29.10. 2017 Neele hat Geburtstag

 

Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben.
Sie gehen nicht fort, wenn es schwierig wird, und auch,
wenn der erste Rausch verflogen ist, sehen sie uns noch
immer mit genau diesem Ausdruck in den Augen an.
Das tun sie bis zu ihrem letzten Atemzug.


Vielleicht, weil sie uns von Anfang an als das sehen, was wir wirklich
sind: fehlerhafte, unvollkommene Menschen.
Menschen, die sie sich dennoch genau so ausgesucht haben.


Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens.

Er fragt sich nicht, ob er wirklich mit uns alt werden möchte.

Er tut es einfach.


Seine Liebe, wenn wir sie erst verdient haben, ist absolut.“
 

 

Picasso

 

 

Wir haben uns Neele ausgesucht und wünschen ihr alles Gute zu ihrem 6. Geburtstag.

 

Mögen es mindestens noch mal so viele Geburtstage werden, die wir miteinander verbringen können. 

 

Möge Neele bei uns richtig alt werden.

16.10. 2017 Es geht nach Hause

 

Eigentlich hatten wir uns vorgenommen die Schafherde bis mindestens kommenden Sonnabend (21.10.17) auf der Weide ziehen zu lassen. Doch wie so oft, macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Dauerregen und Temperarueren um 6 Grad sind für die kommenden Tage gemeldet, so dass wir uns entschlossen haben, heute alle unsere wolligen Vierbeiner nach Hause zu holen.

 

Erst ging es mit den Böcken Leopold und Simon im Spaziergang von der Herrenweide in den Stall.

Es ist schwierig die beiden Böcke draussen von der Weide auf den Hänger zu bekommen. Einen Meter Höhenunterschied sind nicht so einfach zu überwinden. Deshalb legten wir jedem ein Halsband um und führten sie an einer Pferdeleine über die Weide, den Hof und dann in ihre Herrenbox im Schafstall. Die Zwei sind uns gegenüber sehr wohl gesonnen und so war es nicht schwierig sie an der kurzen Leine nach Hause zu holen. Ein begleitender Eimer mit Kraftfutter tat sein Übriges.

 

Bei unseren Schafdamen ging es nicht so leicht. Alle folgten dem „Ruf der Bäuerin“ bis auf die Weide hinter dem Pferdestall völlig unkompliziert. Doch hoch auf die Rampe in den stall, wollten unsere Damen nicht.

Wir arbeiteten fast eine Stunde um die 24 Schafe endlich im Stall zu haben. Es ging zu zweit oder zu dritt auf die Rampe und nur durch das Klappern mit dem Futtereimer folgten sie nach und nach in den Stall. Es war wirklich ein Puzzelspiel.

 

Zum Schluß hatten wir noch eine Troika draussen, die „den Bock abschossen“ hat. Als die Drillinge von Karla aus dem Vorjahr merkten, dass die „Schlinge“ sich immer enger zog und man eigentlich nur noch die Alternative hatte sich in Richtung Rampe zu bewegen, kam plötzlich wie ein Blitz die Idee über das kleine 1 m hohe Törchen hinter dem Schafstall zum kleinen Tal zu springen. Karin machte es vor und Kim sowie auch Kora folgten mit einem meisterhaften Bocksprung über das Törchen.

 

Jetzt begannen wir die Drei aus dem kleinen Tal wieder zurück über das untere Gattertor erneut auf die Weide hinter dem Pferdestall zu treiben. Das gelang uns mehr oder weniger gut innerhalb einer ¼ Stunde.

 

Es mußte ein „Hilfszaun“ her, der den Weg in Richtung Rampe vor gab. Diesen Zaun schnell gesetzt und die drei jungen Schafdamen erneut getrieben. Karin und Kim waren dann auch willig die Rampe zu erklimmen und den Rufen der anderen Schafe aus dem Stall, zu folgen.

Kora brauchte einen weiteren Anlauf. Als sie merkte, dass sie nun allein da draussen war, lief sie nach erneuter Treibjagt auf die Rampe und ab in den Stall.

 

Man war das dieses Mal ein Theater mit den Damen. Wir haben die Herde bereits neun Mal zuvor eingebracht, aber so blöde wie in diesem Herbst ging es noch nie.

