11.02.2019

 

... und heute fand sich Zeit um einfach nur da zu sitzen und vor sich hin zuschauen.

 

(geändert, aus „Pippi Langstrumpf“ Astrid Lindgren)

mein Hof
mein Hof

 

Heute gab es einen Sonnentag bei wenigen Graden unter Null.

 

Getreu dem Motto für dieses Jahr, nutze ich am frühen Nachmittag die Zeit mich auf der Bank am Hang hinter dem Pferdestall nieder zu lassen und einfach nur vor mich hin zu schauen.

 

Ein Becher mit heißem Tee, meine Hundemädchen Neele, Thyra und Sola sowie der Photoapparat begleiteten mich beim „Dasitzen“.

 

Mein Hof lag mir zu Füßen, die Sonne schien und alles war von einer Stille umgeben, wie ich sie oft hier in der Abgeschiedenheit auf meinem Hof erlebe.  

 

 

Es tat gut einfach nur da zu sitzen , den Blick schweifen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Einfach mal nichts tun und zufrieden sein mit dem Augenblick.  

 

 

Ich habe nicht das Bedürfnis irgendwo dazu gehören zu müssen!

 

ICH bin ICH

 

und alles kommt zu mir, was zu mir gehört,

 

was zu mir passt und was richtig für mich ist!

 

So einfach…

 

Steve Santana

10.02. 2019 Fitness Tag

 

Mehr als 1, 5 Meter Neuschnee gab es in den letzten 10 Tagen.

 

Jeden Morgen bevor es zur Arbeit ging und jeden Abend nach der Arbeit war Schneeräumen angesagt.

Es war zwar anstrengend diese täglichen Aktionen , aber ich hatte den Schnee gut im Griff.

 

Zu Beginn der letzten Woche kam dann die Hiobsbotschaft vom Wetteramt.

Es war für Aust-Agder ein Sturmtief mit viel Regen, Sturm und Plusgraden zum Wochenende gemeldet.

Na das brauchte ich nun wirklich nicht.

 

Besuch aus Deutschland hatte sich angesagt, doch aufgrund der Wetterlage hatte ich dafür plädiert, die Flüge zu stornieren und die Reise zu verschieben.

 

Die Bäume waren voll mit Schnee. Regen und Sturm machten es gefährlich durch den Wald zu fahren. Eine entsprechende Verkehrswarnung wurde ausgerufen, dass man nur in Notfällen mit dem Auto unterwegs sein sollte.

 

Das ganze „Wetter-Theater“ startete am Freitag Mittag und zog bis heute Vormittag über Espetveit. Dann war der Zauber vorbei und ich stand auf dem Hof mit Tonnen von Schnee, die von den Dächern gerutscht waren.

 

 

Also machte ich mich heute Morgen an die Aufräumarbeiten. 

 

Gott sei Dank hatten alle Bäume hier rund um den Hof den Sturm und Regen überlebt. Ich hatte keinen Baum zu beklagen, der dem Unwetter zum Opfer gefallen war. Auch alle Gebäude waren schadenfrei. 

 

 

 

Als Erstes schaufelte ich den Weg neben dem Schafstall, wo das Holzlager ist, frei.

 

 

Der Schnee von der einen Dachseite hatte sich gut auf dem Weg komprimiert.

 

 

Zwei Stunden habe ich geschaufelt um alles wieder so frei zu bekommen. Jetzt komme ich wieder ohne „Kraksel-Kunststücke“ an mein Holz.  

 

 

Als wir vor Jahren das Holzlager angelegt hatten, dachten wir natürlich nicht an die Winterfolgen.

 

Die Seite hat übers Jahr die meisten Sonnenstunden und deshalb hatte wir uns entschieden das Holzlager hier aufzubauen.

 

Na ja, hinterher ist man/Frau meist klüger

 

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann mit der Terrasse weiter.

 

 

 

Der Schnee vom Wohnhausdach rutscht zwar langsamer, aber er kommt auch nach und nach runter und fällt dann auf die Terrasse rund um Haus.

 

Den großen „Sörlandsskuffer“ genommen und jeweils 30 x30 cm große Schneebatzen mit der Schaufel abgestochen. 

 

Durch den Regen der letzten 2 Tage war der Schnee so richtig voll mit Wasser. Den „Sörlandsskuffer“ konnte ich immer nur zur Hälfte beladen da ich aufgrund des Gewichts den Schneeschieber nicht hätte bewältigen können.

 

Aber wie sagt man so schön „Kleinvieh macht auch Mist“.

 

 

Auch das war geschafft.

 

Am Nachmittag kam dann noch Pal mit seinem großen Traktor und schob den Weg zwischen dem Schafstall und der Werkstatt frei.

 

Auch den Schnee, der vor der Einfahrt des Schafstalls vom Dach der Traktorgarage gefallen war, wurde weg gefahren.

 

 

Ein paar Zuarbeiten mit der Schaufel und dem Schneeschieber und mein Hof ist wieder ordentlich und aufgeräumt. 

 

 

Der nächste Schnee kann also kommen.  

 

 

Ach übrigens musste ich mich wieder „Schneefräse-Spezialist“ bewähren.

 

Bei dem ganzen Schneegeschiebe fand ich einen Sicherungsplint, den man verwendet, damit Bolzen sich nicht lockern und aus den Verbindungen lösen.

 

Der Splint konnte nur vom Traktor oder der Schneefräse sein. 

Und so war es auch. 

 

 

 

Die vordere obere Aufhängung von der Schneefräse zum Traktor hing nur noch „auf halb Neun“.

