 4 Wochen mit wöchentlichen Arbeitszeiten zwischen 55-60 Stunden. Und kein Ende ist in Sicht.

 

 

Aber dieser Virus hat auch sein Gutes.

 

Auf der Fahrt zur täglichen Arbeit treffe ich kaum andere Fahrzeuge. Es ist immer freie Fahrt.

 

Am Freitag letzter Woche sah ich am Morgen unmittelbar nach meiner Abfahrt vom Waldweg auf die Hauptstraße 3 Jungelche am Wegrand stehen und genüsslich das erste Grün am Randstreifen fressen. Sie trauen sich jetzt wieder heraus aus dem Wald, denn die Unruhe, die so ein Straßenverkehr mit sich bringt, ist verschwunden. Die Tiere erobern sich ihr Gebiet zurück.

 

Gestern und heute war ich zwei mal täglich auf einem langen Spaziergang durch den Wald und dem angrenzenden Hüttengebiet hier auf Espetveit.

 

Ich folgte der Scooterspur durch den Wald und sah auf meinem Spaziergang nur Vögel und Elche...keine Menschenseele war unterwegs.

 

Im Hüttengebiet war absolute Ruhe… kein Motorsäge-Geräusch, kein „Menschengeschnatter“, kein einziges Auto auf dem Waldweg ins Hüttengebiet.

 

Und warum?… Norwegen hat für alle Hüttengebiete „Besuchsverbot“ erlassen. Die Leute müssen zu Hause bleiben.

 

Ruhe, Ruhe, Ruhe … nichts, was die Natur mehr stört. Die Tiere haben ihr zu Hause zurück.

 

Wo es hinführt, weiß keiner zu sagen. Die Pandemie bringt viel Zeit und Anstoß darüber nachzudenken, was wir bislang gelebt und wie wir mit uns und dem was uns umgibt umgegangen sind.

 

Jeder sollte sich „ an die eigenen Nase fassen“ und in sich gehen. Es kann nicht immer "schneller, höher und weiter" gehen. Es ist Zeit für Veränderung.

 

 

Ich will kurz über die vergangenen Wochen schreiben, die eigentlich nur so dahin schwanden.

 

Der Februar war eigentlich kein richtiger Wintermonat. Immer wenn ich glaubte, ja jetzt kommt der Winter mit viel Schnee, verschwand er auch schon wieder. Ein ständiger Wechsel zwischen kalt und warm, Schnee und Regen brachte sehr viel Unruhe mit sich.

 

Ende Februar gab es dann am Wochenende fast einen Meter Neuschnee, der meinen Besuch aus Deutschland heraus forderte. Es waren Schneeketten gefragt um durch dem Winterwald zu kommen.

 

Es liegt nach wie vor reichlich Schnee hier auf Espetveit. Da, wo die Sonne in den letzten Tagen ihre Macht zeigen konnte, ist der Schnee verschwunden. Bis jedoch das restliche Weiß geht, braucht es noch ein paar warme Sonnenstunden.

 

Augenblicklich gehen die Temperaturen rauf und runter. Es ist nicht wirklich Winter aber auch nicht Frühjahr.

Es ist wohl so wie mit dem Corona-Virus ...keiner weiß was kommt oder der nächste Tag mit sich bringt.

 

Ich kann genau wie wir alle nur da sitzen und abwarten. Beeinflussen kann ich es nicht. ...weder das Wetter noch den Virus.

 

 

Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen. 

 

Mahatma Gandhi