03.07. 2020 Bekannte Ziele, Bispestolene

 

Ich hatte gestern Besuch von sehr netten Menschen, denen ich die nähere Umgebung von Espetveit zeigen wollte. Wir gingen gemeinsam hoch zum Laugtsjønn und zum Stemmvann.

 

Eis, Kuchen, Kaffee auf meiner wunderschönen Terrasse bei Sonnenschein und leichtem Wind ließen den gemeinsamen Nachmittag ausklingen.

 

Wer zu Besuch war und welchen Zusammenhang es mit meiner Zukunft hat werde ich zu einem späteren Zeitpunkt verraten.

 

Nur eins vorweg…, ich bin froh diese Menschen getroffen zu haben. Was Besseres hätte mir und Espetveit nicht passieren können.  

 

 

Heute war wieder Zeit für eine Wanderung.

 

Der Wetterbericht hatte für heute Mittag Regen gemeldet, so dass es nur ein kurzer Ausflug werden sollte.

 

 

 

Ich entschloss mich nochmals zu den Bispestolene (Bischofsstühle) zu wandern.

 

Im letzten Jahr hatte ich meine erste Tour dahin gemacht und war bereits da begeistert von der Umgebung.

 

 

Also sollte es heute unkompliziert und einfach werden.

 

Gegen 9:00 Uhr starteten wir Vier von Espetveit. Runter zum Abuslandvegen und nach rechts abgebogen. Nach ca. 2 km ging es nach links den Bispevegen entlang.

 

 

Wie immer keine Menschenseele, so dass Thyra, Neele und Sola frei laufen konnten. 

 

Nach weiteren 1, 5 km waren wir bereits an den „Bischofsstühlen“ angekommen.

 

Diese wurden wahrscheinlich im 17. Jahrhundert errichtet. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, wie erzählt wird , ist nicht ganz klar.

 

Angeblich soll der Bischof in der damaligen Zeit hier seine Pferde auf halben Weg zwischen den Bistümern gewechselt und hier Pause eingelegt haben.

 

Historiker bezweifeln jedoch diese Überlieferung und meinen, dass es wohl mehr der Phantasie der Bevölkerung der damaligen Zeit entsprungen ist, und die Bedeutung der sogenannten „Bischofsstühle“ nur eine Legende ist

 

Diese drei aufgestellten Steinstühle liegen auf dem Gebiet Tellaugheia zwischen Espetveit und Kalland. , südwestlich in der Evje/Hornnes Kommune.

 

Bei meiner ersten Wanderung vor einem Jahr hätte ich diese „Stühle“ fast übersehen. Erst als ich mit der Nase fast an eine kleine Informationstafel gestoßen war, sah ich in der unmittelbaren Umgebung diese drei Steinstühle.

 

 

Heute wussten meine Augen, wonach sie Ausschau halten mussten und so fielen die drei Steinstühle direkt in meinen Blick.  

 

 

Ich folgte dem Weg weiter in das anliegende Hüttengebiet.

 

Alle Achtung,eine  bezaubernde Gegend mit märchenhaften Hütten.

 

 

 

Obwohl die Sonne nicht einen einzigen Strahl durch die dicke Wolkenschicht schickte, war die Umgebung traumhaft. Alle Hütten waren einsam und still, kein Mensch war auf Hüttentour. 

 

 

 

Trotz des schlechten Lichts , machte ich ein paar Fotos als Erinnerung.

 

Bei Sonnenschein sieht fast alles schön aus, aber bei bewölkten Himmel ist es eine Kunst der Natur, dennoch sich im richtigen Licht zu präsentieren.

 

Und ich meine, das ist ihr gelungen.

 

 

Es war ja nur eine Stunde Fußmarsch bis hier hin.

 

Da der Himmel dunkler wurde und ich völlig ohne rechtsprechende Ausstattung mal wieder unterwegs war, machten wir kehrt und liefen zurück nach Hause.