 

Na jedenfalls gab es eine „Bierpause“ für uns auf der Bank am Hang in der weichenden letzten Sonne und für unsere Vierbeiner die erste „Heupause“ im Stall für die neue Saison.

 

Wir ordneten die Damen auch gleich ihren entsprechenden Wohngemeinschaften zu. Die Aufteilung findet ihr hier.

 

 

Ab heute beginnt erneut eine Lammzeit für uns. Alle Ereignisse, die im Zusammenhang mit unseren Schafen stehen, findet ihr nun dokumentiert unter Lammzeit 2017-2018. 

 

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben,

sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.

 

 

LuciusAnnaeus Seneca

02.-06.10. 2017  „Plisch & Plum“

 

Oft darüber nachgedacht, viel diskutiert und in diesem Jahr endlich angepackt ..., die "Plisch & Plum" Woche  für unsere drei Hunde-Grazien Sola, Thyra und Neele.

Wir hatten eine Mädchen-Tour geplant und in diesem Jahr sollte es endlich damit klappen.

Ausgesucht für unsere Ausbildungswoche haben wir uns Ellen, u.a. Hundetrainerin und durch die Hundewanderungen eine uns gut bekannte treue Seele.

 

 

Grundgedanke bei dieser Ausbildungswoche war es unseren Hundemädels die große weite Welt ausserhalb von Espetveit zu zeigen. Sie sollten bekannt werden mit den Regeln der menschlichen Gesellschaft in Stadt und Land, lernen sich zu benehmen ohne dass dem Hund gleich die Nase abgerissen , der Schwanz gestutzt oder Frauchen wegen ungeziehmen Verhaltens ihrer Vierbeiner zur Rechenschaft gezogen wird.  

 

Wir starteten am 30. September als Damenteam. Neele, Thyra, Sola und Liane waren mit von der Partie.

 

Und gleich mal vorweg genommen, es war erstaunlich, wie gut sich Neele, Thyra und Sola draussen anpassen können ohne ein „Wenn und Aber“.

 

Morgens um 06:00 Uhr ging es mit dem Auto nach Kristiansand zur Fähre. Mit 15 Minuten Verspätung ging es los und um 11:45 uhr hatten wir dänischen Boden unter den Autoreifen.

Bereits nach einer halben Stunde kamen wir in den ersten Stau, ungewöhnlich für Dänema<rk aber wie wir nun erfahren mußten, auch möglich. Kurz vor der deutschen Grenze dann wieder Stau an einer Baustelle. Tja, die Fahrt begann nicht unbedingt optimal.

 

Wir hatten durch Dänemark nun knapp 5 Stunden gebraucht und wollten noch bis Bispingen fahren. Dort war für uns ein Hotelzimmer reserviert, denn das „Durchfahren“ vom Süden Deutschlands bis nach Hirtshals in Dänemark und umgekehrt, haben wir uns in den letzten Jahren abgewöhnt. Die deutschen Autobahnen lassen ein zügiges Vorankommen nicht mehr zu.

 

Und so war es auch dieses Mal.

Die Strecke Flensburg-Hamburg-Hannover ist eine einzige Baustelle mit zahlreichen Staus. Nur gut, dass wir das Hotel in Bispingen endlich gegen 19:30 Uhr erreichten.

Neele, Thyra und Sola hatte ich im Auto überhaupt nicht gemerkt. Die drei waren so lieb, dass man fast vergessen konnte Mitreisende auf den hinteren Sitzen zu haben. Auch im Hotel ging es völlig problemlos. Einfach nur lieb die drei Mädels. ein ausgedehnter Abendspaziergang bei leichtem nieselregen und dann auf die Hundedecken gelegt um von der Autofahrt auszuruhen. Frauchen ging ins Restaurant zum Essen und gegen 22.00 Uhr hatten alle Zwei- und Vierbeiner die Augen fest geschlossen.

 

 

Wir starteten am nächsten Morgen gegen 09:00 Uhr und es ging weiter nach Rheinland/Pfalz, Eimsheim. Endlich, gegen 15:00 Uhr erreichten wir in unserer alten Heimat an und kamen alle Vier bei unseren Kindern unter.  