 

Hier fehlte der Sicherungssplint.

 

 

 

 

Der Bolzen hatte bereits die äußerste Kante der Führung erreicht und saß völlig schief.

 

 

Hin und her gedreht, Traktor gestartet , Schneefräse angehoben und geschaut, was da machbar ist.

 

Und... ,ich habe es geschafft.

 

 

Der Bolzen ist wieder an seinem Platz und zu beiden Seiten mit einer Sicherung versehen.

 

Ich habe alle Verankerungen gescheckt und musste feststellen, dass ein weiterer Bolzen näher am Gestänge zum Traktor ebenfalls völlig ohne Sicherungsplinte war.

 

Und zwar fehlten die Sicherungen zu beiden Seiten des Bolzens. Dass beide Ringesplinte gleichzeitig sich verabschieden, ist wohl zu viel Zufall. 

 

Ich habe da einen anderen Verdacht!!! 

 

 

Jetzt sitzen alle Bolzen gesichert wieder an ihrem Platz.

 

Dem Traktor und Schneefräse geht es wieder gut. Es ist Niemand und Nichts zu Schaden gekommen. 

 

 

Wir warten jetzt einfach auf den nächsten Schnee, der mit 100%-er Sicherheit kommt. Es ist erst Mitte Februar und es wird noch reichlich „weißes Pulver“ geben.

 

 

Ab morgen ist wieder Frost gemeldet und unser „Eisstadion“ auf dem Hof und die „Eisschnelllaufbahn“ runter zum Waldweg sind dann wieder "eröffnet". 

 

Manchmal ist die Veränderung nicht das was wir wollen. 

 

Aber manchmal ist die Veränderung genau das, was wir brauchen.

 

02.02.2019

 

Schneefräsereparatur

 

 

Tja, im letzten Jahr gab es den sogenannten Jahrhundert-Winter.

 

 

Ausgehend, dass sich so etwas nicht auf das nächste Jahr überträgt, hoffte ich auf annehmbare Schneemassen. Doch denkste, seit 10 Tagen bin ich jeden Tag mit Schneeräumen in Gange.

 

Gestern sind über Nacht ein halber Meter Neuschnee gefallen, so dass ich wieder mal nicht zur Arbeit konnte.

 

Meine Schneefräse hatte am Tag zuvor den Geist aufgegeben. Ein Scherbolzen von der Fräsenwelle war gebrochen, so dass die Fräse nur auf einer halben Seite lief. Ausgerechnet die Seite stand still, welche den Schnee nach oben durch das Auswurfrohr bringt.

 

 

Ich hatte zwar ein paar Wochen zuvor von meinem Bauern gesagt bekommen, dass da nichts brechen kann, aber so ist das nun mal mit der Aussage eines Menschen. Glaube ihm nie wieder blind, weil das kann verheerende Folgen haben.

 

Und so stand ich mit meinem halben Meter Neuschnee auf dem Hof und habe die Welt verflucht.

 

Die Wege zwischen den Gebäuden auf dem Hof und die Ausfahrt vor und hinter dem Portal habe ich dann per Hand frei geschaufelt. Mehrere Stunden „workout“ bei eisigem Wind und Schneefall. 

 

 

 

Ich hatte gestern bereits Pål angerufen und er wollte direkt bei den beiden Geschäften mit Landmaschinenhandel in Evje vorbei schauen und nach einem Ersatzbolzen fragen.

 

 

Da Pål ja in Evje wohnt, war das kein Problem auf seiner Fahrt nach Espetveit da rein zu schauen und das Ersatzteil mit zubringen.

 

Doch leider kam Pål ohne den Bolzen. Der Bolzen wäre eine spezielle Anfertigung von John Deere, welche die Geschäfte nicht vorrätig haben.

  

 

 

Also, auf eine Spezialanfertigung konnte ich nicht warten .

 

 

Auch eine Bestellung mit Lieferung in einer Woche, konnte nicht die Lösung sein. 

  

 

 

Kurzerhand habe ich den Scherbolzen auf der anderen Seite ausgebaut und bin heute mit meinen drei Hundemädchen selbst nach Evje gefahren.

 

Ich dachte mir, dass es vielleicht einen ähnlichen Bolzen gibt, der für die Fräse passend ist. Es muss ja kein kein Original von John Deere sein, wenn er passt kann dieser sonst wie heißen. 

 

 

 

 

Und ich hatte Glück.

 

Ein geduldiger Servicemann durchsuchte alle Kästchen mit Schrauben und Muttern im Geschäft und wurde fündig. 

 

 

Schnell nach Hause gefahren und die „Ausgehklamotten“ gegen die Arbeitsklamotten getauscht.

 

Bolzen eingebaut, Traktor gestartet und in 4 Stunden hatte ich meinen Hof aufgeräumt.

 

Aber lang wird es nicht halten, die Ordnung auf dem Hof.

 

Ab Montag soll es wieder massiv Schnee geben, jeden Tag 20- 30 cm. D. h. jeden Morgen wenigstens um 05.00 Uhr raus, Traktor an geschmissen und die ersten Runden gefräst.

 

Am Freitag der kommenden Woche  wird es dann milder und ab Sonnabend kommt Regen, aber ordentlich.

 

Dann habe ich ein neues Problem, denn die Dächer werden sich ihrer mindestens 1 m hohen Schneelast entledigen und das bekomme ich mit der Fräse nicht weg.

 

 

Mal sehen, wie ich das geregelt bekomme. 

 

 

Wie STARK du tatsächlich bist, erfährst du erst dann,

 

wenn STARK zu sein die einzige Option ist, die du hast.