25.04 2020

Startklar

 

 

In diesem Jahr erwarte ich wieder Besuch von einer Schafherde.

 

 

 

D.h. für mich die fest installierten Zäune durchzusehen und die notwendigen ergänzenden Lammzäune zu stellen. Beides kostet viel Zeit.

 

Heute hatte mich mich für den Aufbau die Lammzäune entschieden.

 

Nach meinem morgendlichen Spaziergang hoch zur Mossebyu-Hütte ging ich gleich ans Werk.

 

Die Lammzäune haben eine Länge von 50 Meter und eine Höhe von 90 cm. Im Herbst wickele ich die Zäune jeweils auf eine doppelte Zaunlatte damit sie sich nicht vertruddeln. Im Frühjahr geht es dann retour.

 

 

Da ja Szindi und Bandy vor 2 Jahren in den Pferdehimmel geschickt wurden, muss ich auf einen Auslauf für die Pferde keine Rücksicht mehr nehmen.

 

 

 

Ich habe bereits im letzten Frühjahr mir eine neue Strategie ausgedacht.

 

Den Pferdepaddock will ich von Verunreinigungen durch die Schafe frei halten.

 

 

 

 

Mein Hof steht zum Verkauf und so soll es ordentlich und sauber auf dem Areal von den Pferden sein. Außerdem muss ich verhindern, dass die Schafe Zugang zum Ofenstall der Pferde bekommen.  

 

 

 

Dementsprechend positioniere ich den Zaun. Die Begrenzung vom Paddock , die ohnehin ja vorhanden ist, gibt mir eine zusätzliche Stabilität, so dass die Schafe den Zaun nicht aus seiner Fixierung lösen können.

 

 

Na, ja es ist auf jeden Fall schwieriger sich durch den Zaun zusätzlichen Freigang zu verschaffen.

 

Getan wie gesagt. Ich habe drei Stunden gebraucht um den Zaun von 80 m Länge aufzustellen und mit zusätzlichen Koppelstäben zu verstärken.

 

Das Pferdeareal ist geschützt und sollte es sich in den Sommermonaten ergeben auch wieder Pferde aufnehmen.

 

 

Ich vermisse meine „Großen“ nach wie vor und würde gern die Vergangenheit ungeschehen machen. Szindi und Bandy hätten noch eine schöne Zeit hier auf Espetveit haben können. 

 

 

 

Morgen will ich den festen Zaun auf der gesamten Weide abgehen.

 

Hier und da habe ich bereits gesehen, das der Winter doch einiges am Zaun gearbeitet hat.

 

 

Ich muss nur morgen bevor ich starte, meinen Werkzeugeimer auffüllen.

Farmerzange, Kneifzange, Kombizange, Hammer, Nägel , Krampen und Bindedraht gehören da rein.

 

Ob ich eventuell auch den ein oder anderen Pfahl auswechseln muss, werde ich sehen. Aber das geht mir inzwischen auch alleine gut von der Hand.

 

Wenn alles fertig ist, kann die Schafherde kommen.

 

 

Auf jeden Fall freue ich mich darauf wieder Schafe auf meinen Weiden zu haben. Espetveit lebt von den Tieren. Ohne sie ist Espetveit kein wirklicher Bauernhof auch wenn es von den Gebäuden so aussieht.

 

Espetveit braucht Tiere zum Leben.  

 

 

Hvis man ikke kjenner fortiden, forstår man ikke nåtiden,

og er lite egnet til å forme framtiden.

 

 

 

Wer die Vergangenheit nicht kennt, versteht auch die Gegenwart nicht

und ist kaum in der Lage die Zukunft zu gestalten. 

 

 

19.04. 2020 Frühjahrsputz

Letztes Wochenende hatten wir Ostern. Das Wetter war sehr durchwachsen und neben einem kompletten Regentag hatte ich ein Gemisch aus Wolken, Sonne und einem eisigen Nordwind. Teilweise war es so stürmisch, so dass ich Bedenken hatte schadenfrei durch diesen Sturm zu kommen. Jetzt ist der Sturm vorüber und alles ist noch an seinem Platz.

Das Wetteramt hat für die kommenden Tage fast sommerlich Temperaturen gemeldet und die Sonne soll sich mit ihrer ganzen Strahlenkraft zeigen.

Das schöne Wetter ist Grund für mich auf dem Hof alles für den anstehenden Sommer vorzubereiten. Es haben sich Freunde und Familie für «Ferien auf dem Bauernhof» angemeldet. Ob man in naher Zukunft reisen kann, werden die nächsten Tage zeigen. Ich hoffe, dass die Corona-Panikmache ein Ende findet und die Normalität uns wieder erreicht.

Norwegen hat beschlossen die Sanktionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie innerhalb des Landes zu lockern. Die Menschen werden in ihren «normalen Alltag» entlassen. Die Krankenhäuser haben einen Notfallplan in der Tasche, falls das «kleine Virus» es sich doch anders überlegt und den Norweger nochmals zeigen will, was es alles kann.

Wir werden abwarten müssen und sehen wohin der Weg führt.

 

Gestern war ich mit meinen drei Hundemädels auf Einkaufstour in Evje und habe mir Terrassenöl mitgebracht.