 

 

Eine halbe Stunde später öffnete der Himmel seine Pforten und es begann zu nieseln, … ganz sachte, leise und ohne Hektik.

 

Mit dem heutigen Tag endet mein Urlaub.

 

Obwohl ich meine geplante Hüttentour durch Jotunheimen aufgrund von „CORONA“-Restriktionen nicht antreten konnte, hatte ich einen schönen, entspannten, erlebnisreichen und ruhigen Urlaub.

 

 

Ich habe erneut erfahren, dass ich für Entspannung und positivem Erleben nicht weit reisen muss. Alles findet sich in unmittelbarer Umgebung von meinem zu Hause.

 

Das Auto kann in der Garage stehen bleiben, wenn man gewillt ist ein paar Kilometer zu laufen.  

 

 

Leb`in der Vergangenheit, wenn du traurig sein willst.

Leb`in der Zukunft, wenn du ängstlich sein willst.

Und wenn du glücklich sein willst, dann genieß`den Moment.

 

 

Buddas Weisheiten 

01.07. 2020 Juvvannsvegen

 

Entdeckung neuer Wege

 

 

In den letzten Jahren sind auf auf dem Gebiet von Espetveit viele neue Wege angelegt worden. Fast alle Wege entstanden im Zusammenhang mit der Waldrodungen oder bei der Erschließung vom Hüttengebiet.

 

 

Und alle Wege bekamen auch Namen zugeordnet.

 

Somit kann man jeden einzelnen Weg mit den daran befindlichen Bauten, wie z. B. die vielen Hütten, geografisch nicht nur mit Breiten- und Längengraden zu ordnen, nein jede einzelne Hütte oder Gebäude erhielt auch einen entsprechende Wegnummer und damit eine Postadresse.

Damit ist jede Hütte beim „Kartverk“ registriert und kann eindeutig in ihrer Lage zugeordnet werden.

 

 

Nichts mehr mit „wilder Natur“ in Norwegen, alles hat jetzt „seine Ordnung“. 

 

 

Na jedenfalls hatte ich mir über die Internetseite www.opplevevje.no eine Tour von max. 16 km heraus gesucht. Ich wollte auch dieses Mal nicht mit dem Auto fahren und damit waren es 3 km mehr als angegeben.

 

Aber der Tag startete zunächst mit einer Überraschung am Morgen.

 

Ich hatte meine drei Hundemädchen nach dem Frühstück raus gelassen, so wie jeden Tag. Doch die Drei machten da draußen ein riesiges Theater, so dass ich noch beim Frühstück sitzend, schauen musste , was da los war.

 

Und da sah ich die Bescherung.

 

Meine „Gastschafe“ hatten den Lammzaun zwischen dem Pferdestall und dem Schafstall durchbrochen. Alles war runter gerissen und und ein Schaf saß darin fest. Es hatte sich regelrecht in den Zaun eingewickelt.

 

Und das war der Grund, dass Thyra, Neele und Sola so ein Theater veranstalteten. Die Schafe waren auf dem Hof zwischen den Gebäuden wo sie einfach nicht hin gehörten.

 

Die Schafe auf das Weideareal zurück zu bekommen war einfach. Das eingewickelte Schaf vom Zaungewirr zu befreien, ging nicht so leicht von statten. Zu guter Letzt musste ich das Schaf „ heraus schneiden“.

Das Schaf war wieder frei und mein Zaun kaputt.

 

Letztendlich habe ich mir 15 m neuen Zaun von der Zaunrolle abgetrennt und die Absperrung zum Hof wieder aufgestellt. Das Ganze habe ich mit zusätzlichen Weidestäben verstärkt.

 

 

Nach erfolgreichem Arbeitseinsatz konnte es nun endlich auf unsere heutige Tageswanderung gehen. 

 

 

Ich hatte alles Notwendige im Rucksack, meine drei Mädels bekamen ihre „Leibchen“ angezogen und los ging es runter zum Abuslandvegen, dann nach rechts in Richtung Hüttengebiet.

