23.06.2019 Mittsommernacht

 

 

Die Mittsommernacht findet am Wochenende des 23. Juni statt und gilt als kürzeste Nacht des Jahres, weil es nicht richtig dunkel wird.

Am längsten Tag des Jahres, ist die Sonne in Norwegen bei schönem Wetter bis zu 24 Stunden am Stück zu sehen.

Das Mittsommerfest, auch Jonsok (Johanniswache) oder auch Sankt-Hans-Fest genannt, findet jedes Jahr am 23. Juni statt. Dies ist der Vorabend zum Johannistag, der an die Geburt Johannes des Täufers erinnert.

Das Fest steht außerdem in Verbindung mit der Sommersonnenwende, dem längsten Tag des Jahres. Nach einem alten Volksbrauch feiern die Norweger eine ganze Nacht die Sonne, nach der sie sich den langen norwegischen Winter über gesehnt haben.

In der heutigen Festtradition vermischen sich weltliche und christliche Bräuche.



In ganz Norwegen wird das Sankt-Hans-Fest rund um die Mitternachtssonne mit Tanz, Musik, Spielen, Bootsfahrten und Freudenfeuern bis in die Nacht gefeiert.

Es gilt zu Recht als das bedeutendste Fest im norwegischen Sommer.

Das Lagerfeuer soll wie in Deutschland das Johannisfeuer, dem Volksglauben nach symbolisch böse Geister und Dämonen vertreiben.

Entlang der Küste strömen die Einwohner mit ihren Booten auf die Fjorde, um auf einer der vielen kleinen Inseln ein Feuer zu entfachen und dort gemütlich mit Familie und Freunden beisammen zu sitzen.

Nach dem Entzünden singt man Volkslieder und tanzt die ganze Nacht lang um das Feuer. Die Frauen schmücken sich mit Blumenkränzen und vielerorts werden symbolische Hochzeiten zelebriert, die für Lebenskraft und Neuanfang stehen.

Den Überlieferungen nach sollen jungen Mädchen 7 verschiedene Wildblumen sammeln um sie in der Johannisnacht unter ihr Kopfkissen zu legen. Angeblich soll der Traum, den sie in dieser Nacht haben etwas über ihren zukünftigen Liebsten mit dem sie ein Leben lang glücklich werden, verraten.

In Tromsø findet außerdem jährlich der Mitternachtssonnenmarathon statt. Dieser ist der nördlichste Marathon der Welt. Die Herausforderung nehmen jedes Jahr Läufer aus über 50 Ländern an.

 


Ja und an Anlehnung an die Tradition  hier in Norwegen hatten wir (Kirsten, Steffen und ich) für heute ein Lagerfeuer geplant.

 

 

Da der Tag ja wirklich lang war, gingen wir nach dem spåten Frühstück nochmals mit Neele, Thyra und Sola hoch zum Rypehei.

 

 

Der Rypehei liegt am Ende des Weges, den ich mit meinen drei Hundemädels fast jeden Tag hoch zur Mossebyu –Hütte zurück lege.

Bevor es in die letzte Rechtskurve des normalen Hüttenweges geht, schwingt man nach links ab ins offene Waldgebiet und krakselt den fast 100 m langen steilen Hang hoch zum Plateau auf dem der Rypehei liegt.

 

 

Wir wollten nur mal kurz auf`s Plateau, etwas da oben verweilen, die Aussicht geniessen und dann wieder absteigen. Doch es kam anders.

 

 

Unter dem Hinweisschild Rypehei zeigte sich eine blaue Markierung, die hier in Norwegen verwendet wird um Wanderwege/-pfade zu markieren.

Diese blaue Markierung hatte ich bislang nie gesehen.

Wir wurden neugierig und wollten wissen, wo sich denn hier oben ein Wanderweg/-pfad befinden soll.

 

 

 

Und so wurde ungeplant aus unserem kurzen Plateau-Trip einen echte Wanderung entlang einer blau markierten Route. 

Zunächst ging es ein paar hundert Meter oben auf dem Plateau entlang und dann führte der markierte Weg uns bergab in die entgegengesetzte Richtung, von der wir gekommen waren.

Es war etwas abenteuerlich, denn die blauen Markierungen waren nicht auf Anhieb auszumachen. Es war wieder eine Art “Schnipseljagt” wie gestern auch. 

 

 

Ein richtiger Wanderweg war es nicht, mehr ein Trampelpfad.

Wir waren uns unsicher ob die Spuren von Wandersleuten oder den Tieren des Waldes stammen.

