24.09.2018

 

Sturmtief über Espetveit.

 

 

Na, da hat sich aber der Herbst mit Pauken und Trompeten seinen Weg gebahnt.

 

 

Der September hat bislang fast nur Regen gebracht. Nach wochenlanger Trockenheit meint der Wettergott wohl alle Neigen so schnell wie möglich wieder auffüllen zu müssen.

 

Letzten Freitag zog ein Sturmtief über Espetveit und hat seine Spuren hinter lassen.

 

Stromausfall über fast 24 Stunden und damit auch kein Haustelefon und Internet. Mit dem Handy ist hier oben auf Espetveit sowieso kein Empfang, so dass unser Hof mal wieder vom Rest der Welt abgeschnitten war. Normalerweise sind die Folge von Stromausfall  tageandauernde Telefonate mit den verschiedenen Anbietern von Telefon und Internet um alle Funktionen wieder vor Ort zu haben. Doch wer hätte das gedacht, nach 24 Stunden war Espetveit wieder der Welt zugehörig und zwar ohne Extramühen. Einfach so kam der Fortschritt in den Wald zurück.

Na, wenn das kein gutes Ohmen für die Zukunft ist? 

 

 

Die Blumenkübel mit den großen Palmen, die neben unserem Badeteich stehen, „flogen"bei den orkanartigen Böhen  durch die Luft. Jede Palme war aus ihrem Behältnis geblasen und die Erde über den ganzen Hof verteilt.

Es war ein tüchtiges Durcheinander.

 

Inzwischen sind die Pflanzen jedoch wieder in ihren Behältnissen und haben frische Erde bekommen.

 

Das Wasser selbst hat keinen Schaden angerichtet. Die eine Woche zuvor gezogenen queren Ablaufrinnen funktionierten gut. So wurde das Regenwasser in seiner Fahrt ausgebremst und seitlich vom Schotter in den Rasen zum Teich hin abgeleitet. Die drei Rohre unter dem Weg waren in vollem Gang und sogar der seitliche Überlauf vom Teich führte große Mengen von Wasser runter in das kleine Tal.

 

Leider hat es auch eine große Pappel aus einem Dreierverband seitlich vom Pferdestall umgelegt. Ein riesiger Baum, der einfach dem Sturm nichts entgegen zu setzen hatte.

Doch die Pappel ist nicht umsonst gefallen. Sie wird entsprechend zersägt und auf ofengerechte Stücke gehackt. Damit ist das erste Brennholz für die Heizsaison 2021/2022 gesichert.

 

 

Heute nun war der erste Tag mit Sonnenschein.

 

Der Wind bläst nach wie vor eisig und kräftig, allerdings einige Windstärken weniger als am Freitag. Doch 4 Grad auf dem Thermometer zeigen deutlich, das der Sommer verloren hat und nun kältere Zeiten auf die Bewohner von Espetveit zu kommen.

 

 

Glaube niemals,

du würdest das Leben eines anderen Menschen kennen. 

Du weißt immer nur das, was er dich wissen lässt.

 

 

15.09.2018

Zwischenbilanz

 

 

Nach den 10 Tagen mit kräftigem Regen hier auf Espetveit, hat sich das Wetter wieder beruhigt.

 

 

 

Heute schien die Sonne bei 12 Grad Höchsttemperatur.

Der Jahrhundertsommer hat wohl nun sein Ende gefunden.

Die letzten Schwalben verließen uns in der ersten Septemberwoche. Die Blätter beginnen sich zu färben und überall schießen Pilze aus dem Boden.

 

 

 

Dietmar und Dagmar, die den Hof und Neele, Thyra und Sola hüteten für die Zeit des Seminargruppentreffens in der Oberlausitz, sind heute mit der Morgenfähre zurück nach Deutschland gereist.

 

Übrigens für alle, die es interessiert und für unsere Thyra die Daumen gedrückt haben, gibt es Entwarnung.

