20.05. 2018

 

Sophia steht im  Lammkindergarten auf Espetveit.

 

Bislang hatten wir kein Kindergartenlamm aus dieser Lammzeit.

 

 

Wir waren sehr froh darüber da es ja doch einiges mehr an Arbeit mit sich bringt.

 

Seit 2 Tagen jedoch beobachteten wir den kleinsten Drilling von Stine. Es ist ein kleines weißes Mädchen und heißt Sophia. Die Kleinen hält sich viel abseits der Herde und wenn sie nach ihrer Mama ruft, antwortet Stine nicht. So irrt die Kleine über die Wiese und findet nur durch Zufall ihre beiden Geschwister und ihre Mama.

 

Gestern nun lag sie abseits im Gras und hatte sich zusammen gerollt. Als wir zu ihr kamen, lief sie nicht mal weg, was normalerweise alle Lämmer machen, wenn sie sich wohl fühlen. Aber Sophia schien nicht im besten Zustand zu sein.

 

 

 

 

 

 

Beim Hochnehmen merkten wir, dass Sophia leicht wie einen Feder ist. Sie "hat kaum was auf den Rippen". 

 

 

 

So entschlossen wir uns für die Zeit wo die Herde auf der Weide vor unserem Wohnhaus grast, sie in den Kindergarten zu stellen und ihr ein paar Extramahlzeiten mit Milchersatz zuzuführen.

 

Das bekommt sie jetzt über die Sonde gereicht, 5 mal täglich 200 ml. Sie nimmt nämlich nicht die Nuckelflasche und so gebrauchen wir einen Einmal-Blasenkatheter, der die richtige Länge hat um die Milch auch in den Magen zu bekommen.

 

Diese Methode hat uns schon so manches Lamm gerettet. 

 

Wer kämpft kann verlieren.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren.  

 

B.Brecht

 

 

 

 

19.05. 2018

 

Alles wieder blitzblank

 

Seit einer Woche haben wir die Schafherde draußen.

 

Und wie in jedem Jahr muss der Schafstall gereinigt werden.

 

Bereits erledigt hatten wir vor ein paar Tagen den Rückbau des Schafstalls.

 

 

 

 

D.h. die Lammboxen mit allem Drum und dran abbauen, die Gitter zu den Boxen der Böcke lösen und heraustragen, sowie alles, was nicht niet- und nagelfest ist kam ins Freie. Wie in jedem Jahr. 

 

 

 

 

Zunächst wurden die Streckmetallroste voneinander gelöst und am Ende einer jeden Seite auf den Stapel gelegt.

 

 

Mit unserem Mann-Frau -Team ging es ans Ausfahren, was wir in diesem Jahr an einem Tag erledigten und parallel dazu wurden alle gelösten Teile draußen abgekärchert.

 

 

 

 

Da wir seit Tagen sommerliches Wetter haben, war es optimal, so dass auch die Schafstallaustattung gut trocknen konnte. 

 

Die Kärcher-Arbeit im Stall erfolgte gestern noch abends nach der Arbeit. 

 

Heute haben wir alles wieder aufgebaut und nun strahlt unser Schafstall blitzblank im Sonnenschein. 

 

 

Auch der Pferdestall ist von seinen alten Spänen befreit.

Wir haben keinen neuen Einstreu ausgelegt da Szindi und Bandy nicht mehr unter uns sind.

 

 

 

Auch wenn Szindi und Bandy jetzt im Pferdehimmel weilen, sieht man sie doch immer mal wieder durch den Stall huschen oder hört ihr Gewieher und Geschaufe. 

 

 

 

Tja, ...  die Vergangenheit kann man nicht einfach aus dem Gedächtnis löschen,  … auch wenn so mancher glaubt es zu können. 

 

 

Schließe ab mit dem was war,

sei glücklich mit dem was ist und offen für das was kommt.

 

Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede. 

16.05. 2018 Szindi und Bandy

 

 

Wohin wir auch gehen,

es sind stets Vierbeiner auf 4 Hufen,

die uns begleiten…

in guten, wie in schlechten Zeiten…

sind sie es, die immer zu uns stehen.

