21.05. 2017

 

Der Schafstall ist leer

 

 

 

Nur 2 Tage nachdem wir die Schafe auf die Wiese gebracht haben, ist auch der Dung raus.

Schon gestern haben wir die Schafstalleinrichtung so zurück gebaut, dass wir freie Fahrt haben mit unserem „Damentraktor“.

 

Für beide Seiten haben wir 6 Stunden gebraucht. Durch Hand-in-Hand-Arbeit ging es zügig voran. Nun sieht man nur noch zwei leere Tunnel. Die Streckmetallroste liegen am Ende eines jeden Tunnels aufgeschichtet an der Wand. Das, was wir mit dem Traktor nicht leisten konnten, also die Feinarbeit, erledigten wir mit groben Besen und Schippe.

 

In 3 Tagen wollen wir den gesamten Stall, wie in jedem Jahr , „auskärchern“. Nichts ist so wirksam wie reichlich Wasser bei der Reinhaltung von Stallungen und dem entsprechend werden wir uns verhalten. Natürlich sind da nochmals einige Stunden, die wir damit verbringen, aber dann ist alles wieder sauber und klinisch rein für die kommenden Saison.

 

Man merkt nie, was schon getan wurde,

man sieht immer nur, was noch zu tun bleibt.

 

 

 

 

20.05. 2017

 

Sonderkinder

garten

lamm

 

 

 

Tja, nun haben wir wieder einen Kindergarten auf Espetveit.

 

Maja hatten wir bereits im Stall mit der Flasche gefüttert. 

Sie wollte/konnte nicht bei ihrer Mama trinken. Irgendetwas stimmte mit ihr nicht und so wollte Molly sie ab 3. Lebenstag nicht mehr haben.

 

Sie ist schon in ihrem Verhalten etwas auffällig. Zum Beispiel rennt sie immer an der Flasche vorbei, wenn man sie ihr hin hält und wenn sie sie endlich an vor der kleinen Schnute hat, muss man Maja animieren ihren Mund aufzumachen bzw. ihn vorsichtig öffnen um den Trinkschnuller rein zu bekommen. Dann braucht sie ein paar Sekunden um ihre Zunge zu ordnen, bis es dann endlich ans Trinken geht.

Wir dachten erst, dass sie vielleicht blind ist, aber sie ruft, wenn sie uns sieht auch ohne dass wir einen Ton von uns geben.

Auch beim Aufstehen hatte sie anfänglich Koordinationsschwierigkeiten. Sie ist immer wieder auf die Seite gefallen, da sie die Beinchen beim Versuch sich zu erheben, nicht richtig setzen konnte. Das ist aber Gott sei Dank vorüber.

 

An den Milcheimer konnten wir Maja nicht gewöhnen, so dass sie ein Flaschenlamm ist.

 

 

Maja hatten wir zusammen mit der Herde aus dem Stall gebracht.

Wir hofften, dass sie mit der Herde laufen kann und wenn es die Flasche gibt, sie wie im Stall angelaufen kommt. Das mit dem Kommen funktioniert auch bis auf einen Meter Entfernung. Sie steht ja nicht einzeln, sondern mit den anderen Schafen in der Gruppe. Wenn wir uns nähern bis auf eine kurze Distanz, dann laufen die Schafe weg, ... und mit ihnen Maja.

Es funktioniert leider mit Maja nicht so , wie vor ein paar Jahren bei Tommy.

 

Dementsprechend mussten wir uns schweren Herzens entschließen, Maja aus der Herde zu nehmen und in den Kindergarten zu stellen.

Nun jammert sie zwar, aber sie bekommt ihr Fläschchen regelmäßig und trinkt alles in allem zwischen 1,5 und 2 Liter Milchersatz täglich.

Sie ist jetzt 3 Wochen alt und ohne ihre Milch könnte sie noch nicht mit Gras und Kraftfutter allein überlebe. Ab ca. 6 Wochen kann ein Lamm ohne Milch über die runden kommen.

Das ist das Alter, was Maja mindestens haben muss, um zurück in die Herde zu gehen.

Wir werden uns auch daran orientieren wie viel Kraftfutter sie zu sich nimmt und wie sie das frische Gras verträgt. Noch mümmelt sie ein paar Sticks vom Kraftfutter und hat ab und zu einen grünen Halm in ihrer Schnute, aber um satt, groß und stark zu werden, reichen diese Mengen noch nicht aus.

 

 

Wir müssen Geduld haben und Maja muss durch die Zeit von 3 Wochen des alleine Seins hindurch. Anders hat sie keine Chance um den Sommer zu erleben.  

 

Achte auf das Kleine in der Welt,

das macht das Leben reicher und zufriedener.

 

Carl Hilty

 

17.05. 2017

 

Wer erntet muss auch säen

 

Der Hauptanteil von Espetveit ist Wald.