 

 

Jedenfalls kamen wir durch eine Region, die ich zuvor noch nie «auf dem Schirm hatte». Nach fast einer Stunde wandern durch den Wald, trafen wir auf einige völlig im Wald versteckt liegende Hütten. Sehr romantisch und wirklich einsam. 

 

 

Die Hütten hatten nichts gemeinsam mit den Hütten, die man im eigentlichen Hüttengebiet von Espetveit –Kattås und Umgebung findet.

 

Diese Hütten waren eher klein und wirkten bescheiden, eben so wie es von einer Hütte erwartet wird. In den dicht «besiedelten» Hüttengebieten wirken die da errichteten Hütten eher einem normalen Wohnhaus, groß und komfortabel. 

 

 

 

 

Letztendlich führte der Trampelfad auf einen Schotterweg. 

 

 

 

 

Von meinem Gefühl her (mit der Orientierung habe ich es nicht so wirklich ) musste dieser Schotterweg auf den Abusdalveien gehen.

Diesem Waldweg folge ich jeden Tag 6 km um nach Hause zu kommen.

Und so war es auch.

Wir kamen in Höhe des Vingmyr-Gebiets auf den Abusdalveien. 

Den Rest unserer Wanderung gingen wir auf diesem Weg weiter. Nach einer Stunde erreichten wir Espetveit.   

 

 

 

Aus unserem kurzen Ausflug an diesem Tag wurden 4 Stunden Wanderung durch ein Gebiet, was auch für mich völlig unbekannt war.


Manchmal muss man sich eben einfach treiben lassen, ungeplant, neugiering und erwartungsvoll um Neues zu entdecken.

Auf norwegisch geht man «på obdagelsesferd», … auf Entdeckungsreise.


 

Kirsten, Steffen und ich waren zufrieden … und Neele, Thyra und Sola ebenfalls. Meine Hundemädchen konnten die gesamte «Entdeckungsreise» ohne Leine laufen. Sie verhielten sich vorbildlich, keine Extra(jagt)tour , … immer in der Nähe ihrer Zweibeiner.

 

Endlich wieder zu Hause angekommen, gönnten wir uns ein paar Minuten auf der Terrasse. Dann ging es ans Holz sammeln.

 

Steffen gebrauchte sogar die Motorsäge um seinen Beitrag zum Feuer zu leisten.

 

Ein völlig trockener Baum in der Nähe unseres Brennplatzes wurde gefällt und in für das Lagerfeuer gerechte Stücke gesägt.

 

 

Der grösseren dicken Stücke habe ich eingesammelt. Diese werden mir in den folgenden Wintern nach dem Spalten als Brennholz dienen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tja und dann war es so weit. 

Am Abend, bei Sonnenschein, entfachten wir unser

“Mittsommernachtsfeuer”. 

 

 

Über dem Lagerfeuer hielten wir Grillwürstchen und Stockbrot.

 

Mit Sekt prosteten wir auf den längsten Tag des Jahres und saßen am Feuer bis Mitternacht.

 

Aber von « Nacht» wie wir sie eigentlich verstehen, konnte keine Rede sein.

Es war hellerlichter Tag, … Mittsommernacht eben. 

 

 

 

Die 7 verschiedenen Wildblumen haben Kirsten und ich auch gesammelt… auch wenn wir Zwei nicht mehr zum “jungen Gemüse” zählen.

 

 

Über meinen Traum in dieser Nacht sage ich lieber nichts.

Der Jenige, welcher mir im Traum erschien, war gewiß nicht Jener, der mich ein Leben lang glücklich macht.

 

Wahrscheinlich gilt dieser Brauch nur für junge Mädchen , … hoffe ich mal. … ein Wildblumen-Traumversuch war es wert. 

Am Ende eines Tages ist es nur wichtig,

dass ein schöner Moment dabei war, der dich lächeln ließ.

23.06. 2019 Sola Sonnenschein

 

Heute haben wir Mittsommernacht... und heute wird meine Sola “Sonnenschein” 3 Jahre alt.


Ihren Namen hat Sola aufgrund ihrer Fellzeichnung und ihres strahlenden blauen Auges von mir erhalten.

Vor 3 Jahren war mir gar nicht bewusst, dass ihr Geburtsdatum mit der Mittsommernacht zusammen fällt. Der Name Sola, bedeutet auf norwegisch nämlich « die Sonne », … kann das Zufall sein ???

Egal, ob Zufall oder Fügung, die 3 Jahre, seit dem sie auf unserer Welt ist vergingen wie im Flug.


Ich habe etwas im Internet gestoebert und entsprechend ihres Geburtsdatums ein Horroskop für sie ausgegraben.

