31.03.2019 Ausverkauf

 

Inzwischen habe ich alle Ausstattung, die wir im Zusammenhang mit der Schafhaltung angeschafft hatten, aufgelistet und zum Verkauf annonciert.

 

Es handelt sich hierbei um die zwei Futterringe für die Außenfütterung der Schafe sowie die zwei Kraftfutterautomaten für die Lämmer.

Auch die große Heuraufe, die wir aus Deutschland bei unserem Umzug nach Norwegen 2007 für unsere Pferde mitgenommen hatten, stand zum Verkauf.

 

Außerdem hatte sich diverser Kleinkram über die Jahre mit der Schafzucht angesammelt, den wir einfach für die optimale Versorgung der Schafe benötigten.

Z.B. eine Impfpistole für die Verabreichung von Wurmmittel bei Schafen und Lämmern, 3 Trinkeimer für die Lämmer, Ohrmarkenzange und vieles mehr, was ich einfach nur loswerden wollte.

 

Zu schade zum Wegwerfen und zu wenig attraktiv um daraus einen Gewinn zu schlagen.

 

Von der Saison aus 2017/2018 hatte ich auch noch 3 Rundballen mit Heu im Schafstall liegen.

Außerdem waren da auch noch 150 Ballen mit Haferstroh oben auf dem Heuboden über dem Schafstall .

 

Die überschüssige Menge hatte sich ergeben, da wir ja eigentlich die Schafe nicht vor 2019 abgegeben wollten.

 

Doch die Willkür und egozentrisches Handeln eines Einzelnen hat alles zerstört, … "die Karten wurden also neu gemischt“.

 

 

 

Als ich vor dem Sammelsurium der letzten Jahre saß, hatte ich befürchtet, den größten Teil sicher zum Wertstoffhof der Kommune nach Evje fahren zu müssen.

 

Und traurig war mir ums Herz. Auch wenn es sich nur um Gebrauchsgegenstände handelte, hat jedoch jedes einzelne Stück seine Erinnerungen. Teils zum Schmunzeln und teils zum Weinen, Geschichten die unser Leben hier in Norwegen geprägt haben. 

 

 

Doch es kam anders.

 

 

 

Die drei Heuballen und auch das Stroh bin ich gut los geworden. Preisgünstig inseriert und alles ging weg. 

 

Für die „Schafausstattung“ und für die großen Heuraufe der Pferde fand sich ebenfalls ein Abnehmer.

Letztendlich gab ich alles „für`n Appel und `nen Ei“ her.

Aber immer noch besser als alles auf den Wertstoffhof zu geben.

 

So hat einen junge Familie, die seit letztem Jahr einen Hof mit Schafen und Pferden in der Nähe von Åmli bewirtschaften eine kostengünstige „Starthilfe“ erhalten.

 

 

Die beiden Anhänger, habe ich ebenfalls verkaufen können. Ein lukrativer Verkaufspreis und beide waren noch am selben Tag, wo die Annonce veröffentlicht wurde, weg.

 

Jetzt werde ich alle Räumen und Ecken schauen, was ich unbedingt noch brauche und was einfach weg kann. So wird „klar Schiff gemacht“ auf meinem Hof damit FRAU nicht den Überblick verliert.

 

 

Ach, ja ….heute war auch der Traktor, mein "Damentraktor",  an der Reihe.

Die Schneefräse saß nach wie vor an der Front und nach dem Wetterbericht, soll es keine größeren Mengen mehr an Schnee geben.

 

Das Abbauen der Fräse war ein Kinderspiel. Das Anbauen der Schaufel ein langwährendes Theater. Doch die Schaufel sitzt wo sie hingehört und das wärmere Wetter kann kommen. 

 

 

Da ich für den Traktor eine Durchsicht bestellen muss, werde ich das so arrangieren, das der Service-Mann an einem Tag kommt, wo ich zu Hause bin. Da kann dieser mir dann den ein oder anderen Kniff zeigen, wie das mit dem Ab- und Anbauen der Schaufel schneller zu bewerkstelligen ist. 

 

 

Morgen will ich noch die Vorderreifen am Traktor tauschen. Die Winterreifen mit den Schneeketten kommen runter und die Sommerreifen drauf.

Muss mal sehen , ob ich auch die Ketten von den Hinterreifen runter bekomme. Hatte zwar beim Anlegen der Ketten zu geschaut doch ich weiß nicht, ob ich wirklich noch alle Handgriffe im Kopf habe. Ich werde sehen.