 

 

Das ist der Grund, warum wir sie nicht „NUR“ als Pferd, sondern als Teil unseres Lebens sehen. 

 

 

 

 

Szindi ist 28 Jahre und man sieht ihr das Alter an.

 

Sie hat in den letzten 3 Jahren viel an Gewicht verloren und ihr „knackiger runder Hintern“ ist Vergangenheit. Eine Krankheitsursache konnten wir nie finden.

Sie wirkte nicht krank, fraß gut und bewegte sich unauffällig. Trab und Galopp fielen ihr nach wie vor nicht schwer, wenn es über die Wiesen von Espetveit ging.

 

 

Sie ist und war ein sehr temperamentvolle Stute , die immer ihren eigenen Kopf hatte. Aber gerade das war es , was sie so besonders machte. Sie hatte einen eigenen Charakter und war damit eine besondere Stute, eben „mein“ Pferd.  

 

Bandy, den wir hier in Norwegen gekauft hatten, stand bei uns seit 2008 mit im Stall. Er war inzwischen auch schon 25 Jahre alt. Er war einfach nur lieb und zutraulich zu Jedermann.

 

Er ist nach wie vor ein stattlicher Wallach und mit Szindi zusammen bilden beide ein gutes Paar. 

 

 

 

Doch heute ist der Tag gekommen, vor dem ich mich immer gefürchtet habe. Abschied nehmen, heißt es heute.

Es wurde beschlossen und so soll es sein.

 

Bereits gestern Abend habe ich Abschied genommen und war lange Zeit bei meinen „Großen“ draußen auf dem Paddock bis zum Dunkelwerden.

Es gab eine extra große Ration mit Hustenbonbons, die beide so lieben.

 

Heute Morgen gab es dann die letzte Mahlzeit mit Kraftfutter und frischem Heu. Ich legte beiden ihr Halfter an und drückte mich ganz fest an ihren Hals.

 

Meine Augen füllten sich immer wieder mit Tränen, wenn ich an das Kommende dachte. 

 

 

 

 

Wir hatten bereits vor Monaten mit unserem Tierarzt gesprochen und so entschieden wir uns für die einfachste Art des Gehens für unsere Pferde.

 

Wir wollten sie nicht noch mal auf einen Hänger laden und den beiden den Stress eines langen Transportes zu muten.

 

Heute gegen 10:00 Uhr kam das Auto vom Tierpark.

 

 

 

 

Es kamen zwei Männer mit dem Auto, so dass für uns kein Handanlegen notwendig war. 

 

Beide Pferde wurden auf dem Paddock von einander isoliert, was nach Aussagen des Tierparkpersonals unproblematisch und ruhig für die Tiere verlief.

 

Ich war im Haus und hielt mir die Ohren zu. Dennoch hörte ich die zwei Schüsse kurz nach einander.

 

 

 

Jetzt war es endlich. Szindi und Bandy waren nicht mehr auf unserer Welt, ... sie hatten Espetveit „verlassen“. 

 

Ich werde sie vermissen. 

 

Liane

 

 

Meine Augen haben vieles gesehen,

Wunderbares erlebt und Schlimmes überstanden.

 

Deshalb sehe ich die Zukunft kritischer als früher -

 

und doch habe ich es nicht verlernt,

an die Sonne zu glauben, 

auch wenn sie sich manchmal hinter dicken Wolken versteckt.

 

14.05. 2018 „Anbaden“

Wir haben seit ein paar Tagen sommerliche Temperaturen und auch der Schnee ist weitgehend verschwunden.

 

Heute am Montag haben wir Weiber auf Espetveit immer frei.

 

Bei dem Wetter ist das natürlich ein Segen. Neben der Routinearbeiten wie den Schafstall-rückbauen und den Zaun reparieren , bleibt immer etwas Zeit für unsere Spaziergänge.

 

Heute Morgen schien bereits die Sonne vom strahlend blauen Himmel und verbreitete gute Laune. Also ging die Morgentour hoch zu unserem Badesee. Allerdings lag die Badestelle noch im Schatten und hielt uns davon ab, mehr als nur den Fuß ins kalte Nass zu stecken.