Dieses Horoskop wiederspiegelt im Grunde sehr gut ihren Charakter.

 

Ich habe die wichtigsten Gedanken dazu herausgefiltert. 

 

Das Zeichen des Krebses

 

...  hängt mit dem Meer und den Gezeiten zusammen.

 

Deshalb ist auch das Seelenleben des Krebs-Hundes ein ewiges Auf und Ab.

 

Der Krebs-Hund ist überaus sensibel und ein hervorragender Beobachter.

 

Dieser vierbeinige Freund hat ein Hundeherz aus Gold.

 

Sehr schnell wachsen Assoziationen, wenn man tief genug in seine Hunde-Augen blickt.

 

Krebs-Hunde üben sich gemäß dem Hunde-Horoskop in Zurückhaltung und Verschlossenheit.

 

Diese vierbeinigen Freunde sind besonders schutzbedürftig und ziehen sich sehr gern ins «Schneckenhaus», ihr Körbchen zurück.

 

Der Krebs-Hund nimmt gerne Schutz in Anspruch. Wird ihm dieser Schutz nicht entsprechend gewährt, fühlt er sich auf verlorenem Posten. So kann er sich durchaus von der ängstlichen Seite zeigen.

 

Strenge und  laute Worte toleriert der Krebs-Hund nicht.

 

Er braucht ein ruhiges Zuhause, sehr viel Nähe und Streicheleinheiten.

 

 

Hunde mit Sternzeichen Krebs sind aufopfernd als Familienhund.

Der Krebs-Hund gibt Herz und Seele für seine zweibeinige Familie her. 

 

Sola ist das Beste, was mir passieren konnte. Ein «Herz-Hund» eben.

 

Möge meine Sola noch viele Jahre mit mir verbringen. Sie tut mir einfach nur gut. 

22.06.2019 Dies und Das und …. Abusdalsknuten

 

 

  

... Der Abusdalsknuten ist der höchste Berg zwischen dem Riksvei 9 (R9)/Setesdalsvei und dem Weg nach Tonstadt ( Tonstadvei FV 42). die Wanderung geht durch Moor und Waldgebiet. Auf dem Gipfel steht ein 4 m hoher Turm. Vom Gipfel hat man eine phantastische Aussicht in die Umgebung. So wie fast auf allen Gipfeln, die man erwandern kann, findet sich auch auf der spitze des Abusdalsknuten ein Gipfelbuch in welches man sich eintragen kann....

 

 

jedenfalls so ähnlich beschrieben findet man Obiges auf einem Informationsblatt welches in Evje bei der Information ausliegt.

 

Ich habe zur Zeit Besuch aus Deutschland.

Kirsten und Steffen kamen von ihrem ersten Ausflug nach Evje mit diesem Informationsblatt zurück nach Espetveit.

 

Kurz entschlossen wir uns diese Wandertour um die Ecke gelegen, am Wochenende zu bestreiten.  

 

 

Doch zuvor mussten noch ein paar Arbeiten auf dem Hof erledigt werden. 

 

 

Der Winter hatte am Wohnhaus wieder ein paar Dachziegel beschädigt. Diese haben wir gegen neue Ziegeln ausgetauscht. Steffen kraxelte auf dem Dach herum, ich machte den „Handlanger und nahm die alten Ziegel entgegen und reichte die neuen Dachsteine über die Leiter an. Kirsten hatte die Verantwortung zu tragen , den Überblick zu haben über das , was Steffen und ich da am Dach fabrizierten , und als wichtigster Part die Leiter in ihrer Position fest zu halten.

 

Nach der Hausdach-Aktion ging es nochmal 5 m hoch an das Dach vom Eingangsportal.

Dort hatten sich inzwischen 3 Bäumchen breit gemacht, die da einfach nicht bleiben durften. Das Dach ist mit einer Rasenmatte belegt und die Bäumchen hatten es wohl als gut befunden und sich da oben in luftiger Höhe wohl gefühlt.

 

Steffen musste die Leiter unten halten währenddessen ich mich auf zu den Bäumen machte. Es war eine schwindelnde Höhe.

 

Mit der großen Baumschere gewappnet,  machte ich mich freistehende auf der Leiter daran die Bäumchen an ihrem tiefsten Punkt vom Wurzelwerk zu trennen. Erst dachte ich, dass ich eventuell aufs Dach klettern muss um an die auf der Dachkuppel sitzenden Birke zu kommen.

Aber den Mut hatte ich nicht .