 

 

Wir haben bereits zwei Mal erntereifes Holz schlagen lassen. Das letzte Mal im Winter vor 2 Jahren. Bei jeder Rodung sind sogenannte Saatbäume stehen geblieben mit der Vorstellung, dass sich neue Pflanzen allein etablieren.

 

Zusätzlich hatten wir mit dem Forstverantwortlichen abgesprochen, dass die gerodeten Flächen entsprechend mit Maschinen aufgearbeitet werden, so dass die Jungpflanzen optimale Voraussetzungen haben um zu Bäumen heran zu wachsen.

 

Nun gut, inzwischen wissen wir, dass hier in Norwegen die Zeit und das Einhalten von Absprachen eigenen Gesetzen folgen. Es geht eben langsamer oder gar nicht vonstatten.

Die Aufarbeitung des gerodeten Gebietes ist nicht erfolgt und so wie wir das Gelände einschätzten, sind auch die Saatbäume nicht so fleißig, wie wir es uns gedacht hatten. 

 

 

Vor 2 Tagen hatten wir in einer privaten Baumschule

500 Kieferpflanzen und

500 Fichtenpflanzen gekauft.

 

 

Ein Pflänzchen kostet 1, 50 NOK , wobei die Mehrwertsteuer von 25% noch hinzu kommt.

Die Kosten für die Pflanzen (dann ohne Mehrwertsteuer) bekommen wir von unserem „Skogs-Konto“, welches beim Roden von Wald angelegt wird, erstattet.

5 % der Einnahmen von der Holzernte werden auf diesem Konto automatisch überführt. Das Geld steht dem Waldbesitzer dann ausschließlich für die Aufforstung des eigenen Waldes zur Verfügung.

 

Das Wetter war günstig, noch relativ kühl und feucht.

Zusätzlich war viel Regen für die kommenden Tagen gemeldet. 

 

 

Also ging es heute los die Pflänzchen in den Boden zu bringen.

 

Es gibt eigens dafür gemacht einen so genannten Pflanzstock. 

Mit dem kann man ein ca. 20 cm tiefes Loch in den Waldboden stanzen um dann die Pflänzchen unbeschadet mit ihren 15 cm langen Wurzelstock darin zu versenken. Stanzloch und Wurzelballen ergänzen sich in Größe und Form perfekt, so dass kein Auffüllen mit Erde um den Wurzelstock notwendig ist.

 

 

Alles in allem haben wir für das Setzen der 1000 Pflanzen knapp 5 Stunden gebraucht.

 

 

 

Jedes Pflänzchen fand seinen passenden  Platz auf dem gerodeten Gebiet. Der Regen kann jetzt kommen.

 

Eine alte Bauernregel sagt:

„Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten“.

14.05.2017 Schau her, schau her

 

Unsere Aussie-Mädchen sind Frühaufsteher. Jeden Morgen, egal ob es ein ganz normaler Arbeitstag, Wochenende oder Feiertag ist, so gegen 5:00 Uhr haben unsere Hundemädels ausgeschlafen.

Dann geht es für die Drei nach draußen an die frische Luft. Neele macht ab und zu einen Rückzieher und lässt Thyra und Sola den Vortritt. Neele geht langsam rückwärts und zieht sich wieder in die Schlafstube auf ihren Platz zurück.

 

Heute so gegen 05:50 Uhr gab es ein großes Theater auf dem Grundstück. Sola, bellte aus vollem Hals und wollte nicht aufhören. Sie hat eine tiefe Stimme mit einer entsprechender Lautstärke.

Wütend raus aus dem Bett und nachgeschaut, was da wohl los ist.

Sola stand an unserer Hoftor und bellte hoch in den Wald. Sie war nicht zu beruhigen.

 

Und nun sahen wir auch den Grund. Gegenüber vor unserem Tor stand ein Jungelch nur 10 m entfernt und suchte genüsslich nach einer Morgenmahlzeit. Er ließ sich vom Gebelle nicht beeinflussen.

 

Schnurstracks umgedreht und schnell den Fotoapparat geholt um das Jungtier auf einem Bild fest zuhalten.

Und so sind uns ein paar sehr schöne Schnappschüsse vom König des Waldes gelungen.

 

Erst als der Elch sich von ins fixiert fühlte, trottete er ganz gemütlich den Hang weiter hoch und verschwand dann hinter der Bergkuppe.

 

 

Wir haben immer zu hören bekommen, dass die Waldtiere sich aufgrund unserer Aussie-Mädchen ein gutes Stück vom Hof entfernt halten.

Tja, die Theorie ist das eine, die Praxis zeigt häufig etwas anderes.   

Tiere sind meine Medizin in einer Welt, in der der Mensch mich krank macht!

 

Verfasser unbekannt