 

Doch heute Nachmittag war es endlich so weit. Wir Frauen von Espetveit genossen unsere erste Schwimmtour im Lausjön. Es waren nur ein paar Minuten, die wir im Wasser aushielten, aber immerhin haben wir „angebadet“. Das Wasser war noch recht "frisch" und dennoch war es ein Vergnügen sich darin auszustrecken und ein paar Meter gleiten zu lassen.

 

 

Ich lächle weil ich stark bin, nicht weil ich glücklich bin.

 

unbekannt

 

 

06.05. 2018

 

Aufforstung

 

 

 

So, ... heute nun ging es in den Wald.

 

 

 

 

 

Wie bereits erwähnt, hatten wir gestern die Setzlinge für die Aufforstung unseres in den vergangenen Jahren gerodeten Wälder abgeholt.

 

Unser Ziel war es heute die Baumsetzlinge für die Kiefern in den Boden zu bringen. Bereits im vergangenen Jahr setzten wir 2500 Baumpflanzen, was uns einiges an Erfahrung bei der Handhabung dieses Projektes brachte.

 

Heute lief es wie am Schnürchen.  

 

Man merkt schon, was ein eingespieltes  "Team" ist.

 

Unsere viele gemeinsame Jahre lasen die Arbeit Hand in Hand laufen und nach zwei mal 2 Stunden hatten wir die 1000 Setzlinge an Ort und Stelle. 

 

Der Boden ist gut feucht und das Wetter wie vorhergesagt frühlingshaft.

 

Damit haben unsere Pflanzen beste Voraussetzungen um zu großen Bäumen heran zu wachsen.

 

 

Morgen geht es nochmals für die restlichen 500 Fichte-Setzlinge in den Wald. Wir rechnen wieder mit 2 Stunden Arbeitszeit. Dann haben wir alles aufgeforstet, was wir in den vergangenen Jahren geerntet haben. 

 

 

Und wer kann schon von sich behaupten in seinem Leben mal 4000 Baumsetzlinge gepflanzt zu haben und damit der Natur Ressourcen zurück gegeben zu haben.  

 

Ich habe nicht alles, was ich mir wünsche,

aber ich liebe alles, was ich habe

und bin dankbar für diesen Reichtum. 

05.05. 2018 Die ersten Schwalben sind da

 

Jetzt wird es Frühling. Die ersten Schwalben haben Espetveit erreicht.

 

Heute vernahmen wir ein lautes Gezwitscher im Pferdestall. Das erste Schwalbenpaar für dieses Jahr machte einen Inspektionsflug durch den Pferdestall und ließ sich auf einem Deckenbalken zur Diskussion nieder. Es sind bislang die einzigen Schwalben, die angekommen sind.

 

Sicher dauert es nicht mehr lang und Espetveit ist wieder Heimatort vieler Schwalbenpaare wie in den Jahren zuvor

Wir hatten bis zu 6 Schwalbennester im Pferdestall. Außerdem wurde in der Traktorgarage und außen an den Gebäuden reichlich gebaut. Zwischen 10- 12 Paare verbrachten jährlich den Sommer hier bei uns auf dem Hof. Mal sehen wie viele es in diesem Jahr werden. Wir sind gespannt.

 

Wir haben heute auch einiges am Zaun reparieren können. Der Winter hat viel kaputt gemacht, so dass einiges ausgebessert werden musste. Teilweise waren die Spanndrähte gerissen oder die Stolpen einfach gebrochen. Nun gut, die erste Weide ist klar für den Auszug der Herde. Die anderen Weidestücken gehen wir nach und nach ab und werden sehen, was zu machen ist.

 

 

Außerdem holten wir heute die im Herbst bestellten Baumpflanzen ab, um die gerodeten Waldflächen von vor 2 Jahren wieder aufzuforsten. Wir haben 500 Fichten-Setzlinge und 1000 Kiefer-Setzlinge. Diese werden wir in den kommenden Tagen in den Boden bringen. Der Waldboden ist gut feucht und in den kommenden Tagen soll es wärmer werden. Das sind optimale Voraussetzungen für die Setzlinge auch Fuß zu fassen.