Der Tumor am rechten Vorderbein hat sich unter der lokalen Behandlung vollständig zurück gebildet und damit ist eine OP überflüssig.

 

 

Der heutige Tag war mit reichlich Innen- und Außenarbeiten gefüllt. Durch den vielen Regen der letzten Tage, hatten sich feine Rinnsale auf dem Schotter zwischen den Gebäuden gebildet. Und jedes Rinnsal hat natürlich etwas Schotter von einem Platz zum anderen geschafft. 

 

Egge, mit auf der Rückseite angeschweißten Kufen
Egge, mit auf der Rückseite angeschweißten Kufen

 

 

Somit kam heute der HOLDER zum Einsatz.

 

Ralf hatte vor Jahren die Rückseite einer Egge eigens für das Abziehen des Schotters so präpariert, dass man die Oberfläche damit aufraut und das Wasser besser im Boden versickern kann.

 

Mit Frauenpower ging es also ans Werk.

 

 

 

 

 

HOLDER gestartet, Gang rein, rückwärts aus dem Schafstall gefahren, Egge angehängt und los ging es im ersten Gang.

 

Der HOLDER hat natürlich keine Servolenkung (er ist schon ein alter Geselle mit seinen mehr als 40 Jahren) und weil eine Fahrtrichtungsänderung wirklich einiges an Kraft verlangt, ging es eben langsam voran. Im zweiten Gang war Frau etwas unsicher, ob sie dann auch rechtzeitig “die Kurve kriegt“!!!

 

Der alte Gesell und seine Bäuerin haben gut miteinander harmoniert.

 

Der Pferdepaddock wurden ebenfalls aufgeraut, einmal, um zu verhindern, dass sich das Gras über die gesamte Sandfläche ausbreitet und zum anderen natürlich auch um dem Wasser das Einsickern zu erleichtern.

 

Ja, auch wenn keine Pferde mehr darauf stehen, muss die Außenanlage vom Pferdestall gepflegt werden. 

 

 

Zu guter Letzt noch Querrinnen im Schotter gezogen, damit das Wasser falls enorme Mengen uns in den kommenden Tagen erreichen, in seiner Geschwindigkeit gestoppt und in den angrenzenden Rasen ablaufen kann.

 

Tja, die Erfahrungen der letzten Jahre mit „davon fließendem Schotter“ haben uns geleert vorbeugend zu handeln um größere Schäden abzuwenden. 

 

 

 

 

Durch den vielen Regen der letzten Tage hat auch unser Badeteich wieder sein normales Volumen.

 

 

 

 

 

Dem Bach hinunter ist allerhand Laub und Geäst vom Wasser in den Teich transportiert worden.

 

Zwei der Ablaufrohre, die unter dem Weg entlang führen und sich dann ins kleine Tal ergießen, waren völlig verlegt.

 

Es sah fast so aus als hätte Jemand einen kleinen Damm errichtet. Der Damm musste also weg.

 

Gummistiefel angezogen und mit der Hand das in sich verhakte Gestrüpp entfernt und der Teich hatte nun wieder seinen normalen Ablauf mit den drei Rohren. 

 

Da wohl der Sommer hier in Norwegen sein Ende erreicht hat, ist es auch nicht mehr notwendig alle Gartenmöbel auf der Terrasse zu haben. Der Grill ist rein gestellt und für die Sonnentage im nun folgenden Herbst stehen noch zwei Klappstühle mit einem Tisch auf der Terrasse.

 

Alles andere ist bereits drinnen und wartet auf die neue Saison im kommenden Frühjahr.

 

Es war ein arbeitsreicher Tag, der nun in Ruhe ausklingen kann. Die Bäuerin ist zufrieden mit dem Tag und ihrem  vollbrachten Werk.

 

Gut gemacht !!!

 

 

Manchmal ist es besser, jemanden im Glauben zu lassen,

er hätte gewonnen bis er irgendwann selbst merkt,

dass er dabei verdammt viel verloren hat. 

 

Unbekannt