19.09. 2017

Ein „Schwarzer Freitag“ wie in jedem Jahr

 

Beriets vor 4 Wochen hatten wir den Termin für den Transport der Lämmer zur Schlachterei Fatland abgesprochen. Normalerweise kommt der Viehtransporter sehr früh zu uns um danach weitere Schafe aus der Gegend einzusammeln.

 

Es ist wie in jedem Jahr ein trauriger Tag, wenn wir unsere Lämmer zur Schlachterei geben.

Und wie in jedem Jahr müssen wir uns sagen, dass wir nicht alle behalten können.

 

Der Transporter kam heute erst gegen 13:30 Uhr und wir hatten die Schafe noch nicht eingetrieben.

Guthni, der Fahrer des Transporter, bekam einen Kaffe und ein Stück vom selbstgebackenen Hefekranz und wir hatten Zeit die Herde in den Ferch zu treiben.

 

Ausgerechnet zu dieser Zeit regnete es in Strömen. Die Lämmer sind in diesem Jahr recht groß und so hatten wir unser Tun die Jungen von den Alten zu trennen. Der Boden im Ferch war aalglatt und wir mußten aufpassen, nicht der Länge nach in den Matsch zu fallen. Es war fast wie bei einem Rodeo.

 

Letztendlich haben wir 29 Lämmer verladen, die nun auf dem Weg zur Schlachterei sind.

 

3 Lämmer konnten wir gestern an junge Schafbauern hier in der Nähe verkaufen. Kristina, Sonja und Marthe verstärken nur 20 km entfernt von uns eine andere Herde.

 

Maja unser Flaschenlamm behalten wir. Wir bringen es nicht übers Herz, sie weg zugeben.

 

Von den erwachsenen Damen bleiben alle bei uns.

 

Fenja wollten wir eigentlich abgeben, weil sie immer schwere Geburten hatte. Da unsere Herde sich aber durch die 3 spontanen Abgänge von Molly (verstorben aus ungeklärte Ursache , abgemagert und hat nicht mehr gefressen ), Reni (gangränöse Mastitis) und Dina (vom Luchs geschlagen) dezimiert hat, bleibt Fenja bei uns.

Stine hatte zu Beginn eine Mastitits, die wir entsprechend mit Penizillin behandelten. Das Euter ist jetzt völlig in Ordnung so dass auch sie bleiben kann.

Martina hatten wir auch in Augenschein genommen, sie eventuell abzugeben wegen einer beginnenden Mastitis. Doch auch ihr Euter ist wieder vollkommen in Ordnung, so dass sie die Herde nicht verlassen muß. 

 

Damit haben wir wie in jedem Jahr 24 Schafdamen, die in weinigen Wochen zurück in den Schafstall kommen.

 

Maja und auch unsere beiden Böcke Leopold und Simon werden ebenfalls wieder in den Stall mit einziehen.  

 

Beim Abschied wird uns oft erst klar,

wie kostbar jeder Moment doch war. 

 

Verfasser unbekannt

12.-16.09. 2017 Kastellaun und Umgebung 

 

In diesem Jahr führte uns unsere Hundewanderung nach Kastellaun. 

 

Kastellaun liegt im vorderen Hunsrück etwa gleich weit entfernt von Mosel und Rhein in einer Höhe von 430 m über NN.  

 

Für uns war es besonders interessant die Gegend kennen zu lernen, da wir vor einem halben Jahr im Hunsrück in Oberhausen bei Kirn ein Grundstück gekauft haben.  

 

 

 

Unterkunft fanden wir im Hotel Badische Kellerey in Kastellaun.

 

 

 

Das Hotel mit seinem Restaurant liegt im Herzen von Kastellaun unmittelbar am Fuße der alten Burg. 

In diesem Jahr hatten sich einige Hundenarren mehr als im letzten Jahr angemeldet und nach dem ersten Kennenlernen zeigte sich eine völlig bunte verschiedenartig gemixte Truppe .

 

 

Vom den letzten Treffen in der Uckermark kannten wir noch Sabine und Roger mit ihrem Mischlingshund Paul. 

 

 

 

Auch Angie mit ihrer Bordercolliehündin Chicka waren wieder mit von der Partie. 

Ellen mit Liz und Sophia
Ellen mit Liz und Sophia

 

 

 

Ellen hatte wie auch bei all den zurückliegenden Wandertreffen alles organisiert und trug nun die Verantwortung für alle teilnehmenden Zwei- und Vierbeiner. 

 

 

 

 

 

 

Jedenfalls bekamen wir mit unseren Hundemädels Neele, Thyra und Sola ein sehr schönes Doppelzimmer zu gewiesen. So hatten wir neben dem eigentlichen Wohn-/Schlafzimmer einen Extraflur, der sich vom eigentlichen Hausgang abgrenzte und uns somit ein eigenens kleines Reich beschehrte. Damit hatten unsere Hunde etwas mehr Bewegungsfreiheit im Hotel, was sie auch sofort für sich beanspruchten. 

 

Die Wanderstrecken lagen zwischen 15 und 20 km täglich und führten uns übert Stock und Stein.

Am Abend ließen wir uns von einem guten Essen im Restaurant verwöhnen, was die müden Knochen ruhen ließ und auch die Seele konnte baumeln.

