08.08. 2019

Alles paletti !!!

 

Gestern hatte ich noch berichtet, dass sich ein großes Loch im Schotter auf dem Weg zwischen dem kleinem Tal und meinem Badeteich gezeigt hat.

 

Heute schon ist es wieder verschwunden.

 

 

 

Torgny, welcher sich den Defekt im Weg angeschaut hatte, stand gestern spät abends mit Traktor und Hänger vor meinem Tor.

Er hatte Füllmasse geladen. 

 

 

Gemeinsam gingen wir ans Werk und füllten das tiefe Loch mit unterschiedlich großen Steinen auf.

Zwischendurch kam immer mal wieder eine Schaufel mit grobkörnigem Splitt und Schotter dazu. 

Knapp eine Stunde arbeiteten wir gemeinsam und das Loch war verschwunden.

Nun kann weiterer Regen kommen.

 

 

Mein Weg  "geht erst mal nicht den Bach runter ". 

Man verliert niemals seine Stärke. 

Manchmal vergisst man nur, dass man sie hat. 

 

07.08.2019

Loch an Loch und hält

doch?

Loch an Loch findet sich zwar nicht, aber auch ein einzelnes Loch kann verheerende Folgen haben.

 

Gestern Abend hatte ich meine Querrinnen auf dem Schotter vom Hof nachgezogen. In den letzten zwei Tagen gab es immer mal wieder einen kräftigen Regenschauer, so dass ich ein Auge darauf habe, dass das Wasser geordnet abfließt und nicht den Schotter vom Hof mit sich zieht.

Gestern Abend jedoch stand ich resigniert vor einem 30 cm großem Loch im Schotter. 

 

 

In der Tiefe konnte ich auf zwei von den drei unter dem Weg durchführenden Ablaufrohre sehen.

Die Füllmasse zwischen, seitlich und unter den Rohren war hier einfach in die Tiefe verschwunden und die Ablaufrohre lagen bloß.

 

Mit der Taschenlampe war das Ausmass des Defektes etwas besser einzusehen.

Das Loch befindet sich über den letzten 50 cm der Ablaufrohre bevor sich aus diesen das Wasser vom Badeteich/Bachlauf in das kleine Tal ergießt. Der ganze Defekt hat eine Tiefe von mindestens 1 Meter. Wie weit der Hohlraum sich seitlich ausbreitet, ist nicht zu eruieren bzw. nicht einsehbar. Vom unteren Bachlauf aus in Richtung der drei Ablaufrohre scheint alles dicht zu sein. Jedenfalls finde ich keine Verbindung zwischen den Enden und dem Loch im Schotter über den Rohren.

 

Nach der aufwendigen und nicht billigen Hangbefestigung im letzten Herbst, dachte ich, dass nun Ruhe mit der Hangbewegung eingetreten ist.

Denkste, das Wasser sucht sich einfach einen anderen Weg um an sein Ziel zu kommen, nämlich bergab zu fließen.

 

Ich habe noch am Abend Torgny gebeten sich das anzuschauen. Er hatte im Herbst die Arbeiten am Hang durchgeführt und kannte sich mit den Naturgegebenheiten auf meinem Hof aus.  

 

 

Nach seiner Aussage sollte dieses Loch kein großes Problem sein,...

....mal ehrlich, für mich war es bereits ein größeres Problem und Panik machte sich breit…!!!

 

Er meint, dass mit Füllmasse aus verschieden  großen Gestein der Defekt aufgefüllt werden kann damit der Weg/Zufahrt zum Hof seine Stabilität zurück bekommt und nicht der Schwerkraft und dem Wasser folgend, “den Bach runter geht”.

 

Jetzt schau ich mal, was machbar ist.

Große Maschinen können hier nicht arbeiten. Der Abstand zwischen den zwei Rohren ist nur 25 cm und darunter ist nichts. Außerdem ist der Farmer-Zaun im Weg, der die Zufahrt vom Hof zum kleinen Tal begrenzt.