Heute war es so weit. Meine Terrasse rund ums Haus, der Badesteg und die Treppe vom Hauseingang bekamen eine neue «Ölung». Es ging zügig voran und in 2 Stunden hatte ich alles fertig. Die Menge von 6 Litern Terrassenöl hat gerade so gereicht. Jedenfalls sieht es jetzt wieder sauber, ordentlich und fast wie neu aus.

Der Sommer kann also kommen. Die Terrassenmöbel stehen draußen auf ihrem Platz.

Auch meine letzte Palme, die ich noch wegen der Nachtfröste drinnen hatte, habe ich an die frische Luft gestellt. Nachtfrost soll es in den kommenden Tagen nicht geben. Die Höchsttemperaturen sind bis 20 Grad gemeldet.

Der Waldweg hoch zum See ist ganz gut abgetrocknet, so dass ich jeden Tag wenigstens ein Mal da hoch unterwegs bin. Thyra und Sola haben bereits angebadet und Neele planscht mit ihren kleinen «Mäusefüßchen» am Wasserrand.

Für mich ist das Wasser eindeutig noch zu kalt. Aber vielleicht bringen die kommenden sommerlichen Temperaturen das Wasser «in Wallung», so dass ich vielleicht am kommenden Wochenende «anbaden» kann. Ich lass mich überraschen. Die Nächte haben zwar keinen Minusgrade mehr, aber 3 Grad am Morgen sind nicht unbedingt mollig warm,  auch nicht für meinen Badesee.

 

 

Eigentlich sollte ein Jahr in der Arktis für jedermann obligatorisch sein !

Dort würde jeder erfahren, was in der Welt wichtig ist und was nicht.

..., was zählt und worauf es im Leben ankommt.

Jeder würde auf sein Mass reduziert werden !

Christiane Ritter, Autorin von  “Eine Frau erlebt die Polarnacht”, 1938

 

 

 

Ich bin davon überzeugt, dass es nicht unbedingt die Arktis sein muss um die wesentlichen Dinge im Leben zu erkennen. Für mich sind die Jahre hier in Norwegen sehr lehrreich !!!

 

08.04.2020

 

„Der General hat Sommer befohlen“

 

 

Es ist Anfang April , ... Ostern steht vor der Tür.

 

 

Und selbst, wenn der "General Sommer befohlen hat", bin ich noch ein großes Stück davon entfernt. 

 

 

 

Ich habe mich entschlossen den Traktor umzurüsten und „sommerfest“ zu machen.

 

 

Es ist in jeder Saison eine Herausforderung für mich die Schneefräse gegen die Schaufel und umgekehrt zu tauschen.

 

Es sind beim „Absetzen „ sowie auch beim „Ansetzen“ der Schneefräse Handgriffe in einer bestimmtem Reihenfolge notwendig um das Eine gegen das Andere zu tauschen.

 

Außerdem musste ich die Schneeketten von den Hinterreifen entfernen und die Winterreifen vorne mit den festmontierten Schneeketten gegen Sommerreifen wechseln.

 

Alles habe ich heute gemacht, ohne Probleme. Der Traktor steht jetzt im neuen Sommerkleid bereit für die kommenden Monate.

 

Kein Fingerbruch wie vor einem Jahr, … ich bin rundum zufrieden mit meiner Arbeit.

 

Außerdem sind alle „Gartenschmuckstücke“, die ich in jedem Jahr heraus hole um rund ums Haus etwas zu schmücken, an ihren Platz gestellt.

 

Die Palmen und auch der Oleander sind an die frische Luft gekommen. Sicher ist es noch ganz schön früh dafür und nachts muss ich noch mit Frost rechnen, aber am Abend bekommt jede Pflanze eine Kapuze aus einem Papiersack über gezogen und ist so vor dem Nachtfrost geschützt. 

 

Auch meine Blumenkästen habe ich mit frischem Blumensamen versorgt.

Die Erde aufgelockert, Pflanzenreste vom letzten Jahr heraus gezupft, Samen eingelegt und alles anschließend mit einer Folie abgedeckt.

So kann der Blumensamen wie in einem kleinen Gewächshaus unter optimalen Bedingung keimen und seine Nase in die Sonne strecken.

 

In keinem Jahr war ich bislang so früh in Gang mit diesen Dingen. In diesem Jahr ist es anders. Der Winter war nicht wirklich Winter und so hatte ich Lust dem Frühling auf die Sprünge zu helfen.

 

Natürlich hänge ich dem „deutschen Frühling“ hinterher.

 

Bei mir sind zur Zeit die "Krokanten" in Blüte.

Die Osterglocken stecken ihre Köpfchen heraus und die eine oder andere Blüte blinzelt mit ihrem ersten Gelb.

Die Tulpen recken gerade mal den grüne Hals in die Luft.

 

Auf den Wiesen liegt teilweise noch Schnee und an grünes Gras ist noch lange nicht zu denken.

 

 

Die Wahrheit ist leicht zu verstehen, wenn sie entdeckt ist.

Es ist nur schwer sie zu finden.

 

 

Galileo Galilei