30.01.2020 Endlich Winter

 

In diesem Jahr macht der Winter es spannend.

 

Ich bin seit 10 Tagen zu Hause und warte auf den Schnee.

 

Im letzten Jahr war er um den 20. Januar mit Macht gekommen und so nahm ich mir vorsorglich 4 Wochen Urlaub um dem Stress mit dem Schneeräumen vor der täglichen Fahrt zur Arbeit zu entfliehen.

 

 

Doch ich hatte den Plan ohne den „Wettergott“ gemacht. Der zog es vor in diesem Jahr später die Himmelstore für den Schnee zu öffnen. 

 

 

 

Seit gestern nun habe ich Winter.

 

Nach 3 Wochen Regen und wenigen Graden über Null ist das Wetter wie für die Jahreszeit angebracht. 

 

 

 

 

Die Temperaturen sind seit gestern knapp unter dem Gefrierpunkt und es hat 30 cm Schnee gegeben.

 

Ich habe entsprechend den Gegebenheiten gestern und heute Morgen den Hof mit der Traktorschneefräse geräumt. Ich musste die frühen Morgenstunden nutzen, da der Schnee morgens noch gefroren ist. Ab 11:00 Uhr wird er dann so feucht, dass die Schneefräse verstopft und man das Räumen einstellen muss.

 

 

Jedenfalls habe ich meinen Hof klar für den nächsten Schneefall. Dieser ist bereits für heute Nacht gemeldet. 

 

Die freien Tage ohne Schnee habe ich einfach für „Nichtstun“ genutzt.

 

Aber das ist für mich nicht so einfach gewesen.

 

Ich bin es nicht gewöhnt, „einfach nur da zu sitzen und vor mich hin zu schauen“ (Jahresmotto von 2019).

 

 

Ich habe begonnen mich im Yoga zu üben und starte jeden Morgen für 10 Minuten mit dem „Sonnengruß“.

 

Anschließend geht es auf den Morgenspaziergang mit Neele, Thyra und Sola.

 

 

Wieder zurück auf Espetveit nehme ich mir mindestens 15 Minuten wo ich am Hang hinter dem Pferdestall auf einer Bank sitze und meinen Blick und meine Gedanken einfach schweifen lasse. (Aufmerksamkeits-Training, ... "Waldbaden" ???)

 

 

Ab und zu muss ich dabei so richtig tief ein- und ausatmen, was einfach von selbst kommt.

 

 

Und bei jedem Atemzug wird mir bewusst, wie toll ich das hier auf Espetveit habe.

 

Wie glücklich ich sein kann hier draußen in der Natur zu wohnen.

 

Wo andere Urlaub machen, ist mein Zuhause.  

 

Nach dieser alltäglichen morgendlichen "Seelen-Pflege" kommt Routinearbeit im Haus und auf dem Hof. Die lasse ich ganz gemächlich angehen.

 

Am Nachmittag geht es nochmals auf eine Spaziertour allein mit meinen Mädels oder auch in Begleitung von Thekla, einer guten Freundin.

 

Je nach Wetterlage geht es wieder hoch zur Mosseby Hytta, zum See oder quer durch den Wald.

 

Am späten Nachmittag ist dann nochmals mindestens eine viertel Stunde „Banksitz-Loslasszeit“.

 

 

Bislang hatte ich habe am Abend Zeit zum Lesen und für sonstige mehr oder weniger wichtige Dinge, die ich immer schon mal erledigen wollte.

 

 

Doch seit gestern muss ich den Schnee in meinen Tagesablauf mit einplanen.

 

Ist o.k. für mich, bringt auch etwas körperlichen Einsatz mit sich. Ich vermisse nämlich meine tägliche Arbeit mit den Pferden und Schafen, die ich seit dem Herbst 2018 nicht mehr habe.

 

Ich warte einfach nun ab, was der „himmlische Winterplaner“ an Schnee bestellt hat.

 

Ich muss das nehmen, was kommt … ob es passt oder nicht. Sich darüber ärgern hilft nicht. Ich sehe ich es als tägliche  „Überraschung“.

 

 

Immer nach dem Motto „das Glas ist halb voll und nicht halb leer“… 

 

 

Das Leben birgt viele Umwege in sich.

Die Kunst besteht darin, dabei die Landschaft zu bewundern.

 

 

Zen-Weisheit