 

Es muss praktisch per Hand zwischen den Rohren die Füllmasse eingebracht werden, damit der Grund vom tiefsten Punkt her aufgebaut werden kann.

Jetzt heißt es für mich abzuwarten und mich der norwegischen Mentalität anzupassen. Allein bekomme ich das Material nicht auf den Hof, so dass ich auf die norwegische Langsamkeit angewiesen bin.

Drücke ich die Daumen, dass der Defekt noch vor dem Herbst aufgefüllt wird und weiterer Regen das Ganze nicht ins Unendliche steigert. 

 

Es ist immer irgend etwas, welches die Ruhe hier auf Espetveit stört. Wenn es nicht bestimmte Menschen sind, ist es die Natur, die mich heraus fordert. 

   

 Es gibt drei Wörter, die alles zusammenfassen,

was ich über das Leben gelernt habe:

 

Es geht weiter !!!

 

Robert Frost

03.08.2019 Hoch zum ...

 

 

Für dieses Wochenende hatte ich eine Einladung zum Wandern für den Sonntag erhalten.

Pål wollte zum Skoræ oder zur Lakkenstova wandern und fragte mich, ob ich ihn begleiten wolle.

 

 

Der Skoræ ist der höchste Berg hier in Südnorwegen und liegt in der Kommune Åseral. 

 

 

Ich war bereits vor ein paar Jahren in dieser Gegend und hatte mit Freunden die Lakkenstova erwandert.

 

Schilder auf dem Weg zur Lakkenstova zeigten die Wanderrichtung zum Skoræ, so dass dieses Wanderziel schon länger auf meiner „to do“-Liste stand.

 

Ich habe nicht lange überlegt und meine drei Hundemädchen als Wanderbegleitung mit angemeldet.

 

 

Wir vereinbarten den Start für Sonntag gegen 09:45 Uhr von Espetveit mit dem Wanderziel Skoræ .

 

Am Freitag rief Pål mich am späten Abend an um mir mitzuteilen, dass der Wetterbericht sich für Ljosland geändert habe und diese Region am Sonntag Massen von Regen bekommen sollte. Was nun…?.

 

 

Ich habe kurzerhand meine Planung fürs Wochenende um geschmissen und wir verabredeten uns für Sonnabend zur gleichen Zeit. 

 

 

Am Sonnabend habe ich meinen Rucksack gepackt, Jacke, Weste, „Matpakke“ für Mensch und Tier und Wasser für uns vier Mädels.

 

Es war warm und kurze Wanderkleidung war ausreichend. 

 

Gestiefelt und gespornt“ standen wir pünktlich bereit wie verabredet um 09:45 Uhr auf dem Hof …, wer nicht da war, war Pål.

 

 

Gegen 10.00 Uhr trudelte er dann gemächlich ein.

 

 

Nachdem Pål alle seine Sachen aus dem eigenen Auto in meines umgeladen und sich seine Wanderschuhe übergestreift hatte, ging es endlich los in Richtung Ljosland.  

 

 

 

 

 

 

 

Nach 70 km Autofahrt erreichten wir die „Fjellstova“ in Ljosland und es ging mit dem Auto weiter hoch das relativ neu angelegte Hüttengebiet.

 

Es gab kein einziges Schild, was eventuell einen Hinweis enthielt, dass der Startpunkt zum Skoræ(A) hier im Hüttengebiet (B) zu finden ist.

 

Pål kannte sich aus und navigierte mich an den richtigen Platz wo wir das Auto abstellen konnten.

 

 

 

 

 

 

Er war erstaunt, wie ruhig und unkompliziert Neele, Thyra und Sola sich im Auto verhielten.

Er hatte nur kurz einen Schlecker von Sola übers Ohr bekommen, nachdem er im Auto Platz genommen hatte. 

So nach dem Motto., ..“ ach du bist es hier auf dem Vordersitz, dich kenne ich, du darfst da sitzen“.   