 

 

 

 

Nach ca 1,5 km fand sich ein Wegweiser. Diesem folgten wir. Der Weg ist als „Traktorweg“ ausgezeichnet und gleichzeitig aber auch als Möglichkeit für einen Fahrradtour angegeben. 

 

Ich denke mal um darauf zu wandern ist es o.k., aber  sich mit dem Fahrrad darauf fortzubewegen eine echte Herausforderung. Der Weg ist mit groben Schotter belegt auf dem man selbst mit gutem Schuhwerk hin und her krakelt.

 

Mit dem Fahrrad wollte ich diesen Weg sicherlich nicht befahren. Aber ein Jeder braucht seine Herausforderungen und warum nicht, wenn man nach „Extrembedingungen“ sucht.

 

 

 

 

Die Landschaft gab nichts Besonderes her. Wald und kleinere Seen, hier und da eine Hütte, … norwegisch eben.

 

 

Nach vielleicht 5 km kamen wir an einem restaurierten Sägewerk vorbei.

 

Es liegt an einem Bach mit dem Namen „Vetterhusbekken“.

 

 

Das Sägewerk wurde mit Originalteilen aus dem ursprünglichem Material von 1920 wieder aufgebaut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht weit vom Sägewerk entfernt trafen wir auf den Sandtjønn. Hier haben wir pausiert. Am Ufer befindet sich eine kleine Bank an der man sich niederlassen kann.

Für eine Viertelstunde verweilten wir am Ufer des Sees, verspeisten unser „Matpakke“ und ich genoss die Ruhe. 

 

 

 

 

 

 

Hier wurde mir mal wieder bewusst, wie „entschleunigend“ so eine Wanderung auf mich wirkt.

 

 

 

 

Ich habe in den letzten 2 Wochen nicht einen einzigen Menschen auf den vielen Kilometern, die ich durch die norwegische Natur gezogen bin, getroffen.

 

Meine Hunde konnten immer frei laufen.

 

Außer Geräusche von Tieren, des Wassers und des Windes gab es nichts , was um mich drumherum war. Ich empfinde diese Stille, Ruhe und Einsamkeit als sehr wohltuend, … eben „entschleunigend“, so sagt oder nennt man es wohl in der heutigen Zeit.

 

 

 

 

Nach der Essenpause und der Zeit „einfach mal vor mich hinzuschauen“, spazierten wir weiter.

 

Der Juvvannsvegen mündete auf den Skranevannsvegen, wo ich Miteigner bin.

 

 

Mein Waldgebiet liegt zum Teil an den Weg angrenzend bzw. schließt Teile des Weges mit ein.

 

Ich hatte jetzt die Wahl nach rechts in Richtung zum See Skranevann weiter zu gehen oder nach links den Weg folgen um dann wieder Anschluss an den Abuslandvegen zu finden.

 

Ich entschied mich für links. 

 

 

Den Weg zum Skranevannsvegen will ich einen anderen Tag gehen, wenn es wieder wärmer ist. Dann soll es gleichzeitig eine Badetour auch für mich werden. Heute liegen die Temperaturen bei nur 15 Grad und es ist teilweise bewölkt.

 

Kein ideales Badewetter, aber ein gutes Wanderwetter.

 

Knapp eine Stunde war ich noch unterwegs als ich dann das Schild ESPETVEIT erkennen konnte.

 

Alles in allem ging unser heutiger Ausflug über 3 Stunden, was ca. 12- 15 km sind. Es war kürzer als ich eigentlich angenommen hatte und beschrieben war.

 

Zu Hause gab es Mittagessen und anschließend ein großes Eis auf der Terrasse.

 

Neele, Thyra und Sola verspeisten ein großes Stück

getrockneten Hundefisch. Wir alle waren zufrieden. 

 

Wir sollten uns viel öfter erlauben nicht erreichbar zu sein.

 

 

Alleine zu sein und seine Ruhe zu haben, ist in der heutigen Welt der neue Luxus.