 

Also ging es zwei weiter Stufen hoch… , ich legte mich mit dem Oberkörper auf das Dach… , streckte meine Arme maximal aus und hielt die Baumschere jeweils an den beiden Griffen. Knabber, knabber … und dann gab die Birke nach. Ich musste noch schnelle zur Seite ausweichen, sonnst hätte sie meinen Kopf als Landeplatz benutzt und mich wohl möglich die 5 m mit hinunter genommen.

 

Für die kleine Kiefer und den Vogelbeerbaum stellte Steffen die Leiter nochmals um. Da hing ich nun in luftiger Höhe, völlig schief am Tordach und holte auch diese beiden Bäume runter.

Man war ich froh wieder auf festem Boden zu stehen.

 

Kirsten hatte inzwischen den Tisch gedeckt und nach einem ausgiebigen guten Frühstück ging es los zum Abusdalsknuten.

 

Im Reisebericht findet ihr eine ausführliche Beschreibung der Wandertour.   

 

 

Wenn du es dir vorstellen kannst, … kannst du es auch erreichen. 

21.06. 2019 Routine

 

Das erste halbe Jahr von 2019 ist fast vorbei.

 

Den Schafen und Lämmern auf der Weide geht es gut. Die Weideflächen strotzen  nur  so voll mit saftigem Grün.

 

Letztes Wochenende wurden die gesamte Schafherde entwurm. Alle bekamen auf den hinteren Rücken bis auf die Schwanzwurzel gezogen ein Mittel aufgesprüht um einen Madenbefall,  wie wir ihn aus den letzten Jahren kennen, zu verhindern. 

Wie das Mittel wirkt, kann ich nicht genau sagen. Ob es verhindert , dass die Fliegen ihre Eier ablegen oder das Schlüpfen und Gedeihen der Larven unterbindet, weiß ich nicht. Ist im Grunde auch egal. Hauptsache die Lämmer werden von der alljährlichen Larvenplage verschont.

 

Alle in der Schafherde sehen gesund aus und die Lämmer gedeihen prächtig.

 

Ansonsten bin ich zur Zeit mit der «Sicherung» des Hofes beschäftigt.  Meine Neele findet es anscheinend zu langweilig den ganzen Tag zu Hause auf mich zu warten und unternimmt so manche eigenwillige Tagestour außerhalb des Hofes.

 

Erst hat sie das Schwimmen für sich entdeckt. Neele nahm in den letzten Wochen Reißaus indem sie durch meinen Badeteich schwamm und über den Zaun, der das gesamte Hofgrundstück einfasst, sprang. Also habe ich den Zugang zum Teich versperrt.

 

Ich war in den zurück liegenden Wochen mehrmals am Abend auf der Suche um sie zu finden. Den einen Abend fuhr ich mit dem Auto bis nach Evje um sie eventuell am Wegrand aufgabeln zu können. Ich bin darauf gekommen, da bereits Ylva und Anouk auf “Einkaufstour” waren. Ich dachte, dass Neele mich vielleicht sucht und den wöchentlichen Weg, den wir gemeinsam am Wochenende nach Evje fahren um einzukaufen, gewählt hat. Meine Suche war nie von Erfolg gekrönt.

 

Neele stand dann irgendwann am Abend  plötzlich neben mir und hat sich unendlich gefreut mich zu Hause anzutreffen. Na und die Freude war natürlich beiderseits. Ich war so froh meine Neele-Maus wieder daheim zu haben.

Jetzt habe ich den Hof extra mit einem 1 ½ Meter hohen Lammzaun begrenzt. Allerdings geht das nicht überall. Ein Lammzaun von 1 Meter Höhe hält meine Hundemädchen davon ab, direkt an das Tor von der Einfahrt zum Hof zu gelangen. Einen extra hohen Balken schiebe ich unter das Tor, so dass der Abstand zwischen den Torflügeln und dem Untergrund verkleinert wird. Denn nachdem Neele kein Glück mehr mit dem Teich hatte, kroch sie unter dem Tor durch.

  

All diese Maßnahmen erschienen bis gestern jedenfalls als sicher.   

Thyra und Sola sind “brave Mädels”. Nelle hat mich gestern wieder am Tor begrüsst.

 

Ich war stink sauer, aber konnte es ihr nicht zeigen, da sie sich so unendlich gefreut hat mich zu sehen.

  

Viele, die ein Anwesen wie ich besitzen sind bemüht alles einbruchssicher zu haben. Ich brauche es andersherum. Mein Hof muss ausbruchssicher sein.    

 

Zu Hause ist dort,

wo jemand auf auf dich zugerannt kommt und sich unsagbar freut, 

dich zu sehen.