 

 

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Das Leben ist bezaubernd,

man muss es nur durch die richtige Brille sehen.

 

Alexandre Dumas

 

01.08.2019 Traurig aber wahr 

 

Heute musste ich erneut ein Lamm der Natur zurück geben.

 

 

Bereits beim Umsetzten der Herde vor einer Woche fand ich ein kräftiges Lamm mit braunem Fell mitten auf der Weide liegend.

 

Es war tot.

 

Äußerlich konnte ich keine Ursache für das Ableben des kleinen Böckchen finden. 

 

Ich entfernte die Ohrmarken und legte ich das Lamm in den Wald, zurück zur Natur. 

So findet es seine Bestimmung als Nahrung  für andere Tiere, die eventuell zusätzliche junge Mäuler zu stopfen haben.

 

In Frage kommen hier bei uns Fuchs, Luchs und einige Vögel, wie zum Beispiel die Raben und Krähen.

 

Bereits an diesem Tag fiel mir ein zierliches kleines weißes Lamm auf. Es lag etwas abseits der Herde und war nur schwer zu bewegen doch der Herde auf die andere Seite der Weide zu folgen. Es lief nicht weg , wenn ich mich ihm näherte und es rief auch nicht nach seiner Mutter als es sich endlich in Bewegung setzte. Mir war klar, dass ich da ein Auge darauf haben sollte.

 

Vor 4 Tagen, also Montag dieser Woche,  ging die Herde erneut von einer Weidefläche zur nächsten. Ich hatte die Schafe und Lämmer ins kleine Tal gesetzt, damit sie hier unter anderem die aufschießenden Baumsprößlinge runter fressen. Jetzt war die Hausweide dran und die Herde lief brav den Zäunen entlang durch das Tor auf die neue Weidefläche.

 

Hier konnte das kleine weiße Lamm nicht mehr mit halten. Ich nahm es auf den Arm und setzte es so neben eines der Lammhäuser auf der Hausweide ab. Es war ganz leicht und jede Rippe und jeden Wirbel konnte man durch das weiche Lammfell tasten.  Aber es fraß und so ließ ich der Natur ihren Lauf.

 

 

Gestern konnte ich "mein Sorgenkind" auf der Hausweide aus der Ferne nicht finden.

 

 

Da es in den letzten Tagen viel geregnet hatte, musste ich mir erst Gummistiefel anziehen um nach meinem Lämmchen zu suchen.

 

 

Nur 100 m vom Haus lag es im hohen Gras.Es war tot. 

 

Raubtiere oder Vögel hatten sich bereits vom Kadaver ihren Anteil geholt. Es lagen nur noch das Fell mit 3 Beinen und der Wirbelsäule auf der Erde. 

Der Kopf war nicht zu finden. Das Herz, die Lungen  und der Magen waren ebenfalls verschwunden. Der Darm lag vollständig und unberührt daneben. Abgeknabberte Rippen und Knochen fanden sich in der näheren Umgebung  verstreut.  

 

Ich habe das, was vom Lamm noch übrig war, eingesammelt und hinter dem Pferdestall in den Wald gelegt. Dort finden sich bereits mehrere Lämmer, die ich im Laufe meines Schäferdaseins seit 2009 gehen lassen musste. Dieser Teil des Waldes ist der Lämmerfriedhof und die „Startbahn“  für den Weg in den Schafhimmel.

 

In den ersten Jahres hat mich der Tod eines jeden Lammes sehr mitgenommen. Mit den Jahren habe ich gelernt zu akzeptieren, dass ich gegenüber der Natur machtlos sind, egal was ich anstellen. Dennoch macht mich der Tod eines Tieres immer noch traurig. 

 

Die Natur bestimmt, wer bleiben darf und wer gehen muss.   

 

Schöne Erinnerungen stehen ein Leben lang auf Abruf bereit  und sind treue Helfer für die Tage, an denen es uns nicht so gut geht. 

Marliese Zeidler