 

 

 

 

Am Montag begannen wir mit den ersten Ausbildungsstunden.

 

Der Tag war lang und erst gegen 21:30 Uhr für uns zu Ende.

 

Wir hatten am späten Nachmittag die Möglichkeit an der Praxisstunde für den sogenannten „Hundeführerschein“ teilzunehmen.

 

 

 

Es ging hierfür mitten durch Dartmstadt, durch das Haupteinkaufszentrum. Wir passierten die Fußgängerzone, fuhren mit einem Fahrstuhl und machten einen Geschäftebummel .

 

 

Zu guter Letzt saßen wir alle in einer Gaststätte zu sammen und ließen endlich alle Viere gerade sein.

 

Der Tag war anstrengend, aber zeigte uns, dass Neele, Thyra und Sola sich durchaus benehmen können, wenn es in die Fremde geht.

Keine große Klappe, immer schön dicht bei Frauchen gelaufen und eher mal die Augen zu gemacht und die Nase weggedreht, sollte es etwas brenzlich werden.

 

Fast perfekt unsere drei Mädels. Wer hätte das gedacht!!! 

 

 

 

Die kommenden Tage waren ählich voll gestopft mit bislang unbekannten Gegebenheiten.

 

Wir besuchten ein Küchenstudio, waren bei SEGMÜLLER durch gesamte Kaufhaus gelaufen, probierten Sitzmöbel, possierten vor Statuen und unsere Hundemädels gaben keinen Mucks von sich.

 

 

 

Ohne zu murren liefen sie an meiner Seite, machten „Sitz“ wenn es länger mit unserer Besichtigung dauerte.

 

Bei vielen Kunden riefen sie regelrecht Entzücken hervor, „So lieb“, „so süß“, so „brav“ hörte ich immer wieder von den fremden Menschen. Sogar Neele ließ sich ohne Widerruf streicheln als wenn es „ihr täglich Brot“ wäre und dabei ist sie zu hause richtig zickig, wenn ihr da ein Fremder „an den Pelz will“. 

 

Neben dem Üben in Einkaufszentren kam auch die Kultur nicht zu kurz.

 

Alles was Darmstadt so zu bieten hat, wurde von uns besichtigt und unsere vierbeinigen Mädels waren überall dabei.

 

 

 

Gemeinsame „Tobe- und Benimmstunden“ mit anderen Vierbeinern auf Hundewiesen genossen Neele, Thyra und Sola so richtig ohne dass sie aus der Reihe fielen.

 

  

Tja, und so vergingen die 5 Tage mit "Plisch & Plum" wie im Fluge.

 

 

Wir haben ein paar Tips und Hinweise erhalten, was wir üben und verbessern können doch alles in allem können wir bereits jetzt unsere Mädels in das turbulente Leben der Deutschen entlassen. 

Augenblicklich brauchen wir es nicht, und dafür sind wir dankbar. Doch in 3 Jahren wird es für uns aktuell.

 

 

Wir haben beschlossen nach Abschluß unseres Arbeitslebens wieder zurück nach Deutschland zu gehen.

Dann werden wir unser Paradies hier auf Espetveit verkaufen und wieder in die Nähe unserer Familie mit Kindern und Enkeln ziehen. Alles hat eben seine Zeit!

 

Die Rücktour nach Norwegen unterteilten wir wieder in zwei Abschnitte. Es ging zunächst bis Flensburg wo wir wieder in einem Hotel (Hotel am Nordkreuz, wärmstens zu empfehlen) übernachteten und am nächsten Morgen in Richtugn Hirtshals aufbrachen. Die Fähre ging um 12:15 Uhr und am späten Nachmittag trafen wir wieder auf Espetveit ein.

 

 

Auf jeden Fall war die „Plisch und Plum“ Woche ein voller Erfolg für uns Damen.

Wer will, kann so …

... oder vielleicht so ...?

... oder gar so !!!

Die Idee die Abb. und Textausschnitte aus Wilhelm  Busch Album zu übernehmen, stammt von  Ellen und ihr findet Selbiges auf ihrer HP

(c): http://zeno.org - Contumax GmbH & Co. KG

Quelle: Wilhelm Busch: Werke. Hist.-kritische Gesamtausgabe, Bde, I-IV, Band 4, Hamburg 159