 

Hilfe kann ich immer noch holen.

 

 

 

Was mich wirklich fasziniert sind Menschen,

die stark genug sind, sich zu zeigen wie sie sind.

 

Die es nicht nötig haben zu lügen, um etwas zu erreichen.

 

Die keine feigen Ausreden benutzen müssen,

sondern ihre Stärke in der Wahrheit wieder finden.

 

 

unbekannt

16.03. 2019 Tiefster Winter

 

Bis vor einer Woche schien es als, wenn das Frühjahr in diesem Jahr schon im im Anmarsch ist. Temperaturen wenige Grade über Null ließen den vielen Schnee vom Februar schmelzen. Die Wege waren schneefrei und auch die Dächer hatten sich nach und nach ihrer Schneelast entledigt.

 

Es gab ein richtig wonniges Gefühl den Winter gehen zu sehen. Bislang hatte er nur Arbeit mit sich gebracht und kein einziges Mal konnten wir in die Langlaufloipe.

 

 

 

Tja, doch der Schein trügt. Jetzt ist der Winter mit Massen von Schnee und wechselnden Graden von minus 10 Grad bis 2 Grad plus zurück.

Wir haben wieder tiefsten Winter auf Espetveit.

 

Seit einer Woche schneit es jeden Tag . Letzten Dienstag gab es 70 cm Neuschnee innerhalb von 8 Stunden. Das Chaos war perfekt.

Der Hof ist völlig eingeschneit und nur eine Fahrspur von der Garage zum Tor ist so frei geschoben, dass ich jeden Tag mit dem Auto vom Hof komme.

 

Leider hat der Wettergott schweren nassen Schnee geschickt, so dass die Schneefräse am Traktor nicht zum Einsatz kommen kann. Das Auswurfrohr der Schneefräse verstopft schon nach wenigen Metern und der Traktor hat nicht die nötigen PS um die Schneemassen über die Fräse aufzunehmen und im hohen Bogen weg zu schleudern.

 

Ich habe mir einen Weg vom Haus zur Garage mit dem Schneeschieber geschaufelt. Das Haus ist ansonsten vom Schnee regelrecht umzingelt. Den ganzen Winter hindurch habe ich die Terrasse ums Haus frei gehalten,… „Handmade“ natürlich… , doch in der letzten Woche musste ich aufgeben.

 

Es ist kein Platz um den Schnee einfach von der Terrasse zu schieben. Um die große Fläche frei zu schaufeln, muss ich eine 1 Meter hohe Schneebarriere überwinden. Doch das schaffe ich nicht, ... nicht bei dieser großen Fläche und dem nassen Schnee. Und es ist frustrierend noch dazu, da ja jeden Tag mindestens 10-20 cm Neuschnee wieder hinzu kommt.

Man/Frau kommt sich vor wie Don Quichotte beim Kampf gegen die Windmühlen.

 

Dabei hatte ich die Hoffnung, dass ich in diesem Jahr von Schneemassen verschont bleibe. Ich dachte mir nach dem letzten Jahrhundert-Winter 2017/2018 kann nicht schon wieder die Natur so zu schlagen. … aber ich habe mich getäuscht…, falsche Hoffnung in etwas gesetzt, was seinen eigenen Gesetzen folgt.

 

Nun gut , aber zum Schluss wird es so sein wie in jedem Jahr. Irgendwann geht auch dieser Winter. Es ist nur eine Frage von Zeit, Geduld und Einsicht, dass die Natur nun mal ihren eigenen Gesetzen folgt. Meine Wünsche haben da keinen Platz.

 

 

 

Zu Abwechslung gibt es heute mal etwas anderes als Schnee schieben. Ich treffe mich mit Freunden in Kristiansand im Theater. Eine italienische Oper steht auf dem Spielplan. Ich lasse mich überraschen.

 

Allerdings muss ich am Abend zurück. Meine Hundemädchen warten ja zu Hause auf Espetveit.

Es sind wiederum 30 cm Schnee ab dem heutigen Abend bis morgen Früh gemeldet. Hoffentlich komme ich mit meinem Auto durch den Wald.

 

 

 

 

Akzeptiere was ist.

 

Lass gehen was war und

habe Vertrauen in das, was kommt.