 

Bereits nach dem ersten Wandertag sonderten sich 4 Wanderwillige mit ihren Hunden von der eigentlichen Gruppe aus. Der erste Tag war wohl zu viel für die Zweibeiner und sie entschieden sich ihre eigenen, ihren Vorstellungen nach Wanderrouten zu planen und zu gehen. Na, ja auch gut. Wenn man sich für so ein Gruppenunternehmen anmeldet sollte man die Ankündigung gut lesen, wo eindeutig beschrieben war wie lang die Strecken sind und welcher Schwierigkeitsgrad sich dahinter verbirgt.

 

Das muss eben jeder für sich selbst wissen. Diskussionen gab es natürlich , aber das resultiert schon allein daraus, dass es in diesem Jahr einfach viel mehr Personen waren und da sind Unruhe und Meinungsverschiedenheiten vorprogrammiert.

 

 

Etwas ganz Besonderes und deshalb unbedingt erwähnenswert, ist eine Hundenärrin mit ihren beiden aus dem Tierheim stammenden Hunden.

 

 

Martina hießt sie und sie hatte sich eines Mischlingshundes angenommen, der eine Lahmheit an den Hinterläufen hatte. Ansonsten war „Jul“ ein lebenswilliger lieber Rüde, der die Lust sich zu bewegen trotz Handycaps nicht verloren hatte.

Martina hatte für ihn einen Wagen mit relativ großen leichten Rädern bauen lassen in dem die Hinterläufe praktisch in der Waagerechten schwebend eingehängt wurden. Zusätlich hielt ein Bauchgurt Hund und Wagen beieinander. 

 

Es war erstaunlich, was „Jul“ (auf norwegisch bedeutet Jul, das Rad...welch ein Zufall, oder auch nicht) leistete, an Energie und Willenskraft aufbrachte um mit den anderen Vierbeinern durch die Gegend zu toben.

 

 

Natürlich brauchte er immer mal wieder Unterstützung, wenn es sehr steil und unwegsam wurde. Aber Martina war unerschütterlich und es erweichte jedes Herz, wenn man das inzwischen gut eingespielte „Dreiergespann“ beobachtete.

Menschen, die so etwas bewerkstelligen verdienen die allerhöchste Achtung und Anerkennung, die man sich nur denken kann. 

 

 

Martina hat ihr Leben völlig umgekrempelt. sie hat sich an Jul orientiert.

 

 

Und es funktioniert, man kann es sehen ..., es funktioniert für sie und ihre zwei Hunde. Alle drei vermitteln einen glücklichen und zufriedenen Eindruck.  

 

Das Wetter war uns leider in diesem Jahr nicht so holt. Immer wieder Regen und ein kalter Wind machten die Wanderungen teilweise sehr ungemütlich.

 

Aber gut, wie man so schön sagt, es gibt nicht wirklich schlechtes Wetter, es liegt dann wohl an der falschen Kleidung, die man trägt.

 

 

Fast jeder Wandertag brachte einen Einkehrschwung in einen Biergarten mit sich. Trotz der vielen Hunde kein Problem für die Truppe oder die Gastwirte. 

 

Und jeden Abend wurden wir im Hotel mit einem hervorragenden Essen belohnt. Der Abend klang meist bei einem oder mehreren Glas Wein oder je nach Geschmack durfte es auch kellertrübes Bierchen sein, aus. Und jeden Morgen wieder saßen wir alle um 08:30 Uhr beim Frühstück und besprachen die Tagestour, welche von Ellen bereits im Vorfeld durchdacht wurden war. 

 

 

Übrigens sind wir nicht die einzigen, die sich drei Hunde „aufgehalst“ haben.

 

 

Auch Bettina aus Homburg war mit ihren drei Gos (d’Atura Català) - Mädels dabei.

Wie wir im Gespräch hören konnten, gibt es unter ihren Damen auch nicht nur Einigkeit. Auch bei ihr fliegen hin und wieder die Fetzen, wenn es zu Unstimmigkeiten unter den Dreien kommt.

 

 

Gut zu hören, dass auch bei ihr nicht immer nur die Harmonie den Tag bestimmt.

Aber sind wir mal ehrlich miteinander, wir Menschen tragen ja hin und wieder Unstimmigkeiten unter einander auch nicht mit Eia-Popeia aus. Es geht dann schon zur Sache, zwar ohne sich zu beißen, und trotzdem kann es richtig weh tun.  

 

Es waren wieder sehr schöne erlebnisreiche Tage , die wir mit anderen Menschen verbringen konnten.

 

Neue Gesichter, neue Hunde, neue Kontakte, und schon hat sich wieder unser Horizont erweitert..., so einfach kann es sein, das Leben.

 

Am 16.09. ging es wieder zurück in den Norden. Wir teilten uns die Strecke in 2 Abschnitte auf und hatten eine Übernachtung in Flensburg gebucht. Am nächsten Tag ging es weiter durch Dänemark und mit der Mittagsfähre setzten wir über nach Norwegen.

 

Am späten Sonntagnachmittag waren wir wieder auf Espetveit, wo Dietmar auf uns wartete. Er hatte den Hof mit allen seinen Tieren in unserer Abwesenheit „gehütet“.

 

 

Es sind die Begegnungen mit Menschen,

die das Leben lebenswert machen. 

 

Guy de Maupassant